Zensur

19. März 2011

Was soll man davon halten, wenn ein Kommentar von den Seiten der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) kurzerhand wieder verschwindet (Bildschirmfoto lks.)? Die Antwort ist eine Frage:  Wie buchstabiert man Z-E-N-S-U-R ?

Bitte aufmerken: In Zeiten des Internets (schreibt man, Ihr Journalisten, das Genitiv-S bei Fremdwörtern?)  ist jede Zensur nicht ganz leicht, liebe NOZ-Chefetage. Auch wenn man es vielleicht will. Sie natürlich nicht, nehme ich an. Wer wird schon der NOZ Zensur unterstellen… 😉

Nun, hier für alle Besucher dieses kleinen Blogs und die Fans meiner Idee, eine Internetseite speziell für NOZ-Manipulationen einzurichten,  der auf der NOZ-Webseite gestrichene, gelöschte, unsichtbar-gebaute Kommentar zum Scherbenhaufen Medienpreis Emsland -nachzulesen:

„Hoch dotierten Preis selbst demontiert“

„Ein mit 10000 Euro dotierter Medienpreis Emsland ist auch bundesweit eine starke Ansage. Die gute Resonanz mit rund 50 Einsendungen belegt dies auch eindrucksvoll.

Zu einem solchen Preis gehört aber auch, dass der Stiftungsrat unangenehme Berichte über die Region akzeptieren muss. Eine fünfköpfige Jury, darunter vier ausgewiesene Medienexperten, kann die journalistische Qualität der Beiträge sehr wohl beurteilen. Zu den wichtigsten Aufgaben der Presse zählt eine kritische Berichterstattung. Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut, das verfassungsrechtlich verankert ist.

Offenbar sind jedoch genau diese kritischen Beiträge vom Stiftungsrat nicht erwünscht. Das Gremium muss sich den Vorwurf gefallen lassen, formalrechtliche Belange vorzuschieben, um den mehrheitlichen Juryvorschlag zu streichen.

Es wäre ein Leichtes gewesen, die fehlenden Unterlagen der beiden Journalisten nachzufordern. Dies ist nicht geschehen.

Mit diesem Verhalten hat der Stiftungsrat den Medienpreis Emsland selbst demontiert. Nur gut, dass kritische Journalisten dieses Fehlverhalten öffentlich machen.

Nach diesen äußerst peinlichen Geschehnissen mutet es schon sehr sonderbar an, dass die Auszeichnung trotzdem noch vergeben werden soll. Man kann dem bislang noch unbekannten Preisträger nur wünschen, dass bei der Verleihung die journalistischen Inhalte seiner Arbeit wichtiger sind als die formalen Aspekte.“


Möchte jemand übrigens meine Zugangsdaten, um auch hier zu löschen? Dann bitte eine E-Mail.

 

Nachtrag:
Eklat um Medienpreis Emsland
NDR Online – ‎17.03.2011‎

Medienpreis-Posse um Schlachthof-Report
Meedia – ‎18.03.2011‎

Eine Antwort to “Zensur”

  1. lingentheo said

    „18.03.11 / 10:55 Neues vom Medienpreis Emsland 2011
    Emsland – Die Angaben von Dr. Andreas Mainka, Stiftungsratsmitglied der Johann-Alexander-Wisniewsky-Stiftung und einzig verbliebenes Mitglied der Jury für den Medienpreis Emsland 2011, nach denen lediglich die zwei für den Preis ausgewählten Beiträge formal inkorrekt eingereicht worden seien, sind falsch. Der Ems-Vechte-Welle sind neben Tobias Böckermann und Sebastian Beck bereits mehrere andere Bewerber bekannt, die ähnliche und gleiche Formfehler begangen haben. Darüber hinaus bestätigte Prof. Dr. Achim Baum, eines der vier zurückgetretenen Jurymitglieder, gestern in einem Gespräch mit der Ems Vechte Welle, dass es zu keinem Zeitpunkt Aufgabe der Jury gewesen sei, die eingereichten Beiträge auf formelle Richtigkeit hin zu überprüfen. Das ganze Gespräch sowie weitere Einzelheiten zu diesem Thema finden Sie in unserem Podcast.
    Landrat Herrmann Bröring, Vize-Präsident der Johann-Alexander-Wisniewsky-Stiftung, möchte sich zum Sachverhalt nach wie vor nicht äußern“.

    Quelle:
    Ems-Vechte->Nachrichten

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