Big Brother

13. September 2011

Big brother is watching you. Die Orwell’sche Entwicklung in den einst liberalen Niederlanden geht immer schneller voran. Das Land mit der konservativen Regierung von rechtspopulistisch-wilder’schen Gnaden ist auf dem Weg zu einem Überwachungsstaat chinesischer Güte. Überrollt von einem sicherheitlichen Machbarkeitswahn fehlt offenbar jede Achtung vor Freiheits- und Bürgerrechten:

Nun werden in Rotterdam die Straßenbahnen mit Kameras ausgerüstet, die Fahrgäste nicht nur filme, sondern auch  ihre Gesichter mit einer Datenbank für Personen mit Reiseverbot im öffentlichen Nahverkehr vergleichen werden. Die Kosten von vorerst 200.000 Euro teilen sich die Rotterdamer Nahverkehrsgesellschaft RET und die Staatsanwaltschaft. Die Frage stellt sich, obes zeichnet sich ab, dass irgendwann auch nach Personen, die aus anderen Gründen gesucht werden, mit derlei Kameras gefahndet wird.

In Amsterdam werden die Fahrzeuge- wie an der deutsch-niederländischen Grenze–  an allen Autobahnen gecheckt. Die Polizei überprüft mit Kameras die Autokennzeichen – und wer etwa noch Rückstände beim Fiskus oder eine Strafe nicht bezahlt hat, ist dran. Vorgezeichnet ist damit, dass irgendwann auch Innenstädte auf diese Weise überwacht werden.

(Quelle: Falk Madeja, taz; Foto Tram in Rotterdam; © flickr CC  gregraisman)

Eine Antwort zu “Big Brother”

  1. Der Kommentar an und für sich geht in die richtige Richtung.

    Aber diese Entwicklung mit den Freiheitsbeschneidungen des postmaoistischen Regimes chinesischer Prägung zu vergleichen, halte ich für etwas überspitzt und auch inadäquat; zudem darf man nicht die unterschiedlichen „Rechtfertigungsversuche“, die staatlich kanalisierte Menschenrechtsverletzungen zum Gegenstande haben, mit einer eurozentrischen Gleichmacherei bewerten. Freiheitsbeschneidungen sind in jeder Hinsicht zu verurteilen, nichtsdestotrotz bringt es uns wenig weiter, die in der westlichen Gesellschaft auftretenden Law & Order-Entwicklungen unter gleichen Vorraussetzungen zu sehen, wie unter autokratisch oder totalitär organisierten Staaten. Maoismus und Sowjetkommunismus sind nicht dasselbe (auch wenn Sie es im Text nicht gleichsetzen, viele tun es bei bloßer Assoziation). Und Wege zu einem totalitären Staat, nach der Ideologie des „oligarchischen Kollektivismus“, wie sie George Orwell in „1984“ skizziert, sehe ich nun wirklich nicht in dem Beispiel, auch wenn wir alle uns mit aller Entschiedenheit gegen die Beschneidung von hart erkämpften Grund- und Freiheitsrechten wehren müssen!

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