Spuren

31. März 2011

Der „Elternverein Restrisiko Emsland“ entstand vor 25 Jahren in der Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Damals hätte der Verein die zusätzliche Radioaktivitätsbelastung vor allen in Lebensmitteln nicht hätte messen können, wenn es keine sehr enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Physik der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg gegeben hätte. Eben dort wird die Radioaktivität in der Luft am Standort Wechloy seit dem 29.03.2011 kontinuierlich gemessen.

Dabei, so das Institut, wurden Spuren von Jod-131 (J-131) aus Fukushima nachgewiesen. Für die Messung wird über einen längeren Sammelzeitraum Luft durch einen geeigneten Filter gesaugt, der anschließend gammaspektrometrisch analysiert wird. In der folgenden Liste wird jeweils die über den Sammelzeitraum gemittelte Konzentration von Jod-131 in mBq/m3 (Millibecquerel pro Kubikmeter = Tausendstel Becquerel pro Kubikmeter) angegeben:

  1. 29.03.11 17:10 – 30.03.11 08:15: 2,2 mBq/m3
  2. 30.03.11 15:40 – 31.03.11 08:15: 1,2 mBq/m3 (vorläufig)
  3. weitere Daten folgen.

Mehr hier auf der Internetseite des Instituts.

6 Antworten to “Spuren”

  1. Larisa said

    Leider ist die Situation in Japan noch nicht unter Kontrolle. Anscheinend wird Konzentration von radioaktiven Substanzen noch steigen. Auch wenn man sagt, dass diese kleinen Mengen nicht schädlich für unsere Gesundheit sind, frage ich mich, ob man sich darauf verlassen kann.

  2. BN_Joachim Reul said

    Ich habe mich bisher nicht zu den Gegnern von Atomkraft gezählt. Als Ingenieur fehlt mir die weit verbreitete Angst vor Technik, die ich möglicherweise auch nicht verstehe.

    Trotzdem bringt auch mich so ein katastrophales Ereignis wie in Fukushime sehr ins Grübeln. Nach wie vor ist es weniger die Angst vor der Technik, sondern der offensichtlich völlig unverantwortliche Umgang mit den Sicherheitseinrichtungen und -regeln. Der Faktor Mensch ist offensichtlich das eigentlich unkalkulierbare Risiko. Wer sagt mir, dass in Deutschland angesichts der bislang niemals wirklich kritischen Störfalle die Verantwortlichen nicht auch inzwischen fahrlässig und leichtsinnig geworden sind?

    Ich gebe zu, dass ich auch schon darüber nachgedacht habe, in welche Richtung ich mich mit meiner Frau im Fall der Fälle wohl am besten absetze. Vom Landkreis oder gar der Stadt hat man ja bislang in diesem Sinne nicht die geringsten Informationen bekommen und wohl auch nicht zu erwarten.

    Trotzdem fühle ich mich hier in Lingen im Schatten des Atomkraftwerkes immer noch wohler, als wenn ich in unmittelbarer Nachbarschaft zu einen Braunkohlekraftwerk wie Garzweiler leben müsste.

    Lieber Robert, ich möchte an dieser Stelle dennoch ein wenig Kritik an Deiner „Berichterstattung“ üben. Es ist ja richtig, unter Bezugnahme auf Messdaten der Uni Oldenburg zu berichten, dass bei uns tatsächlich schon messbare Spuren von Jod-132 aus Fukushima angekommen sind. Doch die Angaben in MBq/m³Atemluft sind so wie Du sie hier veröffentlichst allenfalls dazu geeignet, die Menschen zu verunsichern oder sogar zu ängstigen.

    Es wäre doch ein Leichtes gewesen, statt des links zu den Daten, den Hinweis der Uni dort einfach mit in Deinen Beitrag einzufügen. Dort heißt es:
    Zitat:
    „Ein Erwachsener atmet pro Tag etwa (10 – 12) m3 Luft ein. Selbst wenn sämtliches Jod-131 aus der Atemluft im Körper verbliebe, würden bei den angegebenen Konzentrationen pro Tag nur ca. (10 – 25) mBq Jod-131 in den Körper gelangen. Eine Gesundheitsgefahr ist damit nicht verbunden.

    Zum Vergleich: die gemessenen Jod-131-Konzentrationen sind mindestens ca. 1 000 mal niedriger als die typische Konzentration natürlicher Radioaktivität in der Luft.“ Zitat Ende

    Als Altenlingener wohne ich nicht wirklich weit entfernt von der Raffinerie. Was dort jetzt passiert ist, ist sicherlich auch ein Indiz für verlorenen gegangenes Sicherheitsbewußsein. Fremdfirmen mit Billiglöhnern an sicherheitsrelevanten Arbeitsplätzen einzusetzen, bestätigt an dieser Stelle genau das, was wir eben NICHT einreißen lassen dürfen.

    Zudem könnte dort ja genau dieser fahrlässige Umgang mit den eigenen Sicherheitsregeln vorliegen, der in Japan die Katastrophe geradezu provoziert hat. Dies träfe zumindest dann zu, wenn man den Bericht des holländischen Kapitäns als zutreffend bezeichnen könnte. Kann ich mir ehrlich gesagt aber nicht vorstellen.

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