Weitermachen

14. Mai 2011

Bünting ist längst mehr als Tee. Zum ostfriesischen Konzern gehören regional so bekannte Discounter wie  Combi, Markant, Telepoint und Famila (mehr…). Insgesamt sind knapp 9000 Mitarbeiter in den einzelnen Schwesterfirmen tätig, die einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro erwirtschaften.

In der Branche zählt das weiterhin in Leer ansässige Unternehmensverbund damit zu den Kleinen. Gerade deshalb gehört für ein solches Unternehmen das soziale und kulturelle Engagement zum Muss oder zur Firmenphilosophie, wie man auch sagen kann. Es unterscheidet sich damit von dem RWE, Aldi, Lidl-Einerlei, obwohl der finanzielle Aufwand eigentlich nicht sonderlich hoch ist.  Vor fünf Jahren gründeten folgerichtig die Bünting-Verantwortlichen anlässlich des 200-jährigen Gründungsjubiläums   die  Johann Bünting-Stiftung.  Sie unterstützt  seither soziale und kulturelle Projekte in unserer Region und vergibt jährlich zwei Förderpreise „für ehrenamtliches, generationsübergreifendes Engagement“ mit je 5.000 Euro. Darüber hinaus wird ein Sonderpreis für Schulprojekte verliehen, der ebenfalls mit 5.000 Euro dotiert ist. Vorgestern wurden im Leeraner Tee-Museum zum vierten Mal die Johann Bünting-Förderpreise verliehen (Foto oben). Gleich zwei von ihnen  gingen in diesem Jahr nach Lingen.

Hubert Köllen ist einer der beiden Lingener Preisträger.  Seit fast 40 Jahren gestaltet der inzwischen 75-jährige aus Biene spezielles Holzspielzeug für Kinder mit Beeinträchtigungen. Angefangen hatte es Anfang der 1970er Jahre mit kleinen Geschenken für die Ortsgruppe Biene des Lingener Christophorus-Werks. Inzwischen findet es  in Einrichtungen in ganz Deutschland und in Polen, Russland und Brasilien Verwendung.  Seine  Kenntnisse zur Arbeit mit Kindern mit Beeinträchtigung hat er unter anderem durch Gespräche mit seiner Tochter gewonnen, die als Lehrerin in einer Tagesbildungsstätte arbeitet. Außerdem tauscht er sich regelmäßig mit den Pädagogen aus, die das Spielzeug dann in ihren Einrichtungen einsetzen.

Köllers Spielzeug schult die Motorik der Kinder und spricht ihre Sinne an.  So befinden sich beispielsweise auf  Motorikplatten  bis zu 100 verschiedene Gegenstände – vom Holzwürfel bis zur Drehscheibe, von einer kleinen Wippe bis zum Spiegel oder einer Murmelsammlung. Damit können Kinder mit Hör- oder Sehschädigung oder geistiger Behinderung ihre motorischen Fähigkeiten ausprobieren, auf Klänge hören oder Formen ertasten. „Ich bin dankbar, dass ich noch etwas für andere Menschen machen kann. Es macht mir einfach Freude,“ sagte der ausgebildete Landwirt vor einiger Zeit.  Für Hubert Köllen ist der Förderpreis der Johann Bünting-Stiftung in der Kategorie „Alt für Jung“ nicht die erste Auszeichnung. Vor einigen Jahren  erhielt er bereits von der Caritasstiftung Osnabrück den „Sonnenscheinpreis“. Ans Aufhören denkt Köllen noch lange nicht: „Ich möchte mindestens noch bis 98 weitermachen.“

Soziales Projekt

Den Sonderpreis für Schulprojekte erhielt 2011 die Lingener Gesamtschule Emsland. Seit dem Jahr 2004 gehört das unspektakuläre Sozialprojekt im 8. Schuljahr zum festen Bestandteil unseres Schulkonzeptes. Für ein Jahr übernehmen alle Schülerinnen und Schüler (selbstverständlich ohne Bezahlung) eine Aufgabe, bei der etwas für andere getan wird (Foto re.) . Im zeitlichen Umfang von 90 Minuten pro Woche sind inzwischen rund 600 Schüler in einer öffentlichen, karitativen oder kirchlichen Einrichtung tätig gewesen (oder noch dabei). „Unsere Schule will mit dieser Aktion das gesellschaftliche Engagement, also die „soziale Kompetenz“ fördern und vielleicht auch Wege zu ehrenamtlicher Tätigkeit weisen. Arbeitsplätze finden sich z.B. in Kindergärten, Vereinen, Altersheimen, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Kirchengemeinden, Tierheimen, bei der Feuerwehr, dem THW, dem Deutschen Roten Kreuz“,  schreibt die „GE“ auf ihrer Internetseite.

(Mehr…)

Eine Antwort to “Weitermachen”

  1. Hansi said

    Hallo Robert,
    herzlichen Dank für Deine ausführliche Würdigung von Hubert Köllen. Ich kann nur jedes Wort des Berichtes über den Einsatz diese hervorragenden „Handwerkers“ unterstreichen.
    Übrigens hat mein Enkelsohn eine sog. Motorikplatte mit 15 Elementen in seinem Kinderzimmer. Ein Geschenk von dauerhaftem Wert. Sucht jemand ein sinnvolles Geschenk, dann sollte er mal bei Hubert Köllen in Biene vorbeimschauen. Es lohnt sich.

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