„Park“

20. Juli 2011

Keine Frage: Es ist ein nettes Stückchen Lingener Innenstadt, die Grünfläche zwischen dem Hotel und C & A. In Lingen ist das bereits ein Park und das angrenzende Hotel nennt sich folglich auch das Parkhotel. Dort findet am kommenden Samstag zum dritten Mal Jazz & Blues am Stadtgraben statt. Ab 17 Uhr und ohne Eintritt. Mit dem Duo Soul, Saxophonist Kai Liedtke und Greg Copeland & the Soul Gang mit  Piano Pete.

Im kommenden Jahr wird es  mit der vierten Auflage der Musiziererei schwieriger werden. Der Lingener Stadtrat hat nämlich gerade beschlossen, das südlich an das Park-Hotel angrenzende Fläche an eine GmbH & Co KG abzugeben. Die Looken InnGmbH & Co KG  (heißt tatsächlich so) will dort ein Hotel bauen. Dazu will sie rund 1500 Quadratmeter bebauen, also den Freiraum an der Bernd-Rosemeyer-Straße und auch Teile des „Parks“ . Ihr wird außerdem eine Erweiterung in den „Park“ hinein ermöglicht und zu allem Überfluss kann sie die für den jetzigen Eigentümer des Parkhotels  notwendigen sieben Parkplätze verlegen und im –Sie ahnen es- Park anlegen, direkt neben der neu gestalteten Stadtgrabenparzelle.

Weg muss auch die Eiche, die die SPD aus Anlass der 75-Jahrfeier an diesem, ihrem Gründungsort  gepflanz hatte. Sie tanzte nur 16 Jahre lang;  ob das auch für die Skulptur Blaue Madonna gilt, weiß ich nicht.

Ja, es wirkt alles nicht zu Ende gedacht, zumal über die architektonische Gestaltung des geplanten Hotels nichts festgelegt ist. Es gibt auch weitere, besonders unangenehme Details, die das Rechnungsprüfungsamt der Stadt veranlasst haben, Nein zu sagen. Das „RPA“ ist eine dem Rat unterstellte Einheit, die über die ordnungsgemäße Haushaltswirtschaft wacht.

Der Rat hat sich über das Nein hinweg gesetzt und mehrheitlich trotzdem zugestimmt. Es ist so eines dieser Lingener Projekte, wo leuchtturmmäßig nur noch durchgewunken und nicht mehr in Zusammenhängen nachgedacht und abgewägt wird. Hätte man das getan, hätte man sich auf die Straßenrandbebauung an der Bernd-Rosemeyer-Straße konzentriert (einschließlich des Nachbargrundstücks) und eine Tiefgarage vorgeschrieben.

Nun, der „Park“ wird anschließend wahrscheinlich immer noch Park heißen, obwohl er besser Parkplatz heißen sollte. Aber Parkplatzhotel kommt nicht so gut. Sie können jedenfalls demnächst mit Ihrem/r Liebsten im Auto sitzen und romantisch auf den unlängst umgestalteten Stadtgrabenbereich schauen. Sie brauchen dazu nicht einmal auszusteigen und sich auf eine Bank  zu setzen.

Also, hau am Samstag in die Tasten, Piano Pete (Budden). Der Blues ist -angesichts des Ganzen- der richtige Musikstil.

21 Antworten to “„Park“”

  1. ulrike said

    Auch an dieser ( und nicht nur hier ) Stelle ist an die verdienstvolle Zuschrift von M. Kunst ( unter “ Lesebefehl „) zu erinnern. Stadtplanung scheint sich in Lingen nur auf neue Pflastersteine ,überflüssige Klos und vertrocknende Magnolienhaine zu beziehen.Das z w e i t e Hotel an dieser Stelle ist mal wieder eine Glanzleistung der Fachleute in Verwaltung und Stadtrat und passt schön zu den zwecklosen Prachtüberdachungen des Bus „bahnhofes. “ Gibt es genug Kunden , die im touristischen Highlight Lingen die zahlreichen und erweiterten Hotelkapazitäten nutzen werden? Schlida läßt grüßen!!!

    • ulrike said

      Tippfehler ! Natürlich grüßt S c h i l d a !! Hoffentlich allen noch bekannt von den sprichwörtlichen “ Schildbürgerstreichen“, wie ein Rathausneubau ohne Fenster. Obwohl,ein Überdachungsneubau ohne jede Schutzfunktion ..das hat was!

  2. Georg Schlüssel said

    Gibt es Lingen überhaupt noch jemand der/die sich in dieser Stadt wohlfühlen?
    Wenn ich das hier so lese, dann ist diese Stadt, in der ich erst seit kurzem wohne, mehr als ein Schildbürgerstreich.
    Meine Familie und ich fühlen uns bis jetzt jedenfalls wohl in dieser so schlechten Stadt.

    • daniello said

      huhu herr schlüssel
      ich würde von einer bloggemeinschaft nicht auf die gesamte lingener bürgerschaft schließen.
      ich zumindest fühle mich sehr wohl. sicher sind einige kritikpunkte gerechtfertigt aber schauen sie, wie lingen im wettbewerb mit vergleichbaren kommunen darsteht.
      ich hätte gern einen vergleich, in dem man die stadt, so wie sie heute ist, vergleicht mit jener, die sie heute wäre, falls dieser blog hier die vollmacht gehabt hätte. vermutlich hätte sich seit 20 jahren nichts geändert. man könnte sich auf die schulter klopfen und sagen: hey, wir haben das stadtbild erhalten.

      nur blöd, dass keiner kommt um es sich anzuschauen 😉

    • Lieber Herr Schüssel,
      Sie sind mir ein Schelm! Wenn Sie Fan der „Ach-wie-isses-doch-alles-so-toll-in-Lingen“-Gruppe sind, dann nutzen Sie doch bitte die dazu reichhaltig vorhandenen, traditionellen Medien. Mein kleiner Blog hier pflegt einen anderen Ansatz: Die Kritik, lästerliche, launige, sachliche, grundsätzliche, Detail versessene Kritik.

      Die überwiegende Zahl der Kommentatoren und ich üben diese Kritik, gerade weil wir diese Stadt und ihre Menschen mögen und von Herzen möchten, dass wir Lingener uns in Zukunft hier nicht nur wohl sondern noch viel wohler fühlen. Einverstanden?

      • Georg Schlüssel said

        Herr Koop,
        Schlüssel, soviel Zeit muss sein. Gut das sie dass noch einmal richtig gestellt haben. Es gibt auch schöne Seiten in der Stadt Lingen.
        In ihrem Beitrag haben sie aber die Problemindustrie in und um Lingen vergessen, die da sind:
        KKW-Emsland, Hagedorn, Stahlwerk, Bärlocher, Faserwerke etc.

        • Es gibt sogar viele schöne Seiten in der Stadt Lingen. Daher die Frage: „Problemindustrie“ – ist das jetzt Ihre, vielleicht etwas provokante Einschätzung?

  3. Frank O. said

    Ach daher „Parkhotel“. Ich dachte immer wegen dem angrenzenden „Park“platz.

  4. Robert Koop jun said

    Natürlich fühlen wir uns in Lingen wohl. Sehr sogar. Aber wir legen nunmal den Finger in die Wunden, die sich diese Verwaltung und der Stadtrat und OB K nunmal selbst zufügen.

    Beispiele?
    EL-Arena, Bushof, Linus Bad, Denkmalschutz Innenstadt, Biogas-Anlagen, Krematorium in Darme, neue Spielotheken, Waldstraße, Parkplätze in der City, Umgehung-Ulanenstraße, Unterstützung Abifestival, Unterstützung ‚Alter Schlachthof‘, Turnhallen, Zufahrt Timmers Wiese, Neubau Polizei, Störfälle AKW Emsland, Kasernengelände, ÖPNV, Studenten, Erscheinungsbild der Innenstadt, Förderung(?) TuS Lingen, Medicus Wesken, Umbau Theater, Toilettenhaus, Altenlingener Forst…

    Jeden Punkt für sich auszuführen, werde ich an dieser Stelle nicht tun. Aber unsere schöne Stadt Lingen _reagiert_ nun mal auf Situationen anstatt zu _agieren_ und zu gestalten.

    In den letzten Jahren haben/hatten sich 7 Bürgerinitiativen gegründet, die ihren bisherigen Klimax in der NICHT-Wahl von Leinweber widerspiegelt. Um das mal für einen Nicht-Lingener in Relation zu setzen: Dass Leinweber nicht gewählt worden ist, ist ungefähr so als verliert der FC Bayern in der 1. Pokalrunde gegen Neuruppin mit 4:1! Ich saß am Wahlabend neben dem ehemaligen Oberbürgermeister Neuhaus; für ihn brach eine Welt(!) zusammen!

    Leider sind alle Oppositionsparteien in Lingen zerstritten oder ’spielen‘ auf irgendwelchen Nebenschauplätzen herum. Die Linken und Grünen setzen völlig falsche Prioritäten, die SPD hat drei Ortsverbände (und findet das gut??) und die Hoffnungsträger BürgerNahen fechten derzeit Eitelkeiten aus.

    Lingen ist eine tolle Stadt, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation schier unendliches Potential hat. Leider ist das viele Geld oft auch Fluch, denn es wird einfach zu schnell und sorglos damit um sich geworfen…

    • BN Riße said

      Eitelkeiten austragen? Um die BürgerNahen ist es derzeit ein wenig ruhig, weil wir im Gegensatz zu den etablierten Parteien gerade die Unterstützerunterschriften für die Zulassung des Wahlvorschlags sammeln. Danach tragen wir wieder die Hoffnung der Stadt.

  5. Carsten Primke said

    Zufahrt Timmers Wiese??? Was ist denn da los???

    Ansonsten kann ich diesem Beitrag nur zustimmen. Wieviele Hotels sollen denn noch in Lingen gebaut werden? Am „Alten Hafen“ ist doch ebenfalls etwas in Richtung „Vier oder mehr Sterne“ geplant. Auch totaler Blödsinn.Von dem Lingen meiner Kindertage ist nicht mehr viel über geblieben. Es wird Zeit das man jemanden in der Verwaltung mal ein Rückfahrtticket nach Oldenburg spendiert.Lasst uns sammeln!

    • Rolf Heinrich said

      Danke, dass Sie das klargestellt haben.

    • Ortsbürgermeister said

      Wieso „los“? Ihre Frage kann man nicht verstehen, Herr Primke!

      Das Problem ist doch gerade, dass sie „nicht los“ (= emsländisch für geöffnet) ist. 😉

      • Carsten Primke said

        Lieber Ortsbürgermeister,

        das versteht ich nun auch nicht ganz? Hat man etwa in meinem Urlaub die Zufahrt zu „Timmers Wiese“ geschlossen? Wenn das mal nicht Ärger gibt. Und irgendwie kommen wir jetzt vom Thema des Beitrages ab.

        Schöne Grüße

  6. reinhard-rauscher said

    Herr Primke,
    gemeint war natürlich bzw. wahrscheinlich die zweite Zufahrt zum Wohngebiet Heuesch, die es ja zu öffnen gilt.
    Es wäre allerdings auch denkbar, dass es bei Timmers Wiese oder am Eichhörnchenweg auch Bürger gibt, die die Anzahl der Zufahrten in ihrem Wohngebiet reduzieren wollen.

    • Carsten Primke said

      Herr Rauscher,

      das hab ich mir fast gedacht. Na ja, öffnen oder nicht, darüber werden wir uns beide wohl nie einigen. Aber es gibt auch wichtigere Dinge im Leben.

      Schöne Grüße aus Norddeich

  7. Altodis said

    Hallo Herr Priemke,
    lassen wir bitte das Gezetere über Bob den (arg) verhinderten Baumeister der in Lingen bezeichneter Weise nur noch „L“ genannt wird. Ich könnte mir vorstellen, er dient der Stadt final doch noch: Einfach indem er zum Leinweber der Kommunalwahl 2011 wird. Einen vergleichbaren überheblichen, eingebildeten, vermessenen, nazistischenen und egomanischen Menschen ( habe ich Adjektive vergessen) erlebt man selten. In einem widerspreche ich Ihnen heftigst: Für eine derartige Fehlbesetzung wird nicht gespendet: Sowohl sein Gehalt als auch seine massivsten Fehlkalkulationen wurden bereits durch Steuergelder finanziert. Ich bin allenfalls bereit die LÄNGST überfällige Entscheidung der Verwaltung zu tragen, die da lautet: Setzt ihn auf Eis (bei vollen Bezügen): Das ist bis zum Ende seiner Amtszeit in Lingen günstiger als ihn weiterhin agieren zu lassen.

  8. Robert Koop jun said

    @BN_Riße: ja. Wie auch immer man es nennen will. Ich finds schade…

    @Primke: Richtig. Heuesch. Mein Fehler.

    @Altodis: 😉 wäre wünschenswert. aber was will man erwarten von L.? Er wohnt ja nicht mal richtig in Lingen.

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