Fukushima

12. März 2011

Im havarierten japanischen AKW Fukushima ist die Radioaktivität nach einem Agenturbericht auf das Tausendfache des normalen Wertes gestiegen. In der Umgebung werden ebenfalls deutlich erhöhte Werte gemessen.
Die japanische Atomaufsichtsbehörde Nuclear and Industrial Safety Agency erklärt, der Druck im Reaktor sei anderthalb Mal so hoch wie normal. Nach Ministeriumsangaben könnte der Druck „sogar das 2,1-fache“ dessen überstiegen haben, wofür das Turbinengebäude ausgelegt ist. Nach Angaben der Nisa weiß das Betreiberunternehmen Tepco (Tokyo Electric Power Company) zurzeit nicht, wie stark die radioaktive Strahlung im Inneren ist.
In einem Umkreis von drei Kilometern um die Anlage wurden etwa 3000 Anwohner in Sicherheit gebracht. Wer zwischen drei und zehn Kilometer entfernt wohnt, wurde aufgefordert, im Haus zu bleiben. Die Evakuierungen werden ausgeweitet.
Zum Vergleich – die 3km-Zone um das AKW Emsland in Lingen (Ems):

Mittlerweile wurde die Fukushima-Evakuierungszone auf 10km erweitert. Auch hier zum Vergleich ein 1okm-Blick auf unser Städtchen und umzu:

Nun auf 20 km:
Radius 20km um das AKW Emsland

12 Antworten to “Fukushima”

  1. Ulinne said

    Na, ich schätze, falls es in Lingen einen Super-Gau gäbe, wären wir in Neuenkirchen auch betroffen. Die Leute, die eine solche Technologie befürworten (und jetzt die Laufzeiten sogar noch verlängert haben), wissen einfach nicht, was sie tun … 😦

    Hast du vor einigen Monaten den Beitrag von Ranga Yogeshwar in „Quarks & Co“ gesehen?
    Mein Beitrag damals dazu:
    http://www.tage-wie-diese.de/wptwd/?p=997

    Gruß
    Ulrike

  2. Helga said

    Ich war gerade heute in Lingen und dachte auf dem Rückweg beim Hören der Nachrichten im Radio: Wenn im Lingener AKW was passieren würde, wären alle meine Verwandten, auch meine alten Eltern betroffen, sie leben im engsten Radius und müssten evakuiert werden. Und würden nie in ihrem Leben wieder nach Hause zurück können. Ich würde nie wieder die Orte meiner Kindheit besuchen können. Und auch in der Entfernung von 100 km, wo ich wohne, wäre leben auf Dauer nicht mehr möglich, machen wir uns da nichts vor. 1986 bei Tchernobyl lebte ich in einer der am stärksten strahlenbelasteten Gegend Deutschlands. Mit Tränen in den Augen haben wir damals unseren gerade wachsenden Salat und alles aus dem Garten entsorgen müssen.
    Und fragen Sie mal einen Internisten oder Radiologen nach der Schilddrüsen– Autoimmunkranheit Hashimoto Thyreoidits, die mit Unterfunktion verbunden ist. Er wird Ihnen bestätigen, dass er noch nie so viel Fälle hatte wie in den letzten Jahren. Allein in meinem Bekanntenkreis gibt es unglaublich viele Fälle. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?
    Aber Herr Röttgen weiß ja Gott sei Dank, dass wir in Deutschland nichts zu befürchten haben von der ach so weit weg liegenden zu befürchtenden Kernschmelze in Japan. Heiliger Sankt Florian. verschon mein Haus, zünd andre an!
    Dieser technische Größenwahn, alles ist machbar, und sogar Atomkraftwerke direkt im Erdbebengebiet und direkt an Tsunami- gefährdeter Küste — sind die Lingener AKW- Betreiber wirklich so frei davon?

  3. Ulinne said

    Die Atomlobby lügt dort in Japan genauso wie die bei uns in Deutschland, Helga.
    Man sollte jeden, der ein „JA“ zur Laufzeitverlängerung gegeben hat, zwingen, in der näheren Umgebung eines AKWs zu leben!

    • Buggy said

      Kein AKW lässt sich ohne Restrisiko betreiben.
      Bei der Risikobewertung sollten wir wissen, welche Erdstöße unser Lingener Kraftwerk aushalten kann und wie stark der Mantel ist, um Flugobjekte abzuhalten und wie groß die Anstrengungen sind, den Fehlerfaktor Mensch auszuschalten.
      Im Emsland entstehen die größten Erdstöße immer dann, wenn eine alte Fliegerbombe gesprengt wird. Ich vermute, dass die Richterskala maximal 3 anzeigen würde.
      In Japan haben wir Beben mit dem Wert von fast 9 (!) gehabt. Die AKWs in dem Erdbebengebiet Japan müssen baulich 8,25 aushalten.
      Da die Werte der Richterskala logarithmisch sind, waren die Erdstöße ca. 6 bis 7 mal so heftig, wie staatlich vorgegeben.
      Ich glaube, dass man durchaus feststellen kann, dass der Betrieb von AKWs in Deutschland bzw. im Emsland kein Höllenritt ist, wenn man die Sicherheitsstandards und das Risiko-potential im Ausland mit den hiesigen vergleicht.
      Also: Panikmache in Deutschland halte ich für überzogen und würde ich als Wahlkampf und AntiAtom-Lobbyismus deklarieren.

      Nichtsdestotrotz:
      Ein GAU ist auch in Deutschland möglich und die Endlagerung nicht vernünftig gelöst und deshalb sollte man aus dem Betrieb von Atomanlagen schneller aussteigen. (Wobei hier ein deutscher Alleingang angesichts der vielen ausländischen Nachbarkraftwerke bei der Risikominderung wenig bewirken wird)

  4. Ulinne said

    Buggy, wenn jeder sagt, mit dieser unverantwortlichen Technologie höre ich erst auf, wenn die anderen um mich herum auch aufhören, wird das nie etwas! Bei manchen Dingen darf man durchaus auch mal Vorbild sein!

  5. Glocke said

    Restrisiko, kann wohl nur ein kleiner Rest sein also sowas wie Nichts.
    Nach einer Studie zum Lingener AKW ist es entscheidend, wie die
    Wetterlage und die Windrichtung ist.
    Danach kann sich die Wolke vom Super- Gau entlang vom
    Rhein Maingebiet entlangziehen, und auch ein paar Tag liegen bleiben.
    Darüber, und über so manche technische Sicherheit haben sicherlich die
    Befürworter schon oft nachgedacht.
    Über eine Evakuierung möchte ich nicht mehr nachdenken.
    Man kann den Mitläufern keinen Vorwurf machen, es fehlt eben das
    dazu nötige Wissen.
    Nach dem was man aber mittlerweile aus der Vergangenheit gelernt
    hat, zeigt einfach, das wir die Finger davon lassen müssen.
    Gut, meiner Kinder haben keine Erbschäden soweit sich das feststellen läßt,
    und hoffentlich wirkt sich’s nicht erst in den nächsten Generationen aus.
    Wer da mutig ist und als Befürworter die Rolle des Leitschafes für seine
    Mitläufer übernimmt, dabei aber selbst nicht mehr, als nur ein gutgläubiges
    Halbwissen hat, der handelt, um das Kind beim Namen zu nennen
    letztendlich grob fahrlässig.
    Und wenn wir es ehrlich meinen, dann kann Keiner, nicht einmal der Staat
    ( das sind wieder wir alle) eine derartige Verantwortung übernehmen.
    Das ist eben nur, wenn überhaupt mit Unwissenheit zu entschuldigen.

    Da kann man dann nur noch sagen, nicht’s wissen ist ein großes Restrisiko.

    Respekt, für einen Jeden, der sein Engagement, zum Schutze eines Anderen
    in Weiser Vorausschau einsetzt.
    Eins ist mir noch eingefallen, ob sich ein Erdbeben an die in Lingen
    zugewiesene Zone hält, muß dann jeder für sich selber entscheiden.

  6. Weltbürger said

    Die ganze Debatte um Atomstrom, Laufzeitverlängerung etc. könnte man auf einen Schlag beenden, wenn die Atomindustrie auch für die Kosten der Endlagerung herangezogen werden würde. Dass dies nicht so ist, ist der eigentliche Skandal. Wäre es nämlich so, würde niemand mehr von „billigem“ Atomstrom reden können. Insofern sind für mich auch die Teile der Medien, die immer wieder die doch so hohen Kosten der regenerativen Energien (Einspeisevergütung gem. EEG) beklagen, mit für die ausgehandelte Laufzeitverlängerung verantwortlich. Eine wahrlich heuchlerische Debatte in den Medien.

    • Kommentar des Tages!

    • Frank said

      Es ist ja nicht so, dass die Energielobby nicht nur für die Endlagerung nicht aufkommt… nein, es gibt auch keine Versicherung, die einen GAU versichert. Das bedeutet, diese Kosten zahlen die Bürger. Und wenn man sich die Gebiete um Tschernobyl und die Folgen mal ansieht, dann kann man erahnen, wie TEUER so eine Versicherung sein würde. Aber… die Gewinne für die Energielobby und die Kosten für den Steuerzahler. Und dann wird noch von günstiger Energie gesprochen. Leider befassen sich viele nicht damit und die glauben eben der Energie“mafia“ und den dazugehörigen Politiker“paten“.

  7. Ulinne said

    Stimmt.
    Dass die Energiekonzerne aber für die Endlagerung NICHTS zahlen müssen, zeigt, wie sie unsere Regierungen schon immer im Griff hatten, so dass man sich schon garnicht mehr fragen muss, von wem wir in Wahrheit regiert werden.
    Demokratie?
    Ein widerlicher Filz ist das!

    Früher hieß es ja immer: Bergrecht ist Kriegsrecht. In Anbetracht der Entwicklung muss man heute wohl allgemeiner sagen: Energierecht ist Kriegsrecht.

  8. Horst said

    Erst wird die Laufzeit der AKW`s verlängert, scheinbar sind die Anlagen in Deutschland sicherer als in anderen Ländern. Ob die Japaner als hochtechnisiertes Land nicht ähnlich dachten?

    Jetzt auf einmal rudert die Bundesregierung nach dem Gau in Japan zurück, jetzt soll alles ohne Tabus noch einmal auf den Prüfstand. Als Bürger muß man dann im Umkehrschluss davon ausgehen, dass eine Überprüfung vor der Genehmigung für die Laufzeitverlängerung ernsthaft gar nicht stattgefunden hat.

    Wie sagte der OB Krone doch so schön:“Die Sicherheit der Bevölkerung hat oberste Priorität“. Herr Krone, auch Sie können für die Sicherheit der Lingener mit einem AKW vor der Tür keine Garantie übernehmen. Dieses geht nur dann, wenn eine Abschaltung erfolgt. Alles Gerede ist nur Schönfärberei und Volksverdummung.

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