Und nun?

13. September 2011

Und nun?

Fakt ist: Die CDU hat die Lingener Kommunalwahl gewonnen. Überzeugend mit 57 vom Hundert der abgegebenen Stimmen. Sie hat das geschafft, weil sie in den Außenbereichen der Stadt enorm gepunktet hat.  Bramsche, Baccum, Holthausen-Biene und so. Da präsentierte sie ein überzeugendes Personalangebot und sie hat nach ihrem Desaster im Altenlingener Wald und um die -offenbar kaum mehr interessierenden- Millionenschuldenarena zuletzt keine politischen Fehler gemacht. Im Gegenteil: Die Kniffe, irgendein Grundstück in der Nähe des Kahlschlags als Ersatz für den Altenlingener Wald aufforsten zu wollen und ein nicht minder zurecht gebogenes Gutachten zur Arena vorzulegen, das Lingener Modell für neue Hähnchenfabriken (das wirksam als Plan dagegen und Wir-haben-verstanden verkauft wurde) waren zwar unehrliche Botschaften, aber sie waren durchaus wirkungsvoll. Doch das Entscheidende war vor allem das bessere Personalangebot in den städtischen Wahlbereichen I, II und III, in denen alle anderen Rathausparteien nix Vergleichbares zu bieten haben.

Die CDU wird in Lingen solange die Kommunalwahlen gewinnen, wie sie in Laxten, Brögbern und Darme so abschneidet wie gestern. Die anderen im Rathaus müssen folglich genau dort -man sagt wohl- Strukturen aufbauen, also aufrichtige, authentisch handelnde Personen finden, die ihre Politik in diesen Stadtteilen verkörpern.

Daneben müssen sie dort punkten, wo Lingen nicht Wohnsiedlung sondern Stadt ist, also in den  Wahlbereichen IV, V und VI der alten Stadt. Hier liegt die CDU unter der absoluten Mehrheit, weil ihr der Spagat zwischen ländlich-bäuerlicher Politik und moderner Stadtpolitik nicht gelingt und ihre Politik allzu oft in der klebrigen  family & friends-Mauschelei verkommt, die die Menschen ärgert. Gerade dieser Blog hat sie immer aufgegriffen und wird sie – versprochen! – auch weiter aufgreifen.

Die Ratsminderheit kann Erfolg haben, wenn sie sich nicht als Opposition oder Neinsager-Truppe versteht. Schon bisher hat sie bei den kommunalen Streitthemen überzeugende Alternativen entwickelt und aufgezeigt. Das wird sie weiter leisten und dazu kluge, nachvollziehbare Ideen und Vorschläge erarbeiten, die gleichermaßen ökologisch, sozial, liberal und damit natürlich bürgernah sind. Und, bitte, sie hat es nicht nötig, bei ihrer Arbeit auf Populismus zu setzen.

OB Dieter Krone wird sich in den künftigen Debatten entscheiden müssen, ob er sich der Union beflissen andient oder ob er tatsächlich unabhängig und souverän sein Amt ausübt. Dabei darf er sich neben all der rhetorischen Bürgerbeteiligung auch durchaus (zu)trauen, wie sein Vorgänger Ziele zu stecken und vorzugeben, wohin Lingen sich entwickeln muss. Da wo es um solche politischen Inhalte geht, ist OB Krone bislang so vieles schuldig geblieben, dass viele seiner Wähler sich fragen, was denn eigentlich mit dem unterlegenen CDU-Mann aus Geeste in den letzten Monaten anders gelaufen wäre.

Meine Vorhersage: Die Niederlage der Union wird dauern, aber ihr Mehrheitsverlust wird kommen. Bei dieser Wahl hat sich der Vorsprung der CDU im Lingener Stadtrat auf die Nicht-CDU-Ratsvertreter von 12 Sitzen auf nunmehr 6 halbiert: Von 27 CDU-Sitzen sind 24 geblieben, SPDGRUEBNFDP haben jetzt 18 statt vorher 15 Mandate. In vielen Ausschüssen des Rates hat die CDU jetzt nur noch einen Sitz Mehrheit. Die Ratsarbeit wird also spannender. Mich freut diese Entwicklung. Die Bürgerinnen und Bürger haben den Nutzen.

36 Antworten zu “Und nun?”

  1. ulrike said

    Irgendwie ein unangenehmes Gefühl,daß Clusorth-Bramhar mit 120 Prozent CDU Mehrheit über die innenstädtischen Belange mitzureden hat. Da weiß doch keiner, wo die Sturmstraße oder Schlachterstraße liegt, nur so als Beispiel. Oder doch???

  2. Gerda Siebert said

    Lieber Robert,
    ich kann Dir nur zu diesem Artikel nur gratulieren. Deine Analyse ist punktgenau. Dass die Politik der Stadt Lingen in den Ortsteilen/-räten gemacht wird, ist doch seit der Kreisreform -1974- bekannt und so auch gewollt. Aber was ist mit den Nichtwählern, sie sind fast die Hälfte der Wahlberechtigten; wo stünde die CDU dann?

  3. Toni said

    Ich bin mit dem Wahlergebnis zufrieden. Sicherlich wäre deutlich mehr drin gewesen, hätte man einen energischeren Wahlkampf geführt! Wenn schon die Redakteure in Lingen von einem „langweiligen Wahlkampf“ (Zitat) sprechen, ist was falsch gelaufen.

    Statt die gravierenden und offensichtlichen Fehler der CDU aufzuzeigen, hat man die eigenen Punkte in den Mittelpunkt gestellt. Dass die Mehrheitsfraktion die Emslandarena, den Altenlingener Wald, den Busbahnhof, die Kaserne, das Gleis 2 usw. komplett in den Sand gesetzt haben, tauchte nur sporadisch auf.
    Niemand hat z.B. eine Rechnung aufgestellt, wie viel Geld in den letzten 5 Jahren verbrannt worden sind. Niemand hatte ein Wahlplakat mit den Problemen der Stadt!
    Das war Wahlkampf wie Zuckerwatte.

    Die Lingen CDU lässt sich nun für den Wahlsieg feiern und schiebt die verlorenen Prozente wohl auf den Bundestrend.

    Koop hat Recht: die Stadtratsarbeit wird spannender; und für Krone wird es vielleicht sogar leichter.

    Entscheidend ist aber für Lingen eine Personalentscheidung: Lisiecki.

    • Frank O. said

      @ Toni

      Da gebe ich ihnen völlig Recht. Es war fade und öde, es gab keine Attacken und auch keine Aufreisser. Auch hier im Blog gab es nur schwache Versuche eines Angriffs.
      Der größte Bringer , in diesem Wahlkampf, war ein altes Auto mit Wohnwagen.
      Ganz besonders fehlten mir die Frillinge und Trolle aber man munkelt das man denen einen Maulkorb verpasst hat.

      • Toni said

        Problem ist, dass die Presse in Lingen nur wenig neutral ist. Guckt man sich an mit wem die Redakteure im Facebook befreundet sind und mit wem nicht, weiß man spätestes da, wie der Hase läuft.
        Ergo: Es geht nicht über die Printmedien, sondern maximal über die EVW oder das Regional TV.

        Was bleibt sind die Blogs, Twitter und Facebook Attacken, die man fahren kann, aber nicht gefahren hat. Wie gesagt Themen hat die CDU geliefert ohne Ende. Ohne Ende!

        Ich habe nichts gehört zu Medicus Wesken, zu Baudenkmälern, zu Fördergeldern im Sport, zu Gleis 2, zum teuren Linus… es gab vereinzelt was zur EL Arena und zum Forst, aber auch nur von der BN. Der Rest war doch nur halbherzig und überhaupt nicht angriffslustig. Vorallem die SPD war schwach (siehe Homepage). Grüne besetzen ja traditionell Umweltthemen und die sind aktueller denn je.

        Schon verwunderlich, wie man solche Vorteile einfach auf der Straße liegen lässt.

        Für jetzt ist es ok. Kaum noch FDP und eine nach wie vor erfolgsverwöhnte Union scheinen nicht zu realisieren, dass es unter ihnen wegschmilzt. Der Bundestrend… blabla…

        • Frank O. said

          @Toni

          Übers regional TV wird es auch nicht gehen. Der NDR weiß kaum, wo das Emsland liegt, und Ems-TV gibts nicht mehr. Stattdessen wird es ab dem 01.10. ev1.tv. geben. Wer hier genauer hinschaut, bemerkt schnell,dass der GF der gleiche ist wie bei os1.TV, welches wiederum überwiegend von der NOZ betrieben wird.
          So lässt sich leider schnell erahnen, in welche Richtung eine Berichterstattung gehen wird.
          Bleibt also nur die EVW, die zuweilen doch sehr zurückhaltend sind und sich nur auf -wir berichten nur darüber, wenn wir auch dabei waren- eingeschossen hat.
          Rosige Aussichten sehen anders aus…..

          • Toni said

            Völlig richtig analysiert. Also kann man durchaus sagen, dass die Medien in Lingen -und zwar alle- sich nicht an die heißen Themen trauen; egal aus welchen Motiven auch immer.
            Auch das neue Stadtblatt ist eher eine persönliche ‚Meckerecke und Kommentarspalte‘ als kritischer und lokaler Journalismus.
            Es bleibt uns das Internet, wie dieser Blog. Nur leider erreichen wir damit nicht die CDU wählenden ‚Rollatorfahrer‘.

          • Michael Sänger said

            Ach Himmel, Toni, was soll denn dieser blödsinnige Hinweis auf die „CDU wählenden Rollatorfahrer“? Merkst du nicht, dass du damit eine ganze Bevölkerungsgruppe diskriminierst? Meine 91jährige Mutter war sehr dankbar für dieses Gerät, weil sie sonst keine Möglichkeit hatte, sich vom Haus Simeon in die Innenstadt zu bewegen. Aber im Kopf war sie bis zum Lebensende „helle“ und – lieber Toni: Sie hat ihr Leben lang die SPD gewählt, war also eine „SPD wählende Rollatorfahrerin“. Du solltest, bevor du hier Nachrichten absendest, sie noch einmal vorher durchlesen und wenn das nicht hilft, sie von einer zweiten Person Korrektur lesen lassen!

          • Hans Peters said

            Stimmt, Michael Sänger. Aber ich habe Tonis Bemerkung nicht wörtlich genommen sondern als reine Metapher dafür, dass Ältere eben eher CDU-Wähler sind. Das halte ich für zulässig.
            HP

  4. ulrike said

    Die Analyse in Bezug auf die gravierenden Fehlentscheidungen der Mehrheitsfraktion incl. Vorarbeit durch eine CDU
    -dominierte Verwaltung ( Stellen im Rathaus werden nach Parteizugehörigkeit oder zumindest Sympathie mit vermutlich späterem Beitrittsversprechen – etwa von der Raumpflegerin aufwärts – vergeben) halte ich für stichhaltig. Der Wahlkampf krankte , wie Sie es beschrieben haben, daran, daß eine nicht gerechtfertigte Furcht bestand, als eine Partei zu gelten, die nur Nein sagen könne. Ja und? Auch für das Nein Sagen muß man erst mal einen Durchblick haben, und der war hier doch gegeben. Außerdem fällt das Nein-Sagen bei dem Gemurkse und den teuren Fehlern zu Lasten der Steuerzahler ( hurrahhhh, wir müssen ja für nix haften ) doch leicht und ist notwendig. -Und im Übrigen meine ich, der Altenlingener Wald müsse wiederaufgeforstet werden.-

  5. gute Analyse, Robert

    es ist ja durchaus bei der Opposition in Lingen Tradition, das man über „Zählkandidaten“ auf Vorortslisten noch ein paar Stimmen an die Liste ranbringt und damit den einen oder anderen -noch nicht- ganz so bekannten Kandidat eben durchbringt.

    In Holthausen-Biene. wie auch in Bramsche (wo die SPD 2 Ortsräte hätte stellen können, aber nur einen aufgrund von zu wenig Personal auf der Liste bekommen hat) fehlen tatsächlich oppositionelle Strukturen, aber ich gelobe für Holthausen-Biene Besserung 😉

    Ich denke, das die Opposition in den Vororten bis zu den nächsten Wahlen Zugpferde aufbauen muss, daher halte ich auch Teamfähigkeit für sehr wichtig, dann können wir z.B. in Holthausen-Biene auch mal unbescheidenere oppositionelle Forderungen nach Sitzen in Orts- und Stadtrat stellen…..

    Das die CDU ihr schlechtes Inner-städtisches Ergebniss (teilweise minus 5 bis 10 Prozent) über die Vororte einigermaßen wieder ausgleicht, ist leider so.

    Man merkt aber auch, wenn die CDU -wie z.B. beim Thema Altenlingener Forst- Mist baut, das der Wähler dort eben auch differenziert und seine alteingesessene Affinität zur CDU über Bord wirft…..

    Wir hatten in unserem Wahlkampf, die Zielmarke 2 für den Ortsrat und einen für den Stadtrat ausgegeben und wir haben sie auch erreicht. Jetzt haben wir eine gute Ausgangsbasis um eben oben benannte Strukturen zu entwickeln….

    Mit freundlichem Gruß,

    Thomas Adolf

    (SPD Holthausen-Biene)

  6. Axel Haming said

    Moin moin,
    zumindest in der so genannten „Kernstadt“ und im nördlichen Stadtgebiet ist die Mehrheit von CDU und FDP perdu: in 11 Wahlbezirken erhielten Die Bürgernahen, Bündnis 90 / Die Grünen und die SPD zusammen mehr als 50 % der Stimmen (siehe auch hier: http://www.n-viking.org/bi/?p=548).

  7. Rolf Heinrich said

    „Et is wie et is“ (Art.1,Kölsches Grundgesetz):

    Meine erste Enttäuschung hat sich gelegt und jetzt gilt es den Blick in die Zukunft zu richten, so wie es RK in seinem kompetenten und sachlichen Kommentar getan hat. Denn schließlich hat es eine so knappe absolute Mehrheit der CDU im Lingener Stadtrat, so lange ich hier lebe, noch nicht gegeben!
    Perspektivisch legt R. K. seine Hand in die „richtigen politischen Wunden“: zukünftige Oppositionsarbeit und Veränderung der „Strukturen“ in den schwarzen Hochburgen.
    Die drei Oppositiosparteien werden ihre Basis im städtischen Milieu Lingens sicherlich ausbauen könne, wenn sie durch Sachkompetenz überzeugen und ihre Versprechen hinsichtlich Transparenz und Bürgerbeteiligung ernsthaft angehen. Hier könnte ein spannender Wettbewerb zwischen den Oppostionsgruppen entstehen. Wichtig wird auch sein, ob es diesen Parteien gelingen wird, sich ein stückweit von der monopolistischen „LT“ abzukoppeln; dies ist nicht einfach. Es wäre aber sehr wünschenswert, wenn neue Formen der Öffentlichkeitsarbeit entwickelt würden.
    Schwieriger sieht es mit der „politischen Umgestaltung“ des Lingener Umlandes aus. Hier gibt es sehr verfestigte politisch-soziale-familiäre Strukturen: Die Grenzen zwischen CDU-Ortsverband, Schützenverein, Heimatverein, Kolping, Landjugend, Fußballverein, etc. sind hier fließend, oft durch ein und dieselbe „örtliche Elite“ langjährig geprägt und bestimmt. Man könnte quasi von einem gewachsenen politisch-sozialen „Blocksystem“ reden, übrigens ein Modell, das unter völlig anderen politischen Vorzeichen in der SBZ nach 1945 von „oben“ den Menschen verordnet wurde und dann kläglich scheiterte. Das wird also nicht so einfach werden mit dem Umbau der Strukturen in Ramsel usw.
    Dann hatte ich noch einen (Zukunfts)Traum:
    R.K. wechselt in den kommenden Jahren noch einmal die politischen Fronten und geht als erster Vorsitzender der PIRATEN-PARTEI, Ortsverein Lingen, in die Stadtgeschichte ein.
    Nichts gegen die BN, aber er ist für mich ein Pirat!!!

    • auchauslingen said

      sehr gut die Sozialstrukturen herausgearbeitet, @ Rolf.

      Genau dort liegt das schwarze Erfolgsrezept. Und genau dort gilt es anzusetzen (nicht, daß jetzt jeder Oppositionskandidat den Schützenverein entern muß): Überzeugungsarbeit vor Ort.

      Den Menschen klarmachen, daß zB eine Arena mit all ihren Folgekosten auch Auswirkungen auf ihr Umfeld hat. Weil das dort verbratene Geld eben für den Kindergarten oder die geliebte Straßenbeleuchtung vor Ort fehlt.

      Da geht noch was 🙂

    • ulrike said

      Im “ politisch-sozialen Blocksystem “ wären noch die Kivelinge zu nennen,auch dort gibt es Schleckerles zu erhalten bei entsprechender “ Integration “ . Sorry, Koop junior.

  8. waltraud schober said

    Klar, Herr Koop, die überzeugenden Kandidatinnen der CDU in den Wahlkreisen 1, 2, 3 haben es für die CDU gerissen: Hartke, Dietrich, Wintermann, Diekamp, Schonhoff u. a..

    Warum denn nicht Frau Stüting im Wahlkreis 1? – „kein überzeugendes Personalangebot!“

    Interessant, interessant!

    • BN_Riße said

      Waltraud, das ist nicht „interessant, interessant“ – das ist zu kurz gedacht: Sabine Stüting hat mit ihrer Liste in Schepsdorf über 14% Zustimmung erfahren.

      Dieser Wahlbereich I besteht aber auch noch aus Darme, Bramsche, Mundersum… Und DORT haben wir noch einiges nachzuholen. Obwohl Sabine Stüting also wesentlich öfter angekreuzt wurde als ich zum Beispiel, bin ich drin und sie nicht.

      Und das letzte finde ich persönlich ersteinmal sehr bedauerlich!

      • Patrick R. said

        Nein, Herr Riße, Nein!
        Wo sieht denn hier irgend jemand 14 % ? Die BN hat in Schepsdorf insgesamt 12,04 % erzielt, davon fielen auf Frau Stüting 57%. Das sind insgesamt ca. 6% oder, wenn es Ihnen lieber ist, 176 Stimmen.
        Setzt man das in Relation zu den Wahlergebnissen anderer BN-Bewerber oder in Relation zu den Einzelbewerbern Schonhoff, Dr. Rauscher und Eller, wird die Dimension des Debakels deutlich. Dies auch noch vor dem Hintergrund, dass Frau Stüting durch die OB-Wahl im letzten Jahr einen deutlichen Bekanntheitsbonus haben müßte.

        Waltraud hat recht.

        • bn-stueting said

          Patrick, Sie sollten die Wahlergebnisse vielleicht noch einmal nachlesen. Dann werden Sie sehen, dass ich – nach dem sicherlich auch nicht unbekannten, aber langjährig erfahrenen – Robert Koop von allen BN-lern die meisten Stimmen direkt auf mich vereinen konnte.
          Dass trotzdem andere BN-ler mit weniger Einzelstimmen in den Rat gekommen sind, liegt an dem – vielleicht auch für viele Wähler undurchsichtigen – Wertungsmodus von Listenplatz, Liste und Einzelergebnis. Und es ist richtig, dass wir als BN in Darme und den anderen Anteilen meines Wahlbezirkes in der Tat „schlecht aufgestellt“ waren. Als Vorsitzende der BN habe ich aber keinen Einzel- oder Personenwahlkampf geführt, sondern meine Kraft und meinen Einsatz für die gesamte Gruppe eingesetzt. Und das hat sich im Ergebnis für uns gelohnt.
          Mein Ansatz ist also weniger personen-zentriert als Ihrer es ist und es der der Einzelbewerber notgedrungen sein muss.

  9. altodis said

    Waltraut, der politische Betrieb in Lingen ist zurzeit etwas zu arg verkommen. Mich stört es empfindlich- insbesondere, wenn Menschen, die sich politisch engagieren namentlich genannt werden (gilt übrigens auch für RK).
    Ich erinnere an OB-Wahl vor knapp einem Jahr: Übermäßig heftig wurde auf die Kandidatenfindungs- Kommission eingeschlagen- mit entsprechenden Folgen/Rücktritten.
    Mein Eindruck ist folgender: Tritt ein eindeutiger Wahlerfolg ein „ kräht“ im Normalfall die gesamte Fraktion: „Prima, super Ergebnis: WIR waren einfach gut.“
    Im gegenteiligen Fall wird „Fingerpointing“ betrieben, ergo eine/ein Schuldige ( r ) gesucht, die / der im Regen steht- allein ( Fraktionsvorsitzende oder erste Vorsitzende- einfach völlig wurscht – Bauernopfert halt )…

    Dass Herr Risse sich (als 2. Vorsitzende) fest hinter Frau Stüting (1. Vorsitzende) stellt, interpretiere ich zum einen so, dass die Aufgaben/Hierarchien innerhalb der BN gut verteilt sind (und es –gemäß Gerüchten keinen Streit gibt) und des Weiteren derart, dass Frau Stüting ihrer Verantwortung als erster Vorsitzende mehr als gerecht geworden ist: Sie hat sich in einen Wahlkreis gewagt, der ihm Zweifel sehr „gefährlich“ ist resp . ihr sicher weh tut.

    Man kann ihre Entscheidung- so wie Sie, Waltraut – mit Häme begegnen. Es besteht aber auch die Option es mutig und verantwortungs-bewusst zu empfinden. Suchen Sie sich etwas aus

  10. Interessant, dass viele Kommentatoren ebenhier, sich subtil einen politischen Umbruch wünschen, aber nichtsdestotrotz glauben, dies vorrangig über das Brechen einer absoluten parlamentarischen Mehrheit zu bewerkstelligen. Was ist mit der „Modernisierung der öffentlichen Demokratie“, der „Selbstregierung der Bürger“ und der „Gestaltung des öffentlichen Raumes“? Wir alle sind dazu angehalten, am politischen Prozess zu partizipieren. Eben deswegen brauchen wir auch hier in Lingen attraktive Anreize für eine reflektierte Selbstpolitisierung der aktuellen jungen und kommenden Generationen. Im 21. Jahrhundert reicht es schon lange nicht mehr aus, einen Konformismus aufrechtzuerhalten, der unter Gruppenzwang und dem Vorgaukeln einer gesellschaftlichen Verantwortlichkeit, die Menschen an die Wahlurnen zerrt. Die bewusste Gestaltung des öffentlichen Raumes durch uns selbst, ist doch das, was unsere Demokratie von den vielen Scheindemokratien unterscheidet. Dimidium facti, qui coepit, habet: sapere aude, incipe.

  11. bn-stueting said

    Fac, Marce, non geme!

  12. hans said

    Handeln, nicht jammern.
    Klage nicht, kämpfe.

  13. Alan Shore said

    Denny Crane

  14. Lustig, dass sich hier Leute zu Wort melden, die lauthals schreien, nichts mehr mit Politik zu tun haben zu wollen. 😉

  15. Toni said

    @Michael Sänger:

    Natürlich war das eine Metapher. ‚Rollatorfahrer‘ steht auch in ‚Anführungszeichen‘.

    Es geht um die CDU Wähler, die eben nicht über die neuen Medien, wie diesen Blog, zu erreichen sind, sondern unserer lokalen BILD alles glauben. Getreu dem Motto: Wenn es in der Zeitung steht, dann wird das schon stimmen.

    Also hängen Sie sich bitte nicht an so einem ‚Terminus‘ auf. Er war vereinfachend und flapsig gemeint und das wissen Sie genau.

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