Haus Berning

16. Oktober 2011

Unbedingt möchte ich an diesem Wochenende noch etwas zum „Haus Berning“ schreiben. Das Gebäude am Andreasplatz ist umgestaltet worden, nach dem die Eisdiele Ende 2010 geschlossen hatte. Jetzt hat der „Lohner Landbäcker“ mit einem Café eröffnet, daneben weiterhin die Andreas-Apotheke von Apotheker Thomas Albers. Pünktlich zum 80-jährigen Umbau hat die Erbengemeinschaft Berning damit ihrem Haus das Gesicht zurückgegeben, das ihm vor einigen Jahrzehnten bei sog. Modernisierungen abhanden gekommen war. Entstanden war dadurch in den 1960er und 70er Jahren das, was im Lingener Stadtrat immer als „Frau ohne Unterleib“ bezeichnet wird und man auch an anderen Stellen im Stadtbild findet: Eine Hausfassade, die nach vermeintlich ökonomisch-optimierter Giebelmodernisierung den Charakter des Bauwerks zerstört und seine architektonische Gestaltung nurmehr aus den unveränderten Obergeschossen  erahnen lässt.

Unter der Verantwortung von Architektin Petra Berning hat das Haus Lookenstraße 12 jetzt das Gesicht wieder gefunden, das es 1931/32 anlässlich seines ersten großen Umbaus erhalten hatte. Zuvor stand hier im Bereich der 1632 abgetragenen Stadtbefestigung ein kleines eingeschossiges Haus. Malermeister Berning erneuerte dessen Außenwände und überbaute die zum Haus Lookenstraße 10 gelegene Durchfahrt. Das Haus selbst stockte er auf und zu guter Letzt  erhielt es (s)einen neuen Giebel. Die Fassade gestaltete wohl der Lingener Baumeister und Architekt Gerhard Lühn, der zwischen den beiden Weltkriegen so manches prägendes Bauwerk in Lingen und der Region gestaltet hat. Der jetzige Fassadenrückbau verzichtet auch auf die in unserer Stadt auch so beliebte Brüllwerbung. Im wahrsten Sinne des Wortes glänzt jetzt eine Messinginschrift, die man so manchem Gebäude in Lingen wünschen würde. Ein gelungener Beitrag zur Stadtgestaltung!