Grenzweg 39

5. Januar 2011

Neues aus der Reggion, genauer aus dem Oberzentrum Osnabrück:  Dort schließt Rechtsanwalt Olaf Tank seine „Kanzlei für Forderungseinzug & Forderungsmanagement“ (Logo re.). Jahrelang betrieb Tank ein einträgliches Inkasso für dubios-betrügerische Internetfirmen, die durch einfachen Mausklick  Besuchern ihrer Seiten überteuerte Online-Abonnements andrehten. Wurde nicht gezahlt, trat Inkassoanwalt Tank auf den Plan, schickte anwaltliche  Mahnschreiben und drohte: Mit gerichtlicher Durchsetzung und anschließender Zwangsvollstreckung. In zehntausenden von Fällen reichte das, um mühelos das Geld beizutreiben. So erreichte Tank die „Champions League der Abzock-Anwälte“, wie Internet-Anwaltikone Udo Vetter ihn titulierte.

Schon seit Mitte Dezember informiert Tank per automatisch generierter E-Mail, „dass wir unsere Mandate für die Redcio OHG, die Content Services Ltd. und die Antassia GmbH niedergelegt haben.“ Die genannten Unternehmen sind die Hauptabzocker, denen sich Tank als Inkassoanwalt verschrieben hatte. Deshalb sieht er sich inzwischen mit mehr als 4000 Strafanzeigen wegen gewerbsmäßigen Betruges und Beihilfe dazu konfrontiert. Allein bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück am Kollegienwall liegen rund 3000 Anzeigen gegen den Rechtsanwalt vor.

Das Konvolut führte unlängst zu einer Durchsuchung von Tanks Kanzlei und Wohnung und die strafrechtliche Verfolgung ist -vermute ich- wohl auch die Ursache für den Tank’schen Entschluss, jetzt seine Inkassokanzlei im Osnabrücker im Gewerbegebiet Hellern zu schließen, wie die Neue OZ am Mittwoch meldete.

Ich frag Sie einfach mal. Was meinen Sie?
Sind etwa die von einer Sprecherin Tanks bemühten „sehr privaten Gründe“ für die Kanzleischließung letztlich nur Ausdruck , sich mit ganz persönlichem  „Forderungsmanagement“ von den Einrichtungen Grenzweg 39 oder Kaiserstraße 5 in unserem Städtchen fernzuhalten?

Pflicht

5. Januar 2011

„Die Futtermittelindustrie ist bislang für alle Dioxinfuttermittelskandale verantwortlich gewesen. Warum sollte es dieses Mal anders gelaufen oder ein Versehen gewesen sein? Es muss der Eindruck entstehen, dass bei der Futtermittelherstellung bewusst Giftstoffe untergemischt werden, um zusätzliche Gewinne zu erzielen, ganz gleich, welche Folgen das für Tier und Mensch hat,“ so Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Bauer aus Spenge (Westfalen) und Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in einer Stellungnahme zum jüngsten Futtermittelskandal.

Beim erneuten Dioxinskandal sieht die AbL die betroffenen Landwirte auch „abermals als Opfer agrarindustrieller Strukturen in der Futtermittelindustrie“. Eine extrem kostenminimierendere Futter-Industrie mische eine Unzahl von oftmals zweifelhaften Kompenenten zusammen und sei wegen der verschlungenen Wege dieser chemischen Zutaten kaum noch kontrolliertbar. Insofern werde selbst durch die andauernden Futtermittel-Skandale lediglich die „Spitze eines schmutzigen Eisberges“ aufgedeckt. Offenbar würden manche chemische Reststoffe dem Futter beigemengt, um Entsorgungskosten zu sparen. Anhang III der EU-Futtermittel-Verordnung benenne als „verbotene Materialien“ lediglich: Fäkalien, gegerbte Häute, pestizidbelastetes Saatgut, holzschutzmittelbelastete Stoffe, Materialien aus Abwässern und festen Siedlungsmüll…

AbL-Sprecher Eckehard Niemann forderte im Interesse von Verbrauchern und Landwirten eine klare und wesentlich enger gefasste Positivliste von Rohstoffen, die in Mischfutter Verwendung finden dürften. Diese Inhaltsstoffe müssten in einer „offenen Deklaration“ auch mengenmäßig wieder klar angegeben werden. Die Agrarpolitik müsse zudem endlich dafür sorgen, dass Futtermittel wieder hauptsächlich auf den eigenen Futterflächen der Landwirtschaftsbetriebe erzeugt würden. Durch ein Bauverbot müssten flächenunabhängige und damit total mischfuttermittelabhängige Tierhaltungsfabriken systematisch zurück gedrängt würden.

Graefe zu Baringdorf grundsätzlich: „Wir sehen aber auch uns Bauern in der Pflicht. Zu der von der Gesellschaft zu recht geforderten tiergerechten Haltung auf unseren bäuerlichen Höfen gehört auch eine tiergerechte Fütterung, z.B. durch selbst erzeugte Futtermittel, durch einheimisches Getreide und einheimische Eiweißfuttermittel. Und wir sehen die Verbraucher und Verbraucherinnen in der Pflicht, bei ihrem Einkauf von Lebensmitteln auf Nachweise zu achten bzw. sie einzufordern.“