Gartenrotschwanz

12. Mai 2011

Nur noch 13.000 Brutpaare zählt die Spezies in Niedersachsen. Der Gartenrotschwanz, Vogel des Jahres 2011, ist eine bedrohte Art.  Sein Bestand  hat sich in den letzten Jahrzehnten um gut die Hälfte verringert.  Wohler nennt dafü die Ursachen.

Rüdiger Wohlers vom NABU Niedersachsen beschreibt die Ursachen: „Hauptproblem ist die Zerstörung der Lebensräume des Gartenrotschwanz‘ (Foto re.)  in unseren Breiten. Dazu zählt der enorme Flächenverbrauch, die Vernichtung artenreicher Strukturen wie naturnaher Weg- und Waldränder, halboffener Kulturlandschaften und Überbauung und Monotonisierung von Gärten. Wo einst Grünland mit vielfältigen Hecken und Wallhecken war, gähnt heute durch die Vermaisung infolge des Biogasbooms und der Massentierhaltung eine lebensfeindliche Wüste. Hecken sind verschwunden, Wallhecken mangels Pflege degeneriert. Streuobstwiesen an den Ortsrändern wurden überbaut oder verfielen, Gärten mit Bebauung überzogen oder zu seelenlosen Exotenanpflanzungen ‚entwickelt‘. Darin kann auch der Gartenrotschwanz keine Insekten als Nahrung mehr finden. In der Brutzeit benötigt er davon zur Aufzucht seiner Brut eine besonders große Anzahl, weshalb er 16 bis 18 Stunden auf Insektenfang geht. Deshalb müssen wir auch vielfältig ansetzen. Der Gartenrotschwanz ist darüber hinaus vielfältigen Gefahren auf seinem 6.000 bis 8.000 Kilometer langen Zugweg in die Trocken- und Feuchtsavannen Zentralafrikas ausgesetzt, auch durch Vogelfang in vielen Ländern, und natürlich durch verheerende Dürre infolge des Klimawandels.“

Deshalb ruft jetzt der NABU Niedersachsen dazu auf,  neue Streuobstwiesen wie einzelne Obstbäumen in ganz Niedersachsen zu pflanzen. Streuobstwiesen sind ein idealer Lebensraum für den Gartenrotschwanz. Vereine, Firmen, Kleingartengemeinschaften oder Schulen können mit der Unterstützung vom NABU Obstbäume und standortgerechte Sträucher pflanzen und -wie die Umweltorganisation schreibt- „so dem Vogel des Jahres 2011 unter die Arme greifen. Streuobstwiesen und Wildsträucher bieten durch ihre Insektenvielfalt optimalen Nahrungs- und Lebensraum. Ein ideales Nahrungsangebot für den hochinteressanten Vogel des Jahres, der als Langstreckenzieher in diesen Wochen aus seinem zentralafrikanischen Winterquartier auch nach Niedersachsen zurückkehrt “, erläutert Projektleiterin Birgit Röttering (NABU Oldenburg-Land). „Landesweit wollen wir zahlreiche Streuobstwiesen und Hecken anlegen und somit dem Vogel des Jahres neue Lebensräume bieten“, so Röttering weiter.

Außerdem  will der NABU Niedersachsen mit einer landesweiten Meldeaktion herausfinden, in welchen Gebieten sich der Vogel des Jahres 2011 bevorzugt aufhält, und warum es zu dem Bestandsrückgang möglicherweise kommt. Darum ruft er alle Naturfreundinnen und Naturfreunde dazu auf, den Gartenrotschwanz zu melden. Unter www.NABU-Oldenburg.de kann mitgeteilt werden, wann und wo er gesichtet worden ist.

„So können Sie ganz einfach mithelfen. Wenn Sie einen Gartenrotschwanz sehen, tragen Sie ihn via Internet in der Meldedatenbank des NABU ein. Sie helfen damit nicht nur dem NABU bei der Erfassung wichtiger Daten, sondern auch dem Gartenrotschwanz selbst, auf dass wir auch in Zukunft noch Freude an diesem schönen Singvogel haben“, sagt  Birgit Röttering.

Übrigens sind Streuobstwiesen mit hochstämmigen Obstbäumen und einer naturschonenden Bewirtschaftung ohne Pestizide -ganz anders als Maisäcker- schützenswerte Kulturlandschaften, die nicht nur dem Gartenrotschwanz ein Zuhause bieten, sondern zahlreichen anderen Tier- und Pflanzenarten.   Gegen Einsendung von 5 Euro kann ein  Informationspaket zum Gartenrotschwanz angefordert werden, in dem auch Baupläne für den Nistkasten enthalten sind, beim

NABU
Stichwort Gartenrotschwanz
Schlosswall 15
26122 Oldenburg.

Also, wo pflanzen wir einen Apfelbaum?

Eine Antwort to “Gartenrotschwanz”

  1. Buggy said

    „Der Gartenrotschwanz ist darüber hinaus vielfältigen Gefahren auf seinem 6.000 bis 8.000 Kilometer langen Zugweg in die Trocken- und Feuchtsavannen Zentralafrikas ausgesetzt, auch durch Vogelfang in vielen Ländern, und natürlich durch verheerende Dürre infolge des Klimawandels“

    Diese Gründe für den Rückgang der Population sehe ich vor der intensiven Landwirtschaft.
    Es sind nur knapp die Hälfte der Schwalben wieder auf meinem Hof zurückgekehrt, obwohl diese Vögel sehr willkommen sind.
    Durch diese pauschalen Anschuldigungen gegen die Landwirte erzeugen die Leute vom NABU nicht unbedingt ein positives Klima für die Zusammenarbeit mit den Landwirten, das sollten die (Büro-)Aktivisten bedenken…

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