Lesebefehl

17. Juli 2011

Ein sonntäglicher Lesebefehl. Yvonne Hofmann schreibt im Blog der BürgerNahen (BN)

Ein OB muss mehr sein als ein Moderator

Der … in der Lingener Tagespost veröffentlichte Leserbrief von Manfred Kunst setzt sich kritisch mit den städtebaulichen Planungen der Stadt am Alten Hafen in Lingen auseinander. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt der demografischen Entwicklung Lingens muss die Planung überarbeitet werden. Als Geografielehrer sollten diese Aspekte dem OB Herrn Krone bekannt sein. Stattdessen wirbt er unbekümmert aber medienwirksam für die viel zu oberflächliche Projektplanung am Alten Hafen.

Hier der Leserbrief im Wortlaut:

Ein OB muss mehr sein als ein Moderator

Die wohlklingenden Formulierungen ,Chance für Lingen, das Thema Wasserstadt maßgeblich und prägend zu besetzen‘, ,Hafenmeile zum Entspannen und Flanieren, Gastronomie nutzen und mit einem Einkaufsbummel in der Stadt verbinden‘, können die stadtstrukturellen Mängel im Bereich der Lindenstraße, dem südwestlichen Entree der Stadt, nicht verdecken.

Dem Initiator des Wohnungsbauprojektes ist nicht vorzuwerfen, ausschließlich betriebswirtschaftlich zu handeln, schließlich ist es nicht seine Aufgabe, ein ganzheitliches Entwicklungskonzept für diesen städtischen Raum zu erstellen.

Das sich über einen längeren Zeitraum abzeichnende Auslaufen der Nutzung des Areals am Alten Hafen sowie der hinsichtlich der Flächen östlich der Lindenstraße einschließlich des Standortes Emslandhallen bestehende Planungsbedarf hätten spätestens zum Ende des Autohauses Rosemeyer zu einer umfassenden städtischen Rahmenplanung führen müssen.

Angesichts der vertanen Chancen wirken die jüngst veröffentlichten Entwicklungsszenarien für den Hafenbereich geradezu hilflos.

Anlässlich des Richtfestes am Alten Hafen gefiel sich der OB wieder in der Rolle des Schönredners, der unterschiedslos jedwede Aktivitäten gutheißt, eine bezogen auf die Stadtentwicklung höchst problematische Haltung.

Lingen befindet sich, wie die Mehrzahl der Regionen in Deutschland und in Europa, auf absehbare Zeit jedoch nicht in einer generellen Wachstumsphase. Die Stadt muss sich vielmehr auf eine rückläufige Bevölkerungszahl bei sich ändernder Altersstruktur und einer verringerten Binnennachfrage einstellen.

In einer solchen Situation ist es fahrlässig und kontraproduktiv, die Erweiterung des Bauflächenangebotes sowohl in den Ortsteilen als auch am Stadtrand (Emsauenpark) und in der Innenstadt zu propagieren.

Durchaus erforderliche und sinnvolle partielle Bauflächenausweisungen bedürfen einer an qualitativen Merkmalen einer integrativen Stadtentwicklungsplanung orientierten Begründung.

Die Unterstützer des OB bei der Bürgermeisterwahl dürften mit ihrer Entscheidung eher auf einen kritisch-konstruktiven und visionären Verwaltungschef als auf einen bloßen Moderator politischer Prozesse gesetzt haben.

Manfred Kunst
Lingen

Allerdings muss auch die Verantwortlichkeit für die an einen Torso erinnernde Stadtplanung um den Alten Hafen klar benannt werden. Wer hat zulasten des Allgemeinwohls die rein betriebswirtschaftliche Handlungsmöglichkeit des Investors  geschaffen und eine im Mittelpunkt der Flächen liegende Gewerbebrache grundlos zu Wohnbauland hochstufen lassen?

Es waren die führenden Köpfe der Lingener CDU, die einmal mehr ein  Grundstück auf eine Weise an den Mann gebracht und eine Bebauung ermöglicht haben, dass ein Privater und nicht das Gemeinwohl profitiert. Guckst Du hier.

Dem neuen OB ist zu verdanken, dass er die nächste Grundstücksschieberei direkt nebenan verhindert hat. Gerade deshalb muss es wundern, dass er die von LT-Leser Kunst beschriebene Richtfestrede  verstreichen ließ, ohne klar Position zu beziehen. Wenn nicht, wann jetzt -vor der Kommunalwahl- erkennt er dies als selbstverständliche Pflicht?

Aber nicht nur das; denn es gibt seit einigen Tagen das nächste schräge Grundstücksgeschäft, bei dem die CDU-Ratsmehrheit (mit der Stimme des OB und der FDP) gegen das Votum des Rechnungsprüfungsamtes ein Innenstadtgrundstück unter Wert und entgegen der kommunalen Haushaltsordnung in Niedersachsen abgibt, weil man dies für politisch opportun hält…

5 Antworten to “Lesebefehl”

  1. Frank O. said

    Ich denke auch das hier spätestens bei der Entstehung des Kreisverkehrs und durch den Abriss des Hauses von Dr. Bußmann ein Konzept für den alten Hafen hätte vorgelegt werden müssen.

    Was Herrn Krone angeht….
    ….bin ich richtig entäuschrt. Gerade als ich am Freitag den Artikel : In Lingen entsteht die Emsland-Arena in der NOZ gelesen habe, war mein erster Gedanke „Was muß man für solch einen hochlobenden und verlogenen Artikel wohl bezahlen?“. Bin aber zu dem Entschluss gekommen, dass es Herr Pertz einfach nicht besser weiß und kann und wohl zum Reporter katapultiert worden ist, ganz ohne Stichwahl.

    • klaus said

      Zu diesem Artikel ist mir als ehemaliges BI-Mitglied die Kinnlade heruntergefallen. Es war nie nur das Ziel der BI, die Emslandarena nicht in Laxten entstehen zu lassen. Sondern auch die Emslanarena zu einem kostengünstigsten Preis an die Emslandhallen zu platzieren. Es wurde sogar ein Anbau an den Emslandhallen, mit Gutachten, in den Gremien favorisiert.
      Als BI- Mitstreiter war Herr Krone in Wetzlar und hat diese Halle nieder gemacht, als er wieder da war. Sogar die Kosten sind zu hoch gewesen und was weiß ich was noch für Gründe. Jetzt wo er OB ist, ist das alles nicht mehr gültig, und er stellt sogar seine eigenen damaligen Mitstreiter als „Schwindler“ hin. Ich bin richtig wütend und ich verstehe die ehemalige BI-Vorsitzende nicht, die ja auch immer den Mund so weit aufgemacht hat, dass Sie sich so etwas gefallen läßt.
      Herr Krone war so gut wie nie bei den Treffen der BI anwesend, war halt nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
      Für mich ist dieser OB nicht mehr tragbar. Er sagt „die Unwahrheit“ und das finde ich absolut beschämend.
      Wenn das die Politik ist, die hier in Lingen verbreitet wird, dann Prost Mahlzeit….

      • Brad Chase said

        Da kann ich nur zustimmen. Was hab ich in meinen Kommentierungen schon alles vermutet. Und es kommt noch schlimmer. DK hat in seiner über neunmonatigen Amtsführung gezeigt, dass er im ersten Leben wahrscheinlich Meteorologe gewesen sein muss. So wie er sein Fähnchen in den Wind drehen kann, muss er schon früher geübt haben.
        Er hat seine Wähler maßlos getäuscht. Seine Auftritte während des Wahlkampfes hatten nichts mit Ehrlichkeit zu tun. Anscheinend alles nur reine Kalkulation. Nach Ablauf von zwei Jahren hat er seine Pensionsberechtigung. Das wird zumindest ihn beruhigen.

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