Verabschieden

11. Februar 2011

Der CDU-Kompromiss, der keiner ist, aber den die Ratsmehrheit als solchen darstellt, hat jetzt auch zu einer Reaktion der Bürgerinitiative Pro Altenlingener Forst (Internetseite lks) geführt. Sie analysiert mit klaren Worten:

Die CDU hat nichts verstanden. Was sie als „Kompromiss“ bezeichnet, ist bei genauerem Hinsehen eine riesengroße Mogelpackung, mit der sie die Lingener Bürgerinnen und Bürger offensichtlich hinters Licht führen möchte:

Die engagierten Waldschützer aus Altenlingen, Heukampstannen und umzu seziert präzise in sechs Punkten die Mogelpackung der CDU und resumieren dann

Die Bürgerinitiative Pro Altenlingener Forst hofft, dass wenigstens der Oberbürgermeister Dieter Krone zu seinem im Wahlkampf gegebenen Wort steht, die gerodete Fläche wieder aufzufors ten und den Altenlingener Forst in seiner Gesamtheit zu erhalten.

Dem dürfte eigentlich nichts entgegen stehen; denn im November hat OB Dieter Krone in einem LT-Interview noch dies gesagt:

„Können Sie sich eine Ansiedlung dort vorstellen, da Sie sich ja im Wahlkampf für eine Wiederaufforstung der Flächen ausgesprochen haben?

Nein. Aus ökologischen und politischen Gesichtspunkten sollten wir uns von dem Projekt Industrieansiedlung im Altenlingener Forst so schnell wie möglich verabschieden. Die langen und kontroversen Auseinandersetzungen zwischen Bürgerschaft und Politik in den letzten Jahren sollten jedem verantwortungsvollen Entscheidungsträger gezeigt haben, dass es angebracht ist, keine weiteren Gelder (Straßenbau, Rohrleitungen) in die Erschließung dieses Projektes fließen zu lassen. So wären die wirtschaftlichen Folgen immerhin zu begrenzen. Das vorrangige Ziel, die Lebensqualität der Bürger in diesem Gebiet mit einem Schutzwald zu erhalten, sollte uns dies wert sein.“

13 Antworten zu “Verabschieden”

  1. schmut said

    Vielleicht sollte man es mit umgekehrter Psychologie versuchen und „Roden, Roden“ fordern?!

  2. Gerade lese ich eine Aussage der SPD, die ja bisher geschwiegen hat:

    „Ferner sind mögliche Ansiedlungen von Gewerbe und Industrie im Altenlingener Forst nach wie vor nicht in Sicht und im Übrigen schon deswegen nicht sinnvoll“, betonte SPD-Ratsherr Peter Supritz, „da die Stadt bereits über ca. 300 ha freie Gewerbe- und Industrieflächen, insbesondere im Ochsenbruch bzw. im Industriepark Süd verfüge.“ Diese gelte es aus Kostengründen zuerst zu vermarkten, bevor weitere Waldflächen sinnlos der Axt zum Opfer fallen, so die Sozialdemokraten abschließend in ihrer Pressemitteilung.

    Die Aufforstung habe „oberste Priorität“ steht da, aber auch die Aussage, man wolle die 300 ha Gewerbefläche „aus Kostengründen zuerst“ vermarkten. Ist das nur dämlich ausgedrückt oder muss man es so verstehen, dass auch für die SPD ist eine Abholzung möglich ist, nachdem die 300 ha vermarktet sind?

    • otto h said

      Was Krone auch immer gesagt hat oder noch sagen wird, ist wohl kaum noch von irgendeiner Relevanz, wissen wir doch inzwischen, dass ihm das Rückgrad fehlt, kontroverse Themen tatsächlich auch durchzustehen. Es lohnt nicht, auf jemanden drauf zu hauen, von dem man weiß, dass er sich nur wegduckt, sich schon gar nicht wehrt. Wenn der erst anfängt zu weinen, bekommen wir womöglich noch Mitleid mit dem wirbellosen OB.

      Konzentrieren wir uns also lieber auf die örtliche CDU. Die steht tapfer zu ihrem Unsinn von gestern und versucht mit aller Gewalt durch neuen Unsinn den alten Unsinn zu übertünchen und einmal mehr die Menschen für dumm zu verkaufen.

      Erst hat die CDU Stadtratsfraktion unter Führung ihres Oberhirten Pott und mit Hilfe des Ersten Stadtrates Büring (ebenfalls CDU) in einer Nacht und Nebel Aktion ohne jeden Sinn und Verstand und vor allem ohne auch nur die geringste Notwendigkeit zur Eile einen nicht unerheblichen Teil unseres Schutzwaldes abholzen lassen. Dies ohne auch nur einen einzigen Interessenten für das Gelände zu haben. Nicht genug damit, hat sie auch noch ein paar Abwasserrohre in den abgeholzten Wald legen lassen, und spricht jetzt von vollendeter Erschließung, die 1,8 Millionen Euro gekostet haben soll.

      Für wie blöd halten diese arroganten Herrschaften eigentlich die Lingener Bürger? Um angeblich die für die „Erschließung“ des abgeholzten Geländes investierten 1,8 Millionen Euro zu retten, sei ein Weitermachen nunmehr absolut unumgänglich?

      Wo sind den die 1,8 Millionen Erschließungsmaßnahmen zu sehen? Wollen die uns wirklich weismachen, die paar dort verlegten Abwasserrohre hätten 1,8 Mio. verschlungen?

      Wo ist eine Straße, wo ist ein Bürgersteig, wo ist eine Straßenlaterne zu sehen? Nirgendwo! Wo sind Frischwasser- Strom- und Gasanschlüsse. Wo sind die für eine Gewerbegebiet ebenfalls unabdingbaren DSL Anschlüsse? Alles Fehlanzeige. Nicht einmal der alte Feldweg zu den bereits bebauten Grundstücken des so genannten Logistikparks ist ausgebaut.

      Liebe Mitbürger, fahrt hin, seht es euch an! Da gibt es nichts, außer einer abgeholzten Wüstenei. Von Erschließungsmaßnahmen weit und breit nichts zu sehen! Die CDU belügt uns, dass sich die Balken biegen.

      Und jetzt wollen genau diejenigen, die unseren Schutzwald abgeholzt haben uns einen neuen Schutzwald andrehen. Sie wollen Flächen aufforsten, die der Stadt überhaupt nicht gehören, die die Stadt erst einmal für nochmals sehr viel weiteres Geld kaufen müsste. Wenn die Eigentümer überhaupt bereit sind, ihre Grundstücke zu verkaufen, werden sie das nicht für einen feuchten Händedruck tun. Der Kauf dieser stadtnahen Grundstücke und deren Aufforstung wird am Ende genau so teuer oder sogar teurer, als die angeblich zu rettenden Erschließungsinvestitionen. Aber das macht ja nichts. Hauptsache man muss nicht so kurz vor Wahlen zugeben, dass man einen riesengroßen Fehler begangen hat. Und so langsam stelle ich mir auch die Frage: wer profitiert da am Ende? Das Gemeinwohl, die Bürger bestimmt nicht. Die müssen nur die Zeche wieder zahlen.

      Der CDU geht es weder um das Gewerbegebiet, noch um die Rettung der von Ihnen bereits mit der damaligen Beschlussfassung in den Sand gesetzten Investitionssumme. Es geht einzig und allein um Machterhalt. Und da darf man keine Schwäche zeigen. Schon gar nicht, wenn man als Vorsitzender des Bauausschusses das Ding sogar federführend verbockt hat und dann in Ermangelung einer qualifizierten Alternative auch noch zu allem Überfluss Fraktionsvorsitzer wird. Da muss man tapfer sein! Und das ist unser guter Uwe Hilling natürlich.

      Gerade heute konnten wir einmal mehr ein Beispiel seiner Standfestigkeit in der LT nachlesen. Da soll (ganz offensichtlich mit seiner Unterstützung) zwischen Professorenhaus und Alter Lateinschule durch einen Neubau der wohl schönste Platz unserer Stadt verschandelt werden. Bis auf den Vorsitzenden Hilling waren sich alle einig, dass diese Scheußlichkeit nicht genehmigt werden darf. Nur der tapfere Uwe Hilling wollte partout nicht dagegen sein. Er will das Thema laut LT in seiner CDU Fraktion erneut besprechen. Warum nur? Will er sich dort Rückendeckung holen? Wenn ja, wofür? Oder für wen?

      Auf die Antworten auf diese Fragen darf man wohl sehr gespannt sein. Wie sagt der Lateiner so schön: Cui bono?
      Die CDU reagiert ja neuerdings sehr schnell durch Pressemitteilungen auf öffentliche Kritik. Mal sehen, was sie hierzu in die Zeitung bringt…
      Wenn wir die Antworten nicht vom Gefragten bekommen, werde ich es selbst herausfinden müssen. Dass ich so etwas kann, ist hinreichend bekannt.

      Was ich hingegen leider überhaupt nicht kann, ist neue Erkenntnisse für mich zu behalten.

  3. Gerda Siebert said

    Schon der erste Satz des Komprimissvorschlages der CDU ist eine eindeutige Aussage darüber, dass die CDU das Logistikzentrum – jetzt erweitert zu Gewerbe- und Industriegebiet -, und mit allem was in diesem Zusammen-hang bereits einmal im Gespräch war, weiter fortführen will. Das wäre u.a. ein GVZ ansiedeln mit Gleisanschluss, welches die Lingener CDU-Kreistagsmitglieder bereits im Kreistag im Zusammenhang mit dem RROP mehrheitlich beschlossen haben – LT von 18.1.11 -.
    Sie nehmen keine Stellung dazu, wie das mit tägl. 20.000 PKW-Fahrten (lt.Baurat Liesieki) zu erwartenden Verkehrsaufkommen geregelt werden könnte. Welches Verkehrsaufkommen haben wir für die Waldstraße zu erwarten. Ist das sogar beabsichtigt, damit Druck aufgebaut wird, um den Zubringer zur Autobahn durch den AL-Forst voranzutreiben (B-Plan 19)? Daran arbeitet ja bereits die sogenannte BI-Damaschke – Beeck, Heskamp, Willigmann, gut eingefädelt. Auch das von drei Bürgern eingeleitete Normenkontrollverfahren hindert sie nicht, arrogant an ihren Zielen weiter festzuhalten. Konfuzius sagte einst: „Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korregiert, begeht einen zweiten“. Die CDU hat z.Zt. 26 Sitze im Stadtrat, das sind fünf zuviel, und muss am 11. Sept. 2011 geändert werden.

    • kib said

      ….Konfuzius sagte einst: „wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten“….. nicht immer: So seltsam es auch klingen mag ,liebe Frau Siebert, ich muss in diesem Zusammenhang Brecht zitieren: „Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.“
      Das Abholzintermezzo im AL-Forst ist ein Skandal (keine Frage!!!!!). In diesem Zusammenhang geht es mir nicht um EIN REINES Schuldeingeständnisse der CDU. Vielmehr um wirtschaftliche Vernunft. Mir ist sehr wichtig, dass im aufkommenden Wahlkampf nicht Stadtteile gegeneinander aufgehetzt werden.

      • kib said

        Die CDU hat z.Zt. 26 Sitze im Stadtrat, das sind „fünf“ zuviel,?????…. ich denke mit der „fünf“ sind Sie einfach unheimlich großzügig. Ich hab Sie ohnehin als soziale und nette Nachbarin in Erinnerung 🙂 aber das hatten wir -kurz- am 26.6. im Litfass…

        • Gerda Siebert said

          pssssst !!! kib – von einem date am 26.6 im Litfass weis ich nichts, oder sollte es der 26.9.10 gewesen sein? Wäre für mich schon Überprüfung.

          • kib said

            Liebe Frau Siebert,
            „Typo“ meinerseits: 26.09.2010 ist korrekt.
            (das „pssst„ klären wir bitte anderweitig)!

  4. otto h said

    @Gerda Siebert

    Eines muss hier zum Bebauungsplan 19 noch nachgetragen werden. Hier geht es nicht nur darum, die Trasse mitten durch den Wald zu legen. Auch hier wird weiterer Wald fallen. Nicht nur für die Straße. Denn alles zwischen der geplanten Trasse und der Raffinerie wird nach diesem Plan ebenfalls der Motorsäge zum Opfer fallen.

    Wenngleich das auf den ersten Blick nicht so aussieht, dass auch dieser gesamte Wald zur Disposition steht, so hat der listenreiche Heiner Pott dennoch die Voraussetzungen dafür schon festgezurrt. Es gibt nämlich auf der Raffinerie seitigen Straßenseite schon den im Plan vorgesehenen Bau eines Verwaltungsgebäudes. Damit steht fest, dass entlang dieser Straße jedem Eigentümer die Genehmigung dort zu bauen ebenfalls erteilt werden muss.

    Es geht also nicht nur um den Wald im B Plan 20! Es gilt auch zu verhindern, dass der Wald im B Plan 19 platt gemacht wird.

    Ansonsten bin ich der Meinung, dass die CDU nicht nur 5 Sitze zu viel hat. Man wird einfach durch die Veröffentlichung von Interna sicherstellen müssen, dass die schlimmsten Finger in dieser Fraktion alle miteinander nicht mehr gewählt werden. Da bieten sich mehr als 5 Namen an. Einer steht eigentlich schon jetzt fest. Der weiß es nur noch nicht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.