Occupy:World

14. Oktober 2011

Der Protest gegen das Finanzsystem nimmt Fahrt auf! Morgen, am 15. Oktober sollen in 868 Städten in 78 Ländern Kundgebungen gegen die Auswüchse des Finanzkapitalismus stattfinden. Es scheint so, als wachten die Menschen endlich auf, um der Politik zu „demonstrieren“, dass es nicht nur um die Bedienung der Interessen der Finanzwirtschaft und darum geht der Herde der Spekulanten an den „Märkten nachzulaufen, sondern dass diejenigen, die letztlich für alles haften und bezahlen sollen, auch noch da sind. Was am 15. Mai in Madrid begann und sich in den letzten Wochen in den USA wie ein Lauffeuer ausbreitete, könnte sich weltweit zu einem heißen Herbst entwickeln. Auch in Deutschland gibt es ein gewaltiges Protestpotential. U.a. hier bei uns in Bremen, Norden, Oldenburg und Osnabrück
Ein Weckruf von Jens Berger (NachDenkSeiten.de)

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8 Antworten to “Occupy:World”

  1. Kashmir said

    Ich denke ich werde morgen mal beim Harener Rathaus spazieren gehen. 😉

  2. simon said

    Mal gucken was man in Bremen so findet. Werde mal am Rathaus und an den Banken vorbeigehen. Sollte sicherlich auch was passieren

  3. Buggy said

    Ich vermute, dass diese Occupy-Welle nicht so richtig nach Deutschland rüberschwappt. Die Harzt4-Proteste waren vor ein paar Jahren gut besucht, haben aber nichts bewirkt- außer dass sich die LINKSPARTEI auch im Westen etablieren konnte.

  4. sternchen said

    Heute waren wir gemäß der NDR 1 Meldung (und tel. Detailinfo) gegen 14 Uhr in Norden. Über die Nachrichten regen sich alle auf–aber wir haben dort niemand angetroffen. Ich war lange nicht mehr so enttäuscht. Wie lange dauert es noch, bis die Menschen begreifen, wo es hin geht???!!!
    Leute,jetzt können wir was tun. Lassen wir das Kind nicht in den
    Brunnen fallen.

  5. Klaus said

    Haltet den Dieb

    Es wäre schön, wenn wir wenigstens hier im Blog nicht auf die Mär hereinfallen, dass die Politik den bösen Spekulanten hilflos ausgeliefert ist.
    Die Malaise haben doch die Politiker zu verantworten, die auf ihre eigene Wiederwahl spekulierend immer noch mehr Schulden gemacht haben, um ihr Wählerklientel zu bestechen.
    Diese Politiker liehen sich das Geld von den Bankern, die auf ihre eigenen Boni spekulierten, ohne die Risiken zu beachten und Sicherheiten vom Schuldner einzufordern, wie es beim Personenkredit üblich ist. Schlauerweise hat der Gesetzgeber- die Politker- es Ihnen erlaubt für den Ankauf von jeglichen Staatsanleihen kein Eigenkapital nachweisen zu müssen! Also zeichneten diese Banker von den Spareinlagen aller Sparer Anleihen von Schrottstaaten in unglaublicher Höhe, weil sie vorübergehend hohe Zinsen abwarfen, den Bankgewinn erhöhte und hohe Boni ermöglichte. Jetzt müssen sie diese Schrottanleihen Gewinn und -eigenkapitavernichtend abschreiben.
    Womit haften jetzt die Verantwortlichen?
    Im schlimmsten Fall bekommen die Bankerspekulanten keine neuen Boni.Die Bankaktionäre verlieren Kapital und Dividende.
    Die Politikerspekulanten reden sich heraus und fühlen sich als Opfer böser Mächte! Glaubt Ihnen nicht, sie sind die Verursacher der Krisen.
    Auch in Lingen sind Politiker für das Geldausgeben auf Kredit für so überflüssige Projekte wie den Ausbau der Ulanenstrasse und die Emslandarena verantwortlich. Wenn uns dereinst der Schuldendienst bedrückt, kommt wieder die Klage über den bösen Finanzmarkt.Wer beklagt sich dann? Es sind die Brandstifter von heute, die uns in die Abhängigkeit von Geldgebern bringen. Wer keine oder nur wenige Schulden hat, ist wirklich frei und nicht erpressbar von den sogenannten „Spekulanten“. Wohlstand auf Pump geht eben nie lange gut.

    • Ulrike said

      Zustimmung
      Spekulanten sind das perfekte Feindbild, anonym, nicht zu greifen und spätestens seit der Finanzkrise in der Öffentlichkeit ohnehin verschrien . “ ( FAZ 15. 10.11. ) Es geht hier um eine medial gesteuerte Volksverdummung, Tatsache ist, dass Politiker süchtig nach Krediten von den raffgierigen Bankern Staatsanleihen kauften .Je mehr davon , desto höher deren Boni..
      Dass Politiker, die auf ihre Wiederwahl spekulieren , das Wahlvolk mit nicht finanzierten Projekten korrumpieren wollen .
      Dass w i r alle, die wir darauf spekulieren, Geschenke von der Politik zu erhalten, die nicht finanziert sind, und so naiv sind , mehr zu bekommen zu wollen, als wir uns leisten können
      Fazit : wir sollen gegen uns selbst demonstrieren und damit unsere Dummheit zugeben, diese Politiker gewählt zu haben.
      Wen wundert es da, wenn so wenige auf den Strassen sind..

  6. Michael Sänger said

    Diese ganze „Finanz, Banken- und Währungskrise“ ist eigentlich selbst von Experten (oder solchen, die es sein wollen) kaum mehr zu überblicken. Auch von mir nicht, aber ich frage mich schon, ob ich selber nicht am Entstehen dieser Krise auch mit schuld bin. Erstens: Die Krise ist eine Schuldenkrise, und nicht nur der einzelnen Staaten, sondern fast aller westeuropäischen Staaten (von den USA ganz zu schweigen). Es wurde immer „mehr“ ausgegeben, als Einnahmen vorhanden waren. Das war die Schuld der Politiker, die – um gewählt zu werden – ständig Wohltaten verteilten, für die kein Geld da war. Zweitens: Das war das Geschäft der Finanzwelt, Ausgabe zu finanzieren, für die kein Geld da war. Wie bei mir: Ich habe ein Haus gekauft, ohne Geld zu haben. Die Bank sagte, das machen wir schon. Und im Ende hat die Bank für das Haus fast das Doppelte eingenommen, als was es urspünglich gekostet hat. Oder: Firmen haben Investitionen durch Kredite finanziert. Das war und ist unser System: Wünsche durch nicht vorhandenes Kapital zu ermöglichen. Wir haben doch alle in den letzten 30 Jahren nach diesem Prinzip gelebt, mehr auszugeben als wir hatten, oder frei nach Goethe: „Solang die Bank uns weiter borgt, sind wir vergnügt und unbesorgt.“ Die Schuld an der Misere jetzt allein den Banken zuzuschieben, halte ich für nicht gerechtfertigt. Die haben doch nur gemacht, was die Mehrheit wollte: „Haben ohne zu Besitzen“. Ich war ganz froh, dass es den schönen Dispositionskredit gab und gibt. Habe gern davon Gebrauch gemacht und die Bank hat mir das „Über meine Verhältnisse leben“ sehr leicht gemacht. Einmal in der Woche bekomme ich einen Brief, in dem mir irgend einer Bank einen Sofortkredit in Höhe von 25.000 € anbietet. Verlockend! Und wie viele fallen darauf rein und fallen anschließend „auf die Schnauze“.
    Nicht wenige Großbanken haben dieses Spiel auch betrieben und fallen jetzt „auf die Schnauze“. Sollen sie doch! Der sogenannte „kleine Mann“ geht in einem solchen Falle pleite und niemand hilft ihm. Großbanken aber werden dann von Staat gerettet, angeblich um keine Weltwirtschaftskrise wie 1929 entstehen zu lassen. Also, wer durchschaut das Ganze? Ich nicht und weil das so ist, scheint mir der „Wutbürgerprotest“ gegen das Internationale Finanzsystem als ein Ausdruck der Hilf- und Ratlosigkeit. Ich hoffe nur, dass alle Protestierer von dem leben, was sie haben und von keinem Dispositionskredit Gebrauch machen. Das wäre dann so ähnlich, wie früher nicht wenige Umweltaktivisten mit dem Volvo zur Demo fuhren. Auf der anderen Seite haben solche Volkseruptionen tatsächlich oft etwas verändert. Hoffen wir derauf bei Banken, Politikern und bei uns selbst!
    Also „hoffen wir, wozu haben wir die Hoffnung, es wäre doch dumm, von ihr keinen Gebrauch zu machen“ (Theodor Fontane, Der Stechlin).

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