Alkohol

18. September 2011

Der nüchterne Kommentar von Sabine Stüting (BN) tut gut. Ich lese ihn und weiß: Das Lingener Altstadtfest ist in diesem Jahr  zu einer wirklichen Sauf-und-Pinkelorgie verkommen, auf der dann geradezu zwangsläufig auch noch heftig geprügelt wurde. Hätte es nicht am frühen Sonntagmorgen so heftig geregnet, würde unsere Lingener Innenstadt stinken wie ein nie gereinigtes, vollgekotztes Ostblockurinal. Das  war schmutzig, überlaut und aggressiv. Mitternächtlich waren drei Viertel der Besucher augenscheinlich betrunken und aufgebrezelte 12-jährige hatten die Bierflasche am Hals. Für alle Innenstadtbewohner ist vor allem die fehlende WC-Entsorgung eine einzige Zumutung. Die „Ab-1-Uhr-ist-Ruhe-Regel“ wurde nicht beachtet. Es gab kein Sicherheitspersonal.

Das Fest muss wieder ein Fest werden. Doch die Organisatoren des finanziell maroden LWT wuppen das nicht mehr. Sie wirken überfordert, wollen vielleicht nur ihre schlechten Finanzen mit den Einnahmen verbessern, aber nehmen nicht zur Kenntnis, wie andere Kommunen solche Feierlichkeiten klüger und durchdachter durchführen. Die ganze Veranstaltung gehört, so wie sie jetzt  emslandrosenmontagsähnlich alkoholisiert abläuft, dringend auf den externen Prüfstand.

Hier die weiteren Bemerkungen von Sabine Stüting:

„Das Altstadtfest an diesem Wochenende hat einige unschöne Seiten aufgezeigt, neben allem, was – wie immer – gut lief und Spaß gemacht hat (Gruß an Revoice!).  Schon Freitag nachmittag waren die ersten Angetrunkenen in der Stadt unterwegs. Viele Jugendliche waren schon am Bahnhof angetrunken und zogen gröhlend in die Stadt, die obligatorischen Rucksäcke klingend dabei. Die Polizeinachrichten über Massenschlägereien am Pferdemarkt und am AWO-Spielplatz in der Nacht von Samstag auf Sonntag sind definitiver Tiefpunkt – ich kann mich nicht erinnern, ähnliches im Zusammenhang mit dem Altstadtfest je gehört zu haben.

Zugegeben unbewiesen/unbeweisbar sehe ich da einen Zusammenhang. Mit Sicherheit wird das Thema Alkoholkonsum auch bei Jugendlichen wieder diskutiert werden, und zu diskutieren gibt es einiges, wenn beim ASF selbst 14-jährige keine Probleme hatten, an den Verkaufsständen Bier nachzuordern. Allgemein…“

Fortsetzung im Blog der BürgerNahen…

Friedenspreis

18. September 2011

Am Freitagmorgen hat der marokkanisch-französische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück erhalten.  Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt der 67-jährige  für sein Lebenswerk, in dem der Preisträger für ein friedliches Miteinander der christlichen und  islamischen Kulturen eintritt.

Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) überreichte den Friedenspreis im historischen Friedenssal des Osnabrücker Rathauses und erinnerte dabei auch an die jüngst erschienene Essay-Sammlung „Arabischer Frühling“ des  Preisträgers.  Sein aktuelles Buch setzt sich mit Ursachen und Folgen der Demokratiebewegung in Nordafrika und im Nahen Ostem auseinander.

Boris Pistorius: „Wer sich mit Tahar Ben Jellouns Büchern beschäftigt, wird sehen, mit welch eindrucksvoller Empathie und Erfahrung Jelloun Probleme und Fragestellungen aufgreift und verständlich macht. Mit seinem aktuellen Buch ‚Arabischer Frühling‘ schärft sein innerer Blick unser Verständnis dafür, was zurzeit in der arabischen Welt geschieht und warum es geschieht.“

Ein weiterer Friedenspreis-Preisträger 2011 ist die Organisation Pro Asyl.  Sie erhielt einen  mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis „für ihr Engagement zum Schutz verfolgter Menschen“. Laudator  Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) hob in seiner Rede  die herausragende Arbeit der Organisation für die Rechte der Flüchtlinge  in Deutschland und Europa hervor. Prantl kritisierte dabei gleichermaßen  die Asylpolitik allgemein und d besonders en Umgang mit Flüchtlingen an den EU-Außengrenzen.

Osnabrück, die Stadt des Westfälischen Friedens von 1648, verleiht seit 20 Jahren im zweijährigen Rhythmus den, nach dem in ihren Mauern  geborenen Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Erich Maria Remarque benannten, Friedenspreis für belletristische, journalistische oder wissenschaftliche Arbeiten, die für  beispielhaftes Engagement für Frieden, Humanität und Freiheit stehen. In diesem Jahr erfolgte die Preisvergabe zum 11. Mal.  Unter den bisherigen  Preisträger waren unter anderem Henning Mankell, Lew Kopelew und Hans Magnus Enzensberger.

Nebenbei fiel mir wieder, als ich auf der Seite des NDR die Information über die Auszeichnung  las und mich darüüber  freute, dieses unwürdige Provinzgezerre ein. Die amoralische Haltung der dafür Verantwortlichen in Wietmarschen-Lohne besteht übrigens unverändert. Dies als update.

(Quelle: NDR; von mir aufgrund eines urheberrechtlichen Hinweies des NDR überarbeitet am 20.09.2011)