Erste

9. August 2011

Am Freitag eröffnen in Osnabrück die Domgemeinde St. Petrus  und dass Bistum Osnabrück die erste jüdisch-christliche Kindertagesstätte Deutschlands. Die Kindertagesstätte (Kita) trägt den Namen „König David“. „Mit der biblischen Gestalt David können sich Juden wie Christen identifizieren“, sagte dazu der Diakon der Domgemeinde, Carsten Lehmann, gegenüber dem NDR und ergänzt: „Für die Kinder ist es zudem schön, dass ihre Kita nach einem König benannt ist.
Die einrichtung soll Kindern aller Religionen und Weltanschauungen offen stehen. Das Essen wird für beispielsweise alle koscher zubereitet.
Das Kita-Team setzt sich aus christlichen und jüdischen Erzieherinnen zusammen. Im Rahmen einer jüdischen Religionspädagogik sollen zunächst zehn Kinder christliche und jüdische Traditionen und Feiertage kennenlernen. Die Kita König David ist am Standort der bereits bestehenden katholischen Kindertagesstätte St. Barbara angesiedelt. Beide Kitas werden in Zukunft eng miteinander kooperieren.

Mehr bei osradio, von dem (und dem NDR) ich auch größtenteils den Text für diese rundum erfreuliche Meldung übernommen habe. Schon  früher hatte ich über das Projekt geschrieben. Leider fehlt weiterhin das OK der evangelischen Christen.

Die interreligiösen Projekte des Bistums Osnabrück werden im kommenden Jahr mit einer „trialogischen“ Grundschule fortgesetzt. In ihr sollen dann christliche, jüdische  und muslimische Schüler die Religion des jeweils anderen kennenlernen.

Und der Blick in unsere Region? Nun, in der Grafschaft Bentheim, im Emsland und speziell in Lingen fehlen bislang entsprechende Initiativen der privaten wie öffentlichen Kindergarten- und Schulträger. Wann ändert sich dies? Mit dem Forum Juden-Christen stünde im Altkreis Lingen ein Verein bereit, der dazu den Anstoß geben könnte.

4 Antworten to “Erste”

  1. Carsten Lehmann said

    Lieber Herr Koop, schön, dass Ihnen das Projekt gefällt. In diesem Fall wird allerdings kein OK der evangelischen Kirche benötigt. Aber das Schöne ist ja, dass in vielen Kitas die Religions- und Konfessionsfragen wenig Trennend sind, sondern eher Anlass zum Gedankenaustausch und gegenseitigem kennenlernen sind – hier steckt in (fast) allen Kitas noch ganz viel Potential.

    Herzliche Grüße,
    Carsten Lehmann

    • Da habe ich mich wohl unpräzise ausgedrückt. Guckst Du hier. Es würde der evangelischen Kirche gut anstehen, mit dabei zu sein.

      • ulrike said

        Ich halte es für fragwürdig,so kleine Kinder in “ Schubladen “ zu stecken.Andere Modelle gefallen mir da besser. Ich möchte da an eine Kita in NOH erinnern,in der Kinder aus 16 Nationen und 7 verschiedenen Religionen unter der verdienstvollen Leitung von I. Evering spielend gefördert werden. Die Trägerschaft dieser Kita liegt in Händen der kath. KIrche.

        • Hans Peters said

          Ulrike,
          stecken die Kinder nicht längst in „Schubladen“, wenn sie in den Kindergarten kommen? Sicherlich ist es stets ein Glücksfall, wenn eine gute, engagierte Erzieherin (oder Lehrer) in einer Kita oder Schule arbeitet. Doch in Osnabrück geht es darum, mit neuen Strukturen für die Kinder die „religiösen Schubladen“ ein Stück zu öffnen. Das empfinde ich uneingeschränkt als positiv.

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