Tolles Festival

4. Juli 2011

Da ist am Wochenende mit 12.000 oder ein paar mehr Besuchern das Abifestival 2011 über die Bühne gegangen. Jetzt, wo ich dies schreibe, sieht es so aus, als ob nur das Wetter nicht so war, wie es sein sollte. Alles ist glatt gegangen. In der facebook-Diskussion gibt es überwiegend positive, ja begeisterte Kommentare.

Aber klar ist auch, dass das in Deutschland, wenn nicht gar international einmalige Konzept in diesem Jahr an seine Grenzen gestoßen ist. 6-7-8000 begeisterte Menschen vor der Bühne -wunderschön – aber auch schon fast ein Wunder, dass nichts passiert ist. Katastrophale Zustände auf der Schüttorfer Straße, die wieder nicht gesperrt war. Die sanitären Anlagen waren nicht vorhanden. Die Zeltplätze fehlten.

Es ist das größte jährliche Kulturereignis in Lingen. Ich erwarte einfach, dass die Kommune diesen Stellenwert endlich erkennt und danach handelt. Die Stadt fördert das früher einmal medienwirksame Dressurfest mit sechsstelligen Beträgen, das Abifestival mühsam mit -ich glaube- 4/5.000 Euro. Das ist lächerlich.

Bei tusq lese ich:  „Tolles Festival, bitte nochmal 30 Jahre! Danke!“ Dem schließe ich mich uneingeschränkt an. Aber damit es so wird, muss die Kommune  wie beim Citylauf oder dem Kivelingsfest den Rahmen garantieren.  Mehr Zeltplätze, sanitäre Anlagen, Sicherheit. Aber ganz flott!

 

ps Und bitte den LWT raushalten, damit es auch funktioniert.

20 Antworten to “Tolles Festival”

  1. Thomasz said

    Guten morgen!

    Herr Koop, eine kurze Anmerkung noch bevor sie ihre Kommune schlechtreden: andere, sowohl namhafte aber auch kleine Festivals schaffen es auch ohne die Hilfe der Kommune vernünftig Platz zu besorgen und alles so für den Besucher herzurichten das es passt.

    Wenn die Freunde von Abifestival das nicht hinbekommen, dann ist das schlicht und ergreifend deren Problem!
    Ihre Anspielungen bzgl Dressurfestival etc kann ich nur lachhaft entgegensehen weil gerade diese Veranstaltungen keinen Handlungsspielraum mehr besitzen und ohne Hilfe der Stadt zugrunde gehen würden!

    Das abifestival aber ist beliebter denn je! Dadurch das so viele Leute kommen werden auch viele Einnahmen generiert.. Dann muss mal halt entweder neue flächen suchen (dort ist zwar der festivalplatz selber ausgereizt, aber in der näheren Umgebung ist doch so eine Wagenburg und dann kommen noch wiesen)

    Ich finde, das man nicht alles direkt auf eine Kommune schieben sollte! Es hätten genausogut dieses Jahr nur 4 tausend kommen können bei dem Wetter und bei der konkurrzenz: roskilde, rheinkultur… Etc…

    Im Endeffekt: lasst es doch laufen und seid froh das ihr sowas in eurer Stadt habt. Da könnt ihr stolz drauf sein und nörgelt nicht auch noch drüber rum!

    Beste grüße aus Aurich

    • Thomasz behauptet, dass sowohl namhafte als auch kleine Festivals ohne Hilfe der Kommune auskämen. Als Konkurrenten des Abifestivals nennt er dann das Roskilde-Festival und die Rheinkultur in Bonn.

      Für das Roskilde-Festival war in diesem Jahr – trotz Tausender unbezahlter Helfer – ein Eintrittsgeld von umgerechnet 242 Euro fällig.

      Die Rheinkultur, das wie das Abifestival keinen Eintritt erhebt, erhält jährlich einen Zuschuss im oberen fünfstelligen Bereich von der Stadt Bonn.

    • Schon mal darüber nachgedacht, dass es sich um ein umsonst&draußen-Festival handelt und was dies für Schlussfolgerungen aufzeigt und was nicht?

  2. Simon said

    5.000 € für das Abifestival und mind. 100.000 € für das Dressurfestival? Wenn das stimmt ist es ein Skandal der so nicht tragbar ist und sollte schnellstmöglich geändert werden!

    Warum darf der Lingener Bürger eigentlich nicht erfahren mit welchem Beträgen welches Fest gesponsort wird?

  3. Hans P. said

    @Thomasz

    Was erzählen Sie denn hier für einen Unfug. Das Abifestival erzielt quasi überhaupt keine eigenen Einnahmen und dann froh sein, wenn es die sog ’schwarze Null‘ erwirtschaftet.
    Die ‚Gelder‘ stammen aus: Sponsorengeldern, Sachspenden, Eigenarbeit, Unkostenbeitrag der Abiturienten und wenige Einnahmen durch Getränke- oder Merchendiseverkäufe.

    Der Werbeeffekt, den die Stadt in der kompletten nordwestlichen Region durch den Begriff ‚Abifestival‘ erfährt, sollte unserer Stadt mehr wert sein, als 4000-5000 EUR. Jedem u30 Jährigen ist das Abifestival in Lingen bekannt.

    Es geht nicht darum, dass die Verwaltung pauschal große EUR Summen in diese Veranstaltung pustet, sondern, dass man angemessen und entsprechend fördert und nachhaltig verbessert. Und eben auffängt, wenn ein Festival zB durch schlechtes Wetter in einem finalziellen GAU endet.

    Die Sicherheit (Bühne, Straße) ist nicht immer und überall gegeben. Auch die Feuerwehr und Polizei sind mehr gefragt.

    • Georg Schlüssel said

      Ich berichtige. Sollte den Steuerzahlern mehr Wert sein als 4.000 bis 5.000 €.
      Das dass Dressurfestival von uns Steuerzahler mit 100.000€ gesponsert wird, ist gerade zu eine Frechheit.
      Jeder Kindergarten muss um neue Stühle betteln und hier wird das Geld den großkotzigen Neureichen in den Rachen geschmissen.
      Wir müssen uns gegen solch einer widerwärtigen Volkserarsche von Seiten der Stadträte und der Stadtverwaltung wehren, aber wie??

  4. Tim said

    Danke Robert! Das spiegelt genau meinen Eindruck wieder. Die Situation an der Schüttorfer Straße, direkt am Ein- und Ausgang fand ich fürchterlich.

    • Bernd Koop said

      Welche leider viel zu oft von schlecht informierten Eltern(?) erzeugt wird, welche zu denken scheinen, es wäre eine klasse Idee Besucher »eben schnell« an der Landstraße bzw halb im Grünstreifen abzusetzen oder einzusammeln….

  5. Tobias said

    Hallo Robert!

    Kannst Du die „sechsstellige“ Summe für das Dressurfestival belegen bzw. nachweisen?

  6. hans said

    Wer sind denn die armen Leute die die vermüllte Wiese reinigen müssen, etwa die Gastgeber allein? Sonnenschirme, Zeltplanen, Plastikgeschirr, Müllberge, ernüchternd, nach all der guten Stimmung!!

    • Rolf Heinrich said

      @hans:
      Es sind in der Tat die „Gastgeber“ dieses Abifestivals, d. h. Lingener AbiturientInnen und Unterstützer aus den letzten Jahren, die seit Montag das Gelände aufräumen
      Mein Sohn gehört auch dazu. Er kam am späten Nachmittag nach Hause und war ziemlich geschafft.Er meinte, dass nicht nur Grobmüll wie „Sonnenschirme, Plastikgeschirr etc“ beseitigt werden müsste, sondern dass jeder Kronkorken und jeder Trinkhalm aufgehoben werden müsse. So seien die Auflagen, von wem auch immer…
      Auf meine Frage, ob denn der städtische Bauhof die Säuberungsakton „logistisch“ unterstütze, sah ich nur in leere,
      fragende Augen:“Wer ist das denn?“
      Im Klartext: Die Stadt Lingen hilft nicht mit, die vielen Müllsäcke etc.durch ihre Fahrzeuge wenigstens abzutransportieren und zu entsorgen.
      Ich erfuhr dann noch, dass die Stadt auch nicht bereit sei, den Parkplatz vor den Emslandhallen (angeblich verunreinigt duch den Park-and Ride-Service) mit einer Kehrmaschine zu reinigen. Dies müssten die Abiturienten und Helfer per Besen selbst erledigen!
      Als ich mit meinem Sohn dann noch ganz kurz auf die städtische Unterstützung für die Kampmann-Festspiele zu sprechen kam, war die Stimmung komplett im Keller:
      Die Summe von mindestens 62 000 Euro aus öffentlichen Mitteln für das Dressurfestival rief nur Kopfschütteln hervor. Denn in diesem Jahr habe die Stadt noch nicht einmal 5000 Euro für das Abi-Festival übrig gehabt. Ich denke, dass diese Angabe stimmt, denn mein Sohn arbeitete im Vorfeld im Arbeitskreis „Sponsoring“ mit. Er hofft, dass man mit plus-minus-Null auch 2011 abschließen könne. Es gehe nicht um Kommerz oder PR (Kampmann und Co).
      Und im Übrigen:
      Um 21.00 ist er wieder los zum Festival-Gelände. Morgen geht’s weiter (vorher genießt man noch das Gemeinschaftsgefühl, etwas als Gruppe auf die beine gestellt zu haben). Sein letzter Satz: „Wir schaffen das auch so!“
      Ich meine: Eine Kehrmaschine auf dem Parkplatz vor den Emslandhallen müsste doch noch drin sein …

  7. Jörn Laue-Weltring said

    Wo bleibt eigentlich der NDR bei solchen Ereignissen in Lingen wie Abifestival und Kivelingsfest? Zuletzt schafften die es nur, Sögel von oben zu zeigen. Während im bayrischen Fernsehen jede bunt geschmückte Kuh in die Medienwelt ausgestrahlt wird, ist dem NDR wohl der Weg zu weit. Oder passen diese ehrenamtlich organisierten Feste nicht in die Event-Vorstellungen des NDR? Beim Welt-Kinderheater-Fest soll sogar Geld geflossen sein, damit der NDR-Moderator auftaucht und auf der Bühne ein paar Worte sagt.

  8. Dirk said

    @ Jörn: Hier ist der NDR: http://www.ndr.de/reise_freizeit/abifestival101.html
    @ Hans: Alle Arbeiten rund um das Festival erledigen zum allergrößten Teil die Abiturienten selber – auch das Aufräumen.
    Dabei sind immer eine ganze Zahl Ehemalige, die unterstützen und Aufgaben übernehmen, für die entsprechende Qualifikationen vonnöten sind (Recht, Finanzen, Veranstaltungstechnik, LKW-Fahrer, etc.)
    Und beim Festivals selber kommen die Profis von Malteser, Feuerwehr, Sicherheitsdienst und bei Bedarf auch Poilzei dazu.
    @ Robert: Diese Zahl haut mich gelinde gesagt aus den Socken.
    Nur ein Bruchteil davon und die Themen Verkehrssituation und Toiletten / Duschen sind keine Themen mehr.

  9. Maik said

    Interessant dieser Bericht von Herrn Koop.
    Ich glaub das er als Politiker schon fast den Wald vor lauter Bäume nicht sieht.
    Eine Alkohol und Drogenparty als Kulturereignis zu sehen ist schon ziemlich dumm…..

    • Was haben Sie denn für Probleme?….tzzzzzz

    • klaus said

      Das bringt ja eine ganz neue Veranstaltungskategorie auf: Alkohol- und Drogenpartys! klar, dass wir hier Vorreiter sein MÜSSEN. Ob die Emsland-Arena auch dafür ausgelegt ist?

    • Sebastian said

      Lieber Maik,

      bevor Sie einen Kommentar hinsichtlich des Drogen und Alkoholkonsums hinterlassen, sollten Sie sich zumindest ein wenig mit der Musik und Festivalkultur national und auch international auseinandersetzen.
      Mit Sicherheit kommt es von dem einen oder anderen Jugendlichen auf solchen Veranstaltungen zu einem Missbrauch von Alkohol, diesen Rausch kann er aber ebenso auf jeder Discoveranstaltung, Schützenfest oder Landjugendfest erfahren. Alkoholmissbrauch ist nunmal ein brandaktuelles Thema, es lässt sich nicht wegreden. Hinsichtlich dieses Problems arbeitet das Abifestival mit den offiziellen Behörden zusammen, sowie mit Organisationen bspw. „Schutzengel“.
      Wenn Sie jedoch dazu übergehen, dass Sie das Abifestival primär als eine Veranstaltung beschreiben, die nur dazu da ist, diesen Exessen nachzugehen, ziehen Sie zu aller erst böse Blicke der Ehrenamtlichen und Organisatoren auf sich. Sie bedienen das Klischee eines Vorstadtspießers (denn Sie haben Samstags bestimmt ihren Rasen gemäht/ihr Auto gewaschen) und ernten Unverständnis durch die vielen Besucher des Festivals. Zudem disqualifizieren Sie sich durch ihr Unwissen.
      Primär zeichnet sich das Festival als Kulturveranstaltung durch die Förderung junger Nachwuchsbands, als auch generell durch sein Musikprogramm aus. Was hiervon Kultur und was Müll ist, das ist bekanntlich Auslegungssache.
      Dennoch – Vielen Dank für´s Gespräch!

  10. bolle said

    o.k. dann bitte auch keine Berichte mehr über die diversen Schützenfeste in der Region, Altstadtfest, Kivelingsfest etc. in den Medien. Alkohol,ist nach wie vor die Volksdroge Nr.1. In den westlichen Ländern jedoch kulturell und gesellschaftlich anerkannt. Die meisten Sportwettbewerbe haben große Brauereien u.ä. als Sponsoren und produzieren lediglich nur einen Bruchteil ihrer Produktion alkoholfrei!
    Nicht nur die Politiker als menschliches Wesen sondern auch wir sollten dies beachten!

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