Offensiv

25. September 2011

Nicht nur Wertkonservative, Bauern und Umweltschützer sprechen von Zersiedelung, wenn es um neue Baugebiete auf der grünen Wiese geht. Bei uns verkauft die Stadt (hier ein aktuelles Bild von der Internetseite) dieses wenig nachhaltige Handeln immer noch flott als „offensive Baulandpolitik“.

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(Foto-Screenshots: Internetseite der Stadt Lingen (Ems); Report München)

11 Antworten zu “Offensiv”

  1. Frank O. said

    Wo,in Lingen, sind denn die ganzen Fachwerkhäuser die leer stehen?
    Und wieso sollen junge Familien nicht die Wahl haben ob sie ihr Eigenheim in 2 Monaten bauen dürfen und am Stadtrand wohnen wollen, sondern müssen üder Jahre langwierig alte Gemäuer sanieren und mit Hund und Ponny in den Stadtkern ziehen?

    Und was soll die Reportage uns sagen? Möchten Sie Holländer einsiedeln aber Herrm Bröring jun. nicht?
    Ausserdem sehe ich in „Report“ nur kleine Dörfer und keine 55k Stadt.
    Also ich finde schon, dass das Baulandangebot, in Lingen, atraktiv ist.

  2. Brad Chase said

    Ja, genau richtig. Junge Bauwillige in die Innenstadt pressen. Das wird nicht klappen. Damit drückt man nur die investitionswilligen jungen Familien in die Nachbardörfer wie Lohne, Dalum, Geeste, Osterbrock und Bawinkel. Wenn wir das wollen, dann man weiter in Koops Fahrwasser. Ansonsten sollten wir den jungen Familien es ermöglichen, ihren Wunsch vom Eigenheim in Lingen zu erfüllen

  3. ulrike said

    In einigen Jahren werden sich die Umlandgemeinden nicht mehr die Bauwilligen gegenseitig abwerben können, weil schlicht keine mehr da sind. Eine schrumpfende Bevölkerung braucht nicht mehr und mehr zersiedelte Fläche und auch die zu schaffende Infrastruktur wird nicht mehr zu bezahlen sein. Am besten gibt man den jungen Bauwilligen im Außenbereich ein Zertifikat in die Hand,das bestätigt,daß Haus und Grundstück in ihrem Alter nichts mehr Wert sind mangels Käufern.Dann weiß jeder,wo er dran ist.

  4. Weltbürger said

    Diese Argumentation hinsichtlich Wertverlust von Neubauten im Ortsteilen ist doch langsam hirnrissig. Natürlich weiß jeder, der dort ein Grundstück erwirbt und baut, dass er bei einem Verkauf möglicherweise das eingesetzte Kapital nicht zurückbekommt. Aber für diese Bauwilligen spielen doch ganz andere Argument eine Rolle, gerade dort zu bauen.
    Warum versucht man diesen Menschen immer „eine gewisse Naivität“ zu unterstellen?
    Es gibt sicher gewichtige Argumente gegen die zügellose Ausweisung von Baugebieten in den Ortsteilen, aber eben nicht das des sofortigen Wertverlustes.

    • Grüne Gurke said

      @weltbürger
      Wenn Sie heute im Emsland ein neues Haus für 250.000 Euro fertig stellen, können Sie es morgen früh nur noch für 180.000/200.000 Euro wieder verkaufen, wenn Sie überhaupt einen Käufer finden. Dieser Wertverlust bleibt auf Dauer. Es profitieren nur die Banken. Das ist ein _objektives_ wirtschaftliches Argument gegen „Bauen auf der grünen Wiese“ (Koop). Ökologisch spricht die Zersiedelung gegen neue Baugebiete.

  5. Hans Peters said

    @Frank O.
    Da ist es wieder das Problem: Gutes Gefühl jetzt oder Nachhaltigkeit auf Dauer.

  6. Toni said

    Es geht doch überhaupt nicht darum, dass jungen Familien verboten werden soll, dass sie sich nicht ihren Traum vom Eigenheim erfüllen können. Aber das muss alles mit Sinn und Verstand umgesetzt werden und eben nicht pauschal durch immer neue Baugebiete.
    Ich finde es völlig legitim, wenn man zB der BN folgt und sagt, dass bestehende Häuser im Stadtkern saniert und renoviert werden können; und da dann zu ähnlichen Konditionen/Subventionen, wie ein Neubau „auf dem Land“.

    Warum auch nicht? Die Argumente sprechen ohnehin für das Stadtgebiet: Die Strukturen sind vorhanden und die Erreichbarkeit idR um ein vielfaches besser.
    Schon aus dem Gauerbach ist es mit dem Fahrrad eine „kleine Weltreise“, um nur in die Innenstadt zu kommen oder zum Linus oder zum Kino.
    Und auch über die „abwanderungswiligen“ Familien, die vielleicht mit 2-3 Kindern nach z.B. Lohne ziehen wollen, mache ich mir keine Sorgen, wenn man dort einmal gegenrechnet, dass die Kinder spätestens mit 18 ein eigenes Auto bekommen. Die Erparnis für den günstigeren Grundstückspreis ist dann auch irgendwann aufgebraucht; mal abgesehen davon, dass man im Alter noch weniger flexibel ist und kein ggf Auto mehr hat.

    • Job said

      Die Argumente sprechen eindeutig dagegen:
      Altstadtfest, Bürgerschützenfest, Spinolamarkt, Kivelingsfest usw. Und natürlich die Kosten für eine Grundsanierung des Altbaus.

  7. D.D. said

    Zumindest muss es statthaft sein, die aktuelle Wohnungsbaupolitik in Lingen mal kritisch zu hinterfragen. Welches Konzept hat man denn für die Zukunft zahlreichen Altbausiedlungen, wie z.B. im nahezu gesamten Strootgebiet?

    Wenn es nicht gelingt, diedortigen Grundstücke und Immobilien für Junge Ansiedlungswillige Familien attraktiv zu machen, sieht die Zukunft solcher Siedlungen mehr als düster aus.

    Leerstände, soziale Brennpukte und ein unumkehrbarer Mangel an Attraktivität sind die logische Konsequenz.

    Mit dem unkontrollierten Ausweisen immer neuer Baugebiete muss Schluss sein. Ferner fehlt ein stadteigenes Konzept zur Förderung der Altbausanierung. Fast noch wichtiger wäre eine Steigerung der Abrissquote, nicht mehr sanierungsfähiger Objekte in gewachsenen Wohngebieten.
    So können sich junge Familien ihren Traum vom Eigenheim auch in unmittelbarer Stadtnähe oder Altbausiedlungen der umliegenden Stadt- und Ortsteile verwirklichen.

    Wie sonst will man auch den heute stark überalterten Siedlungen eine attraktive Zukunft verleihen!?

  8. R.T. said

    Die Argumente gegen Neubaugebiete treiben hier schon seltsame Blüten. Da werden spätere Autoanschaffungskosten für 18jährige Zöglinge aus Lohne den höheren Grundstückspreisen im Stadtgebiet entgegen gesetzt um zu zeigen, dass wegziehen nach Lohne nicht lohnt (Toni)? Als wenn der 18jährige Stadtbewohner NICHT auf die Idee käme, sich ein Auto zu wünschen sondern zufrienden weiter das Rädchen und die „vielfältigen“ ÖPNV-Angebote nutzt.
    Oder der Wertverlust als Argument gegen das Eigenheim? Das eigene Haus ist kein Investitionsobjekt, das man mit Gewinn auf den Markt wirft wenn man ein gewisses Alter erreicht hat und es ab in die Residenz geht!
    Und kommt mal einer auf die Idee, dass Viele gar nicht täglich in die „vorhandenen Strukturen“ wie Linus, Passage oder Kino strömen möchten, sondern das ruhigere Umfeld, Platz und natürliche Entfaltungsmöglichkeiten für sich und ihre Kinder bevorzugen?

    Ich stimme Weltbürger und Frank O. zu und frage mich in Anbetracht von Ulrikes Endzeitstimmung, ob manche sich resignierend in die Ecke setzen und auf das Aussterben warten soll.
    Fragen nach Konzepten für Wohnentwicklung sind legitim, die Menschen mit der demografisch-ökologischen Keule zu bevormunden, führt ausschließlich zum Inhalt des 2. Kommentares (Brad Chase).

  9. Toni said

    @R.T.

    Jetzt mal keine Stimmungsmache, sondern Tatsachen. Junge Erwachsene, die in Lohne wohnen, fordern geradezu ein Auto. Entweder haben Sie keine Kids in dem Alter oder Sie erlauben es nicht; aber Fakt ist, dass der Nachwuchs einen Pkw will, um nach LIN oder NOH zu fahren.

    a) Lohne hat also ein Gymnasium? Wäre mir neu!!
    b) Lohne hat ein Kino?
    c) Lohne hat ein Schwimmbad?
    d) McDonalds?
    e) einen Bahnhof?

    Wenn ich in Lingen wohne, haben die Eltern zumindest die Option zu sagen, dass man mit dem Rad fährt. Von zB Lohne ist das schier unmöglich…
    Die Autos werden nunmal gekauft; das mögen Sie vllt anders halten, aber ich kenne es genauso aus eigener Erfahrung.

    Und welche 16-25 Jährigen Leute wollen denn die Ruhe? Das ist einfach quatsch und dafür sehe ich zu viele NOH Kennzeichen vor ‚m Kino ;)))

    (Lohne ist sicherlich lebenswert und auch günstig, um dort zu bauen; aber es ist am Ende nicht billiger!!)

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