Ausbaufähig

14. März 2011


Das ist sicherlich noch ausbaufähig. Knapp 150 Lingenerinnen und Lingener nahmen heute Abend vor dem historischen Rathaus des AKW-Standortes an dem Schweigekreis teil, zu dem der „Elternverein Restrisiko Emsland eV“ angesichts der Atomkatastrophe in Japan kurzfristig aufgerufen hatte. Der Vorsitzende der Selbsthilfeorganisation Gerd Otten (Langen) sagte, er persönlich habe es nicht für möglich gehalten, 25 Jahre nach Tschernobyl noch einmal bei einer Mahnwache zum Thema Atomenergie auf dem Lingener Marktplatz stehen zu müssen. Er rief dazu auf, sich am kommenden Montag zur selben Zeit wieder vor dem historischen Rathaus zu versammeln.
Vielleicht hat dann ja OB Dieter Krone Zeit und es finden sich auch einige betroffene CDU/FDP-Kommunalpolitiker ein und nicht nur wie heute Ratsvertreter von Bündnis’90/Die Grünen, Die BürgerNahen und der SPD…

 

Nachtrag vom 15.3.: “ In vielen deutschen Städten hat es seit dem Wochenende Proteste gegen Atomkraft gegeben. Allein am Montag haben nach Veranstalterangaben mehr als 110.000 Menschen den Ausstieg aus der Atomenergie gefordert. Insgesamt seien an rund 450 Orten Mahnwachen abgehalten worden, sagte Jochen Stay, Sprecher der Kampagne „ausgestrahlt„, am Abend in Hamburg. Stay und seine Mitstreiter hatten seit Samstag im Internet zu den Protestaktionen aufgerufen. Sei seien selbst von der Resonanz überrascht worden, sagte Stay. „Das ist Protest 2.0.“  (Quelle)

Arrogant

14. März 2011

„Einen Tsunami in Lingen wird man, so glaube ich, nicht erleben“, sagt der Sprecher der RWE Power AG Manfred Lang in einem Gespräch mit der „NOZLingener Tagespost. Diese Aussage zur Sicherheit des AKW Emsland ist dumm und arrogant gleichermaßen. Sie offenbart, dass der Mann nichts verstanden hat.

Ein guter Journalist übrigens hätte gut daran getan nachzufragen, was denn mit dem „nicht vergleichbaren Reaktor“ bei einem terroristischen Anschlag ist. Beispielsweise mit einem nicht ganz so kleinen Flugzeug…

Zur Erinnerung:
Der Elternverein Restrisiko Emsland eV ruft angesichts der dramatischen Ereignisse in Japan zur Teilnahme an einem Schweigekreis auf dem Marktplatz auf. Montagabend, 14.3.2011, 18.00 – bis 18.30 Uhr, vor dem historischen Rathaus in Lingen (Ems).

So zu tun

14. März 2011

„Die Atomkatastrophe von Japan wird die Welt verändern, auch die kleine deutsche Welt. Sie ist eine Erschütterung des kollektiven Weltbewusstseins. Es wird künftig eine Zeit vor Fukushima geben und eine Zeit danach.

Der Super-GAU in Japan wird auch zum GAU für die deutsche Atompolitik werden und die politischen Kräfte, die sie tragen. Das hat auch die Kanzlerin gemerkt. Deshalb der rasche “Krisengipfel” im Kanzleramt. Ihr geht es jetzt darum, den Menschen das Gefühl zu geben, dass die Politik senbsibel und schnell reagiert und handelt. Betonung auf  “das Gefühl zu geben”. Jetzt ist wieder die hohe Zeit der So-zu-tun-Politik: so zu tun, als würde man etwas tun.

Dahinter steckt die Angst vor den Wählern, deren Ängsten, deren Emotionen. Erst einmal Ruhe reinbringen, irgendwie über die Landtagswahlen kommen, Zeit gewinnen. Das wird aber nicht gelingen. Die japanische Atomkatastrophe wird ihre Schockwellen noch jahrelang auch in die deutsche Politik senden. Und da ist es lächerlich, so tun, als würde man etwas tun.

Wie hilflos die deutsche Bundesregierung…“

weiter bei Michael Spreng

 

Zukunft

14. März 2011

Entdeckt am Freitag:  Bei der Renovierung des Lingener Ratskellers werden die bis zu 100 Jahre alten Dachpfannen aus Ton sorgsam geborgen, um später auf dem Dach des Baudenkmals wieder verwendet zu werden. Prima!