Scheitern

3. Januar 2012

Wie ruiniere ich mich selbst? Medienjournalist Stefan Niggemeier analysiert das, was man einen Ausbruch nennt. Das mediale Scheitern des Christian Wulff an sich selbst und seinem Amt. Hier sein Beitrag auf SPIEGEL-online:

„Dass die Geschichte stimmt, daran gibt es keinen Zweifel: Bundespräsident Christian Wulff hat Mitte Dezember auf die Aufforderung der „Bild“-Zeitung, Fragen zur Finanzierung seines Hauses zu beantworten, mit einem aufgebrachten Drohanruf bei Chefredakteur Kai Diekmann reagiert. Weil er ihn nicht persönlich erreichte, hinterließ er eine Nachricht auf der Mailbox, weshalb der offenbar wenig präsidiale Ausbruch anscheinend bestens dokumentiert ist. Doch wie gelangte der Inhalt nun in die Öffentlichkeit?

Die ursprüngliche Quelle der Geschichte ist klar: Kai Diekmann selbst. Aber der Chefredakteur verbreitete sie nicht in seinem eigenen Blatt. Zunächst haben weder „Bild“ noch Bild.de über den Fall berichtet. Erst nachdem die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ („FAS“) und die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“) die Mailbox-Tirade zum Thema machten, reagierte „Bild“ mit einer kurzen „Erklärung in eigener Sache“.

Aber Wulffs Anruf war natürlich schon lange vorher Thema in derBild-Redaktion. Und von der Nachricht existiert auch…“

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Wir erkennen den Wulff’schen Denkfehler: Anrufen konnte er bei der NOZ-Chefredaktion, solange er noch in Osnabrück und Hannover herumpolitisierte. Bundespräsident ist aber anders. Vielleicht sollte der Noch-Amtsinhaber seinen Vorgänger Richard von Weizsäcker fragen – oder Joachim Gauck…