Mahnwache

21. März 2011

Bei der zweiten. vom Elternverein Restrisiko Emsland eV organisierten AKW-Mahnwache  habe ich heute um 18.15 Uhr 185 Personen gezählt, also mehr als vor einer Woche. Bundesweit wurden gleichzeitig Mahnwachen in 726 Orten durchgeführt mit 142.000 Teilnehmern. In Fukushima ist es weiterhin dramatisch, wie Sie wissen.  Ein Grund, dass am kommenden Montag die dritte Mahnwache stattfindet. Um 18 Uhr auf dem Marktplatz vor dem historischen Rathaus.

(Screenshot: Lingener Marktplatz, 21.3.2011, 18.29 Uhr)

 

17 Antworten to “Mahnwache”

  1. Gabi said

    Verstörend, daß in einer Stadt mit einem AKW sozusagen im Vorgarten, nur so ein kleines Häuflein
    atomkritische Menschen zusammenkommen…

    MfG
    Gabi

    • Job said

      Das wird schon. Vor einer Woche waren es 100. Gestern 180 und nächste Woche 300 Teilnehmer.
      Man darf natürlich nicht vergessen, dass immerhin ca. 1000 Mitarbeiter/Innen im Atomkraftwerk und im Brennelementewerk Areva beschäftigt sind.Diese 1000 nebst Familienangehörige, Verwandten und Bekannten werden an einer Mahnwache nicht teilnehmen.

      • Tom and Jerry said

        Das ist auch bei allen anderen Veranstaltungen ähnlich: verschicke 300 Einladungen und Du hast 10% Zusagen.
        Kopf hoch!!
        Vielleicht fehlen auch die Schichtarbeiter und Kolleginnen aus Krankenhäusern und Fabriken und Betrieben und die Familien, deren Alltag weitergeht und die pünktlich Abendbrot essen? Das würde uns alles gar nicht so verstören, wenn die Beteiligung an den Wahlsonntagen besser würde.
        G E H T W A E H L E N!!! DANKE.

    • Katiki said

      Ich denke, das liegt auch mit an der fehlenden Information. In Rheine wurden vor dem Rathaus auch Mahnwachen abgehalten, mit noch weniger Beteiligung. Nur durch Zufall habe ich von den beiden Mahnwachen erfahren, von der in Lingen sogar erst heute Morgen durch einen unscheinbaren Zettel vor dem Bahnhof.
      Würde es mehr Werbung geben – Flyer, Mundpropaganda, Plakate – würden sicherlich auch mehr Menschen kommen. Nur ist das natürlich wieder eine ziemliche Kostenfrage.

  2. Rolf Heinrich said

    In der gestrigen Mahnwache sehe ich ebenfalls eher eine erfreuliche Steigerung – auf zugegebenermaßen bescheidenem Niveau.
    Die Rahmenbedingungen in Lingen waren und sind einfach schwierig. Neben dem Aspekt, auf den JOB hier schon hingewiesen hat, muss man sehen, dass es keinerlei Organisationsstrukturen für den Anti-Atom-Protest hier vor Ort gibt und auch noch nie richtig gegeben hat. Es existiert weder eine BI gegen das AKW noch finden sich schlagkräftige politische Alternativen zur CDU-Dominanz und eine gewachsene Vertrautheit mit gewaltfreien Formen des bürgerlichen Ungehorsams.
    Diese Einschätzung ist nicht als abschätzige Schelte gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt zu verstehen, zumal der Anti-AKW-Protest auch an anderen, meist kleineren Standorten sehr bescheiden ausfällt. Lingen ist da keine Ausnahme und die Mahnwachen zeigen, dass sich etwas tut!
    Von daher ist der Verlauf der bisherigen beiden „Montagsdemos“ durchaus ein Erfolg. Ihr Zustandekommen ist in erster Linie auf die Initiative und das Engagement von Gerd Otten zurückzuführen. Er meldet diese „Versammlungen unter freiem Himmel“ ortspolizeilich an und zahlt möglicherweise noch eine Verwaltungsgebühr aus eigener Tasche (?). Ich zolle ihm hierfür meinen größten Respekt. Für mich ist Gerd Otten schon jetzt der „Emsländer des Jahres 2011“!
    Es wäre erfreulich, wenn diese Einzelinitiative in nächster Zeit eine breitere Unterstützung erfahren würde. Hier ist noch einiges zu tun.
    Wie ich am Rande der gestrigen Mahnwachew erfuhr, soll sich die LT geweigert haben, einen Hinweis auf die Mahnwache abzudrucken. Eigentlich nichts neues, dennoch ärgert man sich über dieses Journalismus-Verständnis, zumal die NOZ in ihrem hauptteil in den letzten Tagen ganz anders berichtet und kommentiert.
    Ferner zeigt auch ein Blick auf die Homepages (HP) der Lingener Parteien, dass hinsichtlich der Unterstützung der Mahnwache noch einiges zu tun ist: CDU und BN hatten gestern keinen Hinweis auf ihrer HP. Von der „Drei-Monate-Ausstiegspartei“ ist auch nichts Anderes zu erwarten, das Schweigen der Bürgernahen hat mich doch überrascht. Selbst wenn man sich als kommunale Wählervereinigung versteht, sollte man als Gruppierung an einem AKW-Standort schon eine Meinung zu dieser Form der Energiegewinnung haben. Die SPD berichtete auf ihrer HP über die erste Mahnwache, allerdings gab es keinen klar erkennbaren Aufruf zur Teilnahme an den folgende Montagen, lediglich Bündnis 90/Die Grünen vermeldeten den Termin. Allerdings fehlte bei der traditionsreichen Anti-AKW-Partei ein informierender und fundierter Text mit Bezügen zum AKW-Standort Lingen (z.B. Informationen zum Zwischenlager in Darme: Wie ist es geschützt? Oder: Stünde in Lingen überhaupt genügend Wasser für eine Notkühlung zur Verfügung bei einem Störfall? Wie lange reicht denn das Speicherbecken? Anders als in Japan gibt es hier kein „Meer vor der Haustür“ und in Fukushima hat man in den ersten drei Tagen des abwerwitzigen Wasserwerfer-Einsatzes 2500 Tonnen Wasser verbraucht. Liefern Ems und Speicherbecken überhaupt diese Mengen? Wo fließt das verseuchte Wasser hin? usw. usw.
    Fazit: Bei den eher atomkritischen politischen Parteien ist noch einiges in Richtung Unterstützung zu tun, bin mal gespannt!
    Vielleicht kann sich ja auch OB Krone zu einer Teilnahme an der nächsten Mahnwache durchringen. Gestern war er kurz vor 18 Uhr auf dem Marktplatz, redete auch mit Gerd Otten, als dann die Eröffungsworte gesprochen wurden, verschwand er schnellen Schrittes – wahrscheinlich zu einem wichtigen Termin, denn er trug für alle sichtbar (!)einen Aktenordner unterm Arm. Armer OB, hat kein geld für’ne Aktentasche: Irgendwie nicht Fisch nicht Fleisch unser neuer OB! Vielleicht klappt’s ja am Montag!
    Man könnte jetzt noch etwas zu der Rede sagen, die gestern gehalten wurde, aber besser nicht…
    Auch das kann eigentlich nur besser werden.

    • Jürgen Dietrich said

      Ja, so sehe ich das auch. Das Engagement von Gerd Otten ist vorbildlich. Vielleicht könnte für die kurzen Reden eine Beschallung installiert werden. Ich jedenfalls habe nur die Hälfte (hörtechnisch gesehen)verstanden. Also bis nächste Woche Montag um 18:00 Uhr vor dem alten Rathaus.

  3. Frank O. said

    Auch anderswo ist die Beteiligung nur gering.So waren es z.B. in Osnabrück gerade 500 Leutchen die teilgenommen haben.
    Ich denke, dass es nicht am Willen oder Einsicht der Bevölkerung mangelt.
    Es ist mehr die Hilflosigkeit und Machtlosigkeit die hier die Leute resignieren läßt.
    Die Vergangenheit hat einfach zu oft gezeigt das in der Atompolitik die Fäden von der Puppe zum Puppenspieler unendlich lang sind und ein Konsens untereinander unmöglich.
    Die Atompolitik ist eine weitere große Schande in der Geschichte der Menschheit über die andere Generationen in Geschichichtsbüchern lesen werden, während deren Kinder noch mit den Altlasten kämpfen.

    Skandale um Gorleben und Asse. Schmiegelder in Milliardenhöhe. Menschen die sich weinend an Bahngleise ketten und aus Angst keine Kinder mehr zeugen. Vertuschte Studien. Verschwiegende Störfälle.
    Und noch immer weiß keiner wohin mit den Resten.
    Eine Schande für die deutsche Politik.
    Ich gräme mich für soviel Schande und Ungerechtigkeit an Ungeborenen und Lebenden.

    • Was heißt hier gering? Wenn an mehr als 700 Orten im Schnitt 200 Menschen eine Mahnwache abhalten, dann sind das nach Adam Riese… Ich finde das in der Summe sehr beachtlich.

      • Frank O. said

        In der Masse gesehen vielleicht beachtlich.
        Im einzelnen gesehen doch eher erbärmlich.
        Immerhin gibt es aber eine Trendwende auf dem Strommarkt. So ist die Nachfrage nach „Ökostrom“ (auf den Onlineportalen)nach den Zwischenfall in Japan um ca. 70% gestiegen.

        • Buggy said

          dieser Ökostrom kommt meistens nicht aus Deutschland, sondern aus Wasserkraftwerken Norwegens und Österreichs. Auch bei den Ökostromanbietern gibt es große Unterschiede. Wenn viele Deutsche den Ausländern die Wasserkraft wegkaufen und die dort Ansässigen auf Kohle- oder Atomstrom umsteigen (vielleicht ohne zu merken bzw. wissen), dann wird hierzulande vielleicht etwas Ökoromantik ausgelebt und ein gutes Gewissen vorgegaukelt, aber in der Summe wurde nichts erreicht.
          Aber das ist wiederum ein kompliziertes Thema, da möchte sich kaum einer drum kümmern….

  4. Christiane Adam said

    Ich möchte kurz anmerken, daß um etwa dieselbe Zeit eine ganze Reihe von Menschen in der Kirche St. Marien in Biene saß, um für die Menschen in Japan eine Andacht zu halten. Zählen Sie doch einfach noch 100 Leute dazu. Es gibt noch andere Arten, seinen Ängsten und seiner Betroffenheit Ausdruck zu verleihen.

    • Buggy said

      Für wen oder was steht denn nun diese Mahnwache genau?
      Ich habe auch bereits in der Kirche für die Opfer der Katastrophen in Japan und dem Krieg in Lybien gebetet.
      Aber ich bin gegen einen überstürzten Atomausstiegsalleingang. Wenn dann die Kirchgänger auch noch als Anzahl für eine Mahnwache ungefragt hinzuaddiert werden, finde ich das nicht nachvollziehbar und korrekt. Ich wollte das sicher nicht!

      • Christiane Adam said

        @Buggy Was du schreibst, kann ich gut nachvollziehen. Ich wollte einfach nur dem entgegenwirken, daß alle, die nicht am Montag auf dem Marktplatz waren, diesem Thema gegenüber gleichgültig sind.

  5. Rolf Heinrich said

    @ Buggy:
    Eine Mahnwache, wie sie am kommenden Montag um 18.00 Uhr wieder vor dem alten Rathaus stattfinden wird, ist ebenfalls eine Gelegenheit zum stillen Gebet. Da gibt es eine klare Übereinstimmung zu einer Andacht in einer Kirche. Denn der Ort, an dem man für die Opfer betet, spielt nach meinem christlichen Verständnis keine Rolle, das kann jeder selbst entscheiden.
    Die Mahnwache in Lingen bzw. die über 700 Mahnwachen in ganz Deutschland sind aber zusätzlich auch eine Demonstration gegen die Nutzung der Atomkraft.Hier liegt der Unterschied zu einer Andacht in einem Gotteshaus.
    Die Forderungen sind recht weit gespannt und reichen von der sofortigen Stilllegung aller AKWs bis zu einem schrittweisen Ausstieg nach den Plänen der früheren Regierung Schröder/Fischer. Diese programmatische Offenheit stört nicht, sie ist vielmehr Ausdruck der Meinungsvielfalt und des spontanen organisatorischen Charakters dieser Mahnwachen. Hier stehen z. B. Christen und Autonome Seite an Seite, zünden Kerzen an, schweigen und diskutieren darüber, wie es weitergehen soll.
    Alle großen politischen Veränderungen haben so ihren Anfang genommen.

  6. Tom and Jerry said

    Das Speicherbecken enthält ca.23.000.000 m3 Wasser.

  7. Frank O. said

    Licht aus „Earth Hour“

    Am Samstag den 26.03.2011 ruft der WWF wieder zur EARTH HOUR auf. Zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr gehen in zahlreichen deutschen Städten, an Sehenswürdigkeiten und anderen öffentlichen Plätzen, die Lichter aus.
    Auch alle Bürger können sich beteiligen: Einfach den Licht- und Stromschalter zu Hause für 60 Minuten ausschalten und sich in dieser Stunde auch vor dem Hintergrund der Ereignisse in Japan über die zukünftige Energieversorgung Gedanken machen.

    Eine Übersicht aller teilnehmenden Städte und weitere Infos gibts unter:
    http://www.earthhour2011.de

    Herr Koop, ein eigenes Blogthema für Samstag?!

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