Burka

31. Januar 2012

Neues vom Nachbarn: Als drittes europäisches Land nach Frankreich und Belgien will die Niederlande die Burka verbieten. Die Burka (eigentlich Burqu, aus arabisch ‏برقع‎, DMG burquʿ, Plural ‏براقع‎ / barāqiʿ; in Pakistan auch als Barqa) ist ein Kleidungsstück, das der vollständigen Verschleierung des weiblichen Körpers dient. Die Burka wird von vielen muslimischen Frauen in Afghanistan und einem Teil der Frauen in PakistanIndien und anderen muslimischen Ländern getragen.

Hollands Innenministerin Liesbeth Spies nannte den niederländischen Plan einen Akt von “unvorstellbarer Wichtigkeit”.  Welche Strafen es geben wird, wenn jemand künftig entgegen dem Gesetz in der Öffentlichkeit doch eine Burka trägt, ist bislang unklar. In Frankreich riskiert eine Burka-Frau 150 Euro Strafe, und ein Mann, der seine Frau zur Burka zwingt bis zu 30.000 Euro und zwei Jahre Gefängnis. In den Niederlanden sollen nach Schätzungen um die 150 Frauen gezwungen oder freiwillig die Burka tragen.
(Quellen: Meine Güte Blog von Falk Madeja; wikipedia; Foto © Steve Evans CC)

Vergriffen

31. Januar 2012

Solche „Image“-Filmchen müssen sein, meint wohl die Emslandtouristik: Bunte, anheimelnde Bilder, schöne, vorzugsweise junge Menschen, blitzsaubere Landschaft, zumeist aus der Totalen, alles sekundenweise geschnitten und über allem fließt dramatische Musik – vor allem aber keine Worte, weil sie vielleicht stören könnten. Es wird auch wieder niemand erfahren, wie teuer dieses Produkt war, wer die Produktionsfirma k+s aus Essen weshalb ausgesucht und hat und (inhaltlich) wo beispielsweise die vielen Maisäcker und Mastställe geblieben sind. Husch – da waren sie verschwunden. So wird das Emsland so beliebig präsentiert wie der Niederrhein, MeckPomm, Dithmarschen, Unterelbe, Jadebusen oder irgendein anderer flacher Landstrich sich ebenfalls „imagemäßig“ darstellen lassen könnte und das lokale Publikum applaudiert höflich. Die Kritik bleibt genauso rund: „Fußball fehlt“. Mal sehen, was die Lokalpresse wieder zusammenjubelt. Woanders wird das beliebige filmische Produkt kaum jemanden interessieren.

Ok – Sie merken: Der Streifen hinterlässt bei mir keine bleibenden Eindrücke. Aber dieser folgende, ganz aktuelle dpa-Artikel ist authentisch und ist so, wie er die aktuelle Entwicklung eines alten Blogthemas weiterzeichnet, ganz ohne dramatische Konservenmusik spannend:

„Um die YouTube-Filmreihe «Deprimierendes Emsland» der «Deichkoenigin» gab es 2011 Aufregung. Auch der Bildband «Expeditionen ins Emsland» des Fotografen Gerhard Kromschröder sorgt in der Region für Diskussionsstoff. Die zwei Künstler haben sich angefreundet.

Es sind nicht alles Postkartenmotive, die der Journalist und Fotograf Gerhard Kromschröder für seinen Bildband «Expeditionen ins Emsland» ausgewählt hat: Maisfelder, Schützenfeste, Straßenschilder, Atomkraftwerk. 50 Jahre nach seinen Schwarz-Weiß-Fotografien, die er 2005 im Band «Emsland Schwarz-Weiß» veröffentlichte, hat der 70-Jährige die Region erneut erkundet. In den 60er Jahren war er Lokalredakteur in Lingen und Papenburg, später berichtete er für den «Stern» aus Ägypten oder dem Irak.

Für sein neues Buch hat er hat Treckerfahrer und Jagdreiter abgelichtet, Landschaften, Radkappenweitwurf und Hünengräber. Die Motive sind ihm bei teils wochenlangen Streifzügen meist zufällig vor die Linse gekommen, berichtet er. Wie die Fronleichnamsprozession, die an einer «Pizzeria Roma» vorbeizieht.

Tipps zu aktuellen Veranstaltungen hat Kromschröder auch von der «Deichkoenigin» erhalten, einer Hobbyfilmemacherin, die vor drei Jahren ins Emsland gezogen ist und mit kurzen Filmen aus der Region im Internet für Diskussionen sorgt. 2010 hatte sie seine Ausstellung besucht. Die beiden kamen ins Gespräch, trafen sich regelmäßig und hielten Kontakt.

Sie kennt die meisten der Orte, an denen Kromschröder war. «Wir haben zum Teil ähnliche Motive gefunden, weil wir von außen kommen und auf die Gegend schauen. Da fallen einem solche Sujets ins Auge», sagt der Journalist. Im Buch …

Fortsetzung hier 

(Übrigens: Die Erstauflage von Kromschröders Emsland-Expeditionen-Buch ist längst vergriffen. Die zweite Auflage kommt im Februar)

(Foto: © Carmen Jaspersen; Januar 2012 – Gerhard Kromschröder mit Deichkönigin)