Alter Hafen

22. September 2011

Im Rahmen der so genannten „frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“  zum Bebauungsplan Nr. 173 „Alter Hafen“ führt die Stadt Lingen (Ems) heute   am 22. September um 19:30 Uhr im IT-Zentrum an der Kaiserstraße eine Bürgerversammlung durch. Ich freue mich, dass meine Anregung zu dieser Bürgerversammlung doch noch aufgegriffen worden ist. Erst wollte die Verwaltung nicht so recht.

Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema, wie denn das Quartier um den Alten Hafen entwickelt werden soll, werden in der Bürgerversammlung die städtebaulichen Entwürfe aller drei beauftragten Architekturbüros für das Areal des „Alten Hafen“ vorgestellt. Es sollten alle drei Architekturbüros ihre Arbeiten vorstellen; mal sehen, ob das klappen wird. Ausschnitte aller Planungen waren bereits im Foyer des Neuen Rathauses der Stadt Lingen in einer öffentlichen Ausstellung zu sehen. Anschließend soll „gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern über die verschiedenen Entwürfe diskutiert“ werden. „Die seit langer Zeit brachliegende Fläche hat aufgrund der attraktiven zentralen Lage großes Potenzial, den Bedarf an hochwertiger Wohnbebauung, touristischen Angeboten nebst Hotelstandort und Etablierung eines belebten Zuganges zum Wasser abzudecken“, heißt es ergänzend  in der öffentlichen Einladung der Stadt.

Mindestens die folgenden Probleme gibt es nach meiner Meinung für den und  in dem Bereich:

  • Durch die wenig zielführenden Baugenehmigungen für die drei  Appartementhäuser auf der alten Lagereifläche Klukkert ist sehr viel Entwicklungspotential des Bereichs verloren gegangen. Wie kann man dies kompensieren?
  • Wie wird das Quartier erschlossen, wie die Pkw-Abstellmöglichkeit gelöst?
  • Wie realistisch ist die Planung für ein Hotel in diesem Bereich, wenn gleichzeitig am Bahnhof ein 4-Sterne-Hotel entsteht und auch das „Alte Landhaus“ seine hochwertige ***-Hotelkapazität umfangreich erweitert?
  • Welche Auswirkungen hat es für den ganzen Hafen-Plan, wenn das geplante Hotel ein Viertel des Hafenkais verschlösse?
  • Was wird mit der gewerblichen Nutzung an der Westseite des Hafens?
  • Wird das Quartier „Alter Hafen“ mit Emsauenpark und Ressourcen (Parkplatzflächen, LINUS-Bad, Kulturforum St. Michael, Emslandstadion) in Reuschberge verbunden und wenn ja, wie?


(Grafik: © Bolles + Wilson)

3 Antworten to “Alter Hafen”

  1. Maraian said

    Schade, dass Du nicht vor Ort bist… Aber Du stellst ja wenigstens die richtigen Fragen … Oder wie war das noch?

    • Doch, doch.. ich war vor Ort… Allerdings pflege ich bei Bürgerversammlungen grundsätzlich zuzuhören. Fragen stelle ich in erster Linie in den Ratsgremien. Und wenn es gewünscht wird, hört man da auch Antworten von mir. Einfach mal reinschauen!
      Mein erstes Fazit nach heute Abend:
      Beim neuen Alten Hafen sind schon wieder alle Verwaltungsverantwortlichen ganz euphorisch. Das lässt eher Schnellschüsse, aber nichts nachhaltig Gutes erwarten. Beispielsweise ist die von Bolles + Wilson (Münster) entworfene Planung der Halbinsel zwischen Hafenbecken und Dortmund-Ems-Kanal nicht gelungen. Ich nenne mal den Bebauungsvorschlag bieder. Auch die drei spitzgiebeligen „Loft“-Häuser von Wilson + Bolles können nicht das letzte Wort sein. Wo ein einziges prägendes Lagerhaus stand, müssen nicht gleich drei schmale Backsteinhäuser an dieses, 1996 voreilig abgerissenes Bauwerk erinnern und schon gar nicht sollte eines dieser drei baugeschichtlichen Zitate ganz vorn in der von großen alten Laubbäumen geprägten Halbinselspitze entstehen. Auch die Bemerkung von Planungsamtsleuter Peter Krämer, man könne Parkflächen für Autos in den weniger gefragten Erdgeschossflächen bereit stellen, ist eine ausgesprochene Schnapsidee.
      Eigentlich sollten Bürgerversammlungen auch dazu dienen, klar die offenen Fragen und Probleme anzusprechen. So war es jedenfalls früher. Heute wird aber von den Verwaltungsbeamten schulterklopfend begeistert bejubelt, was an ersten Gedankenskizzen auf dem Tisch liegt. Das ist meist aber nur sehr voreilig. Mit anderen Worten: Nachdem die drei Kamphorsthäuser das neue und so wichtige Quartier bereits architektonisch wie stadtplanerisch belasten, muss mehr als eine interessante Ideenskizze eines guten Architekten wie Peter Wilson auf den Tisch. Dieses „Areal“ braucht einen ordentlichen städtebaulichen Wettbewerb, keinen Schnellschuss mit Parkplätzen in den Erdgeschossen von Gebäuden. Wir bauen für Jahrhunderte. Das braucht Qualität, Sorgfalt und Ideen.

  2. Tobias D. said

    Doch, doch… er war vor Ort…

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