Seine Frau ihr Geld

14. Dezember 2011

Während heute die NOZ, Hauszeitung des Bundespräsidenten, schon die große Absolution erteilt („Keine Staatsaffäre“), muss sich Christian Wulff „unangenehme Fragen gefallen lassen: Der ungewöhnlich günstige Privatkredit der Unternehmergattin Edith Geerkens setzt ihn unter Druck. Er reagiert vor allem mit Schweigen.

Ruhige Seitenstraße, Blick auf den Kirchturm – das Klinkerhaus im Hannoveraner Edelvorort Großburgwedel gehört für viele zur Kategorie „heile Welt“. Vielleicht sah es auch Bettina Wulff so, als sie Anfang 2009 dort hinzog und ein neues Leben mit Christian Wulff begann, der damals noch Ministerpräsident von Niedersachsen war.
Heute, knapp drei Jahre später, amtiert der 52-Jährige als Bundespräsident im Berliner Schloss Bellevue; seine junge Ehefrau sorgt für den Glamourfaktor. Das Haus in Großburgwedel nutzen beide weiter. Doch ihre Freude an dem Idyll könnte sich ein bisschen trüben. Denn das Finanzierungsmodell, das die Wulffs seinerzeit für den Hauskauf nutzten, erscheint eigentümlich. Als Folge eines Berichts der „Bild“-Zeitung sind Fragen aufgetaucht – Fragen, die nach Recherchen von „stern.de“ berechtigt sind….“

weiter bei ftd: Bubi, seine Frau, ihr Geld
und mehr beim NDR

20 Antworten to “Seine Frau ihr Geld”

  1. Michael Sänger said

    Ich weine jetzt noch mehr Joachim Gauck nach!

  2. Dude said

    Also mal ehrlich: Wen interessiert das? Gibt es im moment nicht wichtigere Dinge,die diskutiert werden sollten? Und wer würde nicht bei einem solchen Kredit zuschlagen?

    • Bernd Koop said

      Genau! „Würdest Du doch auch machen!“ und „Denkt doch mal an die Kinder!“

      Das hat mich schon immer überzeugt…. m(

      • Dude said

        „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“-Abraham Lincoln
        Leider trifft das auf ziemlich viele Menschen zu.

    • ulrike said

      Leute,wen das interessiert? Bestimmt das Finanzamt, da solche Verträge wie unter Fremden abgeschlossen werden müssen.Und da bleibt so manches fragwürdig ( wörtlich zu nehmen ).

      • Buggy said

        wenn ich es richtig gelesen habe, wurden 4% Zinsen berechnet.
        Das ist nicht übertrieben wenig gewesen. Ich selber habe zur der Zeit Bankdarlehen zu teils günstigeren Konditionen aufgenommen.

        Für mich stellen sich noch zwei weitere Fragen:

        Hat Wulff die Unternehmerfamilie in irgendeinerweise begünstigt?

        Und..

        Wer hat diese Geschichte durchsickern lassen? Wer steckt dahinter und wer möchte Wulff damit schaden?

  3. küster said

    Man kann sicher voller Überzeugung eine nicht mehrheitsfähige Politik vertreten. Auch kann man sich vielleicht zum Gespött machen. Aber wenn es schon nicht mehrheitsfähig ist, dann soll es wenigsten ehrlich daneben liegen.

    „Ein Bundespräsident ist eine moralische Instanz, ist eine moralische Instanz, ist eine moralische Instanz.“ schreibt Thorsten Denkler gestern in seinem Kommentar.

    Schon der geringste Zweifel an der Integrität des Bundespräsidenten ist schädlich für unsere Demokratie. Das geht bei den normalen politischen Akteuren. Dieses Amt als Bundespräsident eignet sich nicht zum Misstrauen. Davon haben wir in diesem Land wahrlich genug..

  4. Dierke said

    Christian Wulf hat kurz nach der Anfrage im Landtag den Kredit in einen „normalen“ Kredit durch eine Bank umgewandelt. So ganz wohl ist ihm anscheinend doch nicht gewesen ! Die ganze Geschichte hat ein Geschmäckle, ist eben peinlich !

    Brauchen wir eigentlich einen Bundespräsidenten ? Ganz sicher nicht ! Warum nimmt man nicht den Bundesratspräsidenten für die vorgesehene Zeit zum obersten Repräsentanten? Dann wäre man das Gewürge um einen passenden Kandidaten samt Wahlen in der Bundesversammlung los! Außerdem würde man auch noch Geld sparen….

    • küster said

      Die Frage ist richtig gestellt! Aber darum geht es für den Moment nicht. Es geht nicht um eine Grundgesetzänderung! Es geht um die Wahrhaftigkeit von Politik und darum wie den Menschen noch Vertrauen vermittelt werden soll. Die Sinnhaftigkeit eines Bundespräsidenten steht schon seit vielen Jahren in Frage.

    • Doch wir brauchen einen Bundespräsidenten als moralische Autorität und es gab in diesem Amt wirklich beeindruckende Persönlichkeiten. Persönlich denke ich an Gustav Heinemann, Richard von Weizsäcker und Johannes Rau. Die Wahl des Bundespräsidenten ist auch kein Gewürge, sondern ein demokratischer Vorgang. Und Geld sparen, das gelänge sicher auch, wenn man den Bundestag abschaffen würde. Demokratie kostet eben – bpsw. Geld, Geduld und oft auch Nerven. Aber was wären wir ohne sie?

  5. Dierke said

    Als „Gewürge“ bezeichne ich Suche nach geeigneten Kandidaten heutzutage, denn Persönlichkeiten wie die drei Genannten – wobei ich natürlich auch noch Theodor Heuss dazu rechnen möchte – gibt es wohl nicht. Die Mehrheitskoalition in der Bundesversammlung wählt meistens einen Politiker, den man gern aus einem anderen Amt ( Rau von NRW ! Wulff aus Niedersachsen ! ) los werden möchte, die unterlegene Fraktion nimmt als Gegenkandidaten irgendeine Persönlichkeit, die keiner kennt. Die Parteien haben doch heute schon die größten Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten für den Bundestag zu finden. Deshalb bin ich durchaus dafür, den Bundestag zu halbieren, indem man die Bundestagsmandate endlich entsprechend der Wahlbeteiligung verteilt.

    • Bitte nicht so defätistisch. Theodor Heuss- ich habe darüber nachgedacht, ob ich ihn in die Liste aufführen solle. Dann habe ich es gelassen. Er hat am 23. März 1933 dem Ermächtigungsgesetz zugestimmt. Das war für mich entscheidend.

      • Michael Sänger said

        Ausnahmsweise bin ich mit Robert einer Meinung. Theodor Heuss ist nicht zu bejubeln. Als erster Bundespräsident stillte er die Sehnsucht eines am Boden liegenden Volkes, dass jeder politischen Vision beraubt war mit der Rolle einer verläßlichen Vaterfigur. Als solcher ist er in die Geschichte eingegangen: Der liebe schwäbisch schwätzende Zigarrenraucher war beim Nachkriegsvolk beliebt. Er hat sich seiner Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz nie gestellt.

        Dass Dierke ihn heute als Präsidentenvorbild zitiert, zeigt doch nur die Richtigkeit meiner These zu den Äußerungen von Helmut Schmidt (wofür ich in diesem Blog kräftigt gescholten worden bin) auf dem SPD-Parteitag: Die Menschen sind auf der Suche nach Vaterfiguren „Papa Heuss“ – so wurde er damals liebevoll genannt. So wie in früheren Zeiten die Menschen in Kriegszeiten immer Zuflucht zum Vater im Himmel suchten, so suchen die Menschen die Väter heute auch noch.

        Nur wir haben derzeit wenig Auswahl: Papa Rösler? Papa Guido? Papa Mc Allister? Papa Gabriel? Vielleicht sollten wir mal nach Mutterfiguren streben: Mama Merkel, Mama von der Leyen, Mama Roth, Mama Leutheuser- Schn………. Ich fühle mich unter diesen Vater- und Mutterfiguren gut aufgehoben und nun gar Oberpapa Wulff! Hat es diese Politikerklasse finanziell wirklich nötig, wegen ein paar Prozent weniger Kreditzinsen sich in mögliche Abhängigkeiten zu begeben?

        Was weine ich Herrn Gauck nach? Aber gleich beschleicht mich wieder so ein komisches Gefühl: Wäre er Präsident geworden und nach zwei Monaten hätte man festgestellt, er hätte nach der Wende bei der Treuhand ein billiges Grundstück erworben? Nur mal so gedacht, ich glaube mir wäre nur der Strick am Fensterkreuz geblieben.

        Dennoch: Hätte ich diesen Blogbeitrag im Dritten Reich oder in der DDR geschrieben, dann säße ich morgen im Knast. Weil ich das nicht muss, sondern schreiben kann, was ich denke, deswegen lass ich mich auch für diese Demokratie in Stücke reißen (Zitat aus Haseks „Schweijk“.) Hier bin ich mit RK in seinem Beitrag vom 15.12. um 0.06 (Um diese Zeit sollte man eigentlich schlafen) völlig konfliktfrei einer Meinung!

  6. Kjell said

    Wo hat eigentlich eine Frau Geerkens das Geld her? Ich denke das Sie als Unternehmer Gattin doch wohl von Einkommen ihres Mannes lebt. Mal ehrlich, wenn meine Frau500.000 Euro verleiht,kann ich doch nicht behaupten von nix zu wissen. Wir regen uns über Wahlbetrug in Russland auf und leben inzwischen selbst in einer Bananenrepublik. Gute Nacht Deutschland.

  7. Dierke said

    Liebe Herren Koop und Sänger,
    hinsichtlich Theodor Heuss sind Sie nicht korrekt informiert. Ich zitiere aus I.M. Winter „Unsere Bundespräsidenten von Th. Heuss bis R. Herzog“ 3. Ausgabe 1994
    .“…Im März 1933 schrieb Heuss: “ Die Gefahr ist riesengroß, daß es Hitler dieses Mal gelingt, gestützt auf den amtlichen Apparat, zusammen mit Hugenberg die erforderliche Mehrheit zu erringen, um ein einseitiges Parteiregime in Deutschland zu errichten. Es geht um alles, was wir erstrebt …., Freiheit des Staates, …des Geistes, .. der Wirtschaft.
    …..Als es im Reichstag zur Abstimmung über das „Ermächtigungsgesetz“ kam, war Theodor Heuss dagegen. Aber bei der Abstimmung in der fünfköpfigen Fraktion seiner Partei unterlag er und gab deshalb, wie seine Fraktionskollegen, dem „Gesetz“ seine Stimme – wider sein Gewissen. Diese „Schuld“ hat Heuss bis in seine Zeit als Bundespräsident belastet.“
    Heuss verlor übrigens kurz nach der Abstimmung sein Reichstagmandat und schrieb als Publizist für die „Frankfurter
    Zeitung“ unter dem Pseudonym Thomas Brackheim.
    Nach dem krieg wurde er Kultminister in der provisorischen Regierung in Stuttgart. Er galt bei den Amerikanern als ungebeugter Demokrat.
    Er gehörte später zum „Parlamentarischen Rat“ und erfand den Namen „Bundesrepublikm Deutschland“. Carlo Schmidt, der ebenfalls zum P.R. gehörte, plädierte übrigens dafür, auf einen Bundespräsidenten zu verzichten, bekam aber keine Mehrheit. 1949 kandidierten Th. Heuss und Kurt Schumacher.

    Rüdiger und Frauke Dierke.

  8. Brüggmann, Brigitte said

    Zu dem Ehepaar Dierke.
    Schade, das Kurt Schumacher unterlegen war, denn das
    war ein ungebeugter Demokrat.

    • Michael Sänger said

      Ja, das denke ich heute noch über Kurt Schumacher. Aber er hatte einen Nachteil, seine Rhetorik! Man schaue sich mal Filme an, die seine Reden aufgenommen haben. Da krümmt sich mir der Magen. Er war ein untadeliger Mann, hatte aber gegen Adenauer keine Chance, weil sein Redestil nicht mehr gehört werden wollte. Schade, jammerschade!

  9. Dierke said

    Sie dürfen sich freuen, denn bei wikipedia liest es sich genauso wie oben beschrieben. Heute unverständlich, nicht wahr??, aber es ging damals 1933 um die sog. „Fraktionsdisziplin“ und die Bitte von Brüning, doch einheitlich abzustimmen.
    Was ich nicht wußte: Heuß hatte das „Reichstagsmandat“ aufgrund des Wahlvorschlages der SPD. Im Juli 1933 wurde es aberkannt.

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