Kirin Winds

17. September 2011

Kirin Winds
Jorunn Solløs, Flöte
Sai Kai, Oboe
Nicolai Eghorst, Klarinette
Jeppe Rasmussen, Horn
Catarina Zeh, Fagott
mit Werken von Mozart, Koch, Hindemith und Nielsen
Haselünne – Klosterkirche (Eingang Neustadtstraße
Sonntag, 18. September 2011, 18 Uhr
Eintritt: 15,00 EUR Erwachsene, tlw Ermäßigungen 

ps Nach dem Konzert findet für alle Besucher und Künstler ein Empfang zum Abschluss der Klosterkirchenkonzerte 2011 mit kleinem kostenlosen Imbiss im Berentzen Hof, Hansesaal, statt.

Reinhard Mey

17. September 2011

Zwar lieferte gerade die „Lingen“-Suche auf seiner Internetseite „keine Ergebnisse“. Aber Reinhard Mey kommt heute wirklich. Die 750 Eintrittskarten für sein heutiges Konzert  im Theater an der Wilhelmshöhe in Lingen (Ems) waren ratzfatz vergriffen, zumal -wie Kulturamt-Macher Andreas Löpker der LT per PM berichtete-  das Lingener Konzert eines von nur zwei Vorbereitungskonzerten ist, mit denen sich Mey auf seine, nach seinem 25. Album benannte „Mairegen-Tour“ durch die größeren Hallen einstimmt. Auch dort sind für die meisten seiner mehr als 60 Konzerte in zwei Monaten (!) „zzt. keine Tickets“ (mehr) „verfügbar“. Wir erleben wohl einen Triumphzug des 68-jährigen durch die Republik.

Nebenbei noch eins: Bislang war ich überzeugt, dass Amateur- und Überflieger Reinhard Mey seine private Fluglizenz im benachbarten Klausheide  gemacht und und dort sein „Über den Wolken“-Lied entstanden sei. Das hab ich auch vielfach erzählt, doch seit heute bin ich aufgeklärt, dass Wilhelmshaven das Erstgeburtsrecht eines seiner größten Lieder für sich in Anspruch nehmen kann. Schade! Sei’s drum, für alle, die keine Karte ergattert haben, „Über den Wolken…“ hier unter meinen Zeilen und viel Spaß heute Abend im Theater.

Nachtrag: Reiner „Zammeck“ Lampenschulten, einer der Protagonisten des Luftsportverein Lingen eV mit Sitz in Klausheide, meinte heute früh am BN-Informationsstand nachdrücklich, der Reinhard Mey habe in Klausheide „das Fliegen gelernt“. Was nun?

Lieber Andreas Löpker, klären Sie das bitte mit dem Künstler persönlich und fragen ihn heute Abend.

Berlin

17. September 2011

Berlin wählt!

„…und das ist gut so!“

Durchblick

17. September 2011

Postbriefkasten: Kein Wahlamt oder Wahllokal

Die Lingener Verwaltung hat das Wahlergebnis der Kommunalwahlen an einigen Stellen „geringfügig korrigieren müssen“, berichtet heute die LT. In einem Fall sei ein vom Wahlvorsteher am Wahlabend als Schnellmeldung telefonisch durchgegebenes Wahlergebnis für eine Partei später anhand des schriftlichen Protokolls berichtigt worden. Außerdem seien zwischen 15 und 20 für ungültig erklärte Stimmzettel nach nochmaliger Prüfung für gültig erklärt worden.

Besonders ärgerlich: Knapp 300 Stimmen von 95 Briefwählern sind bei der Kommunalwahl am vergangenen Sonntag in Lingen unberücksichtigt geblieben. Sie stammen ausnahmslos von Briefwählern, deren Wahlbriefe erst am Montag bei der Stadt eintrafen. Die Wahlbriefe hatten das Wochenende über irgendwo bei der Post gelegen – viele im Osnabrücker Briefzentrum der Deutsche Post AG. Gegenüber der LT erklärte dazu Lingens Erster Stadtrat Dr. Ralf Büring gestern, dass ein Bote der Stadt „noch am Samstag zur Postfiliale gegangen sei und nachgefragt“ habe, ob „noch Wahlbriefe eingegangen“ seien. Dies sei dort verneint worden. Die Postfiliale, weiß auch Ralf Büring, ist aber kein Briefzentrum.

„Diese 95 Briefwähler werden in der Statistik als Nichtwähler registriert, weil Stimmen, die nach 18 Uhr am Sonntag eintreffen, nicht mehr berücksichtigt werden können“, erläuterte Stadtwahlleiter Büring, womit er recht hat. Aber seine Aussage, dass alle inzwischen vorgenommenen Korrekturen und auch die unter den Tisch gefallenen Wahlbriefe keinen Einfluss auf die Mandatsverteilung in den Ortsräten und im Stadtrat gehabt hätten,wundert mich.

Damit zeigt Ralf Büring einen Durchblick, um den ich ihn echt beneide. Offenbar weiß er nämlich, wie die 95 Briefwähler abgestimmt haben, andernfalls er ja nicht sagen könnte, dass sich dadurch nirgendwo was verschoben hätte. Andererseits dürfen die Briefe nicht geöffnet werden. Den beneidenswerten Durchblick hat Ralf Büring aber trotzdem…

Die liegen gebliebenen Wahlbriefe ärgern mich. Dass sie nicht rechtzeitig im Rathaus eingetroffen sind, kann verschiedene Gründe haben und ist keineswegs nur der Gleichgültigkeit der betreffenden Briefwähler geschuldet. Das Problem zeigt sich seit den 1990er Jahren als Folge der organisatorischen Änderungen im Postbriefdienst. Wurden die Wahlbriefe früher nämlich aus den Briefkästen zunächst auf lokalen Postämtern gesammelt und konnten von dort immer den gemeindlichen Wahlämtern überbracht werden, werden sie inzwischen nach der Briefkastenleerung praktisch direkt in regionale Briefzentren gebracht. Bei uns Osnabrück, angrenzend auch Greven und Oldenburg. Wahlbriefe, die nach der letzten Leerung der Briefkästen am Freitag in mit einem roten Punkt gekennzeichnete Briefkästen eingeworfen werden, gelangen zwar am Wahlsonntag noch in die genannten Briefzentren der Deutschen Post. Dort aber werden sie wie x-beliebige Drucksachen nicht weiterbearbeitet und bleiben liegen. Es sind ja auch nur Wahlbriefe, denkt sich die Post wohl und hält sie offenbar nicht für besonders wichtig.

Dabei ist das Problem einfach zu lösen, wenn die besonders gekennzeichneten Wahlbriefe jedenfalls in den Regionen, in denen gewählt wird oder die an solche angrenzen, durch einen Postkurier zur jeweiligen Gemeinde gebracht werden. Es sind nämlich, liebe Post, wichtige Briefe. Eine Nachfrage bei der Lingener Postfiliale am Samstag ist hingegen reichlich sinnfrei und hilft nicht. Da hätte man schon in den Briefverteilzentren der Rehion aktiv sein müssen. Es ist wohl Zeit, dass der Gesetz- oder Verordnungsgeber in diesem Punkt handelt und der postalischen Gleichgültigkeit ein Ende setzt.

( Briefkasten im Norden; Foto (c) Joachim Müllerchen, CC )

Absurd

17. September 2011

Quengelnde  Zeitgenossen bemühen immer die Staatsanwaltschaften, wenn ihnen etwas total gegen den Strich geht. Oder sie zeigen den Ministerpräsidenten, den Bundeskanzler (m/w), den Papst oder den UN-Generalsekretär an, vorzugsweise handschriftlich, was den sachbearbeitenden Staatsanwälten besonders Freude macht. Für eine Schlagzeile uninformierter Presseleute („XY hat eine Strafanzeige gegen YX erstattet“), ist derlei immer gut, obwohl die Staatsanwaltschaft  regelmäßig Kenntnis von strafrechtlichen Verdachtsfällen  hat und längst ermittelt, es also einer bloßen Mitteilung an die Staatsanwaltschaft („Strafanzeige“) nicht bedarf. Doch jetzt steppt die Staatsanwaltschaft Osnabrück (Foto re.) ähnlich herum und man fragt sich, was da in die doch meist sehr freundlich-verbindlichen Damen und Herren gefahren ist.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt nämlich, lese ich, wegen fahrlässiger Tötung „gegen den Vorstandschef der Daimler AG,  Dieter Zetsche“. Der Grund: Vor fast genau einem Jahr am 21. September  2010 hat sich auf der Teststrecke in Papenburg ein tödlicher Verkehrsunfall zugetragen. Ein studentischer Praktikant der Daimler AG raste bei einer Testfahrt  mit mehr als 200 km/h in das Fahrzeug eines 27-jährigen Ingenieurs, der dabei starb; zwei weitere Personen wurden schwer verletzt. Gegen den geschockten, selbst bei dem Unfall auch schwer verletzten  Unfallverursacher hat mittlerweile das Amtsgericht Papenburg eine Geldstrafe von 1500 Euro zur Bewährung (sog. Verwarnung mit Strafvorbehalt)  verhängt.

Die neue Anzeige gegen Zetsche hat die Mutter des Opfers jetzt erstattet. Anstatt der trauernden Frau, deren Verzweiflung und Motive man ja verstehen kann, höflich aber bestimmt mitzuteilen, dass der Chef der Daimler AG mit dem ttagischen Tod nichts zu tun hat, erfährt die staunende Leserschaft etwas anderes:  „Wir prüfen, ob eine Verantwortlichkeit gegeben ist.“, sagte Oberstaatsanwalt Dr. Alexander Retemeyer am Freitag gegenüber den Medien.

Aber warum um Himmelswillen soll der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG  mit  dem schrecklichen Tod des 27-jährigen irgendetwas zu tun haben?  Der Fahrer selbst hatte im Verfahren ja angegeben, wird der Pressesprecher zitiert, dass er vor der Fahrt eingewiesen worden sei und dass er das Unfallopfer nicht gesehen habe. Gegen den Vorstandschef werde ermittelt, so Dr. Retemeyer, weil in solchen Fällen nur gegen natürliche Personen und nicht gegen Firmen ermittelt werden könne. Es müsse nun erst mal geklärt werden, ob es eine Verantwortung über den Fahrer hinaus gebe, erläuterte Dr. Retemeyer.

Doch die Stellung Zetsches als Vorstandschef der Daimler AG  kann bei einem Verkehrsunfall keinen Anfangsverdacht gegen ihn persönlich begründen. Ein solcher Anfangsverdacht aber ist immer Voraussetzung für ein Ermittlungsverfahren. Das Ermittlungsverfahren gegen Zetsche ist daher, zurückhaltend formuliert,  absurd, weil es gegen ihn überhaupt keinen Tatverdacht gibt.  Allein der Umstand, dass jemand an der Spitze eines Konzerns mit mehr als 260.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 100 Milliarden Euro steht, macht ihn nicht ansatzweise verdächtig, für den Unglückstod eines jungen Mannes verantwortlich zu sein, weil in dessen Fahrzeug ein Praktikant des Konzerns hineinfährt.  Weil erst geprüft wird, ob ein Verdacht überhaupt vorliegt, muss dies also außerhalb eines Ermittlungsverfahrens und im Rahmen einer so genannten allgemeine Rechtssache geschehen. Ein Ermittlungsverfahren ist immer mit Eingriffen in Persönlichkeitsrechte verbunden. Mich wundert daher die Leichtigkeit, mit dem hier -erkennbar ohne Substanz- gegen Zetsche vorgegangen wird.

Die Daimler AG hält das rechtswidrige Ermittlungsverfahren höflich für eine Formalie. „Wir gehen davon aus, dass dieses Verfahren eingestellt wird“, teilte der Konzern heute gegenüber den Medien mit. In der Gerichtsverhandlung gegen den Unfallverursacher hätten sowohl die Richterin als auch die Staatsanwaltschaft explizit festgestellt, dass das Unternehmen Daimler, mithin auch Zetsche, keinerlei Verschulden treffe. Vielmehr wurde das alleinige Verschulden des Fahrers festgestellt, der nach eigenen Angaben über eine längere Strecke hinweg nicht geradeaus auf die Fahrbahn gesehen hatte.

(Foto: © Staatsanwaltschaft Osnabrück)