Arenawahn

7. Juni 2011

Auch dieser Virus ist hartnäckig. Arenawahn heißt er und hat fast alle Ratskollegen befallen. Und den einst arenakritischen OB gleich mit dazu. Am vergangenen Freitag hat die Stadtverwaltung das „neutrale“ Gutachten der  wpm Projektmanagement GmbH aus Stuttgart den Ratsmitgliedern übermittelt. Auch mir. Ich habe es meiner politischen Lingener Heimat, der Wählergemeinschaft „Die Bürgernahen“ geschickt, die es jetzt mit meiner ausdrücklichen Zustimmung hier veröffentlicht hat.  Meine Idee war, das Gutachten zur öffentlichen Diskussion ins Internet zu stellen. So wie bei wikiplag oder auf wikipedia-Diskussion, damit jeder Interessierte zu allen Punkten einen Diskussionbeitrag erstellen und veröffentlichen kann. Vielleicht macht sich jemand die Arbeit und geschieht dies noch.

Ich freue mich auf eine spannende Diskussion. Sie ist notwendig und muss jetzt erst anfangen, wo sich die kritische Arenawahn-Initiative dummerweise aufgelöst hat. Daher bin ich den BürgerNahen dankbar, dass sie in ihrem Blog erste Kritikpunkte formulieren. Der Kern meiner Kritik an dem wpm-Gutachten ist, dass es losgelöst von den finanziellen Folgen den Neubau favorisiert:

  • Er wird 10.000.000,- Euro teurer sein als der Umbau der alten Emslandhallen nach dem Meyerhoff-Konzept. Mach dem Baukostenidex BKI kostet eine normal ausgestattete 2500-Sitzplätze Arena 22.000.000,– Euro. Die Stadt rechnet nur mit 17.450.000,- Euro – bei identischen Baunebenkosten übrigens. 17.450.000,- Euro  – das  ist eine politisch (gerechnet) e Zahl. Vielleicht wird man die Arena dafür sogar fertig stellen, aber dann nur  in Minimalversion und wenige Jahre anschließend  mit  Millionen „pimpen“, damit es einigermaßen stimmig wird.
  • Auch die laufenden Mehrkosten werden von wpm mit einem „Die-zahlen-ja-die -Mieter“-Augenaufschlag weggeredet. Das ist nicht seriös.
  • Fallen Ihnen weitere Ungereimtheiten im Gutachten auf?

Übrigens: Für mich ist der 11. September nicht nur der Tag der Kommunalwahl. Faktisch wird auch über das Arenaprojekt abgestimmt. Jede Stimme für „Die BürgerNahen“ ist dann  eine Stimme gegen die jetzigen Pläne und für eine solide kommunale Investitionspolitik. Versprochen.