Merkels Präsidenten

20. Dezember 2011

„Die spannendste Frage der Woche ist, ob dieses Jahr die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten ausfällt, weil es an Weihnachten keinen Bundespräsidenten mehr gibt. Oder beschert Christian Wulff den Fernsehsendern einen Quotenhit, weil jeder mitbekommen will, wie sich der Präsident durch die Ansprache und weiter durch sein Leben mogelt?

Sollte Wulff noch das rettende Ufer der Feiertage erreichen, dann wird er künftig nur noch ein trauriger Präsidentendarsteller sein – gezeichnet von der Kreditaffäre und nachhaltig erschüttert in seiner moralischen Autorität. Ein Präsident zum Schämen.

Schade, denn es hätte auch anders kommen können. Und da sind wir bei Angela Merkel und der unglücklichen Wahl ihrer Präsidenten.

Statt Wulff würde Joachim Gauck die Weihnachtsansprache halten, gespickt mit unbequemen Wahrheiten für Regierende und Regierte. Wir hätten einen untadeligen Präsidenten, der weder Herrn Geerkens noch Herrn Maschmeyer zu seinen Freunden zählt, einen Mann des Geistes und der Worte, einen liberalkonservativen Mann, hinter dem sich alle Parteien (bis auf die unbelehrbare Linkspartei) und alle Bürger versammeln könnten. Einen Bürgerpräsidenten. Ein bisschen eitel vielleicht, aber das wäre seine einzige erkennbare Schwäche gewesen.

Aber…“

Hier gehts es zum Weiterlesen dieser überzeugenden Analyse von Michael Spreng in seinem Blog Sprengsatz

19 Antworten to “Merkels Präsidenten”

  1. ulrike said

    ABER nun leben wir leider in einer Maschmeyer-Geerke Republik,in der das Buch von Herrn Wulff “ besser die Wahrheit“ ( so ein vielsagender Titel ) von Maschmeyer mit Anzeigen im Wert von 42.000 Euro beworben wurde. Und Herr Wulff hat nichts gemerkt und die CDU war auch unwissend!Entweder ein geldwerter Vorteil und Geschenk an Wulff oder eine Parteispende.Mir ist unwohl bei dem Gedanken ,daß wir Bürger in unserem Wahlverhalten von diesen Leuten manipuliert werden können.

    • Rolf Heinrich said

      @ Ulrike
      Mir ist sogar mehr als „unwohl bei dem Gedanken“, dass ein Herr Maschmeyer derart massiv in einen laufenden Wahlkampf zugunsten von Wulff eingegriffen hat. Mit dieser jüngsten Enthüllung erreicht der Skandal nämlich eine neue „Qualität“, besser gesagt, einen neuen Tiefpunkt!
      Das „Sponsoring“ Maschmeyers in Form von Anzeigen zeigt, dass Wulff nicht nur im privaten Bereich von seinen Beziehungen zu kapitalkräftigen Personen profitierte (Kredit/Urlaube), sondern auch politisch. Wahlen sind das höchste Gut einer parlamentarischen Demokratie.
      Dass vor Wahlkämpfen Spenden fließen ist üblich und hierfür gibt es gesetzliche Regelungen. Wer dies aber heimlich macht, tritt die Demokratie mit Füßen und liefert ein Zeugnis seiner neureich-dreisten Arroganz.
      Die Rolle Wulffs bei diesem manipulativen Vorgang muss geklärt werden. Ich hoffe dabei auf Manfred Bissinger, den ich als kritischen Journalisten in Erinnerung habe (u. a. Herausgeber „konkret“). Oder gehört er inzwischen auch schon zum System „Hannover“?

  2. Dierke said

    Im Internet wie auch gestern abend in den Tagesthemen J. Schönborn erinnert man an Johannes Raus Flugaffäre und seine „peinliche“ Nähe“ zu WestLB. Die Spitzen von Union und FDP stehen zu C. Wulff genauso fest wie seinerzeit die SPD zu J. Rau, der folglich als guter Bundespräsident in die Geschichte einging. Lieber Herr Koop, die Sache mit Raus Flugaffäre hatte auch ich vergessen, als wir die besten Bundespräsidenten Deutschlands aufzählten. .

  3. Weltbürger said

    Bei der Aufzählung überzeugender Bundespräsidenten fehlt aus meiner Sicht Roman Herzog.

    • Frank O: said

      @ Weltbürger

      Außer an die „Ruck-Rede“ erinnere ich mich an keine besonderen Leistungen von R. H. als Bundespräsident.

      Als Verfassungsgerichtspräsident oder Kultusminister….ok…..aber als Bundespräsident, der im 3. Wahlgang gewählt wurde, ne sorry.

    • ulrike said

      An kib: N e i e n .In der gedruckten Ausgabe, Teil Wirtschaft,und es geht um Geschenke an Staatsdiener, auch andere Fälle in der Rechtsprechung ! Wichtig!

  4. Michael Sänger said

    Was gibt denn da Frank O. wieder für Gedanken von sich? Dass er sich an keine besonderen Leistungen von Roman Herzog erinnert, liegt vielleicht an seinem nicht gut trainiertem Gedächtnis. Roman Herzog war ein in vieler Hinsicht bemerkenswerter Präsident, er war moralisch völlig integer und hat nie ein parteipolitisches Blatt vor den Mund genommen, wenn es galt Mißstände – auch solche der eigenen Partei – deutlich zu benennen! Wenn ich die Denkweise von Frank O. ernst nehme, dann könnte ich zu Gustav Heinemann (einer der faszinierendsten Präsidenten, auch wenn er nicht allen gefallen hat) sagen: Das Einzige, an was mich mich erinnern kann, war seine Antwort auf die Frage eines Journalisten, ob er den Staat liebe: „Ich liebe meine Frau.“ Aber Heinemann – wie Herzog – auf einen einzigen Erinnerungssatz zu reduzieren, ist einfach historisch oberflächlich. Dies zur ersten Aussage von Frank O.

    Die zweite Bemerkung finde ich – ich weiß nicht wie – irgendwie geradezu undurchdacht. Dass ein Präsident erst im dritten Wahlgang gewählt wird, sagt doch nichts aus über dessen mögliche Qualifikation. Wahlen von Bundespräsidenten waren und sind doch meistens parteipolitisch inszeniert. Dass für die Wahl eines Bundespräsidenten unter Umständen drei Wahlgänge vorgesehen sind, ist doch von den „Vätern und Müttern“ des Grundgesetzes deshalb durchaus weitsichtig durchdacht worden und dieses demokratische Verfahren hat doch seit 1949 funktioniert, oder? Was also will Frank O. uns mit seinem Beitrag sagen?

    • Frank O. said

      Lieber Michel aus L.,

      was haben Sie denn gegen meine Erinnerungen?
      Erinnerungen hat man oder man hat sie nicht. Man kann sie vielleicht verdrängen aber, ich bitte Sie, doch nicht reduzieren.
      Und Erinnerungen als oberflächlich zu bezeichnen finde ich nun wirklich sehr oberflächlich.

      Es mag daran liegen, dass ich nicht ganz so betagt bin wie Sie , und nicht an einen untrainierten Gedachnis, aber ich hatte in der Tat nur diese eine Erinnerung an R.H..
      Und obiger Kommentar war, ausnahmsweise mal, ganz ohne Hintergedanken.
      Nach ihrem Kommentar habe ich aber natürlich noch etwas gegoogelt und nun fühle ich mich in meinen Erinnerungen bestätigt. Es geht mir nicht alleine so.

      Auch das mit dem 3. Wahlgang war gar nicht böse gemeint, sondern nur ein Hinweis.
      R.H. war eine Notlösung, er ist als Kanidat eingesprungen und richtig gewollt hat man ihn nicht aber Sie haben Recht, dass sagt weder etwas über seine Qulifikation noch über seine Leistung aus.
      Es ist eben wie mit Herrn Krone. Egal wen man wählt, was man wirklich kriegt sieht man erst später.

      • Michael Sänger said

        Richtigstellung: Ich habe doch ihre Erinnerungen nicht als oberflächlich bezeichnet, wie käme ich dazu.Ich habe geschrieben: „Aber Heinemann – wie Herzog – auf einen einzigen Erinnerungssatz zu reduzieren, ist einfach historisch oberflächlich.“ Das ist ein Unterschied, aber nichts für ungut, so richtig ernst scheinen wir uns auf diesem Blog alle nicht zu nehmen. Aber ich habe nichts gegen gelegentliche Blödelei, ich tue es gelegentlich auch gern, denn es macht das Leben doch ein wenig heiter!

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