1987

22. Januar 2012

Atom-Diskussion des NDR in Lingen vor 25 Jahren: „Das Entsorgungsproblem ist noch nicht endgültig gelöst…. Wir haben Zeit genug, das Problem endgültig zu lösen.“

16 Antworten to “1987”

  1. IP said

    …danke für den Beitrag. Sehr gut, dies Zeitdokument mal wieder zu sehen!
    interessant….blauäugig….

    …und bisher nichts dazu gelernt.

    Endlager Lingen! Das haben wir jetzt !

  2. Job said

    Mensch Helmut waren das Zeiten, als wir Seit an Seit gegen die Atomkraft demonstriert haben. Leider hat es nichts gebracht.

  3. Rolf Heinrich said

    Offener Brief an Gerd Otten!

    Lieber Gerd!

    Nach dem Beginn der Atomkatastrophen in Fukushima am 11. März 2011 hast Du mit den von Dir initiierten Mahnwachen vor dem historischen Rathaus der Anti-AKW-Bewegung in Lingen zeitweise neues Leben eingehaucht und vielen besorgten Bürgerinnen und Bürgern ein Forum geschaffen, um ihre Betroffenheit und ihre Wut zu zeigen.
    Auch wenn es keinen massenhaften Zuspruch gab, waren diese Mahnwachen für viele Menschen dieser Stadt wichtig, weil sie ihnen gezeigt haben, dass sie mit ihren Ängsten und Bedenken bzgl der Anwendung der Kernspaltung nicht allein stehen.
    Leider haben die vielen Gespräche während und nach den Mahnwachen auf dem Lingener Marktplatz nicht dazu geführt, die Anti-AKW-Bewegung in Lingen organisatorisch nachhaltig neu zu beleben.
    Die nicht von einem breiten Aktionsbündnis getragene Demonstration durch Lingen zum Abschluss der Mahnwachen und die sog. Energiewende der CDU haben die Aufbruchstimmung in Lingen sang- und klanglos erstickt.
    In der Rückschau ist dies sehr, sehr schade, zumal die Probleme, -wie nicht anders zu erwarten-, sowohl in der Region Fukushima als auch in Deutschland (Asse, Gorleben, Endlager Lingen, ,,,) weiterhin ungelöst sind.
    Lieber Gerd,
    ich möchte an Dich appellieren, zum Jahrestag der Katastrophe von Fukushima eine öffentliche Veranstaltung in Lingen zu organisieren (Mahnwache, Podiumdiskussion, Gottesdienst, ..). Du hast die besten Kontakte!
    Ich brauch Dir nicht zu sagen, dass die Stadt Lingen und die Menschen, die hier leben, noch lange mit der Atomernergie-Nutzung und ihren Folgen leben müssen, trotz des sog. Atomausstiegs!
    Mein Vorschlag: Du kannst ja über Deine Kontakte (Elternverein Restrisiko) oder über dieses Forum zu einem Vorbereitungstreffen aufrufen!

  4. Buggy said

    Wie viele Arbeitsplätze sind denn nun mit dem Atomkraftwerke entstanden? Direkt und indirekt? Doch etwas mehr als 300, oder?

    • Rolf Heinrich said

      Lieber „Buggy“,

      Ihr Kommentar ist zwar ziemlich daneben, aber immerhin gehören Sie nicht zu jenen „Ex“-Schreibern, die diesen Blog offensichtlich gegenwärtig boykottieren, warum auch immer, vielleicht weil ihnen die „Däumchen“ für ihr Ego fehlen.

      Eine Veranstaltung in Lingen zum Jahrestag der Atomkatastrophe in Fukushima hat absolut gar nichts mit der Zahl der Arbeitsplätze zu tun, die in Lingen durch die Atomindustrie entstanden sind.
      Die Belegschaft des Lingener AKWs hat bis zum heutigen Tag die Anlage praktisch störungsfrei betrieben. Das ist ihre Aufgabe und dafür gebührt ihr Dank und Anerkennung.

      Mit Ihrem Hinweis auf die Schaffung von Arbeitsplätzen durch die Atomindustrie zeigen Sie, dass Sie die Zeichen der Zeit nicht verstanden haben: Fukushima steht gleichermaßen für eine riesige Atom-Katastrophe und für den Beginn eines Umdenkens in der Energieerzeugung, nicht allein in Deutschland, sondern zunehmend weltweit.

      Gerade Lingen müsste ein Ort sein, an dem man sich regelmäßig über diese Energiewende Gedanken macht, auch im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen und auch, um zukunftsfähige (!) Arbeitsplätze hier zu schaffen.

      Zur Verdeutlichung der Abwegigkeit Ihrer Argumentation noch ein Querverweis zur Agrarwirtschaft, in der Sie sich ja eher auskennen:

      Man kann doch die tonnenweise Verfütterung von Antibiotika in der Massentierhaltung nicht dadurch rechtfertigen, dass dadurch viele Arbeitsplätze in der Pharmaindustrie gesichert werden, oder … ?

  5. Buggy said

    Lieber Rolf-

    Nein, ich setze die teuren Antibiotika bei mir im Stall dafür ein, dass meine Tiere gesund werden, wenn sie erkrankt sind. Ein Unterlassen notwendiger Behandlungen wäre absolute Tierquälerei!

    Aber das ist ja auch nicht das Thema hier.

    In dem obigen Video wird ja vom strukturschwachem Emsland gesprochen. Und ich glaube, dass man schon die These aufstellen darf, dass mit dem AKW direkt und indirekt viele hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstanden sind.
    Wäre die Stadt Lingen ohne AKW jemals Hochschulstandort geworden? Würden wir heute auch bei 2 – 3 % Arbeitslosenquote stehen?
    Die allermeisten Emsländer mit einem Diplom in der Tasche, können in der Heimat adäquate Arbeitsplätze vorfinden- das war vor 25 Jahren sicher nicht so!

    Wenn man sich die Standorte der AKWs in Deutschland betrachtet, so fällt doch auf, dass um die Standorte herum die Wirtschaft floriert(e). Um so ungerechter empfinde ich die Endlagerdiskussion, in der Länder, die deutlich von dieser Energieform profitiert haben, eine Endlagerung kategorisch abgelehnt haben.

    Und weil die AKWs sich positiv auf die Wirtschaft auswirken, wollen auch heute noch viele Staaten weiter in diese Technologie investieren. Mag sein, dass Restrisiko und Endlagerung gerne dabei ausgeblendet werden, aber der Trend ist zum AKW-Neubau ist weltweit noch lange nicht gebrochen.

    P.S.: natürlich hat die Infrastruktur (Autobahnbau, Neu und Ausbau der Binnenhäfen) auch ihren großen Beitrag zur komfortablen Situation beigetragen.

  6. kib said

    Vorwort: Ich habe das von RK gepostete Video nicht als „Nachtreten“ Richtung Vehring und Remmers betrachtet, eher als Aufforderung, über „historische“ Fehlentscheidungen nachzudenken.
    Buggy, habe ich Deinen Beitrag (was ich sehr hoffe) völlig falsch interpretiert?
    Führen wir hier eine Diskussion auf dem Kenntnisniveau von vor 25 Jahren?
    Bitte nicht, das käme einer üblen Zeitschleife gleich!

    Schau mal hier, was z.B. der „Windmühlenpapst“ Aloys Wobben in Haren zaubert:
    500 Arbeitsplätze! Indirekt sogar noch wesentlich mehr.
    http://www.oz-online.de/?id=542&did=47882

    Zurück zu qualifizierten Arbeitsplätzen: Völlig unpathetisch betrachtet, hoffe ich, dass UNSER Atommüll zunächst einmal von qualifiziertem Personal gehandhabt bzw. zumindest bewacht wird… in ehemaligen GUS-Staaten lagert er -in the middle of nowhere- in offenen Containern.
    Noch mehr „Hoffnung“ habe ich allerdings in unseren nachfolgenden Generationen (die Hoffnung ist überlagert von meinem schlechten Gewissen):
    Ihnen bleiben mehrere zig tausend Jahre Zeit unser „Erbe“ zu entsorgen….

    Dein Zitat: „Mag sein, dass Restrisiko und Endlagerung gerne dabei ausgeblendet werden, aber der Trend ist zum AKW-Neubau ist weltweit noch lange nicht gebrochen.“

    Erster Satzteil: Du blendest beides (LEIDER) aus: Das geht nicht (Halbzeitwert/menschl. Versagen)!
    Zweiter Teil: Trends nehme ich auch gern zur Hilfe. Passt hier allerdings nicht die Bohne, eher „schlimm genug, denn das holt uns alle ein – „irgendwo, irgendwann!“

    • Bernd Koop said

      Zum Thema Jobs:

      Zum Punkt „neue KKW“, es gibt nur eins, dass zurzeit gebaut wird, in Finnland. Das wird immer teurer und langsam unbezahlbar, im Rest der Welt gibt es nur Absichtserklärungen. Oder habe ich ein Projekt übersehen?

      • Buggy said

        ich schätze, dass du 50 bis 60 AKWs übersehen hast (weltweit),

        kib, ich meine, dass das Emsland und speziell Lingen wirtschaftlich sehr von dem AKW profitiert hat in den letzten 25 Jahren. Das Worst-Case-Szenario ist bisher GottseiDank nicht eingetreten.

        Selbstverständlich bringen die regenerative Energien gute Chancen (aber auch Risiken) auch für die Emsländer, die im Bereich PV und Biogas bereits einiges realisieren.
        Der Landkreis ist vorne dabei, wenn es um Strom aus Biogas geht und die Stadt Haren hat 2011 etwa 16 mal mehr PV Installiert wie die Großstadt Recklinghausen.

        Auch wenn Landwirte dabei profitieren, habe ich trotzdem so meine Bauchschmerzen damit. (Biogas: Pachtpreise, Ausweitung des Maisanbaus mit dazugehöriger negativer Öffentlichkeitswirkung; PV: wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig gegenüber Biogas bzw. Wind, Wasser und Co.)

        • Buggy said

          Wikipedia: Bis Ende der 1980er Jahre stieg die Zahl der Kernkraftwerke weltweit stetig an, bis sie im Jahre 1989 einen vorläufigen Höhepunkt mit 423 für Stromproduktion genutzte Reaktoren erreichte. Seitdem hat sich das Wachstum verlangsamt und sogar in einen zeitweiligen Rückgang gewandelt. Die Zahl der betriebenen Anlagen betrug im Jahr 2002 444, im Jahr 2009 436. Im Jahr 2008 wurde erstmals seit den 1960er Jahren weltweit kein neues Kernkraftwerk in Betrieb genommen. Derzeit nimmt die Zahl der Kernkraftwerke wieder leicht zu. Im August 2011 sind laut World Nuclear Association 440 Reaktoren in Betrieb und 62 im Bau. Bei den in Betrieb befindlichen Reaktoren sind die acht in Deutschland 2011 bereits abgeschalteten Reaktoren noch mit eingerechnet

          (http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk)

  7. kib said

    Bernd, beruhig Dich…… 🙂

  8. kib said

    Buggy: Ich bin sprachlos (peinlich berührt)!

  9. Frank O. said

    Oh nein, da gehen sie hin. Die schönen 300 Arbeitsplätz, irgendwann 2020 sind sie alle weg.
    Und damit sie auch wirklich alle weg sind schalten wir nicht nur Block A ab sondern Block B,C und D gleich mit.

    • Job said

      In der Tat, man kann nicht alles haben. Arbeitsplätze in der Atomindustrie bei gleichzeitiger Schließung der Atomkraftwerke.
      Die ca. 400 Beschäftigten im KKW-Emsland und im Werk Areva müssen sich bis 2022 schon nach einem anderen, möglichst lukrativen Arbeitsplatz umschauen.
      Das sind natürlich für die o.g. Beschäftigten keine schöne Aussichten. Aber das ist nun mal politisch gewollt.
      Die Politiker (Kreis, Land, Bund) müssen sich jetzt nur noch einigen wo die Windräder aufgestellt werden dürfen und wo nicht.
      Das Sankt-Florians-Prinzip hilft da nun wirklich nicht weiter.

  10. kib said

    @Buggy`s Zitat: Das Worst-Case-Szenario ist bisher GottseiDank nicht eingetreten.

    Welches WCS meinst Du im Zusammenhang mit Atomkraft? Hinsichtlich des „Restrisikos“ (auch ein schlimmes Unwort) mag das FÜR DAS AKW-EMSLAND stimmen & ich denke wir sind alle froh darüber, dass wir die Auswirkungen menschlichen Versagens nicht täglich mittels Geigerzähler feststellen müssen.
    Mein „Entsorgungsproblemchen“ hast aber auch Du nicht gelöst. Entre nous: Könntest Du das, wärst Du ein sehr reicher Mensch! Und ich würde Dir diesen Reichtum von Herzen gönnen.
    Ich bin ernsthaftbbestrebt, täglich Neues zu lernen und tolerant zu sein.
    Im Zusammenhang mit Formulierungen wie „Restrisiko“ oder „Endlagerung“ bin ich allerdings flexibel wie ein Amboss im freien Fall…

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