Erwartung

12. Dezember 2011

Wer im Niedriglohnsektor gearbeitet hat, stirbt früher als ein Besserverdiener, berichtet heute die Süddeutsche. Und noch schlimmer: Die Lebenserwartung von Geringverdienern nimmt ab. Experten sehen die Ursache in Reformen auf dem Arbeitsmarkt und im Gesundheitssektor und fordern eine „offensive Armutspolitik“.

Die Arbeitsmarktreformen des vergangenen Jahrzehnts haben die Lage auf dem Niedriglohnsektor verschärft: Die Zahl der Geringverdiener ist gewachsen, viele reguläre Jobs wurden in Mini-Jobs aufgespalten. Die Gesundheitsreformen führten dazu, dass medizinische Versorgung stärker als bisher vom Einkommen abhängt –  die Praxisgebühr zum Beispiel hält viele Geringverdiener von einem Arztbesuch ab. Das bleibt nicht ohne Wirkung: Zwar steigt die Lebenserwartung konstant an. Geringverdiener in Deutschland leben jedoch heute im Durchschnitt deutlich kürzer als noch vor zehn Jahren. Darauf zumindest verweisen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. …

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13 Antworten to “Erwartung”

  1. Frank O. said

    Herr Koop was möchten Sie uns damit sagen??
    Das Sie sehr sehr alt werden? 😉

  2. Frank O., da dürfen Sie bei diesem wirklich bedrückenden Thema jetzt die geistige Reset-Taste drücken und bekommen einen zweiten Versuch!

  3. Frank O. said

    Amen.

    Ich finde diese „Erkenntnis“ sehr verzerrend dargestellt.
    Zum einen ist hier von 20k Männern die Rede, was ist mit den Frauen?
    Weiterhin stellen wir doch einmal fest, dass die durschnittliche Lebenserwartung, gerade in den neuen Bundesländern, stärker gestiegen ist als in den alten Bundesländern. ( Siehe dazu: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/GeburtenSterbefaelle/Tabellen/Content75/LebenserwartungBundeslaenderZeitreiheMaennlich,templateId=renderPrint.psml )
    Bei einer durschnittlich erwähnten Arbeitszeit von 35 Jahren kommt das mit den 60 Jahren wohl circa“ hin (gerade in den neuen Bl.)
    Grundsätzlich frage ich mich dann was mit den Rentnern und Alg. II Empfängern in den neuen Bl. ist?! Diese müssten wohl überwiegend weniger als ein ein Geringverdiener an Einkommen haben, da Alg II oder Grundsicherung das Minimum, in Deutschland, an „Einkommen“ ist.
    Wie ist es also möglich, dass die mit weniger einkommen also länger leben als „Geringverdiener“ ?
    Die Zuzahlung bei ärztlichen Versorgungen ist gestaffelt, wer weniger verdient der zahlt auch weniger Zuzahlung. Gerade bei Geringverdienern wird, z.B. bei Zahnersatz, der volle Kosten- und Heilpaln übernommen und das ohne Zusatzversicherung(im sichtbaren Bereich).Weiterhin gibt es die Möglichkeit sich von Zuzahlungen befreien zu lassen.

    Der Hinweis man könne sich oft keine Wohnung ohne Schimmel leisten ist peinlich dreist. Niemand muß in Deutschland in einer wohnung mit Schimmel leben.Hier möchte man uns wohl in den Glauben versetzen in den neuen Bl. herrscht Wohnungsnot(?!). Sollte dieser Fall dennoch einmal auftreten kann ich die Miete kürzen und Nachbesserung verlangen.

    Weiterhin beruft sich die These auf die letzten 10 Jahre, dass ist gerade die Zeit seit es den Euro gibt, also Grund für eine ganz neue These?!

    Fasse ich diese These also zusammen muß ich zu dem Schluß kommen, dass es in den neuen Bl. irgendwo 20k Männer gibt, die in schimmeligen Hütten hausen und bald am Schimmel sterben werden.
    Ja Sie haben Recht, Herr Koop, das ist sehr bedrückend. So möchte es uns die Linke ja auch vermitteln und es scheint zu klappen……

    …..wenn da nicht der kritische Frank O. wäre.

    Denn der hegt eine ganz andere These.
    Ich behaupte einfach mal das es an dem Druck im Niedriglohnsektor liegt. Je weniger ich verdiene umso weniger Rechte habe ich und umso mehr muß ich leisten. Der Leistungsdruck ist enorm hochgeschraubt und unbezahlte Überstunden an der Tagesordnung. Dieses führt oft ( die SZ erwähnt es weiter unten) dazu das viele Arbeitnehmer psychisch krank werden. Und gerade ältere Arbeitnehmer gestehen sich dieses nicht ein. Das führt zu enormen körperlichen Streß und verringert die Lebenserwartung enorm.
    Gerade in den neuen Bl. herrscht ein enorm anderer Ton und Druck, als hier bei uns. Wers nicht glaub kann ja mal rüber machen.

    • „…möchte uns die Linke vermitteln“
      nein, die Aussage kommt doch aus einer ganz anderen Richtung und gar nicht von links. Die Linke hat nur gefragt. Es antwortete die Bundesregierung.

  4. ines heimberg said

    Das dürfte durchaus im Interesse unserer Regierung liegen, dass gering verdienende Männer früher sterben. Schon Bismark ließ sich über die durchschnittliche Lebenserwartung der arbeitenden Bevölkerung unterrichten, bevor er die Altersgrenze zur Auszahlung von Renten festsetzte. Sie lag damals bei 65 Jahren. Und der vielgepriesene Alte, dessen Denkmal noch heute unangefochten am Fuße der Burg (Bentheim) steht, setzte sie eben auf 65 fest. Heute soll man 67 werden, bevor man/frau Rente bekommen können. Nun muss nur noch das durchschnittliche Sterbealter von Männern und Frauen gesenkt werden. Ich frage mich, warum nur von gering Verdienenden. Übrigens: jede Statistik ist nur so gut, wie die Fälscher, von denen sie stammt. Sicher ist alles noch viel, viel schlimmer.
    Ines Heimberg

  5. kib said

    @Frank- Du warst ja bekanntlich nie für „diese Däumchen“….

    R. Koop ist in der Heranziehung von Studien sehr beliebig – zumindest solange- sie ihm vermeintlich nützlich sind. Beliebigkeit übrigens; heißes Stichwort, nicht nur im Kontext zur Koop`schen Blog – Empfehlungen von Zeitungen & Journalen, sondern insbesondere im Zusammenhang mit Gutachten –aber noch viel schlimmer –in der Interpretation von Studien.

    Betrachten wir die von RK im o.g. Artikel zitierte genauer, stellen wir fest:
    Das „nackte Zahlenwerk“ stammt (nur teilweise- da saß zumindest ein Journalist mit sehr spezifischer journalistischen Intention- dazwischen) von der deutschen Rentenkasse & die Anfrage erfolgte im Auftrag (wie lautete selbige übrigens konkret?), ja: DER LINKEN.
    Dieses sehr fragwürdige Zahlenwerk (nennen wir es „ Statistik“) liegt nun vor; die Interpretation übernimmt- rate mal- natürlich größtenteils: DIE LINKE (als Auftraggeber) bei der ihr „gefällige Institutionen“ & Journalisten helfen. … So wird hier im Blog zumindest mit „Gutachten“ umgegangen & so wollte ich das lernen.

    Andersherum, was hätte Thilo Sarrazin aus den „Fragmenten diese willkürlichen Zahlen geschraubt“, wie lautet sein Ergebnis:
    Sauft nicht soviel, liebe Arbeitslosen & „Augen auf bei der Wohnungssuche, Ihr blöden Ossis“….baut mal Gemüse an ???

    Was solle ich von einer Studie mit einem Betrachtungszeitraum von zehn Jahren halten?

    Ich gestehe:
    „Schwer“ wird es gegen den letzten Satz des Artikels argumentativ“ gegen Dich, RK anzustinken: Schneider fordert – wie der Armutsexperte Butterwegge – einen gesetzlichen Mindestlohn als Säule einer „offensiven Armutspolitik“…..
    Ich auch (wieder ein neues „Unwort“)! Ich versuche das allerdings ohne zu stänkern oder zu polarisieren, denn sonst hätte ich Dich in der „Schlimm“-Debatte“ am Sonntag bereits gefragt:

    Geht es Dir um Frau Polat (als diskriminiertes Opfer) oder Dich als Blogbetreiber der mit seiner Intension der Union zu schädigen eine Debatte zum Thema „Rassismus“ -mindestens bis heute – im schlechterdings Blog verhindert hat.

    • Rolf Heinrich said

      @Kib:
      – Die „Beliebigkeit“ beim Aufgreifen von Themen oder dem Rückgriff auf Gutachten sollte man dem Blogbetreiber zugestehen: Er hat ein gutes Gespür für relevante oder brisante Themen! Ich denke, da sind wir uns einig. Die oft erfrischenden Diskussionen an dieser Stelle belegen es und machen doch vielen Spaß.
      – Diese gemeinsamkeit mit Ihnen gilt nicht für die unter dem Stichwort „Erwartung“ angeschobene Diskussion: Was stört Sie daran, dass die Partei „Die Linke“ in dieser Frage tätig geworden ist. Von der CDU, der SPD (soweit ist es gekommen mit der Partei Bebels und Scheidemanns) ist doch auf diesem Feld nichts zu erwarten. Sie schlagen sich doch längst um die bürgernahe Mitte! Wenn es denn den Zusammenhang gibt, zwischen Lebenserwartung und „Maloche“ im Niedriglohnsektor, dann ist es doch egal, wer darauf verweist. Das heißt doch noch lange nicht, dass man die alte Stasi-Truppe wählen musss. Aber gesagt werden, muss es doch ‚mal!
      – Zur „Schlimm“-Debatte teile ich jetzt wiederum Ihre Einschätzung: Hier drückt sich der allseits geschätzte Blogbetreiber um eine klare Position, anfangs schon, aber jetzt jedenfalls legt er in der Diskussion mit Herrn M. S. nicht nach. Der Eindruck, dass er hier eher bremst, drängt sich auch mir auf: familiy and friends-Motive bzw. die Einladung zu Roitwein-dates scheinen ihn hier zu hemmen ? Ist aber menschlich!

  6. kib said

    Korretur: 1. Geht es Dir um Frau Polat (als diskriminiertes Opfer) oder Dich als eitlen Blogbetreiber der mit seiner Intension der Union zu schädigen eine Debatte zum Thema „Rassismus“ -mindestens bis heute – im schlechterdings mir VERLITTENDEN Blog verhindert hat.

  7. Frank O. said

    @kib
    …ach diese Däumchen…..
    Wen jucken sie noch, seit wir wissen, dass man sie manipulieren kann?
    R.K. ignoriert diese Tatsache bewußt und äussert sich auch auf Hinweise nicht.
    Genauso ist es eben mit dem „verlittenden“ Blog, manchmal sieht man nur was man sehen will und wir weniger Kritiker schütteln den Kopf. Dann gibts Däumchen nach unten oder man bekommt braune Stiefel angezogen. Du und ich, wir stehen da drüber und gedlacht wird per Mail.
    Doch eines ist gewiss, ohne uns wenigen wäre es hier öde und fad.

  8. Dude said

    So „verlitten“ kann dieser Blog aus eurer Sicht doch gar nicht sein oder warum diskutiert ihr hier fast täglich über die Beiträge?

  9. kib said

    @Dude, was soll ich sagen? Es wird gar nicht so arg diskutiert…vielmehr gibt es Situationen in denen es manchen wenigen Kommentatoren – hier z.B, Frank O. – „gelinkt“ eine Brücke zwischen ernsthaften Stellungnahmen und humorvoller Betrachtung zu schlagen.

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