Viel

6. November 2011

Das finde ich interessant, was ich da  auf der NDR-Seite gefunden habe. Ich lese:

„Deutschland hat eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Darin sind sich die meisten Experten einig. Was viele nicht wissen: Es gibt große regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Je nachdem wo man lebt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man auf dem OP-Tisch landet. Viel operiert wird offenbar im Emsland. Das zeigt der Faktencheck Gesundheit der Bertelsmann-Stiftung.

Menschen aus dem Landkreis Emsland und der Grafschaft Bentheim scheinen sich besonders häufig Operationen unterziehen zu müssen. Gebärmutterentfernung, Blinddarm- und Mandeloperationen – das Emsland ist hier in der Statistik oft weit vorne. Auch im Krankenhaus Ludmillenstift…“

weiter auf der Internetseits des NDR

Bei genauerem Hinsehen erfahren wir:
Im Emsland (Faktor 1,63 facher Durchschnitt)  werden statistisch drei Mal mehr Gebärmuttern bei Frauen entfernt als in Heidelberg (0,49 facher Durchschnitt). Überhaupt fällt die OP-Häufigkeit bei den Frauen, die in den (größeren) Städten leben, eher durchschnittlich oder unterdurchschnittlich aus.  Untersuchungen zeigen schon länger, dass ein erheblicher Teil der Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien) ohne ausreichende Indikationsstellung erfolgt und allein schon öffentliche Informationskampagnen über regionale Hysterektomiehäufigkeiten und die OP-Notwendigkeit zu deutlich rückläufigen Operationszahlen führen können. Offenbar wird eben bislang im Emsland  die Indikation für eine Hysterektomie nach wie vor „großzügiger“ (Bertelsmann-Stiftung)  gestellt als anderswo. Verstärkt diskutieren Fachleute derweil, welche Indikationen zur Hysterektomie unstrittig sind und bei welchen – auch auf Grund einer Weiterentwicklung der Behandlungsverfahren – Entscheidungsspielräume bei Patientinnen und / oder Ärzten vorhanden sind, die eine Vermeidung der Gebärmutterentfernung möglich machen.

Ähnlich hoch über dem Bundesdurchschnitt (Faktor 1,64) ist die Zahl bei Bypassoperationen. Guckst Du hier. 

Ist also die Schlussfolgerung falsch, dass die emsländischen Ärzte noch viel dazulernen und ihnen dabei informierte Patienten ein gutes Stück helfen können? Das empfiehlt jedenfalls der Faktencheck: