Übergangsrat

29. August 2011

Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt nicht nach Lingen! Bei der Entscheidung, an der internationalen Unterstützerkonferenz für Libyen in Paris (Foto oben) teilzunehmen oder auf dem dafür dann eigens  eingezäunten Lingener Marktplatz zu ihren Getreuen zu sprechen, hat sich die CDU-Vorsitzende gegen Lingen und für Paris entschieden.

Das ist natürlich ein Affront gegen unsere Heimatstadt, weil auch wir hier ja gegenwärtig einen Übergangsrat haben, der allerdings im Gegensatz zum libyschen Exemplar dieser Spezies niemandem seine Pläne für die Zukunft vorstellen kann, weil die in ihm führende lokale CDU keine hat.

Ungeachtet dessen führt die Merkel’sche Absage zu folgenden weiteren Feststellungen:

  • Der Flashmob, zu dem sich bei facebook schon rund 300 vorwiegend junge Politikinteressierte angemeldet hatten, fällt aus. Interessenten („Und alle so: Yeeeeaaaah!“)  müssen auf Plan B zurückgreifen und auch nach Paris.
  • Die Bundeskanzlerin muss sich nicht in das Goldene Buch der Stadt Lingen (Ems) eintragen. Dafür sollte ein Empfang durchgeführt werden, zudem der Verwaltungsausschuss (Kürzel: VA) eingeladen war. VA-Mitglied Hajo Wiedorn, amtierender SPD-Fraktionschef, hatte sich bereits bei OB Dieter Krone persönlich beschwert, dass er Zugang zum Empfang im historischen Rathaus nur mit einem fest verschweißten, roten Armband mit fett aufgedrucktem CDU-Enblem erhalten sollte. Das bleibt dem alten Kämpfer jetzt erspart.
  • Wir müssen auch nicht die Frage klären, weshalb der ehem. Bundesratspräsident Hans Eichel (SPD) keinen Empfang seitens der Stadt erhält und auch der Fraktionsvorsitzende von Bündnis’90/Die Grünen im Deutschen Bundestag Ex-Umweltminister Jürgen Trittin keinen bekommen hat. Es spreche, so OB Dieter Krone, die Neutralität im Wahlkamof dagegen, vernahm ich die offizielle Begründung. Nun, da war der frühere Lingener Verwaltungschef Karl-Heinz Vehring zu seinen Zeiten ungleich vorausschauender. Sein  unumstößliches, kluges Credo lautete: „Wir empfangen in Lingen jede und  jeden! Wer weiß, was aus unserem Gast noch einmal wird und was er für Lingen noch einmal tun kann.“
    Würden Sie, werter Blogbesucher,  jetzt nicht mitlesen, hätte ich deshalb einen persönlichen, vertraulichen Tipp für den heutigen Amtsinhaber:  Vielleicht sollten Sie doch einmal mit Karl-Heinz Vehring das Gespräch suchen…

(Foto: Panoramafoto Paris -vom Panthenon aufgenommen, (c) Andy87 aus de.wikipedia.org CC )

 

ps Es heißt übrigens entgegen diesem offiziellen städtischen Schreiben Libyen und nicht Lybien und der Name unserer Stadt ist Lingen KlammeraufEmsKlammerzu.

Zynisch

29. August 2011

Falk Madeja berichtet in seinem Niederlande-Blog „Meine Güte“  über ein besonders verkommenes, zynisches Stück Fernsehunterhaltung bei unseren westlichen Nachbarn: Eine neue TV-Show mit abgewiesenen Asylbewerbern.

Der öffentlich-rechtliche Sender VPRO will am 1. September eine Show zeigen, in der fünf abgewiesene Asylbewerber zwischen 15 und 24 Jahren um eine Art “Rückreisekasse” in Höhe von 4.000 Euro gegeneinander antreten. Darunter ein ursprünglich aus Kamerun stammender Luftfahrttechnik-Student und eine Slawistik-Studentin, die nach Tschetschenien zurück soll.

Die Asylbewerber haben alle Instanzen für ihren Antrag durchlaufen, sind größtenteils in den Niederlanden aufgewachsen – und doch müssen sie dort jetzt weg.  Der Titel der Sendung ”Weg van Nederland” ist ein Wortspiel: Einerseits bedeutet er “Weg aus den Niederlanden” andererseits auch “Verrückt auf die Niederlande”.

Ein Sprecher des Senders VPRO räumte ein, die Sendung sei am Rande der Respektlosigkeit. Sie wird zunächst einmalig in der Serie „TV Lab“ ausgestrahlt, in der Fernsehsender dem staunenden Publikum „neue Formate“ vorstellen.

(Quelle: meineguete)