LIN

14. April 2011

Ja damals, Ende der 1970er Jahre, da hab ich mir auf mein einige Jahre gefahrenes Kennzeichen LIN-KS 80 sogar ein bisschen was eingebildet . Aber heute – EL-SA, EL-AL, EL-LI -irgendwie ist das nix.

Jetzt haben die Länderverkehrsminister auf Initiative von Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern in einer Konferenz  den Weg für die Wiedereinführung früherer Kfz-Schilder freigemacht. Laut einer Studie der „Initiative Kennzeichenliberalisierung“ der Hochschule Heilbronn wollen nämlich fast Dreiviertel der Bundesbürger die Rückkehr zu den früheren Schildern. Also BF, BSB, MEP und ASD – das waren noch Markenzeichen! Wenn so ein Kfz voraus fuhr, wusste man dahinter, worauf man sich einzustellen hatte. 😉

„Auch viele Lingener wünschen sich offenbar das alte „LIN“-Nummernschild zurück. Das hat eine Umfrage der Ems-Vechte-Welle ergeben“, meldet der Sender (hier der podcast zum Thema)und gibt gleich Entwarnung: “ Ob dies allerdings zukünftig im Landkreis Emsland möglich ist, ist noch unklar, denn der Landkreis Emsland sieht die Wiedereinführung der alten Nummernschilder „kritisch“.

Klar doch, wie auch anders.  Der „zusätzliche bürokratische Aufwand“ soll -so die Stellungnahme des Landkreises – „dagegen“ sprechen. Aufwand und Zielsetzung stünden hier in keinem Verhältnis; die PM spricht von würden in keinem Verhältnis stehen, was zumindest schlechtes Deutsch ist und conjunktivus irrealis.

Und dann lese ich: Der Landkreis Emsland würde sich seit der Gebietsreform 1978 „durch eine hohe Identifikation seiner Bürger“ auszeichnen. Das Kennzeichen EL sei „Ausdruck dieses wichtigen Zusammenschlusses“, der damals nicht unumstritten war, heute aber mit guten Wirtschaftsdaten und hoher Lebensqualität seine Berechtigung deutlich mache. Das Kennzeichen sei deshalb auch „Ausdruck dieses Zusammenwachsens und der Verbundenheit der Bürger mit dem Landkreis Emsland“.  Ein Kennzeichen als Ausdruck. O-HA! Entscheidend ist, was hinten dran hängt.

Nun, vielleicht will ich aber mehr mit meiner Stadt als mit dem schrägen Markenzeichnen EmsLandisierung verbunden sein. Das LIN-Kennzeichen zurück, warum nicht? Ist in EDV-Tagen auch nicht mehr Arbeit, lieber Landkreis, aber  ’ne alte Idee von Koop und  Wiedorn, den damaligen Avantgardisten der lokalen Sozialdemokratie: 2001 im Kommunalwahlkampf, hatten wir den Gedanken, die uns manch einer empört um die Ohren haute. Was haben wir uns . Nun, unser Plan damals war nett (und, ich gestehe, nicht ganz bierernst) gemeint , und jetzt ist er sozusagen geadelt: Die Verkehrsminister haben unsere Idee aufgegriffen. Also muss sie gut gewesen sein, wenn auch eingestandermaßen zu früh.

Und nun dürfen sich die Leser dieses kleinen Blogs über meinen Beitrag aufregen – wie damals die Jott-Uuh. Schönen Tach noch. 😀

26 Antworten to “LIN”

  1. schmut said

    ich war gerade in einem paralleluniversum unterwegs.

    im dortigen internet, hat sich ein bloginhaber tierisch über die wiedereinführung von alten kfzkennzeichen in lingen aufgeregt. er beschwerte sich darüber, dass die würdigung der gebietsreform von 1978 verloren ginge.
    hinzukam, dass die politiker wohl völlig falsche finanzierungsmodelle vorgelegt hatten. im blog gab es zufälliger/glücklicherweise nur fachleute, die den betrag der neuerlichen umstellung exakt beziffern konnten. verblüffend.
    abschließend, nach überzogenen, herablassenden ausführungen kam man zu dem großartigen ende, dass das von der politik wiedereingeführte kennzeichen, ein denkmal für den vorherrschenden filz in der region sei.
    höhö.

  2. Ingrid said

    Endlich wieder LIN- …JA! Ich bin sofort dabei!

    aber irgendwie haben wir das Lingen ja immer noch im Kennzeichen: EL = Ehemals Lingen

  3. Mr. AK said

    Ich möchte auch endlich einmal in den Genuss kommen dürfen ein waschechtes LIN Kennzeichen an mein Fahrzeug anbringen zu dürfen…

  4. Alan Shore said

    Oh Herr, erbarme dich den Bürgern dieser liebenswerten Kleinstadt – sie sind doch nur größenwahnsinnig!

  5. Bernd Koop said

    [WERBUNG]

    Und wie könnte man die Verbundenheit zur Geschichtsträchtigen Heimatstadt noch besser ausdrücken? Mit dem »Lingen (Ems) ~ Stadt der Kivelinge« Kennzeichenhalter!

    U.a. ab Ostersamstag jeden Samstag bis Pfingsten in Sichtweite des historischen Rathauses zu erwerben. Unter der Woche natürlich auch bei LWT und in der Burgstraße im Bürobedarf Nottbeck.

    Kennzeichenhalter

    [/WERBUNG]

  6. Küster said

    Robherz Koop hat diese Schnapsidee schon vor etlichen Jahren hervorgebracht. Er wollte sie sogar in das Kommunalwahlprogramm der SPD-Lingen einbringen. Ich weiß gar nicht, ob ihm das damals gelungen ist.

    Landesverkehrsminister und die dazugehörigen Kommunalpolitiker sind in Zeiten wie diesen immer sehr erfinderisch, wenn es um neue Einnahmequellen geht. Auch wenn das Gesamtkonzept eine angebliche lebenslange Haltbarkeit des Kennzeichens vorsieht. Selbst wenn ich von LIN nach H ziehe. Alles Kabbes!

    Die Einführung des alten Kennzeichens LIN ist die Ausgeburt einer „Kleinstaaterei“ die sich in nichts widerspiegelt, was das Emsland als Ganzes in den letzten Jahren ausgemacht hat. Auch wenn es von den falschen Vorherrschern geführt wird.

    Wer einen solchen „Pillekram“ ernsthaft in Betrachtung zieht, der hat von einem gemeinsamen Emsland eine falsche Vorstellung. Das Emsland ist nicht Lingen, Meppen oder Papenburg. Das Emsland ist eine Region und diese Animositäten mögen zwar mit einem gewissen Lokalpatriotismus entschuldbar sein. Es passt in die Haushalte der Kommunen wegen der Gebühren, in die Welt passt es nicht.

  7. Hans Peters said

    @Küster
    Ist ja klar, dass jemand wie Sie ohne wirklichen Bezug zu Lingen so schreibt. Sie wären wahrscheinlich auch für das Kennzeichen Nds = Niedersachsen. Sie identitätssuchender Großstaater. 😉

    • Buggy said

      Jetzt möchte ich Herrn Küster mal zustimmen! Wenn LIN wieder kommen sollte, dann würde ich gerne gleich die komplette Freigabe der Kennzeichen fordern. Vielleicht wie in den USA?
      Eigentlich ein unwichtiges Thema….

  8. Theobald Tiger said

    Also, wenn schon, dann aber noch bürgernäher:
    ALN = Altenlingen
    DMS = Damaschke
    BÖG = Brögbern
    LXT = Laxten
    DAM = Darme
    SPD = Schepsdorf
    HBI = Holthausen-Biene
    BAC = Baccum
    CBH = Clusorth-Bramhar
    BAM = Bramsche
    BRO = Brockhausen
    usw.

  9. Apinun said

    Seien wir ehrlich: die meisten (ich auch) hätten wahrscheinlich nicht nur die alten Kennzeichen, sondern auch die alten Landkreise gern zurück.

  10. […] Das hat eine Umfrage der Ems-Vechte-Welle ergeben”, meldete die Ems-Vechte-Welle schon im April vor drei Jahren (hier ein EVW-podcast zum Thema) und gab doch gleich bekannt: ” Ob dies allerdings zukünftig […]

  11. Ingo said

    Hallo Herr Koop !
    Gibt es schon was neues vom LIN ? In Lingen wurde es doch schon beschlossen 17 zu 22 Stimmen ! Wer / oder wann wird es frei gegeben ?
    Mfg

    • Es gibt insoweit Neues, als jetzt auch der Heimatverein Aschendorf das Projekt Wahlfreiheit ASD/EL/LIN/MEP unterstützt. Nur die grüne Kommunalpolitikerin Birgit Kemmer hält alles weiterhin für Teufels- äh, Pardon: tumbes Männer-Werk und ist deshalb (!) gegen die Wahlfreiheit -man glaubt es kaum. Der Kreistag entscheidet in wenigen Tagen.

      • kib said

        Ein weiteres Weib traut sich dem „Großmeister Koop“ zu widersprechen. Ich hoffe, Deine Kinderstube und dein Verständnis für Meinungsfreiheit geben her, dass du dich bei B. Kemmer entschuldigst!

        • CTS said

          Wieso,muss sich „Großmeister Koop“ entschuldigen??? Ist seine Meinung, auch die muss respektiert werden….verweise auf Meinungsfreiheit 😉

          • kib said

            CTS. Wo lesen Sie in meinem Kommentar, dass RK irgendetwas „muss“? Für mich ist es selbstverständlich (s) eine Meinung zu respektierten. Sie drehen sich also im Kreis, denn eine Meinung hat und MUSS auch Frau Kemmer haben- ohne dafür diskreditiert zu werden…
            Durch diesen ganzen PEGIDA-Mist habe ich langsam den Verdacht, dass hinsichtlich Demokratie-Verständnis enormer Nachholbedarf besteht!

          • Hans Schmidt said

            Manchmal hilft es, sein früheres Posting zu lesen, @kib. Da hast Du nämlich gefordert, dass sich „Großmeister Koop“ entschuldigen soll und nun bestreitest Du das. Ich finde das seltsam.
            Wenn RK die Frau Kemmer kritisiert, weil sie die Wahlfreiheit bei Autokennzeichen bekämpft und als “ Männerkram“ bezeichnet. ist das doch normal. Niemand muss sich für diese Kritik entschuldigen!

      • kib said

        Zitat : Nun, unser Plan damals war nett (und, ich gestehe, nicht ganz bierernst) gemeint .

        Watt denn nu? Du freust Dich, dass ein nicht bierernster Vorschlag „geadelt“ wird? Ist Frau Kemmer tatwahrhaftig die einzige, die gegen Eure Idee ist? Das ist mir neu, denn hinsichtlich der geheimen Abstimmung im Rat hast Du Dich anderweitig geäußert.
        Ich denke, Frau Kemmer ist das einzige Dir namentlich bekannte Ratsmitglied ist, das deine Idee nicht dolle findet?
        Das ganze Thema war und ist nicht sonderlich aufregend- da stimme ich zu.

  12. kib said

    Herr Schmidt, wir sind beim Du?
    Ich habe lediglich meine Hoffnung (Zitat: Ich hoffe, nicht ich fordere) zum Ausdruck gebracht. Müssen, muss niemand etwas.

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