Brief I

29. März 2011

Ende letzter Woche habe ich einen Brief an die Herren Helmut Hoeke und Hubert Ungrun, beide  Prokuristen der Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft Lingen (Ems) mbH, geschrieben. Bitte lesen Sie nach:

Sehr geehrte Herren,
im Rahmen der letzten Ratssitzung ist allen Ratsmitgliedern in nicht-öffentlicher Sitzung eine von Ihnen ppa. unterzeichnete Zusammstellung zu den Kosten aufgrund der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 20 in Altenlingen Baugebiet „Logistikzentrum an der Raffinerie -südliche Erweiterung“ ausgehändigt worden. Nach Ansicht des Ersten Stadtrats Dr. Büring sollen die in der Kostenaufstellung zum Grundstückskaufpreis enthaltenen Angaben vertraulich bzw. nicht öffentlich sein. Diese Rechtsauffassung halte ich angesichts der Besonderheiten des Grundstücksgeschäfts innerhalb der öffentlichen Hand (Land verkauft an 100%ige „Tochter“ der Stadt) nicht für überzeugend.
Nun widerlegt das von Ihnen erstellte Papier eindrucksvoll die öffentlich geäußerte Behauptung (http://trimr.de/SYy bzw http://url9.de/asw ), dass bei einer Wiederaufforstung der abgeholzten und gerodeten Fläche unserer Stadt ein Schaden von 1,8 Mio Euro entstehe.
Daher wende ich mich an Sie als Prokuristen der Gundstücks- und Erschließungsgesellschaft Lingen (Ems) mbH. Ich bitte die Gesellschaft um Zustimmung, die auf Seite 2 der Kostenzuordnung  der gefertigten Zusammenstellung vollständig veröffentlich zu können. Jede GmbH kann, sollte entgegen meiner Auffassung überhaupt eine öffentlich-rechtliche Verschwiegenheitspflicht nach der NGO stehen, von dieser Verschwiegenheitspflicht befreien. Gern wüde ich das Papier insgesamt der demokratischen Öffentlichkeit zugänglich machen. Aber mir reicht eben auch die Veröffentlichung der „Kostenzuordnung“ auf Seite 2, zumal sie keine schützenswerten Belange der Gesellschaft tangiert.
Ich stelle anheim, meine dringende Bitte mit den Geschäftsführern der GmbH zu erörtern. Wegen des überragenden Interesses der Öffentlichkeit an einer vollständigen und korrekten Information bitte ich um wohlwollende Prüfung, zumal die Aussagen von Verwaltungs- und Ratsmitgliedern, bei einer Wiederaufforstung entstehe der Stadt ein Schaden von 1,8 Mio Euro, dringend um der Wahrheit willen der Korrektur bedürfen.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Koop

ps Ich werde mir erlauben, diesen Brief in geeigneter Weise zu veröffentlichen.

Ich bin sehr gespannt, wie viel Offenheit es für Sie, liebe Leserinnen und Leser,  geben wird. Ich befürchte, Sie hören nur ein „Pssst! Unser Geheimnis“ und das ist dann keine Kinderbuchserie für Mädchen, sondern wirft die Frage auf, wer hier warum etwas zu verbergen hat.

7 Antworten zu “Brief I”

  1. Buggy said

    Dieser Blogbeitrag trägt den Titel „Brief I“. Stehen da etwa noch einige weitere Briefe in der Pipeline?

    • Die Fruchtfolge wird noch nicht verraten. 😉

    • Rolf Heinrich said

      Kompliment R. K.,

      das ist ein Musterbeispiel für Oppositionspolitik im Sinne der BürgerInnen: Kontrolle der Exekutive!
      Hoffentlich kommen die richtigen Zahlen bald auf den Tisch!
      Der Vorgang wirft überdies einmal mehr ein merkwürdiges Licht auf das „Agieren“ von OB Krone. Ich frage mich, warum er nicht längst selbst für eine Klarstellung gesorgt hat, falls hier ständig von interessierter Seite falsche Zahlen der Öffentlichkeit präsentiert werden. Weiß Krone nicht mehr, wer ihn gewählt hat? Sprach er im OB-Wahlkampf nicht ständig von Transparenz und Bürgerbeteiligung?

      Auch in Sachen Tankerexplosion hat er heute mehr als unglücklich „agiert“: Statt zum Sprecher von BP zu mutieren, hätte er die Pflicht gehabt, sich zum Anwalt der Bürger der unmittelbar betroffenen Wohngebiete und der Stadt Lingen zu machen: Informationen liefern, offene Fragen stellen und schnelle Antworten von BP einfordern und den Feuerwehrleuten und sonstigen Helfern danken. Diese Männer und Frauen haben nämlich Schlimmeres verhütet!

  2. Birgit.Kemmer said

    Wie wäre es denn mal mit Bilderbüchern für Jungen!

    • Hm? said

      Bilderbücher für Jungen sind die Lösung!

      Im falschen Chat-Fenster gelandet oder wie?

      • ulrike said

        Nein, gar nicht. Frau Kemmer ordnet die Bilderbücher den kleinen Jungen zu, während Herr Koop meint, daß kleine Mädchen problemlos 26-bändige Buchreihen inklusive Geheimschrift konsumieren können. Die Mädchen sind einfach intelligenter- ganz richtig beobachtet von beiden, wenn auch nicht politisch korrekt .

  3. otto h said

    Nun ist raus, was nicht raus kommen sollte. Das lange Geeiere der CDU durchseuchten Verwaltung und der alleinherrschenden CDU Fraktion (die offenbar mal wieder als Einzige Bescheid wussten) in Sachen Altenlingener Forst und der dort schon investierten Beträge konnte ja wirklich nur eines bedeuten: die dem staunenden Publikum von der CDU (wohlgemerkt nur von der CDU!!!) bekannt gegebenen Zahlen stimmten offensichtlich von vorne bis hinten nicht.

    Man versuchte zunächst einmal die Fragen der BI Pro Altenlingener Forst und der Wählervereinigung Die BürgerNahen abzublocken. Dann wochenlanges Abtauchen unter dem Motto, die werden schon irgendwann Ruhe geben. Dann zaubert die CDU einen neuen Schutzwald aus dem Ärmel, der teurer wird als das angeblich bereits getätigte Investment im Altenlingener Forst. Und jetzt nach immer noch beharrlichem Nachhaken besonders der Ratsherren Koop (BN) und Fuest (Grüne) kommen endlich Zahlen auf den Tisch der Ratsmitglieder. Zahlen mit dem Hinweis auf Vertraulichkeit, Veröffentlichung verboten. Die Bürger sollen die Wahrheit nicht erfahren. Die Geschäftsführung der Eigentümerin GEG mbH will weiterhin es verhindern. Wen wundert´s jedoch, wenn man weiß, dass die beiden Geschäftsführer der zu 100% im Besitz der Stadt Lingen stehenden Gesellschaft zwei prominente CDU Mitglieder sind: Erste Bürgermeisterin Ulla Haar und Erster Stadtrat Dr. Büring.

    Wo bleibt in diesem Zusammenhang OB Krone, der den Bürgern mehr Offenheit versprochen hat? Er ist immerhin als OB und Vertreter des Gesellschafters Stadt Lingen gegenüber den Geschäftsführern der kommunalen GmbH weisungsberechtigt. Spricht er jetzt ein Machtwort, oder ist der parteilose Krone inzwischen so sehr von der CDU vereinnahmt, dass er durch Abtauchen ebenfalls Schützenhilfe bei der Vertuschung dieses ja wohl ohne jeden Zweifel als Skandal zu bezeichnenden Vorgangs leistet?

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