Erwartung

12. Dezember 2011

Wer im Niedriglohnsektor gearbeitet hat, stirbt früher als ein Besserverdiener, berichtet heute die Süddeutsche. Und noch schlimmer: Die Lebenserwartung von Geringverdienern nimmt ab. Experten sehen die Ursache in Reformen auf dem Arbeitsmarkt und im Gesundheitssektor und fordern eine „offensive Armutspolitik“.

Die Arbeitsmarktreformen des vergangenen Jahrzehnts haben die Lage auf dem Niedriglohnsektor verschärft: Die Zahl der Geringverdiener ist gewachsen, viele reguläre Jobs wurden in Mini-Jobs aufgespalten. Die Gesundheitsreformen führten dazu, dass medizinische Versorgung stärker als bisher vom Einkommen abhängt –  die Praxisgebühr zum Beispiel hält viele Geringverdiener von einem Arztbesuch ab. Das bleibt nicht ohne Wirkung: Zwar steigt die Lebenserwartung konstant an. Geringverdiener in Deutschland leben jedoch heute im Durchschnitt deutlich kürzer als noch vor zehn Jahren. Darauf zumindest verweisen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. …

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Oman

12. Dezember 2011

Ein bisschen Yellow: Die NWZ berichtet nämlich über die Reise des Bundespräsidenten in den mittleren Osten:

Bundespräsident Wulff besucht von einem Emsländer geführtes Betonwerk. Das Unternehmen Europoles, das Christof Nottbeck aus Lingen leitet, wurde als eines der fünf besten im Land ausgezeichnet. Der frühere Zehn-Mann-Betrieb ist heute einer der Weltmarktführer.

„Vorsicht, gleich geht’s los“, sagt Christof Nottbeck. Der 35-Jährige zieht Bundespräsident Christian Wulff ein Stück zurück. Ein Zement-Steine-Gemisch fällt in eine lange Form, Maschinen drehen sich mit rasendem Tempo. „Schleuderbeton“ für Licht- und Strommasten, heißt das Verfahren. Wulff staunt, wie hier gearbeitet wird. Hier – das ist mitten in der Wüste von Oman. Im Einsatz: deutsche Hochtechnologie. Und der Geschäftsführer kommt aus Lingen im Emsland. Zwei Niedersachsen unter sich.

„Ich bin beeindruckt“, sagt Wulff den Skeptikern, die sich wunderten, warum der Bundespräsident auf seiner Golfstaaten-Reise Zeit findet, ausgerechnet das Betonwerk „Europoles“ bei Nizwa zu besuchen. Die Deutschen sind so tüchtig, dass Sultan Qabus bin Said Taimur Al Said das deutsch-omanische Gemeinschaftsunternehmen 2010 zu einem der fünf besten im Land ausgezeichnet hat. „Wir wollen den Preis auch dieses Jahr gewinnen“, sagt ein sichtbar stolzer Emsländer unter dem Porträt des Herrschers. Dieser lächelt.

Wieso macht ein studierter Wirtschaftsingenieur aus Lingen ausgerechnet Karriere in einer Gegend, wo im Sommer locker 50 Grad Hitze auf dem Thermometer stehen? „Wir fühlen uns ausgesprochen wohl“, sagt Nottbeck im Gespräch mit dieser Zeitung. Vor einem Jahr zog der Ingenieur mit seiner Familie – dazu gehören zwei Töchter – nach Oman. „Die Jüngste wurde vor drei Wochen in Omans Hauptstadt Muscat geboren“, erzählt Nottbeck, der „bedauert“, dass sein Nachwuchs „nicht Omanin werden kann“. Eine Geburt im Land reicht….“

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