Hoch

3. August 2011

Da darf Lingens Fussballtorwart Stefan Wessels heute morgen das tun, was hierzulande die emsländische Politprominenz am Liebsten tut: Sich ordentlich selbst auf die Schultern klopfen. Er hat es (im Gegensatz zu den Genannten aber) verdient. Der heute für den dänischen Vizemeister Odense BK spielende, einstige Torwart von Eintracht Schepsdorf und TuS Lingen  kommentierte tief in der Nacht bei facebook das gestrige Ergebnis seines Vereins gegen den großen Panathinaikos Athen in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions-League  so:

„Was für ein Spiel! Es ging auf und ab in Athen. Wir haben früh geführt, dann kurz nach der Halbzeit lagen wir 1:2 hinten und am Ende haben wir einen fantastischen 4:3-Sieg feiern dürfen. Das sind die Highlights im Fußballerleben: Das griechische Olympiastadion mit einer aufgeheizten Atmosphäre, und wir gewinnen dort als Außenseiter. Gigantisch! Jetzt warten wahrscheinlich ganz große Mannschaften auf uns…“

Tatsächlich war es ein großartiges Fußballspiel, das die Dänen nach dem mageren 1:1-Unentschieden im Hinspiel zuhause am Dienstagabend in der griechischen Hauptstadt ablieferten. In der turbulenten Schlussphase  stand es 2:2 – nach Treffern von Jean-Alain Boumsong (35. Minute) und Toché (50.) für Panathinaikos sowie Andreas Johansson (12.) und dem schon (wegen der doppelt zählenden Auswärtstore)  fast erlösenden Ausgleich durch Espen Ruud (58.). Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff erhöhte Bashkim Kadrii für Odense auf 3:2 und Hans Hendrik Andreasen (88.) erzielte dann sogar das 4:2 für die Gäste. Doch dann sah Odense-Verteidiger Bernard Mendy gelb-rot (93.) und Antonis Petropoulos schoss für die Athener in der fünften Minute der Nachspielzeit noch ein Tor. Das allerdings war nurmehr Makulatur, hätten die Griechen doch noch zwei weitere Tore schießen müssen…

Jetzt sind die Dänen mit  Stefan Wessels in der nächsten Runde ein möglicher Gegner des FC Bayern München – also des Vereins, bei dem Stefan Wessels im Tor stand und mit dem er vor zehn Jahren Jahren die Champions League gewann. Die Auslosung für diese,  am 16./17. bzw. 23/34. August stattfindende, letzten Qualifikationsrunde („Play-Offs“) ist am Freitag in Genf  Nyon (Schweiz).

Die Lingener Fußballfans schicken Dir, Stefan, herzliche Glückwünsche nach „Danmark“ und wünschen Deinem Verein ein attraktives Los und dann bitte keine drei Buden in den beiden anstehenden Spielen, damit Odense BK mit Dir  anschließend in einer CL-Gruppe antreten kann.

[http://www.youtube.com/watch?v=14w1FooszKg]

Nieder

3. August 2011

In Wikipedia reitender Graf Anton Günther - zweidimensional

„Oldenburg will seinen  frühneuzeitlichen Grafen Anton Günther ehren: Mit einem bereits fertiggestellten Reiterstandbild. Historiker halten das für groben Unfug.

Mit Denkmaldebatten kennen sich die Oldenburger aus: Erst vor wenigen Jahren wurde, und auch das nicht zum ersten Mal, leidenschaftlich um ein Vertriebenendenkmal gestritten, das dann nicht aufgestellt wurde. Nun geht es um ein ganz anderes Thema und eine ganz andere Darstellungsform: Privatpersonen wollen den frühneuzeitlichen Feudalherrn Graf Anton Günther mit einem Reiterstandbild ehren. Man könnte es als eine Sommerlochdebatte abtun – wenn die Skulptur …“

hier gehts in der taz weiter

mehr  und mehr und mehr und mehr
und noch mehr

Wir Lingener sehen natürlich gleich den Unterschied; denn der niedere, weil nur gräfliche Adel in Oldenburg reitet. Bei uns hockt der ganz niedere, weil niederträchtige Adel auf dem Boden und versucht, mit Stroh ein Loch im Eimer zu stopfen. Weil das so peinlich ist, muss Machurius das im Lingener Hinterhof tun und darf nicht auf dem gestalterisch seltsamen Kreisverkehr an der Lindenstraße sein Unwesen treiben (mehr…). Graf Anton Günther hingegen kommt vor das Schloss mit Pferd und ohne Eimer…