Entlassung

22. September 2011

Manchmal bleibt mir immer noch die Spucke weg. Da werden in Lathen 60 Mitarbeiter der Transrapid-Teststrecke entlassen und das wird Ihnen auf eine unglaublich verkommene Weise mitgeteilt:

„Einst war sie ein Vorzeigeprojekt für Niedersachsen: die Magnetschwebebahn. 1985 wurde die Teststrecke für den Transrapid im emsländischen Lathen eröffnet. Doch dann fanden dort vor fünf Jahren 23 Menschen den Tod, elf Menschen wurden schwer verletzt. Ein Transrapid war auf der Teststrecke mit mehr als 170 Stundenkilometern in einen Wartungswagen gerast. Am Donnerstag haben Politiker und die Eltern des eines Opfers zum Gedenken an die Toten einen Kranz am Gedenkstein an der Unglücksstelle niedergelegt. Während der Kranzniederlegung verkündete die Betreibergesellschaft die Entlassung von 60 Mitarbeitern.

Bislang hatte sich die Betreibergesellschaft der Transrapidanlage, die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft (Iabg), nicht zu den Diskussionen über das mögliche Ende geäußert. Während des Gedenkens an die 23 Toten und die elf Verletzten des Unglücks teilte der Chef der Betreibergesellschaft Rudolf Schwarz gegenüber dem NDR das endgültige Aus für die Transrapid-Teststrecke mit. Als Grund …“

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Alter Hafen

22. September 2011

Im Rahmen der so genannten „frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“  zum Bebauungsplan Nr. 173 „Alter Hafen“ führt die Stadt Lingen (Ems) heute   am 22. September um 19:30 Uhr im IT-Zentrum an der Kaiserstraße eine Bürgerversammlung durch. Ich freue mich, dass meine Anregung zu dieser Bürgerversammlung doch noch aufgegriffen worden ist. Erst wollte die Verwaltung nicht so recht.

Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema, wie denn das Quartier um den Alten Hafen entwickelt werden soll, werden in der Bürgerversammlung die städtebaulichen Entwürfe aller drei beauftragten Architekturbüros für das Areal des „Alten Hafen“ vorgestellt. Es sollten alle drei Architekturbüros ihre Arbeiten vorstellen; mal sehen, ob das klappen wird. Ausschnitte aller Planungen waren bereits im Foyer des Neuen Rathauses der Stadt Lingen in einer öffentlichen Ausstellung zu sehen. Anschließend soll „gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern über die verschiedenen Entwürfe diskutiert“ werden. „Die seit langer Zeit brachliegende Fläche hat aufgrund der attraktiven zentralen Lage großes Potenzial, den Bedarf an hochwertiger Wohnbebauung, touristischen Angeboten nebst Hotelstandort und Etablierung eines belebten Zuganges zum Wasser abzudecken“, heißt es ergänzend  in der öffentlichen Einladung der Stadt.

Mindestens die folgenden Probleme gibt es nach meiner Meinung für den und  in dem Bereich:

  • Durch die wenig zielführenden Baugenehmigungen für die drei  Appartementhäuser auf der alten Lagereifläche Klukkert ist sehr viel Entwicklungspotential des Bereichs verloren gegangen. Wie kann man dies kompensieren?
  • Wie wird das Quartier erschlossen, wie die Pkw-Abstellmöglichkeit gelöst?
  • Wie realistisch ist die Planung für ein Hotel in diesem Bereich, wenn gleichzeitig am Bahnhof ein 4-Sterne-Hotel entsteht und auch das „Alte Landhaus“ seine hochwertige ***-Hotelkapazität umfangreich erweitert?
  • Welche Auswirkungen hat es für den ganzen Hafen-Plan, wenn das geplante Hotel ein Viertel des Hafenkais verschlösse?
  • Was wird mit der gewerblichen Nutzung an der Westseite des Hafens?
  • Wird das Quartier „Alter Hafen“ mit Emsauenpark und Ressourcen (Parkplatzflächen, LINUS-Bad, Kulturforum St. Michael, Emslandstadion) in Reuschberge verbunden und wenn ja, wie?


(Grafik: © Bolles + Wilson)

Willkommen

22. September 2011

Der Papst besucht Deutschland. Er  wird u.a. im Deutschen Bundestag sprechen. Rund 100 Parlamentarier von SPD, Bündnis’90/Die Grünen und „Die Linke“  haben inzwischen angekündigt, an der Rede nicht teilnehmen zu wollen. An diesem  Fernbleiben entzündet sich zunehmender  Streit. SPD und CDU/CSU geißeln „Hochmut und Kleingeist“ bei den Abgeordneten, die die Rede nicht hören wollen.  Ich kann diese Kritik nachvollziehen und schwanke bei meiner Beurteilung des Boykotts zwischen lächerlich, unhöflich und kindisch-peinlich. (Dazu hier Lesenswertes von Matthias Matussek und Christiane Florin)

Einige Abgeordnete wollen am Donnerstagnachmittag an einer Anti-Papst-Demo in Berlin teilnehmen. Die Veranstalter vom Bündnis „Keine Macht den Dogmen“ rechnen mit bis zu 20.000 Teilnehmern. Daran könnte ich teilnehmen, weil sie gegen die katholische Sexualmoral, die Diskriminierung der Frauen in der Kirche und seine Nachsichtigkeit gegenüber demokratiefeindlichen innerkirchlichen Gruppen gerichtet ist (mehr…). Die weitere Kritik der Organisatoren an der Papstrede im Bundestag hingegen halte ich -siehe oben- für  ausgemachten Kappes.

Zum Besuchsprogramm des Papstes weiß übrigens  DIE ZEIT  dies:
„In Berlin, der ersten Station, wird er das Gespräch mit der Politik suchen; in Erfurt, just in jenem Augustinerkloster, in dem Martin Luther Antipäpstliches formulierte, bemüht er sich um den Dialog mit der evangelischen Kirche. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin dauert der Gedankenaustausch länger als ursprünglich vorgesehen, exakt von 11.45 Uhr bis 12.20 Uhr. Er wird im Eichsfeld Marienfrömmigkeit zelebrieren und in Freiburg im Konzerthaus sprechen. Dazwischen sind Begegnungen mit der jüdischen Gemeinde, Vertretern des Islams und Opfern des Missbrauchs vorgesehen, über allem schweben die Messfeiern vor großer Gemeinde.“