Streichen

8. März 2012

„Eine der anachronistischsten Veranstaltungen in Deutschland ist der Große Zapfenstreich. Das große militärische Tschingderassabum mit Fackeln, Gebet und  “Präsentiert das Gewehr!” wird von Mal zu Mal absurder – und verlogener.

Den Höhepunkt der Absurdität erreicht die Veranstaltungsreihe am kommenden Donnerstag, wenn der unehrenhaft zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff damit geehrt und verabschiedet  wird. Nach dem Ehrensold die militärische Ehrung – und das Volk erstickt an seiner ohnmächtigen Wut.

Die zuletzt Geehrten waren: Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung, der zurücktreten musste, weil er dem Parlament wichtige Einzelheiten eines – für die Zivilbevölkerung tödlichen – deutschen Angriffs in Kundus vorenthalten und demonstriert hatte, dass er sein Ministerium nicht im Griff hatte. Dann wurde Horst Köhler geehrt, der fahnenflüchtige, aber ehrenwerte Bundespräsident.

Danach waren Staatssekretär Peter Wichert und Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan an der Reihe, die entlassen worden waren, weil sich der damalige Verteidigungsminster zu Guttenberg von ihnen angeblich hintergangen und getäuscht fühlte. Zu Guttenberg war dann selbst der nächste Geehrte, ein Mann, der wegen seiner zusammengeklauten Doktorarbeit zurücktreten musste. Und jetzt Christian Wulff.

Eindrucksvoller als diese Reihe der Geehrten lässt sich der Niedergang dieses militärischen Ehrenzeremoniells nicht demonstrieren. Im Fall Wulff …“    weiter bei Michael Spreng

8 Antworten to “Streichen”

  1. Frank O. said

    Den Beitrag können Sie, Herr Koop, übrigens auch streichen. Der ist vom 4. März und der Zapfenstreich gewesen.
    Da bringt es auch nichts wenn Sie 8.März drüber schreiben.

  2. lingentheo said

    Angeblich hat sich Wulff den Vuvuzela-Choral gewünscht,
    doch das Stabsmusikkorps der Bundeswehr sah sich nicht in der Lage, das Stück zu stemmen, aber es geht doch:

  3. @Frank O.
    Ja, kann man so sehen. Ich finde nur, dass man sich der Frage grundsätzlich annehmendarf (auch nach dem Internationalen Frauentag und dem besonderen Beitrag von Herrn Wulff dazu). Wie twitterte noch Udo Vetter:
    Udo Vetter Tweet 08.03.2011 Wulff Bundeswehr

  4. Frank O. said

    @R.K.
    Er schreibt auch: „Immerhin besinnen sich die ö.-r. Sender auf ihre Journalistenpficht und kramen nicht den Vuvuzela-Filter raus.“

    Die ö.-r. haben aber ganz gut gefiltert. Das wissen alle die sich den Streich auf N-TV oder N-24 angesehen (angehört) haben.

    Und die grundsätzliche Frage nach dem Sinn dieser „peinlich altbackenen Diktatorehrung“ läuft doch schon Jahre.
    Aber lassen wir das, irgendwie muß der Blog ja gefüllt werden.

  5. kib said

    @ H.. Reul: Sehr beängstigend, dass Sie (als BN-Mitglied) ebenfalls wenig (bis nicht) informiert sind!
    Als ehemaliger „Blogliebling“ (natürlich immer nach Gusto des Betreibers- weiß jeder  ) hab ich mich ebenfalls gewundert: Eine klare Linie ist seit langem nicht erkennbar und hinterfragen ist –beiderseits- nicht gewünscht.
    Dusselige Kib wertet gerade „seine Stimmen“ nach über 30jähriger Ratszugehörigkeit aus: Mehr wird das wahrlich nicht …. Statistisch eher sehr bekümmernd………
    und da kann die Union nun mal gar nichts für!

    Vermutlich liegt Frank O. nicht ganz falsch mit einer heutigen Aussage:
    „Aber lassen wir das, irgendwie muß der Blog ja gefüllt werden“

  6. küster said

    Immer diese Verkümmerten! Wichtig nur, dass man nicht mehr von denen gegrüßt werden will, weil auch nach 30 Jahren Ratsmitgliedschaft immer der eigene Kopf durchgesetzt werden sollte. In der Psychologie nennt man das Profilneurosen! Ansonsten habe ich den Beitrag von kib nicht verstanden. Bin zu doof! Kastein, Wiedorn oder wer immer sich dahinter versteckt: Kateinisback kurz kib. Armselig!

  7. kib said

    Kateinisback kurz kib: Nein Herr Küster! Ein kreatives Wortspiel ihrerseits mehr aber wirklich (!) nicht. Ich dank Ihnen aber sehr, dass ich (zumindest diesmal) nicht in die „schwatte Ecke“ geparkt wurde… Erschütternd in welchen farblichen Kategorien gedacht wird. Auf die Idee, dass jemand „Fan von Demokratie“ ist, kommt –zumindest in diesem Blog- kaum jemand. Bitter!

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