Geht auch anders

15. Juli 2011

An dem im vergangenen Jahr beliebten „Pott-Bashing“, also dem nachträglichen Niedermachen des Ex-OB Heiner Pott, haber ich mich bekanntlich nicht beteiligt; dafür sind die Verdienste des Mannes für Lingen zu groß.

Allerdings müssen seine Fehlentscheidungen genannt werden. Davon gibt es eine ganze Reihe. Die größte war der Entschluss, die Scharnhorstkaserne abzureißen. Pott und die ihm wie stets hinterher laufenden CDU-Mannen (und -Frauen) im Stadtrat waren außerstande, die einmalige Chance  zu erkennen, die sich der Stadt bot. Also kam die herkömmliche Lingener Abrisslösung. Andernorts kann man Konversion, also die Umwandlung militärischer in zivile Nutzung.

Beispielsweise in Osnabrück. Die NOZ meldet, dass fast alle „Briten-Häuser“ verkauft sind, in denen die britischen Soldaten der Osnabrücker Garnison lebten: Viel schneller als erwartet sei das britische Kapitel in Osnabrück endgültig zu Ende: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) habe am Mittwoch dieser Woche die Kaufverträge für die letzten großen Haus-Pakete unterzeichnet. 736 der 740 Ex-Briten-Wohnungen aus Staatsbesitz sind damit privatisiert. Schnäppchen seien das nicht gewesen, berichten Makler.Trotzdem ist es wohl gelungen. Und öffentliches Vermögen ist erhalten worden.

Das Beispiel zeigt, dass es auch anders geht als bei uns. Nachhaltigkeit muss praktiziert werden und darf nicht nur ein schönes Schlagwort sein. Voraussetzung dafür ist aber in jedem Fall, dass die politische Mehrheit will und kann. An beidem fehlte es in Lingen leider.