wereldvreemd

14. November 2011

Falk Madeja schreibt über die Niederlande in seinem Meine-Güte-Blog. Heute hierüber:

Im niederländischen Eindhoven soll ein 85jähriger Pfarrer seine 81jährige Freundin verlassen, mit der er seit 46 (!) Jahren zusammenwohnt. Oder er soll sein Amt aufgeben, schreiben Eindhovens Dagblad und HP/de Tijd. Schlüsselsatz:

De Eindhovense priester laat het er niet bij zitten: dan maar het ambt opgeven én een gang naar de rechter maken. „De katholieke kerk is wereldvreemd.“

Jan Peijnenburg und seine Partnerin Threes hatten von ihrem gemeinsamen Leben allerdings bereits schon vor Jahren dem Bischof von Den Bosch erzählt und im Jahr 2002 dazu ein Interview gegeben. Warum die Kirche sich jetzt so verhält, ist unklar.

6 Antworten to “wereldvreemd”

  1. Peter G. said

    Gott ist ganz in Ordnung,
    doch sein Bodenpersonal ist die reinste Katastrophe!

  2. kib said

    „Warum die Kirche sich jetzt so verhält, ist unklar.“
    Kommt dieser Satz tatwahrwahrhaftig von Dir Robert??? Als alt 68ger, Jurist oder Katholik? Bäume wachsen …..-sehr schnell!
    Die Diskussion von „Seltsame Konserve“ https://robertkoop.wordpress.com/?s=seltsame

    ist nicht allzu lange her und ich frag mich: Wie lautet deine eigentliche Botschaft?
    Arbeitsrechtlich kenne ich den „Arbeitsvertrag“ eines Priesters nicht (Du vielleicht?) ;
    Der Zölibat ist jedem Kaplan/Pastor bekannt. Darf man also Jahrzehnte lang sein „Dienstverhältnis“ missbrauchen (a Gschpusi haben) und darauf „vertrauten“ einen Vorgesetzen zu haben, der beide Augen zudrückt?
    Robert, ich möchte Dich als Katholiken nicht verletzen: Ein Blick fernab des nächsten Kirchturms (Deiner Hauptkirche) täte Dir aber mehr als gut! Vor allem werde Dir klar, welche Attitüde Du in Deinem Blog vertreten möchtest!!!

      • Michael Sänger said

        Diese Antwort „Jawoll“ erinnert an preußischen Gehorsam. Nichts dagegen, Preußen hat viel Gutes bewirkt, wie eben auch weniger Gutes. Ich kenne viele Katholiken, denen es mit ihrem Glauben und einem daraus resultierenden ethischen Verhalten ernst ist, die aber unter den Strukturen und völlig gegenwartsfremden Moralvorstellungen ihrer Kirche leiden. Warum aber schaffen sie es nicht, sich aus diesen Strukturen – nicht aus ihrem Glauben! – zu befreien? Warum übt die Institution Kirche – egal ob katholisch oder evangelisch – eine stärkere Faszination aus als das „einfache Christentum der Nächstenliebe“. Warum stehen wir stramm, wenn der Bischof – egal ob katholisch oder evangelisch – kommt und sagen: „Jawoll“? Eine Antwort dazu gab Dietrich Bonhöffer in seinem Buch „Widerstand und Ergebung“, das er während seiner Haftzeit im sogenannten „Dritten Reich“ geschrieben hat in dem Kapitel „Über die Dummheit“. Ich habe mir dieses Kapitel vor mehr als zwanzig Jahren fotokopiert und eingerahmt. Und immer, wenn ich wieder an der Welt verzweifeln möchte, lese ich dieses kurze Kapitel und bin für das nächste Jahr getröstet. Jawoll!

  3. Frank O. said

    Die Forderung ist vollkommen legitim und nachvollziebar.In jedem Beruf gibt es Regeln und die sind im Arbeitsvertrag festgelegt. Beim Priester ist es eben , leider Gottes, der Zölibat. Wenn der Priester also dagegen verstößt, hat er sein „Amt“ abzugeben. Aus die Maus oder Schluss mit Gschupsi. So siehts doch mal aus.

    Um es gleich klar zu stellen:
    Ich halt gar nix von der katholische Kirche und besuche sie auch seit Jahrzehnten nicht mehr. Ich werde in meiner Auffassung immer wieder bekräftigt, dass die Kirche nichts Gutes ist. Erst letzte Woche mußte ich wieder mit dem Kopf schütteln.

    Ein junger schwuler Messdiener traut sich nicht, sich zu outen. Er zieht weg, kommt nach Jahren zurück und sucht das Gespräch mit dem Priester. Er fragt, was gewesen wäre, wenn er sich geoutet hätte. Der Priester antwortet: „Manchmal ist es bessert Sachen für sich zu behalten“. Der Junge sagt: “ Aber als ich noch Messdiener war, haben sie mir eine Karte geschenkt auf der stand das Gott alle Menschen liebt!“. Der Priester antwortet: „Das ist auch so; aber er liebt nicht alle Menschen gleich viel“.

    Die Bibel ist halt auch nur ein Märchenbuch.

  4. wk1999 said

    @Frank O.
    Das ist keine arbeitsrechtliche Frage:

    „In der lateinischen Kirche (Westkirche) ist der Zölibat gemäß Canon 277 des kirchlichen Rechts (Codex Iuris Canonici) für angehende Priester mit der Weihe zum Diakon verpflichtend. Die Zölibatsverpflichtung stellt damit eine Vorbedingung für die Priesterweihe dar.“

    „Im allgemeinen Kirchenrecht legt der Canon 1395 für ein Vergehen gegen die selbstübernommene Zölibatsverpflichtung keine konkrete Strafe fest. Lediglich wenn ein Kleriker in seiner pflichtverletzenden Beziehung verharrt, erfolgt automatisch die Suspension. Bei weiterer Fortsetzung der Beziehung können weitere Kirchenstrafen bis hin zur Entlassung aus dem Klerikerstand (Laisierung) verhängt werden…..
    Nur unter der Voraussetzung der Laisierung können Priester kirchlich heiraten, da die Weihe ein Ehehindernis darstellt.“

    Was Ihren Beitrag zum schwulen Messdiener und zur Bibel betrifft würde ich Ihnen Matth 22, 14 zur Lektüre empfehlen („Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.“). Es gibt im katholischen Glauben keine automatische Erlösung, sondern es bedarf einer freien Entscheidung des Menschen hin zu Gott.

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