Mahnwache

21. März 2011

Bei der zweiten. vom Elternverein Restrisiko Emsland eV organisierten AKW-Mahnwache  habe ich heute um 18.15 Uhr 185 Personen gezählt, also mehr als vor einer Woche. Bundesweit wurden gleichzeitig Mahnwachen in 726 Orten durchgeführt mit 142.000 Teilnehmern. In Fukushima ist es weiterhin dramatisch, wie Sie wissen.  Ein Grund, dass am kommenden Montag die dritte Mahnwache stattfindet. Um 18 Uhr auf dem Marktplatz vor dem historischen Rathaus.

(Screenshot: Lingener Marktplatz, 21.3.2011, 18.29 Uhr)

 

Fundstück

21. März 2011


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Drei

21. März 2011

In Osnabrück steht eine so genannte Drei-Religionen-Grundschule vor der Verwirklichung. Am vergangenen Freitag unterzeichneten Juden, Katholiken und Muslime einen Kooperationsvertrag für dieses neue Schulkonzept. Im Sommer 2012 soll die erste Klasse starten. Tatsächlich ist die Schule bisher die einzige ihrer Art in Deutschland.

An der Johannisschule, bisher eine  Grundschule für Schüler katholischen Bekenntnisses, der aber die notwendigen 80% katholischen Kinder ausgehen, sollen künftig jüdische, christliche und muslimische Kinder Religionsunterricht in ihrem jeweiligen Bekenntnis erhalten. Gleichzeitig sollen sie aber auch die Besonderheiten und Feste der anderen Religionen kennenlernen.

Nicht zu den Unterzeichnern zählt jedoch die Evangelische Kirche. Sie lehnt den Vertrag ab. Wichtige Aspekte darin entsprächen nicht einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, sagte der Osnabrücker Superintendent Friedemann Pannen. „Einer der Hauptgründe ist für mich ein Passus im Vertrag, nach dem Geistliche andersgläubige Schüler von religiösen Feiern ausschließen können“, so Pannen. Die Herausforderung bestehe aber gerade darin, „religiöse Feiern für alle Schüler offen zu halten“.

Das ist nur einer von insgesamt sieben Kritikpunkten am Kooperationsvertrag. So fordert der evangelische Kirchenkreis, dass sich auch Kinder ohne Religionsangehörigkeit an der Schule anmelden können, was nach den jetzigen Vertragsbestimmungen aber nur geht, wenn noch Plätze frei sind.

Auch dass die Vertragspartner kein gemeinsames Leitbild für die Schule entworfen haben, kritisiert Friedemann Pannen. Stattdessen gilt das Leitbild der Schulstiftung des Bistums Osnabrück, die Trägerin der Drei-Religionen-Schule ist. Winfried Verburg, Leiter der Schulabteilung des katholischen Bistums Osnabrück, sagt: „Wir bedauern, dass der Kirchenkreis nicht dabei ist“.

Auch Avni Altiner, der Vorsitzende des Landesverbandes der Muslime in Niedersachsen (Schura), bedauerte am Rande der Vertragsunterzeichnung die Absage der evangelischen Kirche: „Ich hätte mir gewünscht, dass sie dabei ist“, sagte er. Die multireligiöse Schule sah er als „Gewinn für die Religionsgemeinschaften“ und zeigte sich froh, „dass es sie überhaupt gibt“.

Zu den weiteren Unterzeichnern des Vertrags gehören neben dem Bistum die türkisch-islamischen DITIB-Gemeinde Osnabrück und die Jüdische Gemeinde Osnabrück. Deren Vorsitzender Michael Grünberg findet es „schade“, dass die evangelische Kirche nicht dabei ist. Schließlich gehe es bei der Kritik des Kirchenkreises nur um „Feinheiten“…

(Quellen: NDR, taz)