Supershirt

31. Oktober 2011

Supershirt
„Kunstwerk“-Tour 2011

Lingen (Ems) – Alter Schlachthof
Freitag 04.11.2011, 20:00 Uhr Einlass
Eintritt 10,00 € zzgl. VVK-Geb.

Suchmeldung

31. Oktober 2011

Heute, fast 80  Jahre nach der Einrichtung des KZ Esterwegen im Sommer 1933, wird  die Gedenkstätte Esterwegen eingeweiht. Damit erhalten die Opfer der NS-Gewaltherrschaft im Emsland direkt auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers einen Ort der Erinnerung. Das Lager in Esterwegen war eines von 15 emsländischen Konzentrations- und Strafgefangenenlagern, in denen vor allem Kriegsgefangene und politisch Verfolgte („Moorsoldaten“) inhaftiert waren. Insgesamt sind in den Emslandlagern rund 30.000 Menschen ums Leben gekommen.

Der schon wahlkämpfende Ministerpräsident aus Hannover wird um 10 Uhr da sein und der Kulturstaatssekretär aus Berlin. Natürlich auch der scheidende Landrat des Emslandes – an seinem letzten Arbeitstag; dazu wird kolportiert, es sei ihm ein persönliches Anliegen gewesen, die Gedenkstätte noch zu eröffnen. Nun denn, alle drei Redner sind Christdemokraten und ihre Auftritte zeigen, dass sich die Haltung der CDU in den letzten Jahren offenbar geändert hat. Totschweigen wie früher geht nicht mehr.  Also haben sie sich dafür entschieden, eine  eigene Erinnerungskultur zu etablieren. Mit Kirche und Kloster,  eigener politisch-korrekter Stiftung und ganz viel Geld.

Vergebens suche ich in all dem Kurt Buck. Buck ist der Mann, der 30 Jahre lang das Papenburger DIZ aufgebaut und dabei Vorbildliches geleistet hat. Offenbar passt er nicht so richtig in das neue, offizielle Erinnern; denn Kurt Buck taucht nirgendwo mehr auf. Dabei hätte er viel zu berichten. Zum Beispiel was davon zu halten ist, wenn Landrat Hermann Bröring behauptet, eine Gedenkstätte sei „1980 kein Thema“ gewesen. Ob sich da Hermann B. etwa die eigene Regionalgeschichte zurecht bastelt?

Immerhin hat der ungeliebte Kurt Buck noch dafür sorgen können, dass zwei Journalisten eingeladen sind:  der inzwischen 70-jährige Gerhard Kromschröder und der aus Rhede stammende Hermann Vinke, der spätere Programmdirektor Hörfunk bei Radio Bremen. Ganz jung waren beide von 1963 bis 1967/68 Journalisten der Ems-Zeitung in Papenburg und sie recherchierten  die Geschichte der Emsland-Lager, bis sie vom Verlag der Neuen Osnabrücker Zeitung  entlassen wurden. „Wir haben ein bisschen zu viel über die Lager berichtet“, sagte Kromschröder jetzt zur taz, „und die Kirche kam auch nicht so gut weg. Es gab diese Moorsoldatentreffen“, erinnert er sich. „Wenn du da hinkamst, wurdest du vom Verfassungsschutz fotografiert und am nächsten Tag gab es einen Anruf von der Chefredaktion aus Osnabrück, wo man sich denn rumgetrieben hätte.“

Entsprechend kommentiert der kritische Kromschröder gegenüber der taz, in die neue Gedenkstätte in Esterwegen  „…sind ja Millionen reingeflossen nach dem Motto: ,Wir haben jetzt auch Erinnerungskultur – auf Weltniveau!'“ Nur ein paar Kilometer weiter, in Börgermoor, „wo das Lied von den ,Moorsoldaten‘ geschrieben wurde“, da sei „1968 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion komplett alles abgerissen“ worden. „Nach mehr als sechs Jahrzehnten“, sagt Kromschröder, „haben sie ein wunderbares Haus gebaut – kann man nur hoffen, dass die Erinnerung auch einzieht.“

Vinke, der 1969 eigenhändig eine verharmlosende Schriftzeile auf einem Gedenkstein wegmeißelte, und sein Kollege Kromschröder können vielleicht die Verantwortlichen nach Kurt Buck und seinen künftigen Aufgaben fragen und sie können auch an die Jahre vor 1980 erinnern, als für sie und viele andere -allerdings nicht die lokale CDU- eine Gedenkstätte in Esterwegen längst ein Thema war.
Und, wenn sie schon dabei sind, werden sie sich bestimmt auch erkundigen, warum gestern Abend die neue Gedenkstätte von einem katholischen und einem evangelischen Geistlichen „eingesegnet“ wurde; eigentlich sollte dies auch heute erfolgen, doch die Vereinnahmung durch die Kirchen im Rahmen der offiziellen Eröffnung war dann wohl doch etwas zu viel. Ich habe meine Zweifel ob dieser nachträgliche Christianisierung des Widerstandes der Sozialisten, Kommunisten und Gewerkschafter gegen Nazi-Deutschland. Ich habe auch Zweifel, ob das vom Landkreis Emsland 2007 wohl mitinitiierte Kloster der Franziskanerinnen auf dem KZ-Gelände Esterwegen  eine dem Ort und seiner Geschichte angemessene Einrichtung ist.

Denn gerade die Rolle  der katholischen Kirche und ihrer Würdenträger in den Emslandlagern ist besonders umstritten. Der Osnabrücker Bischof und preußische Staatsrat Wilhelm Berning beispielsweise soll zum Abschluss eines Besuchs der Emslandlager die Wachmannschaften im Lager Aschendorfermoor zu einem Bier eingeladen und dabei gesagt haben: „Lange lag das Emsland im Dornröschenschlaf,  bis der Prinz kam und es weckte; dieser Prinz ist unser Führer Adolf Hitler.“ Amtskirche und politische Regionalliga bestreiten unisono die Authentizität dieses Zitats, das am 26. Juni 1936 die damals gleichgeschaltete Ems-Zeitung zu berichten wusste. Längst haben Historiker in einem vom Landkreis Emsland in Auftrag gegebenen, umfangreichen Werk das Zitat bezweifelt. Aber dass der Pressebericht  falsch ist, ist nicht belegt und auch, dass im  sonst vollständig mikroverfilmten Archiv der „Ems-Zeitung“ vom 26.06.1936 ausgerechnet der Lokalbericht über den bischöflichen Besuch fehlt, wirft -sicherlich nicht nur bei mir- Fragen auf.

Immerhin wird heute nicht mehr geschwiegen. Künftig wird erinnert –  wenn auch politisch wie  kirchlich korrekt und stiftungsfaktisch wohl auch ohne DIZ. Warum das so ist und was es bedeutet, kann der 33-jährige Henning Harpel erklären. Harpel ist Lehrer am Meppener Gymnasium Marianum. Er ist nicht ab 10 Uhr in Esterwegen dabei; denn er muss heute arbeiten. 2004 hat der Pädagoge seine Staatsexamensarbeit zum Thema „Die Emslandlager des Dritten Reichs – Formen und Probleme der aktiven Geschichtserinnerung im nördlichen Emsland 1955-1993“ geschrieben. Eine überarbeitete Fassung erschien im Jahr darauf im 12. „Blauen Band“ der Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte und sorgte für große Aufregung unter den Lokalgrößen.  Warum, wird Harpel heute Abend ab 19.30 Uhr in der NDR-Sendung „Hallo Niedersachsen“ erklären können. Ich bin gespannt.

Übrigens:

Mehr über die Emslandlager im Allgemeinen und Esterwegen im Besonderen habe ich auf der Internetseite des Magazins Emskopp gefunden, bei dem ich mich herzlich für die Erlaubnis bedanke, den Text über Carl von Ossietzky verwenden zu dürfen

(Kasten ©: Carl von Ossietzky aus emskopp.de)

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30. Oktober 2011

Na, auch die Uhr heute Nacht eine Stunde zurückgestellt? Nun, Hal Faber, der seit fast 12 Jahren mit seiner Sonntagskolumne wwww (was war, was wird) auf heise.de Kritisch-Produktives aus Hannover blogt, erinnert  heute an ein anderes Zeigerdrehen:

„… Stellen wir die Uhr ein bisschen weiter zurück, mal gleich ein ganzes Jahr. Da wurde hanebüchener Mist in Gold verwandelt: Am 28. Oktober 2010 beschloss der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke. Ein rot-grünes Gesetz vom Atomausstieg aus dem Jahre 2002 wurde mit dieser Verlängerung elegant geschreddert. Dem Beschluss vorausgegangen war eine gut eingefädelte PR-Kampagne, für die die Atomlobby ein paar Millionen Euro ausgab, eine Summe, die ein Atomkraftwerk an drei Tagen wieder einspielt. Die Details dieser Kampagne wurden von Whistleblowern der tageszeitung zugespielt, die diese jetzt ausbreitet: Fingierte Frauenvereine pro Atomkraft, luxuriösen Bildungsreisen von „Key-Journalisten“, das Einspannen angesehener Redner oder der Kauf von einem Gefälligkeits-Gutachten eines ehrbaren Moral-Professors mit anschließender Bezahlung über die Ehefrau, das ganze Register der Bestechlichkeiten und eingekaufter Meinungsumbrüche wurde gezogen. Die Agentur Deekeling Arndt Advisors lieferte beste deutsche Wertarbeit beim Umwerten störender Wertmaßstäbe ab. Dabei ist nicht so sehr die Kampagne interessant, sondern die Leichtigkeit, mit der Politik-PR getrieben wird. Die Aufdecker sprechen von von einer „demokratiepraktischen Komponente“, wenn sie den „Instrumentenkasten der Macht“ in seiner ganzen konkret belegbaren Wirksamkeit öffnen. Besonders schlecht kommt der Journalismus dabei weg. Bezahlt, bewirtet und belabert wird, erstaunlich kostengünstig, die vierte Macht im Staate zur fünften Kolonne der Atomlobby….“

Gestern habe ich die Enthüllungen im  taz-Artikel gelesen. Seither frage ich mich, was von dieser Schmierenkampagne auch ins Emsland getropft ist und bin auf der Suche nach AKW-Lingen-RWE-Belegen. Vielleicht können mir ein paar freundliche Leser dieses kleinen Blogs helfen. Für Tipps bin ich sehr dankbar.

Closed Shops

29. Oktober 2011

Das nennt man wohl eine deutliche Veränderung in der liberalen niederländischen Coffeeshop-Politik: ab 1. Januar 2012 dürfen Ausländer, u.a. Deutsche nicht mehr in die “Weiche-Drogen-Lokale”. Ausnahme möglicherweise: Sie wohnen in den Niederlanden. Das meldet taz-Blogger Falk Madeja.

Coffee Shops – in den Niederlanden geduldete Verkaufsstellen für weiche Drogen – sollen künftig  “geschlossene Klubs” werden, die maximal 2000 Mitglieder aus der eigenen Gemeinde haben dürfen. Die Coffee-Shop-Betreiber müssen “kontrollierbare Mitgliederlisten” haben, wird Justiz- und Sicherheitsminister Ivo Opstelten von der rechtsliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) zitiert. Konsumenten ihrerseits sollen künftig Mitgliedskarte und Ausweis vorzeigen, um eingelassen zu werden.

Mit diesem, auch auf Druck der EU-Partner Frankreich und Deutschland vorgenommenen Neuausrichtung ihrer Drogenpolitik dürfte der illegale Drogenhandel in den Niederlanden zunehmen und vor allem zu einer verstärkten Vermischung von Weich- und Hartdrogenhandel und zur Zunahme des illegalen Straßenhandels führen. Zweifelhaft erscheint mir, ob auf diesem Weg das Ziel der Neuregelung erreicht werden kann, die sog. organisierte Kriminalität zurückzudrängen. Sie habe sich „in den letzten Jahren rund um die Coffee-Shops entwickelt“, so Ivo Opstelten.

(Quellen 1, 2; Foto: Coffeeshop-Lizenz (c) )

Gaytime

28. Oktober 2011

For Gays, Lesbians & Friends.

Lingen (Ems) – Tanzgalerie
Bernd-Rosemeyer-Str. 10

Auch diesen Herbst ist in Lingen wieder gaytime angesagt. Am kommenden Samstag, 29. Oktober 2011 in der Tanzgalerie, Bernd-Rosemeyer-Str. in Lingen (Ems). Geboten wird ab 21 Uhr ein breites Musikangebot von Charts über Club & Dance sowie Oldies – also für jede(n) ist was dabei.

Auch Freunde der Szene sind willkommen.

Kromschröders Expeditionen

27. Oktober 2011

Dieser neue Bildband ist ein Muss für jeden emsländischen Bücherschrank. Immerhin ist  Gerhard Kromschröder einer der großen deutschen Fotografen der Gegenwart. Sisch schreibt: „Über ein Jahr war der Hamburger im Emsland unterwegs, um zu fotografieren. Das hat er nicht ohne Grund getan, denn er war schon einmal hier, vor fast 50 Jahren. Als Redakteur bei der Ems-Zeitung in Papenburg hat er damals über Dinge geschrieben, von denen man im Emsland zu jener Zeit nicht sprach: Die NS-Zeit und die Emslandlager. Das hat ihn in den sechziger Jahren seinen Job gekostet und ihm im Jahre 2003 den Medienpreis Emsland eingebracht – The times, they are a changing.
 
Ein bis zum wolkenverhangenen Horizont reichender, frischgepflügter Acker: Das Umschlagfoto von Gerhard Kromschröders in dieser Woche in der Edition Temmen erschienene Bildband “Expeditionen ins Emsland” weist schnurgerade den Weg auf eine fotografische Reise, die wenig gemein hat mit all den Emsland-Büchern voller Sonnenschein und den üblichen Postkarten-Sehenswürdigkeiten.
„Ein deutscher Bilderbogen“ lautet übrigens der Unteritel des über 200 Seiten starken Bildbandes. Weshalb? „Das Emsland steht in meinem Buch als Metapher für Deutschland“, sagt Kromschröder. Ausgerechnet diese riesige, ländliche Region, in der die größte Stadt nur knapp über 50.000 Einwohner hat? „Ja. Diese Konsumkultur, diese großen, vorgelagerten Einkaufszentren, die Bausünden, die Landvernichtung, der Ausverkauf von historischen Gebäuden wie z.B. Schloss Dankern, all das kann man überall in Deutschland finden, auch in den großen Städten. Im Emsland fällt es aufgrund der dünnen Besiedelung nur viel mehr auf.“
gefunden und mehr bei Emskopp-online

Gerhard Kromschröder
Expeditionen ins Emsland"". Ein deutscher Bilderbogen.
Edition Temmen (204 Seiten, 24,90 Euro)
ISBN 978-3-8378-5020-8

Eins

26. Oktober 2011

Die geschätzte Bürgerschaft soll bitte nicht annehmen, dass die im Rat der Stadt vertretenen. neu gewählten Mitglieder vor dem 1. November, dem Beginn der Ratsperiode,  nichts zu tun hätten. Heute Abend beispielsweise hat im Rathaus das dritte interfraktionelle Treffen im Sitzungssaal „P05“ stattgefunden. teilgenommen haben Vertreter von CDU, SPD, Bündnis’90/ Grüne, Ratsherr Jens Beeck sowie Marc Riße und ich von der Lingener Wählergemeinschaft Die BürgerNahen.

Was soll ich sagen? Es ging u.a. um die Besetzung der Ausschussvorsitze im neuen Stadtrat, der sich am kommenden Mittwoch konstituiert. Insgesamt waren es so 13, 14 kommunale Gremien. Vergeben werden die Vorsitzendenposten nach dem Wahlsystem  d’Hondt. Also mussten mangels Einigung die Vorsitzenden Nr. 8, 9 und 10  zwischen CDU, Grüne und BN gelost werden. Edeltraut Graeßner (SPD) bastelte geschwind drei Stimmzettel mit handgeschriebenen Nummern 1, 2 und 3, die gemischt wurden und dann im Hut eines anwesenden Ratsmitglieds verschwanden (Foto). Dann wurde gezogen. Nr. 1 gewann und das war der Zettel, den ich der Kopfbedeckung entnahm. Das Ergebnis: Die BürgerNahen stellen den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses der Stadt. Das Amt wird wahrscheinlich der bekennende Rad- und BMW-Fahrer Marc Riße übernehmen. Die BN besetzt übrigens auch das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden im Sportausschuss. Favorit hier dürfte Atze Storm sein. Die Grünen zogen Nr. 2 und übernehmen den Vorsitz im Umweltausschuss, und die Union erhält den Vorsitz im Ausschuss für Soziales, Familie und Integration, der sich künftig auch um Gesundheitsfragen kümmern soll.

Gar nicht mehr freuen darf sich bei der CDU der bisherige, durchaus selbstbewusst agierende Vorsitzende des Planungs- und Bauausschusses Reinhold Diekamp. Der ERE-Betriebsrat wurde -für was auch immer- von der neuen CDU-Fraktion -man sagt wohl- abgestraft und verlor sein Mandat im Verwaltungsausschuss ebenso wie den Vorsitz des Planungs- und Bauausschusses. Den erhält jetzt Ratsneuling Günter Reppien (CDU). Neuer Vorsitzender des Jugendhilfeausschuss wird Björn Roth (CDU) und Irene Vehring (CDU) verliert ihren Vorsitz des Kulturausschusses an Edeltraut Graeßner (SPD). Die Sozialdemokraten stellen mit dem Brögberner Hermann-Otto Wiegmann auch den neuen Schulausschuss-Vorsitzenden.

Geschäftsordnung

25. Oktober 2011

Gestern Abend haben wir in der Sitzung der BürgerNahen-Stadtratsfraktion die neue Geschäftsordnung des Rates besprochen. Sie soll am 2. November in der ersten Sitzung des neuen Rates beschlossen werden. Wir sind uns einig: Die neue Geschäftsordnung des Rates  wollen wir jedenfalls in einem wesentlichen Punkt geändert haben. Dazu weiß heute die Ems-Vechte-Welle dies:

Die BürgerNahen fordern die Live-Übertragung von Ratssitzungen im Internet. Zuletzt hat der Rat der Stadt dieses Thema vor etwa einem Jahr diskutiert. Damals wurde der Vorschlag mehrheitlich abgelehnt.
Die BürgerNahen berufen sich auf das Grundrecht der Rundfunkfreiheit aus der Verfassung. Dieses Verfassungsrecht gewährleistet, über die öffentlichen Sitzungen des Stadtrates mittels Video-/Audioaufzeichnung oder mittels Direktübertragung zu berichten. Bürgerinnen und Bürgern würde es so außerdem erleichtert sich über Beschlüsse des Stadtrates auf dem Laufenden zu halten.
In der Grafschaft Bentheim ist ein Live-Stream zur Übertragung der Kreistagssitzungen bereits geplant.

Unser BN-Antrag im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Krone,

die Fraktion Die BürgerNahen beantragt, den  vorliegenden Entwurf einer Geschäftsordnung des Rates in § 2 (Öffentlichkeit der Sitzungen des Rates, § 64 NKomVG)) wie folgt zu ändern:

Die Sätze 1 bis 5 (bisheriger Wortlaut) werden Absatz 1. Der neue Absatz 2 lautet:

(2) Ratssitzungen werden als Livestream im Internet übertragen. Die Übertragung und Aufnahme von Sitzungen im Rahmen von Fernseh- und  Rundfunkaufnahmen sind gewährleistet.

Begründung:
Zuletzt hat der Rat der Stadt am 27.10.2010 das Thema diskutiert und den Beschlussvorschlag 322/2010 mehrheitlich abgelehnt. Indes enthält die Verfassung das Grundrecht der Rundfunkfreiheit aus Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG. Dieses Verfassungsrecht gewährleistet,  über die öffentlichen Sitzungen des Stadtrates mittels Video- /Audioaufzeichnung oder mittels Direktübertragung zu berichten. Dem entspricht der Beschlussvorschlag.  Hinzu kommt, dass die authentische Information über  die Beschlüsse und die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an den Ratsbeschlüssen unabweisbar notwendig ist.  Dem dient die technisch mögliche Übertragung der Sitzung als sog. Livestream im Internet.

Die weitere Begründung erfolgt mündlich.

Mit freundlichen Grüßen
Die BürgerNahen -Fraktion im Rat der Stadt Lingen (Ems)
iV Robert Koop, Vors.

Friedensgespräche

25. Oktober 2011

Sie sind eine der bemerkenswerten kulturellen Initiativen in der Region: die Osnabrücker Friedensgespräche. Es gibt sie inzwischen seit 25 Jahren, aber  sie beziehen sich auf ein deutlich länger zurück liegendes Ereignis: Am 25. Oktober 1648 wurde von der Osnabrücker Rathaustreppe der Westfälische Friedenverkündet. „Die Stadt Osnabrück (Wappen lks.) und ihre Bürgerschaft verstehen dieses historische Vermächtnis als Auftrag, für eine friedliche Entwicklung in unserer Gesellschaft einzutreten. Jährlich wird mit einem Ökumenischen Gottesdienst, dem traditionellen Steckpferdreiten der Osnabrücker Grundschulen, einem Osnabrücker Friedensgespräch und dem  Konzert „musica pro pace“ an das Ereignis erinnert.“ (Prospekt)

In diesem Jubiläumsjahr hält heute der ehem. Bundespräsident Roman Herzog den Festvortrag über  „Idee und Realität Europas„.  Herzog hatte jünst gesagt, dass eine Kontrolle der Haushaltsdefizite der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union durch die EU unabdingbar sei. Weiterhin bestünden Möglichkeiten und Anreize, sich auf Kosten der anderen Staaten übermäßig zu verschulden, warnt Altbundespräsident Herzog. Es wird erwartet, dass Herzog auf diese aktuelle Thematik im Rahmen der Friedensgespräche eingehen wird. Beginn ist um 19 Uhr in der OsnabrückHalle. Joachim Knuth, Hörfunkdirektor des Norddeutschen Rundfunks, wird die Veranstaltung moderieren und ein Gespräch mit dem ehemaligen Bundespräsidenten führen. Der Eintritt ist frei.

Zuvor feiert ab 18 Uhr die Arbeitsgemeinschaft Christilicher Kirchen im Osnabrücker Dom den Osnabrücker Friedenstag. Die Veranstaltung steht dabei unter dem Motto „Hoffnung hinter Mauern. 50 Jahre Amnesty International“. Die Feiern zum Osnabrücker Friedenstag setzen sich im November fort. Am 12. und 14. November werden in der Bischofskirche zwei friedensmusikalische Kompositionen vom Osnabrücker Symphonieorchester, dem Osnabrücker Domchor und des Osnabrücker Jugendchors aufgeführt. (mehr…)

Quellen

EWE

24. Oktober 2011

Es darf gewettet werden, wie lange der Lingener Werner Brinker noch Vorstandsvorsitzender des in Oldenburg beheimmateten Energieversorgers EWE ist. Einen Tag, eine Woche, einen Monat? Ein Jahr wohl kaum. Denn nach den großen, für das Ansehen des Unternehmens schädlichen Diskussionen um ungerechtfertigte Preiserhöhungen -guckst du hier– kommt die Aktiengesellschaft  einfach nicht aus den negativen Schlagzeilen. In Kiel werfen die dortigen Stadtwerke der EWE Kundenfang mit Methoden von Drückerkolonnen vor (mehr…). Das wird der Vorstandsvorsitzende kaum überstehen, auch wenn Arbeitnehmervertreter wie Aufsichtsratsmitglied Aloys Kiepe (ver.di) jüngst in Delmenhorst den EWE Konzern als „gut aufgestellt“ bezeichnen.

EWE  macht rund 7 Milliarden Euro Umsatz und  gehört zu 74 Prozent insgesamt 21 Städten und Landkreisen in Weser-Ems und Nordniedersachsen. Ein besonders einflussreiches Mitglied des 16-köpfigen EWE-Aufsichtsrats ist übrigens der scheidende emsländische Landrat Hermann Bröring (CDU).

Hier ein Screenshot mit  kritischen Berichten, die in den letzten Wochen allein in der tageszeitung (taz) erschienen sind: