Closed Shops

29. Oktober 2011

Das nennt man wohl eine deutliche Veränderung in der liberalen niederländischen Coffeeshop-Politik: ab 1. Januar 2012 dürfen Ausländer, u.a. Deutsche nicht mehr in die “Weiche-Drogen-Lokale”. Ausnahme möglicherweise: Sie wohnen in den Niederlanden. Das meldet taz-Blogger Falk Madeja.

Coffee Shops – in den Niederlanden geduldete Verkaufsstellen für weiche Drogen – sollen künftig  “geschlossene Klubs” werden, die maximal 2000 Mitglieder aus der eigenen Gemeinde haben dürfen. Die Coffee-Shop-Betreiber müssen “kontrollierbare Mitgliederlisten” haben, wird Justiz- und Sicherheitsminister Ivo Opstelten von der rechtsliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) zitiert. Konsumenten ihrerseits sollen künftig Mitgliedskarte und Ausweis vorzeigen, um eingelassen zu werden.

Mit diesem, auch auf Druck der EU-Partner Frankreich und Deutschland vorgenommenen Neuausrichtung ihrer Drogenpolitik dürfte der illegale Drogenhandel in den Niederlanden zunehmen und vor allem zu einer verstärkten Vermischung von Weich- und Hartdrogenhandel und zur Zunahme des illegalen Straßenhandels führen. Zweifelhaft erscheint mir, ob auf diesem Weg das Ziel der Neuregelung erreicht werden kann, die sog. organisierte Kriminalität zurückzudrängen. Sie habe sich „in den letzten Jahren rund um die Coffee-Shops entwickelt“, so Ivo Opstelten.

(Quellen 1, 2; Foto: Coffeeshop-Lizenz (c) )

5 Antworten to “Closed Shops”

  1. janra said

    Schade, dass der verlinkte Artikel nur die halbe Wahrheit erzählt und auf einen Artikel verweist, den man ohne Account/Abonnement nicht lesen kann.

    Der wietpas gilt verpflichtend ab 1. Januar 2012 nur für die 3 südlichen Provinzen Zeeland, Noord-Brabant und Limburg.

    http://www.nrc.nl/nieuws/2011/10/28/invoering-wietpas-coffeeshops-vanaf-1-januari/

    http://www.nu.nl/binnenland/2653344/afwijzende-reacties-invoering-wietpas.html

    Für Franzosen übrigens gilt das Verbot bereits teilweise schon jetzt
    http://nos.nl/video/277747-maastricht-weert-buitenlandse-drugstoeristen.html

  2. Durchblick said

    Was bedeutet das nun für Lingen?
    Rein garnichts.
    Man wird, in den Ecken der Parks, weiterhin Drogen aller Art kaufen können, nur werden sie etwas teurer werden.
    Lingen ist in der Drogenszene ein bekanntes Städtchen und wird es auch bleiben.
    Gesetzesänderungen in den Nieferlanden werden nur die Laufkundschaft etwas ausbremsen und der, täglich von Meppen nach Groningen fahrende, Drogenbus wird wohl zukünftig gestrichen.
    Achten wir mal auf die Pressebericht der Grafschaft und des Emslandes, ich bin sicher hier werden wir, ab 2012, vermehrt von Drogenfunden lesen können.

  3. G.G. said

    Wen interessiert der Ameisenverkehr? Das ist der klägliche Versuch der Behörden was zu tun. Aber wie so oft triffst es wieder mal nur den „kleinen“ Mann, da die Coffeeshops eh nur maximal 5 Gr. abgeben durften. Die großen Fische, haben ihre LKW bestimmt nicht am Coffeshop gefüllt. Zudem verdunkelt es wieder alles ein wenig mehr, denn zukünftig wird dann wohl wieder mehr an verborgenen Stellen gedealt werden.
    Die Wahrscheinlichkeit, dass der Dealer im Park auch harte oder andere Drogen anbietet, vervielfältigt sich somit aus meiner Sicht auch enorm.

  4. Anonym said

    Ein Unding, sowas. Das führt in die völlig falsche Richtung. Meiner Meinung nach ist die momentane Gesetzgebung schon gut, Drogenkriminalität kann man nicht einfach so unterbinden. Man hätte eventuell sogar die Einfuhr von Canabis in die BRD für den Eigengebrauch erlauben sollen, um so viele Bürger zu entkriminalisieren. Besser ist es doch theoretisch, sich die weichen Drogen bei einem kontrollierten Coffeeshop zu kaufen und mit offenen Karten spielen zu können, anstatt den Straßenhandel voran zu treiben. Wer gerne ab und zu kifft wird immer an seinen Stoff kommen, so schwer ist das wirklich nicht. Und gleichzeitig gibt es da ja noch den ultimativ liberalen Umgang mit Alkohol bei unseren Politikern. Gras ist ja auch viiiiiiiiel schlimmer, weil die Leute dann immer aggressiv werden, sich in Diskos prügeln und kein Bock mehr auf Arbeit haben, oder was???

  5. hans said

    The grass is greener on the other side of the fence…

    Cannabis indica ist es ja nicht allein, wir hätten in Deutschland soviele Gründe mehr Cannabis sativa anzubauen:
    Rauschmittel, Seile, Kleider, Spezialpapier, Shampoos, Dämmstoffe oder Verbundwerkstoffe, Lebens- und Futtermittel, Oele, Kosmetika Hanföl, Ätherisches Hanföl…

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