Lemmus lemmus

24. Januar 2011

Lemmus amurensis, Lemmus sibiricus, Lemmus trimucronatus, Lemmus nigripes und vor allem Lemmus lemmus (Foto re. © Nicola CC) -allesamt veritable Exemplare der Gattung der legendären Lemminge- haben Zuwachs bekommen; denn bei uns im westlichen Niedersachsen ist jetzt die Spezies Lemmus politicus damaschkensis aufgetreten. Fast schon massenhaft. Mit ihrem Erscheinen einher geht die Entdeckung, dass diese neue Gattung bekannt ist für geistige Wanderungen, die sie aufgrund des periodisch auftretenden Wahldrucks unternehme, aber Gefahr laufen, diese geistigen Wanderungen politisch nicht zu überleben.
Am Wochenende wirkte die Lingener Lokalpresse daran mit, denjenigen für das sich seit langem abzeichnende Scheitern der Planung der Ulanenstraße verantwortlich zu machen, der nun wirklich nichts dafür kann: OB Dieter Krone. Er hat weder die undurchdachten Ausbau-Anträge gestellt, noch den Damaschkanern Erfolgschancen vorgegaukelt noch sonst sonderlich was. Da sind wir bei FDP-Frontmann Jens Beeck schon an der richtigeren Adresse. Er war es, der im OB-Wahlkampf seinen Parteifreund Jörg Bode präsentierte, der gegenwärtig niedersächsischer Verkehrsminister ist. Beide taten dann öffentlichkeitswirksam so, als stehe dank ihrer Kreativität die Lösung des Lärmproblems in Damaschke vor der Tür, sei dank ihrer Politik greifbar nahe und nur eine Frage ihrer liberaler Entschlossenheit. Pustekuchen. Bode hat durch einen Beamten seines Ministeriums „im Auftrag“ jetzt den Ablehnungsbescheid unterzeichnen lassen. Es gibt kein Geld aus Hannover in 2011 und 2012 usw. Und jetzt reiben wir uns verwundert die Augen, wenn wir daraufhin diese Aussage von  Jens Beeck (FDP) lesen:

„Jetzt ist die Politik gefordert, um doch noch Geld für den Ausbau der Ulanenstraße im Haushalt zu berücksichtigen.“ Seit Jahrzehnten werde der Stadtteil durch die B 213 getrennt, und jetzt sei die Zeit reif, die Menschen in Damaschke zu entlasten. „Das wird in jeder Fraktion im Rat der Stadt so gesehen“, betonte der Freidemokrat.

Soso, „die Politik“ ist gefordert. Sollte man aus dieser Rhetorikblase entnehmen, dass Verkehrsminister Jörg Bode nicht „Politik“ ist?   OB Dieter Krone ist heute trotzdem und leider prompt auf die Presse-Abstrafung am Samstag  reingefallen. Er klammert sich ganz laut und fest an das Projekt „Ulanenstraße“. Seinen Satz

Jetzt sollten wir entscheiden, ob die Ulanenstraße entweder zu einer Gemeindeerschließungsstraße oder aber zu einer Bundesstraße ausgebaut wird

verstehe ich nicht. „Wir“ sollen entscheiden, ob die Ulanenstraße als Bundesstraße…? Ich dachte immer, die Sache mit den Bundestraßen macht der Bundesverkehrsminister.  Da wäre doch, lieber Dieter Krone, kühle Überlegung besser gewesen, wenn auch weniger angenehm für Sie angesichts der lärmgeplagten Menschen in Damaschke., die Sie für das Desaster verantwortlich machen

Also bitte hier noch einmal aus diesem Beitrag ein copy&paste meiner Meinung, damit nicht noch mehr Irrationales mit den knappen Finanzen der Stadt betrieben wird. 4 km Bundesstraße durch den Sumpf des Ochsenbruchs kosten nämlich nach meiner Schätzung mindestens 8 Mio Euro; den Betrag kann die Stadt nicht aufbringen. Also:

Zunächst einmal würde ich dazu ein Gutachten des Instituts für Verkehrswissenschaft der Westfälische Wilhelms Universität Münster einholen, um mit einer Kosten-Nutzen-Analyse die Machbarkeit aller Varianten  zu ermitteln. Käme die Expertise zum selben Ergebnis wie ich (Tangente statt Ulanen) könnte ein Bebauungsplan- oder Planfeststellungsverfahren  für eine B213-Nordtangente hin zur B 70 stattfinden und die Trasse  mit Hilfe eines Flurbereinigungsverfahrens  frei gelegt werden. Anschließend schlösse man die technischen Planungen für die Nordtangente ab. Mit diesem „Alles-fertig-geplant“-Gesamtpaket könnte dann Berlin vom Bau überzeugt werden –  vollends sicherlich, wenn -trotz Bedenken von CSU-Männern wie im Fall der A31- beispielsweise „die Region“ bereit ist, die Maßnahme ein paar Jahre vorzufinanzieren. Hermann Bröring sollte vielleicht bei unserer internet-freien* Initiative Ulanenstraße einen Vortrag darüber halten, wie das gehen kann. Heute sollte man außerdem in Damaschke den vom Lärm betroffenen Menschen praktisch dadurch helfen, dass man ihnen einen Zuschuss für Lärmschutzfenster zahlt oder Lärmschutzwände errichtet.

Is‘  ein anderer Denkansatz. Also bitte einfach mal drüber nachdenken. Auch und vor allem über den letzten Satz. Es hilft den Damaschkanern nämlich nur, jetzt etwas für ihren Lärmschutz zu tun. Wie das kostengünstig geht, weiß zum Beispiel die Gemeinde Wietmarschen-Lohne.

33 Antworten to “Lemmus lemmus”

  1. Brad Chase said

    Sehr schön geshrieben. Ich denke aber: So leicht sollten wir es unserem OB DK nicht machen. Im Zuge des Wahlkampfes hat er sich sehr weit aus dem Fenster gelehnt und einen Ausbau der Ulanenstraße zugesagt. Von daher halte ich es nur für konsequent, wenn er heute sich dahingehend positioniert, dass der Ausbau der Ulanenstraße kommen muss. Und zwar jetzt. Ich finde es schon sehr bedenklich, dass man den Damaschkanern jetzt schon wieder zu verstehen gibt, dass sie nur für ihre Stimme gut sind und danach wieder der zu vernachlässigende Stadtteil zu sein haben. Mit einem Ortsteil würde man etwas so nicht machen.

  2. Dennis Dickebohm said

    Sehr geehrter Herr Koop,

    mit großem Interesse verfolge ich ihre Berichterstattungen zum Thema „Ulanenstraße“.

    Die Art und Weise, wie sie dabei mit den Sorgen der Bewohner des Stadtteiles Damaschke ins Gericht gehen, empfinde ich als geschmacklos und unangemessen.

    Anders als von ihnen immer wieder betont, geht es um viel mehr, als „nur“ um Lärm.

    Der gesamte Stadtteil ist durch eine permanente Blechlawine aus bremsenden und wieder anfahrenden Lkw in zwei Teile gespalten.

    Bei der Kreuzung „Von-Droste-Hülshoff-Straße / B 213 / Tulpenweg“ handelt es sich um einen absoluten Unfallschwerpunkt. Die dort installierte Fußgängerbedarfsampelanlage wir täglich von nahezu allen Grundschul-und Kindergartenkindern genutzt.

    Wie würden sie zu dem Thema stehen, wenn sie nicht nur Anwohner wären sondern auch ihre Kinder zwei mal täglich durch diesen Unfallschwerpunkt lotsen müssten?

    Sie regen an, den Damaschkanern Zuschüsse für neue Fenster und hässliche, den Stadtteil noch stärker trennende Lärmschutzwände bereitstellen zu wollen?

    Sie wollen also lieber erhebliche Geldmengen in ein Projekt investieren, dass lediglich eines der vielen von der Straße ausgehenden Probleme geringfügig abschwächt, als das Problem ein für alle mal nachhaltig zu beseitigen?

    Gleichzeitig wollen sie das Gewerbegebiet Ochsenbruch mit einer Gemeindestraße für 1,6 Millionen Euro erschließen, anstatt für eine Million Euro zusätzlich, die komplette Entlastung des Stadtteiles zu ermöglichen?

    Sie wollen die Bürger mit einer Tangente vertrösten, die frühestens in 20 Jahren Realität werden könnte?

    Sie kritisieren die Haltung des OB in dieser Sache? Dabei ist diese genau das, was laut des Namens „ihrer“ Partei doch eigentlich ihre seien müsste, nämlich „bürgernah“.

    Mit der Einhaltung eines schon seit vielen Jahren, nicht nur von Herrn Krone ausgegebenen Versprechens, hat die Politik nun die Möglichkeit Vertrauen zurückzugewinnen.

    Das Zeichen, nicht nur für Luxus- und Prestige-, sondern auch für entlastende Bürgerprojekte Gelder bereitstellen zu können, ist längst überfällig.

    Herr Koop, ich frage mich wirklich, warum sie als „bürgernaher Politiker“, ein solches „Bürgerprojekt“ nicht bedingungslos unterstützen!

  3. Job said

    Robert Koop hat recht. Es stellt sich hier auch die Frage, wer war zuerst da? Bundestrasse oder Baugebiet Damaschke? Was sollen denn die Anwohner der B 70 sagen oder die der Meppener Strasse?

    • Dennis Dickebohm said

      Sehr geehrter Job!

      Schade, dass sie sich nicht etwas differenzierter mit der Thematik auseinandersetzen.

      Ein Großteil der an der B213 stehenden Häuser, existieren dort schon seit über 70 Jahren.

      Während man vor Jahrzehten, bildlich gesprochen, auf der Trasse noch Tennis spielen konnte, ist eine Überquerung heute nur noch mit Hilfe einer Bedarfsampel möglich.

      Die explosionsartige Verkehrsentwicklung, vor allem seit Einführung der Lkw-Maut auf Autobahnen, ist also sicherlich mit in ihre Überlegungen einzubeziehen.

      Ich für meinen Teil Maße mir nicht an, darüber zu entscheiden, wem entlastende Verkehrsmaßnahmen NICHT zustehen.
      Sehr wohl nehme ich allerdings für mich in Anspruch beurteilen zu können, dass diese für den Stadtteil Damaschke ein unumgängliches Muss sind.

      Die schützenswerten Güter Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität der Anwohner, sollten nicht gegen andere abgewogen werden.

    • Brad Chase said

      An Job.
      Welch oberflächliche Betrachtung. Es gibt innerhalb eines Stadtteils meines Wissens keine auch nur annähernd belastende Situation wie in Damaschke.
      Sie sollten sich diesbezüglich ein Bild machen, möglichst vor Ort und sich dann überlegen, ob Kindergarten- und Grundschulkindern derart gefährlich eine Bundesstraße überqueren müssen.

      Sagen Sie uns doch nur eine vergleichbare Stelle an der B 70 oder der Meppener Straße, wo ein annähernder Sachverhalt mit dem enormen Schwerlastverkehr vorliegt.

      So zeigt man den Anwohnern dieses Stadtteils nur, dass sie der östliche Anhängsel der Stadt sind.
      Gerade OB Krone sollte aus seiner Erkenntnis mit der Arena an der Frerener Str. wissen, was Unumutbarkeit heißt. RK auch.

  4. parker said

    @Brad Chase,
    keine Frage, der OT Damaschke MUSS entlastet werden, ich selbst wohne nicht in Damaschke, fahre aber dort oft mit dem RAd lang. Es ist unerträglich!
    Ich stelle mir allerdings die Frage, wie Sie darauf kommen, dass OB Krone aus seiner Erkenntnis mit der Arena an der Frerener Str. wissen müsste, was Unzumutbarkeit heißt. Sie unterstellen ihm direkt das St. Florian Prinzip 😉
    Meines Wissens nach ging es ihm und seinen Anhängern, zu Zeiten der Bürgerinitiative nicht um die Unzumutbarkeit für den OT Gauerbach, sondern um den falschen Standort, bzgl. der Innenstadtnähe und hauptsächlich auch wegen der Finanzierbarkeit (auch Folgefinanzierung). Wobei ich fast annehmen könnte, letzteres hätte er vergessen…

    Aber noch mal auf die Ulanenstr. zurückzukommen. Es ist auch richtig, dass nur mit Maßnahmen zum Lärmschutz den Anwohnern nicht geholfen ist. Ich hätte jeden Morgen ein ungutes Gefühl, meine Kinder dort die Str. passieren zu lassen. Aber auch sonst ist dieser Schwerlastverkehr nicht tragbar.
    Aber der Lärmschutz wäre zunächst ein Ansatz um wenigstens ein Problem in den Griff zu bekommen, wenn auch der letzte Versuch die Ulanenstr. auszubauen, zu was auch immer, scheitern würde.

    Aber es gibt doch noch eine weitere Möglichkeit!? Hat niemand daran gedacht?
    Es wurden seinerzeit viele „Nebenstraßen“ für den Schwerlastverkehr wegen angeblicher Mautprellerei gesperrt. Warum nicht auch dort? Damit der Schwerlastverkehr, der nicht gerade in Lingen und Umgebung unterwegs sein muss, auf den Autobahnen bleibt. Und wenn eines Tages die Maut für alle Str. kommt, ist mit dem Schwerlastverkehr auch sofort Schluss. Ich bin mir sicher, dass zunächst aber der extrem zugenommene Schwerlastverkehr schnell abnehmen würde. Und anschl. kann man immer noch über eine Lösung zum Lärmschutz nachdenken.

    @Dennis Dickebohm
    Diesen blog betreibt und beschreibt Robert Koop als Robert Koop……!
    Was er außerhalb dieses blogs macht und für welche Partei, ob er für den OB warme Socken strickt oder bei den „BürgerNahen“ Kaffee kocht, steht hier nicht zur Debatte.

    • Jan said

      Aber natürlich steht das hier zur Debatte. Schließlich wird dieser Blog auch für Wahlkampfwerbung und Bashing des politischen Gegners genutzt. Damit macht sich Robert Koop die Position zu eigen und muss auch dafür gerade stehen.

  5. Hans said

    Hat die BI Ulanenstraße eigentlich KEINE Webseite? Oder bin ich zu blöd? Wir haben doch 2011, oder?

    Wie soll man als jemand, der sich neu mit diesem Thema befassen möchte, die Position der BI nachvollziehen?

    • Dennis Dickebohm said

      Hallo Hans!

      Nein, wir haben keine Internetseite.
      Wir haben bewusst darauf verzichtet.

      Wir haben unsere Position vielfach in den Printmedien sowie im Radio dargelegt.

      Wir setzen auf den direkten, persönlichen Dialog.

      Wir wollen anonymen Kritikern keine Plattform bieten.

      Gerne stehe ich persönlich für ein Gespräch zur Verfügung!

      0591-9777835

      Beste Grüße

  6. Hans said

    Was für ein Vertrauen hat Krone denn in Damschke bekommen? Die Wahlbeteiligung im Stadtteil Damaschke OB Wahl lag im 1. Durchgang bei lächerlichen 40%. Dabei ist das Thema ja so wichtig. Merkt man nicht!

    Korne hat 75 Stimmen im 1. Wahlgang bekommen.

    http://www.lingen.de/wahlen/OB2010/8_4_0004540320608S.html

    In der Stichwahl: 184.

    • Brad Chase said

      Welch Geistes Kind sind Sie denn.
      Wenn unser derzeitiger OB nicht die nötige Stimmenanzahl bekommen hat, dann braucht er nicht zu seinem Wort stehen???????
      Der Mann hat in der zweiten Podiumsdiskussion in der Halle IV während des Wahlkampfes gesagt, dass er den Ausbau der Ulanenstraße durchführen wird.
      Jetzt soll er den Damaschkanern zeigen, dass sein Wort was gilt.
      Oder färbt so ein OB-Stuhl so schnell ab und aus einem Musiklehrer wird ein Politiker mit all seinen negativen Eigenschaften, die die Politikverdrossenheit so fördert.
      Ich hoffe nicht.

  7. lingentheo said

    …..nicht zu vegessen sind auch der Waldlemming (Myopus schisticolor) und der Halsbandlemming (Dicrostonyx torquatus), der zirkumpolar verbreitet ist. In Anpassung an seinen Lebensraum wechselt dieser Lemming im Winter die Fellfarbe und wird nahezu reinweiß.

  8. Friedrich Schuster said

    Es ist sicherlich richtig, dass im Bereich der Damaschkerstraße etwas getan werden muß. Versprechungen gibt es ja mittlerweise von verschiedenen Seiten. Wenn ich die LT lese, die scheinbar glaubt, die Landesregierung hätte der Stadt Lingen ( Ems )die Mittel gestrichen, geht mir der Hut hoch. Die Landesregirung kann nur dann etwas streichen, wenn der Stadt Lingen etwas zustehen würde, dieses ist nicht der Fall.

    Bei der Bezuschussung handelt es sich um Förderprogramme des Landes, für die rechtzeitig ein Antrag gestellt werden muss, damit eine Aufnahme in das Mehrjahresprogramm erfolgen kann. Wann ist dieser Antrag denn gestellt worden oder haben einige Leute auf Beziehungen gesetzt? Ich denke, der Stadtbaurat dürfte diese Frage
    beantworten können.

    Die Landesregierung hat jedenfalls die Aufnahme der Ulanenstrasse in das Mehrjahresprogramm abgelehnt.

    Wenn nunmehr der OB Krone trotzdem die Ulanenstraße bauen will, werden die Lingener Steuerzahler die Zeche voll bezahlen müssen.so kann man den Bürger auch mitnehmen. Bevor man die Ulanenstraße baut,in welcher Funktion auch immer,sollte man ein vernünftiges Verkehrskonzept entwickeln, dass alle Belange berücksichtigt, sowohl die Erschließung der Gewerbe -und Industriegebiete als auch den normalen KFZ-Verkehr.
    Eine Abstimmung mit den zuständigen Behörden wäre sicherlich angebracht. Diese ganzen Aktivitäten hätten auch schon vor Jahren angeleiert werden können, so dass sich schon die Frage der Ernsthaftigkeit stellt.

    Mich würde schon interessieren, was die Stadt Lingen mehr an Finanzmittel aufbringen muß, wenn eine Förderung durch das Land nicht erfolgt. Das, was sich bisher abgespielt hat, kann man nur als Bürgerverdummung bezeichnen.

    Die Idee mit Schallschutzmaßnahmen vorerst für die Anlieger eine Erleichterung zu schaffen, finde ich gut, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass innerhalb der nächsten 2 Jahre die Ulanenstraße gebaut wird.

  9. bn_stueting said

    Die Ems-Vechte-Welle gibt heute kurze Zitate von OB Krone und berichtet morgen ausführlicher… Der erste Eindruck: da fühlt sich ein Politiker unter Zugzwang und verspricht das Blaue vom Himmel ohne Plan und ohne Finanzierungskonzept … da muss doch irgendwo noch etwas Geld sein, man muss nur genau hingucken.. immerhin hat ER es doch zugesagt, das ginge doch mit dem Teufel zu, wenn ER das nicht irgendwie qua Wortgewalt hinbiegen könnte…

    „…, dass natürlich diese Ulanenstraße gebaut wird. In welcher Form, das muss sich jetzt herausstellen. Da sind wir an dieser Stelle noch etwas zu früh. Aber: auf jeden Fall wird die Ulanenstraße gebaut. Auch in diesem Jahr schon!“

    Viel Spass beim Reinhören morgen!

    @ Dennis Dickebohm: ich bin sicher, dass eine gut gemachte Internetpräsenz Ihrem Anliegen gut stünde. Alles in der Hand zu behalten, ist manchmal die schlechtere Alternative. Sicher wird nicht jeder, der sich informieren möchte, Sie persönlich anrufen.
    Wieso haben Sie Angst vor anonymen Kritikern?
    So viel Mut – wie z.B. Robert Koop in seinem Blog – brauchen Sie gar nicht zu beweisen -, nichts und niemand zwänge Sie, eine Kommentarfunktion einzurichten.

  10. weltbuerger said

    @ Dennis Dickebohm: Es steht außer Frage, dass eine verkehrliche Entlastung für den Stadtteil Damaschke dringend wünschenswert wäre. Aber Sie sollten sich den Vorwurf, den Sie anderen machen, die Sache differenzierter zu betrachten, selbst zu Herzen nehmen.
    Sicher stehen viele Häuser schon sehr lange nahe an der B 213 und der Verkehr hat seither deutlich zugenommen, ganz sicher ist aber auch, dass viele Häuser dort in den letzten Jahren neue Eigentümer gefunden haben und teilweise auch Baulücken geschlossen wurden. Nicht zu vergessen das neue Baugebiet am Moosweg. Der hier genannte Personenkreis muss die B 213 schlichtweg gegen sich gelten lassen. Dies alles sei aber nur nebenbei bemerkt.
    Sehr viel wichtiger ist für mich, dass die Planungen zum Ausbau der Ulanenstrasse von Anfang an eine Mogelpackung waren, die Ihnen und Ihren Mitstreitern scheinbar nicht aufgefallen ist. Eine als Erschließungsstrasse für ein Gewerbegebiet geplante Strasse kann niemals eine Entlastungsfunktion für eine Bundesstrasse übernehmen. Hier hätte eine simple Nachfrage bei den zuständigen Mitarbeitern der Stadt genügt, die Ihnen bestätigt hätten, dass mit dem Ausbau der Ulanenstrasse keinesfalls verkehrslenkende Massnahmen für die B 213 verbunden sein können.
    Entlastungswirkungen wären also nur marginal spürbar.
    Ihre Bürgerinitiative hat sich hier von den vollmundigen Versprechungen der Ratsherren Beek und Heskamp blenden lassen. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass sich Ratsherr Heskamp in der Ratssitzung vom 28.01.2010 gegen einen Ausbau der Ulanenstrasse ohne Zusage von Fördergeldern ausgesprochen hat. Wenn jemandem aus dem Rat Anerkennung für die Bemühungen um den Stadtteil Damaschke gebührt, ist das der SPD-Ratsherr Willigmann.

    Letztendlich kann ich Robert Koop nur zustimmen, der eine weitsichtigere Lösung für Damaschke und damit einhergehend auch für Brögbern fordert. Eine solche große Lösung würde natürlich auch die verkehrlichen Gefahren, die Altenlingen mit dem Ausbau der Ulanenstrasse drohen, mindern oder ganz beseitigen. Solch eine große Lösung dauert natürlich; u.U. muss in diese Planung sogar der Landkreis eingebunden werden, um sogar eine Umgehung für Bawinkel mit zu ermöglichen.

    Bis das auf den Weg gebracht ist, können Lärmschutzwände und Lärmschutzfenster zumindest den Lärm eindämmen. Und was in Lohne möglich war, müsste doch auch in Lingen durchführbar sein.
    Dass Lärmschutzwände einen trennenden Charakter haben, geht hier an der Sache völlig vorbei, Herr Dickebohm.

  11. Dennis Dickebohm said

    Hallo Frau Stüting!

    Natürlich war uns bewusst, dass wir mit unserer Entscheidung, keine Internetpräsenz zu erstellen, nicht auf ungeteilte Gegenliebe stoßen würden.

    Sicherlich kann man dieses Thema kontrovers diskutieren. Bislang hat uns dieses Medium allerdings noch nicht gefehlt.
    Dies schließt natürlich nicht aus, dass wir das Ganze in Zukunft nicht noch als notwendig erachten könnten!

    Hallo Weltbürger!

    Der Stadteil Damaschke ist genau wie andere Stadtteile auch, über die Jahre gewachsen. Natürlich sind nicht alle Häuser vor 70 Jahren gebaut und bis heute von ein und dem selben Menschen bewohnt. So weit sind wir uns einig!

    Von einer normalen, voraussehbaren Verkehrsentwicklung an der B213 kann jedoch keine Rede sein.
    Wollen sie allen ernstes Anwohnern, die ihre Häuser vor 2004 gebaut oder gekauft haben vorwerfen, dass sie diese Entwicklung hätte voraussehen müssen?

    Seit Einführung der Lkw-Maut auf Autobahnen hat sich die Trasse zu einer BAB-Schwerlast-Entlastungsstraße entwickelt. Bis zu 5000 Lkw täglich rauschen unmittelbar an Gärten, Wohn- und Schlafzimmern vorbei.

    Desweiteren bitte ich sie, nicht über unser Wissen oder Nicht-Wissen zu urteilen. Diese Urteile entbehren jeglicher Grundlage.
    Oder haben sie irgendwo gelesen oder gehört, wir würden eine Straße fordern, die den aktuellen Planungen entspricht?

    Ob es an der Sache vorbeigeht, wenn ich betone, dass Lärmschutzwände trennenden Charakter haben, dürfen sie natürlich für sich selbst beurteilen.

    Fakt ist, dass diese auf einer Länge von ca. 500 Metern, beidseitig der B213 ähnlich viel Geld verschlingen würden, wie der Bau einer Straße.

    Lärmschutzwände würden eines der zahlreichen Probleme, die von dieser Straße ausgehen lediglich abschwächen, dabei neue Probleme schaffen und die wichtigsten, wie z.B. Sicherheit für Schule und Kindergarten, nicht einmal tangieren.

    Wir möchten die lange versprochene Sicherheit für unsere Kinder. Wir möchten die lange versprochene Wiederherstellung lebenswerter Verhälnisse für die Anwohner der B213. Und wir möchten das damit verbundene Entwicklungspotential Damaschkes zu einem attraktiven, ruhigen Wohnstandort.

    • Bernd Koop said

      Ich kann verstehen was Sie sagen wollen, muss aber trotzdem ein Kreuz beim Diskussionsbingo für »Kann jdm bitte an die Kinder denken« fordern. Nehmen Sie es bitte nicht zu ernst….

      Was sind denn die/Ihre Forderungen/Vorschläge für eine Entlastung der Haselünner Straße?

    • kib said

      Ohne bösartig klingen zu wollen, frage ich mich, warum sollte die „BI Ulanen Straße“. zwingend eine eigene Homepage betreiben, wenn die BN nicht einmal in der Lage ist, ihre „aktuellsten“ Pressemitteilungen (vergl. LT „Heuesch“) zu posten ? Hieße ich Dennis D ich würde mir wenig Gedanken machen…

      • 1. Wenn es denn so ist: Ein Versäumnis wird nicht dadurch besser, dass es ein anderes Versäumnis gibt! Oder?

        2. Ich habe so meine Zweifel, ob es wirklich eine aktive Bürgerinitiative in Damaschke gibt. Mein Eindruck ist, dass es sich nur um Mitglieder des Fördervereins und die Ratsvertreter aus Damaschke handelt, die sich engagieren.

        3. Ich kenne überhaupt keine einzige (!) BI, die auf das Internet verzichtet. Wir leben im Jahr 2011. Da sind die Möglichkeiten zur Information und zum Mitmachen mittels einer Internetseite ein Muss. Die BI Ulanenstraße setzt offenbar bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit nur auf das traditionelle Medium „Lingener Tagespost“. Damit unterstützt die BI faktisch deren Meinungsmonopol. Das finde ich sehr bedenklich und kann mir gar keinen Grund dafür vorstellen als den, den ich schon unter Ziffer 2 vermutet habe.

        • Flugblätter? Informationsstand auf dem Marktplatz?!
          Internet ist ein phantastisches Medium doch…andererseits…
          Dennis Dickebohm hat ein ganz
          OFFENES Angebot gemacht:ihn einfach anzurufen und sich zu informieren!!!
          Dieses Angebot erfolgte hier im Internet! Schon sind insgesamt 25 Kommentare!! IT works!
          Glückwunsch Dennis…und das meine ich ernst;)

          • Hans Peters said

            1. Gab es denn Flugblätter und einen Informationsstand auf dem Marktplatz? Ich habe nichts dergleichen mitbekommen. Aber die Kommentare hier im Internet-Blog und die Beiträge von RK- sie informieren mich.

            2. Was hat Dennis Dickebohm Ihnen denn gesagt, als Sie ihn wegen der Informationen angerufen haben?

      • bn_stueting said

        Kib, irgendwie gereizt klingen Deine Beiträge schon…
        Im übrigen: eine BI kann auf einer Homepage wunderbar Fakten darlegen, „historische“ Abläufe darstellen, eigene Pläne incl. Bild- oder Kartenmaterial zeigen…
        Falls Herr Dickebohm auch nur halb so viele Anrufe im Monat annehmen müsste, wie z.B. unsere Schepsdorfer BI an Aufrufen der Internetpräsenz hatte, säße er mit rotgeränderten Augen, unrasiert und ausgezehrt vor seinem Telefon, denn zu anderem als Telefonieren käme er dann nicht mehr….

  12. Weltbürger said

    @Dickebohm:
    Hallo Herr Dickebohm,
    den Ausbau der Ulanenstrasse auf welchem Niveau fordern Sie denn nun??
    Wenn Sie ernsthaft den Ausbau auf Bundesstrassenniveau und damit auch den Status einer Bundesstrasse für diese Trasse fordern, ist das doch wohl niemals allein aus Mitteln der Stadt Lingen zu bezahlen. Und wenn man dann Bundesmitteln lockermachen will, muss auf jeden Fall Brögbern mit einbezogen werden, sprich, eine andere Trassenführung ist notwendig.
    Sollten Sie weniger als eine Bundesstrasse fordern, bleibe ich dabei, das ganze macht keinen Sinn und ist und bleibt eine Mogelpackung.
    Bitte äußern Sie sich konkret, wie Ihr Vorstellungen aussehen!!!

  13. Dennis Dickebohm said

    Hallo Weltbürger, hallo Herr Koop!

    Sie haben recht, dass ein Trassenbau im Landesstraßenquerschnitt von 6,5 Metern, eine Entlastung für den Stadtteil quasi unmöglich machen würde.

    Da wir allerdings die Entlastung mindestens vom kompletten Schwerlastverkehr fordern, ist ein Ausbau auf Bundestraßenniveau von 8,0 Metern aus unserer Sicht ununmgänglich.

    Die reinen Mehrkosten für die 1,5m zusätzliche Breite, liegen laut Auskunft des Straßenbauamtes bei ca. 500.000 Euro.

    Entscheidend ist dabei allerdings auch der Anschluss an die B213. Eine komplette Ableitung des Verkehrs wäre sicherlich wünschenswert, ist aber nicht alternativlos.

    Auch ein Kreisverkehr mit einem Einfahrverbot für Kfz >7,5t wäre denkbar.

    Ich bitte an dieser Stelle noch einmal zu bedenken, dass die Ulanenstraße in jedem Fall ausgebaut wird. Der Grund dafür ist nicht, dass man nun auf „deubel komm raus“ unbedingt schnellstens den Stadtteil entlasten möchte.

    Der Hauptgrund liegt primär in den Zwängen, die sich aus der Erschließung des Gewerbegebietes Ochsenbruch ergeben.

    Die Erschließungskosten werden sich als auf jeden Fall mindestens auf 1,6 Millionen Euro belaufen. „Nur“ die darüber hinausgehenden Kosten sind also einer Entlastung des Stadtteiles geschuldet.

    Aus Sicht der Anwohner ist es dabei doch sicherlich auch objektiv statthaft, dass man hier eine Komplettlösung fordert!?

    Ich hoffe, sie haben Verständnis dafür, dass ich mich nun zunächst nicht weiter in diesem Blog äußern möchte.
    Das Thema avancierte in den vergangenen Jahren bereits zu einer „Unendlichen Geschichte“. Ich verweise noch einmal auf mein Gesprächsangebot.

    Beste Grüße
    Dennis Dickebohm

  14. weltbuerger said

    So, so.
    Eine Erschließung des Gewerbegebietes Ochsenbruch mit einer Weiterführung zur Umgehungsstrasse Anschluss Altenlingen führt also zur nachhaltigen Entlastung des Stadtteils Damaschke. Und ein Kreisverkehr auf einer Bundesstrasse ist einfach mal so realisierbar.
    Nein, das alles überzeugt in keinster Weise.
    Wenn die Stadt Lingen denn schon richtig viel Geld ausgeben möchte, wobei ich derzeit nicht einmal eine Notwendigkeit für eine weitere Erschließung des Gewerbegebietes Ochsenbruch über die Ulanenstrasse sehe, muss zweifelsfrei feststehen, dass die neue Trasse sofort den Status einer Bundesstrasse hat und die bisherige B 213 durch Damaschke auf Gemeindestrassenniveau mit Verbot für schwere Lkw herabgestuft wird. Wenn das so funktioniert, was ich niemals glaube, lacht sich der Bund doch schlapp. Lingen zahlt allein eine Bundesstrassenverlegung!!!!
    Und das nächste Problem steht vor der Tür. Der Ortsteil Brögbern fordert, und auch das zurecht, eine Verlegung der B 213.
    Nein, eine weitsichtige Lösung ist notwendig, auch wenn das nicht von heute auf morgen geht.

    • schmut said

      Wie wäre es denn vorerst mit einer Ausweitung der 50er Zone, um vorerst ein wenig für „Ruhe“ zu sorgen und um die Unfallgefahr durch geringfügiger beschleunigende Fahrzeuge zu mindern?

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