Anfragen und Anregungen

8. November 2011

Am Ende jeder Ratssitzung steht der Tagesordnungspunkt „Anfragen und Anregungen“. Ratsmitglieder nutzen ihn, um noch oder endlich einmal subjektiv Bedeutsames bekannt zu geben. So fragte doch Kollege Michael Fuest in der konstituierenden Ratssitzung, „ob die Vergaberichtlinien für städtische Grundstücke geheim oder jedenfalls vertraulich“ seien. Erster Stadtrat Büring darauf: „Ich nehme an, Sie meinen die Kriterien, die der Wirtschafts- und Grundstücks-Ausschuss beschlossen hat. Nein, die sind nicht vertraulich!“

Der grüne Fuest meinte die allerdings nicht, sondern jene -sagen wir mal- speziellen Kriterien, die es in Laxten für die Vergabe von Grundstücken gibt. Handgestrickt vom  Ortsbürgermeister Gerd Hoffschroer. Weil die -wie soeben gehört-  öffentlich seien, habe er sie „eben noch mal an die Presse“ weitergegeben, was er  hiermit verkünde. „Ja, ich habe sie weitergegeben!“

Vergabekriterien!? War da nicht was? Richtig! Sie als Leser dieses kleinen Blogs erinnern sich, dass ich hier im Blog über sie  und ihre Auswirkungen ein paar Zeilen verloren habe; Zeilen und Kriterien wurden gleichermaßen heftig kommentiert.

Hintergrund der Fuest’schen Kommunaldemarche war allerdings nicht diese Vorwahldiskussion sondern ein Nachwahlansinnen des Laxtener Ortsbürgermeisters Gerd Hoffschroer:  Vorletzte Aktivität (hier die letzte) des scheidenden Mannes, der hemdsärmelig so manches für seinen Ortsteil durchgesetzt hat, ist nämlich ein Schreiben an alle Ortsratsmitglieder in Laxten. Sie sollten eine Ehrenerklärung abgeben. Bis gestern 24 Uhr. Dass „ich das Arbeitspapier (s.Anlage) aus der nicht-öffentlichen Sitzung nicht weitergegeben habe. Datum. Name.“ Vielleicht sollte man nachfragen, wer so **** war, die Ehrenerklärung zurückzuschicken.  Und was den Gerd Hoffschroer denn da geritten hat?

Wer fragt nach? Am besten, denke ich, in der nächsten Sitzung unter „Anfragen und Anregungen“ oder außerparlamentarisch mit Leserbrief. Ich kann nicht nachfragen, weil, allein schon, meine Frau kommt aus Laxten und ich bin bei den Einheimischen da folglich befangen.

Aber  das hier müsste gehen:

Gerd, ich Duz Dich mal, auch weil ich jetzt auch schon ein alter Knochen bin:

Gerd,  im Vertrauen, so einen Kappes mit Ehrenerklärung bringt man nicht auf den Weg! Denn alle, vor allem alle Deine Freunde werden jetzt hinter vorgehaltener Hand sagen, dass es „nun gut“ sei und Du „schon etwas seltsam“ geworden seist. Und dass Remigius Stöppelmann – Remigius mit G, nicht Remidius mit D, wie es in Deinem E-Mailadressbuch heißt, Gerd –  jetzt als Ortsbürgermeister kommen solle. Du wirst so auch gar nicht herausfinden, wer mir das damals gesteckt hat; gehackt hab ich dich jedenfalls nicht, weil ich das gar nicht kann. Gerd, Du hast für Laxten viel erreicht und noch mehr vorbereitet. Ein Laxtener ist sogar Oberbürgermeister geworden. Was willste mehr? Ähre jedenfalls, das gab’s früher auf dem 50-Pfennigstück auf der Rückseite -oder war es  doch ein Eichenbäumchen? Ehre gab es jedenfalls noch nie mit Datum und Name.  Glaube mir!

Nachtrag vom 09.11.:
Inzwischen sollen tatsächlich 10 (!) von 12 „echten“ und einigen weiteren „beratenden“ Mitgliedern des Ortsrates Laxten die Ehrenerklärung unterschrieben haben. Ich frag mich gerade, was Fefe zu so einem Verhalten  posten würde.
Freunde in Laxten, was wir hierzulande haben, ist Demokratie. Sie lebt von Offenheit, Information und Teilhabe. Das nur zur Erinnerung.

Nachtrag vom 10.11.:
Die Lokalzeitung berichtet heute über eine denkwürdige Veranstaltung am 7.11. in Laxten, mit der sich Gerd Hoffschroer grummelig-pöbelnd verabschiedet wie gleichermaßen ins Abseits gestellt hat.  Guckst Du hier. Dazu ist nicht mehr viel zu sagen. Nur dies: Ortsratsmitglieder die angesichts dessen eine Ehrenerklärung unterschreiben, offenbaren viel mehr über ich als sie meinen.