Deutungshoheit

28. September 2011

Aus dem Blog von Michael Spreng:

„Bis vor einer Woche konnte die Piratenpartei ihr Bild in der Öffentlichkeit selbst bestimmen. Sie hatte die Deutungshoheit über sich selbst. Sie tauchte unter der öffentlichen und veröffentlichten Meinung durch. Sie prägte ihr eigenes Image im Internet und mit witzigen Plakaten (“Warum häng ich hier eigentlich. Ihr geht  ja eh nicht wählen”) und origineller Fundamentalkritik an den etablierten Parteien (” Wir sind die mit den Fragen. Ihr seid die mit den Antworten”).

Seit ihrem sensationellen 8,9-Prozent-Erfolg bei der Berliner Wahl haben die Piraten die Deutungshoheit verloren. Eine Internet-Partei lernt die Macht der alten Medien kennen. Das Fernsehen, die Zeitungen und Zeitschriften prägen jetzt das Bild der Piraten in der Öffentlichkeit – mehr als es das Internet kann. Talkshows und andere TV-Auftritte verändern die Hierarchie der Piraten oder stellen sie erst her. Das zentrale Wahlversprechen Transparenz wird hart geprüft.

Die TV-Sender suchen sich ihre fernsehkompatiblen Typen. Weil der Berliner Spitzenkandidat Andreas Baum vor einer Kamera wenig attraktiv ist, sucht sich…“

Fortsetzung auf Sprengsatz.de

Eine Antwort to “Deutungshoheit”

  1. küster said

    Markenware

    Wir kennen das: „Limitierte Auflage, nur für kurze Zeit!“

    So macht es zum Beispiel das Unternehmen Lorenz, wenn es eine neue Rezeptur für seine Kartoffelchips kreiert hat. Die heißen dann erst mal „Western Stile“ oder „Thai Chili“, Letztere waren sogar richtig lecker. Jedenfalls für meinen bescheidenen Gaumen.
    Nun aber ist die „limitierte Auflage“ nicht nur ein wahrer Marketinggag, sondern auch die „große Testphase“! Verkauft sich das Glumpert nicht, war das noch immer kein Ansehensverlust.

    Anders in der Politik! Hier hat eine Marke ziemlich „versch…“! Sagt jedenfalls ein Herr der mittleren Managementebene aus Schleswig-Holstein (FDP). Weil da ja nix mehr ist mit Hot Chili und Käse im Brühwürfel. Wie der Hai der Piraten in Kräuterkruste.

    Was aber will uns das sagen:

    1. Lorenz nimmt seine verkorkste Rezeptur vom Markt.
    2. Der Mensch, der das öffentlich geäußert hat wird gefeuert.
    3. Der Käse wird dem Brühwürfel entfernt!

    In der Politik aber wird eine Marke“ mit der Wahlkampfkostenrückerstattung so lange am Leben erhalten,
    bis es auch dem Letzten nicht mehr schmeckt. Oder die Piraten keine Fische mehr fangen! Schade eigentlich!

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