Meppen

3. Oktober 2011

Heute habe ich mit reichlicher Verspätung ein Stück „emsländische“ Literatur entdeckt. Den „Jugendroman“ von Gerhard Henschel.  Sein Inhalt:

Martin Schlosser, der Held des Kindheits- und Jugendromans, bricht als Dreizehnjähriger in der emsländischen Kleinstadt Meppen zu neuen Abenteuern auf, im leuchtenden Sommer 1975, und sie führen ihn tief hinab in die Gräuel der Pubertät und in den Kampf mit einer Welt, die einfach nicht begreifen will, dass er es gut mit ihr meint: Er möchte für Deutschland Tore schießen und in einer großen Liebe die Erfüllung all seiner Träume finden. Ist das zu viel verlangt? Am Anfang sieht es ganz so aus, und am Ende erst recht…


So führt der Klappentext von Gerhard HenschelsJugendroman in das Buch ein.

Die FAZ rezensierte das vor einem Jahr. Die Internetseite Perlentaucher berichtete anschließend: „Für Freunde autobiografischer Großprojekte a la Walter Kempowski haben Rezensent Wolfgang Schneider : Den „Jugendroman“ von Gerhard Henschel, in dem der Autor erneut seiner „archivalischen Obsession“ nachgehe und sich an die Ödnis seiner Provinzjugend in den Siebzigern erinnere. Zwischen Klavierstunde und Gartenarbeit erwachen nun auch erste sexuelle Regungen bei dem pubertierenden Protagonisten und so amüsiert sich der Kritiker, wenn der Ich-Erzähler sein zur Konfirmation geschenktes Fremdwörterlexikon eifrig nach Worten wie „Penetration“ oder „Pessar“ durchsucht. Neben solch einfühlsamen „Wortfetischismen“ gelinge dem Autor vor allem die „anekdotische Zuspitzung“ der immer wieder in die Erzählung montierten Redensarten und Werbesprüche der Siebziger. So ganz könne der Roman dann aber doch nicht mit Kempowskis Weltkriegserinnerungen mithalten, meint der Rezensent; dazu seien die Siebziger schlichtweg zu „langweilig“.

Der 1962 geborene, in Hannover, Koblenz, Vallendar und eben in Meppen aufgewachsene Autor studierte Germanistik, Soziologie und Philosophie in Bielefeld, Berlin und Köln und lebt heute als freier Schriftsteller in Hamburg. Er veröffentlichte Satiren, Sachbücher und Romane, darunter „Kulturgeschichte der Missverständnisse“ (mit Brigitte Kronauer und Eckhard Henscheid, 1998) und „Jahrhundert der Obszönität: Eine Bilanz"" “  (mit Eckhard Henscheid, 2000). Mehr