Ministerputen

19. Dezember 2010

Astrid Grotelüschen ist zurückgetreten. Angeblich aus persönlichen Gründen. Sie wissen nicht, wer Astrid Grotelüschen ist? Bis vor acht Monaten vertrat Frau Grotelüschen als CDU-Abgeordnete den Wahlkreis 29 (Delmenhorst, Wesermarsch, Oldenburg-Land) im Bundestag – übrigens ebenfalls acht Monate lang. Dann wurde sie vom damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) als Ministerin nach Hannover geholt. Das Problem von Anfang an: Sie wurde Ministerin für die inzwischen weitgehend industrielle Nahrungsmittelproduktion (ehemals Landwirtschaft) und für den Tierschutz. Aber die Familie der damals Neuberufenen war und ist  Eigentümerin der zweitgrößten deutschen Putenzucht (5 Mio Tiere jährlich) und damit Teil des agrarindustriellen Komplexes, der traditionell ohne große behördliche Kontrollen vor sich hin produziert. Auch dank Hans-Heinrich Ehlen (CDU), dem ähnlich wie Frau Grotelüschen gestrickten Vorgänger im Ministeramt.

Nach Grotelüschens Amtsantritt wurden im Monatsrhythmus Informationen über sie und die Zustände in den industriellen Aufzuchtunternehmen bekannt. So viel Anrüchiges, dass die taz noch vor wenigen Tagen jubelte, der sich abzeichnende Rücktritt der CDU-Politikerin

„wäre ausgesprochen bedauerlich. Denn Astrid Grotelüschen ist ein Glücksfall für den Tierschutz, für die Bürgerinitiativen, die sich gegen die Hähnchen- und Puten-Fabriken in ihrer Nachbarschaft wehren – und für die gesamte niedersächsische Opposition. Seit Christian Wulff sie als eine Art vergiftetes Abschiedsgeschenk im Kabinett installiert hat, reißen die Enthüllungen über die menschenverachtenden und kreaturfeindlichen Prinzipien der Massenmast nicht ab. Seit sie Ministerin ist, versteht auch der Naivste, wie stark diese so finanzstarke wie volkswirtschaftlich schädliche Branche unverfroren mitregiert – weil Grotelüschen ihre Verstrickung in sie nicht bestreiten kann.“

Grotelüschen war in kurzer Zeit wegen all der Vorwürfe um Tierschutz-Mängel und zuletzt auch noch Billiglöhne in der Geflügelbranche zur schweren Belastung für die schwarz-gelbe Landesregierung in Hannover geworden. Tierschützer und die Opposition beklagten immer wieder, Grotelüschen sei im Regierungsamt zu sehr Lobbyistin der Ernährungsindustrie. Sie  verharmlose die schweren Probleme bei der Massentierhaltung. Eine Studie zu Missständen in der Hähnchenmast im Auftrag des Ministeriums hatte vor sechs Wochen die Debatte weiter angeheizt. Auch Grotelüschens Ankündigung Mitte Dezember, eine Arbeitsgruppe zum Tierwohl in den Massenfabriken einzusetzen, half nicht mehr. Jetzt wurde die Ahlhornerin geschasst. Der NDR hatte zuvor aufgedeckt, dass die Politikerin in ihrer Zeit als Prokuristin im familiären Unternehmen ganz persönlich Dumpinglöhne und ausbeuterische Arbeitsbedingungen zu verantworten hatte.  Nach dem NDR-Bericht hatten verschiedene Zeugen ausgesagt, dass sie in dem Unternehmen  zu einem Stundenlohn von durchschnittlich 3,50 Euro arbeiten mussten.

Damit war Grotelüschen überhaupt nicht mehr zu halten, der sofortige Rücktritt – angeblich „aus persönlichen und familiären Gründen“ – jetzt aus Sicht der CDU mehr als notwendig. Folgerichtig unterschrieb sie ihren Rücktritt und kam dann erst gar nicht mehr zur freitäglichen Sondersitzung der eigenen CDU-Landtagsfraktion. Vor der Presse verlas Ministerpräsident David McAllister etwas stockend eine geradezu durchgestylte Rücktrittsmeldung und CDU-Fraktionschef Björn Thümler äußerte anschließend gleichwohl ungerührt und trotzig-scheinheilig Kritik nicht an der Lobbyministerin, an Wulff oder Ernährungsindustrie sondern an der Landtagsopposition von SPDLinkeGrünen, der es „um ein inszeniertes Kesseltreiben gegen eine hervorragend arbeitende Landesregierung“ gegangen sei. „Der Umgang mit Astrid Grotelüschen durch die Opposition war respektlos und menschlich zutiefst verletzend. Ich kann gut nachvollziehen, dass die damit einhergehende Belastung, der die gesamte Familie Grotelüschen mittlerweile ausgesetzt ist, unerträglich wurde.“

Das war reines scheinheiliges, also „unerträgliches“ Polit-Wortgeklingel. Zurecht bezeichnete Christian Meyer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Landtagsgrünen, denn auch den Rücktritt als „verspätete Zwangsläufigkeit. Eine Politikerin, die sich gegenüber Tierschutzverstößen ignorant verhält, als Lobbyistin der Massentierhaltung agiert und Lohndumping in der Fleischindustrie begünstigt, ist als Ministerin untragbar“, sagte Meyer. CDU/FDP und Ministerpräsident McAllister seien zu lange als Verteidiger des personellen Missgriffs von Christian Wulff aufgetreten. Ähnlich waren die Reaktionen von SPD und Linken.

Nachfolger Grotelüschens ist Gert Lindemann. Man darf zweifeln, ob sich dadurch wirklich etwas ändert. Seit 2005  war Gert Lindemann fünf Jahre lang  Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, bis ihn Ministerin Ilse Aigner (CSU) im Januar 2010 entließ nicht wegen zu viel Eintretens für bäuerliche Strukturen und Verbraucherschutz, sondern wegen zu starker Vertretung der großen Agrarkonzerne und Massentierhalter. „Er ist ein Mann der alten Schule!“, kommentierte  Christian Meyer (Bündnis’90/Die Grünen) die Personalia. Lindemanns Lebenslauf bestätigt diese Einschätzung: Der heute 63-jährige studierte zunächst Rechtswissenschaften in Freiburg, Oxford und Kiel. Nach seinem 2. Staatsexamen trat Lindemann 1977 als Assessor in den niedersächsischen Justizdienst ein. Dann war er „Persönlicher Referent“ des früheren Landwirtschaftsministers Gerhard Glup (CDU); mir fällt beim Namen Glup sofort ein, wie der 2006 verstorbene Minister aus dem Oldenburgischen als Landwirtschaftsminister mehrmals öffentlich unter Druck geriet, z.B. aufgrund seiner Jagdveranstaltungen, bei denen bisher in Gefangenschaft gehaltene Fasane direkt vor der Jagd freigelassen wurden, damit Glups Jagdgäste eine bessere Chance hatten, sie abzuschießen. Auch auf seinem  Bauernhof verstieß der „König aus Thüle“ nahe Cloppenburg nicht nur einmal gegen Naturschutzauflagen; 1986 schied er aus der CDU-Landesregierung unter Ernst Albrecht aus (CDU); der Lingener Burkhard Ritz löste ihn ab.

Später arbeitete der neue Landwirtschaftsminister als Referent in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Bonn, dann als Referats- und Abteilungsleiter im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und war  2003 bis 2005 dessen Staatssekretär. Man darf also Zweifel haben (mehr…). Dabei besteht nach einem Bericht von Wissenschaftlern der Universität Leipzig die heutigen tierquälerischen Zustände in der niedersächsischen Ernährungsindustrie dringender Handlungsbedarf.

Der neue Minister muss jetzt -so die Forderungen der Natur- und Tierschützer- schnell „Konsequenzen für eine artgerechte und vom Verbraucher gewünschte Tierhaltung ziehen.“ Grünen-Politiker fordert Meyer ein niedersächsisches Tierschutzsiegel, das deutlich über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht. Überfällig seien auch die Verringerung der Tierdichte in den Ställen und eine Verminderung des pauschalen Antibiotika-Einsatzes in der Tiermast. Christian Meyer: „Insbesondere der Zusammenhang zwischen Massentierhaltung und resistenten Keimen ist bedrückend.“ (Mehr…)

Doch bislang werden die Tierfabriken munter weiter beantragt und mit Steuergeldern von der EU und anderen gefördert. Dabei gibt es derzeit allein im Emsland über 32 Millionen Geflügeltierplätze. Nach Angaben von Heiner Rehnen, Lingener Kreistagsabgeordneter der Grünen (Foto lks), auf einer Informationsveranstaltung seiner Partei vor einer Woche im Lingener Rathaus liegen im Emsland Anträge für weitere elf Millionen vor. Hinzu kommen 1,5 Millionen emsländische Schweinemastplätze. Weitere 64000 Plätze seien beantragt…

(Fotos: oben Astrid Grotelüschen- Pressefoto © Grotelüschen; Mitte Christan Meyer- Pressefoto © Christian Meyer; unten Heiner Rehnen © privat)

20 Antworten zu “Ministerputen”

  1. Klaus said

    Eigentlich ist schon alles gesagt, lieber wäre mir allerdings Christian Meyer in diesem Amt. Ich habe seine Ideen zur vernünftigen Landwirtschaft bei einer Diskussion, unter der Leitung von Heiner Rehnen, gehört und war beeindruckt.
    Er hat sich, im Auftrag der Grünen, intensiv mit Massentierhaltung auseinander gesetzt und dabei sehr gute Wege aus unserer Emslandmisere aufgezeigt.

    Bei „unserem“ Herrn Lindemann fürchte ich „Alter Wein in neuen Schläuchen“
    Schade um die verpatzte Chance.

    • Buggy said

      Klaus, was ist genau eine „Massentierhaltung“? Was ist gegen neue und moderne Ställe einzuwenden?

      Ich finde einen neuen Stall erst einmal sehr positiv- mögliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt müssen im Genehmigungsverfahren geklärt und ausgeräumt werden und dann ist dieser neue Stall auch ein Beitrag für die Umwelt, denn in diesem Stall wird in aller Regel effizient mit High-Tech produziert. Somit wird Heizungsenergie, Futteraufwand und auch Arbeit eingespart und zugleich auch die aktuellsten Vorschriften und Gebote zum Tierschutz eingehalten.

      Ich werbe dafür, sich einmal die Tierhaltungsbedingungen und Vorschriften von vor 40 Jahren einmal mit den aktuell gültigen zu vergleichen. Auch ein weiterer Vergleich mit den gültigen Standards im Ausland kann an dieser Stelle nicht schaden!

      Wir sollten doch stolz und froh sein, auf das, was hier vor Ort die Bauern und Landwirte in den letzten gut 50 Jahren geleistet und aufgebaut haben!

      Im übrigen vermisse ich seitens vieler Naturschützer die Einsicht, dass man am meisten mit den Landwirten erreichen kann und nicht gegen sie! Speziell beim NABU habe ich ein paar pragmatische Einzelkämpfer kennengelernt, aber das ist leider die Minderheit. Eine Position offen gegen die heimische Landwirtschaft erhöht offensichtlich die Spendenbereitschaft bei der übrigen Bevölkerung.

      So ist die unsachlich geführte Diskussion (und teilweise Hetze) gegen die sog. Massentierhaltung auch ein Wirtschaftsfaktor für Vereine wie Tierschutzbund, PETA, BUND und ein Wahlargument für eine verunsicherte Bevölkerung, bei der auch von den Grünen unbestimmte Ängste ausgelöst werden und die sich in Folge dessen die Bilderbuchromantik auf den Höfen zurückwünscht (auch wenn sie noch nie auf einem Bauernhof gewesen sind).

      zu Gert Lindemann: Ich glaube, dass er der kompetenteste Landwirtschaftsminister, den Deutschland zu bieten hat, ist. Das ist auch wirklich nötig, denn die Landwirtschaft ist in unserem Bundesland ein herausragend wichtiger Wirtschaftszweig- und das sollte auch so bleiben (im Interesse aller)!

      • … während ich noch verzweifelt dabei bin,Ihren „KOMMENTAR“ zu verdauen habe ich schon einmal das erste Wort bei Wikipedia analysiert:
        Buggy (engl.: buggy für: „verrückt“, „fehlerhaft“…..!
        Der Rest dauert bei mir noch ein wenig, da ich mir meinen freien Abend nicht verderben möchte. Weihnachten ist auch ein Fest der Besinnung… vielleicht auch für Sie?

        • F said

          Frau Jürgens da analysieren sie bitte nochmal weiter.Ich kann mir nicht vorstellen das ein Kinderwagen etwas verrücktes ist.
          Vielleicht hat Buggy aber den gleichen Weg der Analyse gewählt und hat, genau wie sie, eine fehlerhafte Analyse erstellt.

          Frohes Fest.

          • supergenau said

            Frau Jürgens hat vollkommen richtig recherchiert. Das sind die ersten Hinweise die auf Wikipedia angezeigt werden. Na, über Wikipedia kann man geteilter Meinung sein, aber hier ist alles richtig.
            Sie hat nicht alles geschrieben, Sie ist ja sehr höflich.
            Buggy steht auch noch für Wanze und Käfer. Als Adjektiv auf Software bezogen:„mit vielen Programmfehlern/Bugs“
            Irgendwie ist ein Gehirn ja auch Software.

            Nun, bei einem „F“ kann nichts passieren, da gibt es keine Falschinterpretation.
            Da ist Mann-Frau auf der sicheren Seite.

            Der Kommentar von Buggy bedarf keiner Erwiderung, solch ein blauäugiger Mensch ist mir noch nicht untergekommen.
            Alle doof, außer ich?
            Selbst unser Landrat hat gemerkt, so geht es nicht weiter und hat kräftig auf die Bremse getreten.

            In diesem Sinne: Frohe Weihnachten

      • Auch wenn KIB alle wichtigen Punkte abgedeckt hat (Danke 😉
        Zur Frage an Klaus „was ist Massentierhaltung“:
        Massen – bzw.Intensiv- bzw. industrielle Tierhaltung ist die konzentrierte Haltung von Legehennen, Masthähnchen, die Putenhaltung sowie bestimmte Formen der Kälber- und Schweinemast in sehr großer Zahl auf engstem Raum zur Erzeugung tierischer Nahrungsmittel.Die industrielle Massentierhaltung hat sich zu einem technisierten System entwickelt, in dem Tiere den Bedürfnissen der Industrie angepasst werden. Das geht bis zu dem Punkt, dass die Tiere meist ohne Betäubung verstümmelt werden: Schnäbel, Schwänze, Hörner und Geschlechtsteile werden abgetrennt, Zähne werden abgeschliffen.
        Masthühner sind teilweise so überzüchtet, dass sie buchstäblich zu Tode wachsen, Milchkühe ihre Nachkommen nicht mehr auf natürliche Weise auf die Welt bringen können und z.B. Schweine Probleme mit Herzen und Beinen angeboren sind. Kälber werden sofort nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und leiden an Blutarmut, weil ihnen kaum Eisen zugeführt wird, damit sie helles Fleisch liefern.
        Ich sehe also nicht, dass die -TierhaltungsBEDINGUNGEN und Vorschriften- eingehalten werden.
        Kurz und bündig: inhumane Haltung und sinnlose Verschwendung von Ressourcen für ein „Produkt“, dass im Grunde genommen ernährungstechnisch betrachtet überhaupt nicht notwendig und in diesem Ausmaß für den Menschen eher gesundheitsschädlich ist!
        Übrigens:laut Welternährungsorganisation verursacht die intensive Tierhaltung 50% mehr Treibhausgase als alle PKW, LKW, Züge, Schiffe und Flugzeuge zusammen!
        Zum Tierschutzbund, PETA, BUND, NABU
        komme ich das nächste Mal, da es für mich sehr schwierig ist emotional gelassen zu bleiben!

  2. kib said

    ….Ich werbe dafür, sich einmal die Tierhaltungsbedingungen und Vorschriften von vor 40 Jahren einmal mit den aktuell gültigen zu vergleichen. Auch ein weiterer Vergleich mit den gültigen Standards im Ausland kann an dieser Stelle nicht schaden…..
    chic!! Mein Lieblingsabsatz! Wir hatten auch mal einen Kaiser…vor vierzig Jahren gab es das Phänomen Massentierhaltung schlichtweg nicht. Stellen Sie sich das so vor: in der damaligen DDR gab es keine Arbeitslosigkeit. Ergo müsste heutzutage – Ihrer Logik folgend- jeder ehemalige DDR-Bürger vor Begeisterung über die Harz IV Gesetzgebung schier aus dem Häuschen sein. Zu ihrem oberflächlichen Vergleich mit dem Ausland „an sich“ (Ausland ist jenseits unserer Landesgrenze „alles“): Vielleicht sollten Sie über Auswanderung nachdenken: In Spanien und der Türkei z.B. werden heutzutage noch Pestizide eingesetzt, die hier seit Jahren verboten sind. Ist das nun „positiv?

    • Buggy said

      „vor 40 Jahren hatten wir noch nicht das Phänomen Massentierhaltung“

      Deshalb meine Frage: Wo und wann beginnt „Massentierhaltung“. Die M. ist doch nur ein abgedroschener Begriff, der bei weiten Teilen der Bevölkerung negative Assoziationen auslöst, aber sehr wenig konkret ist.

      Wir sprechen hier über Nutztierhaltung. Ob nur wenige oder sehr viele Tiere in einem Stall gehalten, sagt zunächst nichts über Artgerchtigkeit und Wohlbefinden der Tiere aus.
      Ich bin selber Landwirt und (Nutz-)Tierhalter und habe selber Ställe umgebaut, weil in den alten Gebäuden eine zeitgemäße Produktion nicht mehr möglich war. In diesen recht kleinen Gebäuden wurde damals vor dem Umbau wesentlich mehr Energie verbraucht. Heute ist die Stallluft wesentlich besser durch neuste Klimacomputer. Ich kann einen deutlich Fortschritt bei der Tiergerechtheit feststellen.
      Denken sie einmal an einem Milchviehbetrieb. Vor 40 Jahren gab es die Anbindehaltung oft verbunden mit Weideauslauf in den wärmeren Monaten. Heute werden die Kühe in sog. Laufställen gehalten, in denen gut gepolsterte Liegebetten bereitgestellt werden. Eine ganz deutlich Verbesserung bei den Haltungsbedingungen.
      Auch bei den Legehennen ist die Situation doch auch deutlich besser geworden. Die enge Belegung in den Drahtkäfigen von damals findet man heute nicht mehr in Deutschland, wohl aber im Ausland. Diese ausländichen Eier finden sie nun nicht unbedingt im Supermarktregal, aber über den Flüssigeieinsatz in Fertigprodukten gelangen die Eier u.U. auch auf Ihrem Teller.

      Wünsche allen noch einen gesegneten zweiten Weihnachtstag!

      MfG Buggy (ich bleibe bei meinem Nick, trotz der konstruktiven Kritik ;))

      • Job said

        @Buggy
        Mein Vorschlag. Besuchen Sie einmal einen Hähnchenmastanstalt.Im Umkreis von Lingen gibt es ca. 30 solche, wie Sie formulieren, Nutztierhaltungsställe. Ich wohne in der Nähe eine Mastanstalt mit 120.000 Hähnchen.

        • Buggy said

          Warum soll ich einen solchen Betrieb besuchen? Ich habe selber schon auf Betrieben mit Hühner- und Hähnchenhaltung gearbeitet und in meiner unmittelbaren Nachbarschaft befinden sich auch zwei etwas größere Hähnchenmastställe.
          Die Ställe sind bei uns in der Gegend doch nicht so selten und wenn man freundlich fragt, bekommt man sicherlich auch mal einen Einblick in diese Ställe. Bei Interesse könnte ich auch einen Termin vermitteln….

          • kib said

            Buggy, mir ist mittlerweile klar, weitere Diskussionen mit Ihnen sind völlig sinnlos! Da mir dieser Blog aber nicht unwichtig ist, betrachten Sie diese Antwort als meinen Beitrag, einem -durch Ihre Kommentare- einsetzenden Niveau-Limbo entgegen zu wirken. Leider haben Sie den von mir geposteten link nicht gelesen und verharren weiter auf Ihrem „Eiland der Ignoranz & Unwissenheit“. Seien Sie sich aber gewiss, es reicht nicht aus „Landwirt zu sein und Ställe umgebaut zu haben“. Mit Ihrem „Insiderwissen“, dass es im Emsland viele Hähnchenmastbetriebe gibt, haben Sie den informierten Blogleser nicht beeindruckt- eher im Gegenteil… Also, plusteren Sie sich hier nicht als Koryphäe in Sachen Landwirtschaft oder Betriebswirtschaft auf, ok?

            Zu einer ETHISCHEN BETRACHTUNG zur Massentierhaltung sind Sie absolut nicht in der Lage, und das ist das Thema (bzw. sollte es sein , bevor Sie mit Ihren Statements daher kamen).
            Ist es z.B. positiv, dass Hahnenküken (werden in der Eierproduzierenden Industrie nicht benötigt) „lebend „geschreddert“ werden?
            Küken nach wie vor die Schnäbel (unbetäubt) gecuttet bzw. abgesenkt werden?
            Wodurch sind Antibiotika – Resistenzen entstanden?
            Ist die Nitrat-Belastung der Böden tatsächlich (auch) für Sie als Landwirt zunächst „positiv“?
            Diese Fragenkette könnte ich unendlich vorsetzten.

            Mache ich aber nicht, weil dies bereits ausreicht, um Sie als Landwirt zu fragen, ob es vertretbar ist, dass ein Hähnchen im Supermarkt für 2,99 € (teilweise preisgünstiger) verkauft wird? Und Tiere deswegen leiden sollten (bitte jetzt nicht die Kühe-Couch)

            Tun Sie mir und sich nun aber bitte den Gefallen und kommen mir nicht schnöde daher und verkünden, dies seien Marktregulationen. Diese Frage sei gestattet, an jemanden, der eine behördliche Genehmigung grundsätzlich als „gottgegeben“ akzeptiert.
            Wie ein „Markt“ funktioniert wissen wir seit der (aktuellen) Wirtschaftkrise (also Obacht sei geboten): Es kann kein „stetiges Wachstum geben“, wie denn auch (Marksättigung, bekannt???- und hiermit schließt sich der Kreis).

  3. […] den 5000. Kommentar in Roberts Blog. Es ging ihr um die Probleme  der Massentierhaltung. Guckst Du hier. 5000 Kommentare in 1518 Tagen. Das ist ja schon was. Ich werde deshalb Jubläumskommentator kib […]

    • Buggy said

      kib, zu aller erst einen Glückwunsch zum 5000. Kommentar.

      Unser diskutiertes Thema lässt sich leider hier im Blog nicht ausdiskutieren. Dazu sind dann auch viel zu viele Emotionen mit im Spiel.

      Selbstverständlich habe habe ich ihren Link angeklickt und die dahinter stehende Seite gelesen. Nach dieser Definition, wann Massentierhaltung bzw. Intensivtierhaltung anfängt, gibt es im Emsland, Cloppenburg und Vechta recht wenig „Massentierhaltungen“. Diese 10GV/ha überschreiten nur sehr wenig Betriebe, die dann alle die Tierhaltung gewerblich betreiben.

      Nun lese ich hier in Roberts Blog, weil ich nicht nur eine Meinung hören bzw. lesen möchte. Ich habe versucht mit meinen Kommentaren auch mal von anderer Seite das Thema sachlich zu beleuchten.

      noch kurz zur Wachstumstheorie: sektoral gibt es immer wieder gesättigte Märkte, aber innerhalb dieses Sektors findet ein Verdrängungswettbewerb statt, d.h. dass einzelbetriebliches Wachstum weiter möglich sein wird bzw. muss. Das gilt auch für die LandWIRTSCHAFT. (ich hoffe das war jetzt nicht all zu belehrend)

  4. Klaus said

    @Buggy
    Wenn ich einen alten Stall, ohne Isolierung, ohne funktionierende Lüftung und ohne vernünftige Gülleentsorgung besitze und ihn auf neue Maßstäbe umbaue, dann ist das ein Riesenfortschritt für die Tiere und den Halter.
    Meine Oma hat sich auch über Ihr neues Wasserklosett (WC) gefreut, endlich ist das Plumpsklo (PC) weg. Keinen Geruch und keinen kalten Popo mehr.
    Aber der Meinung zu sein, wenn die Behörde einen Stallbau genehmigt, wäre alles in Ordnung, ist wirklich Obrigkeitsgläubigkeit.
    Ich erinnere an den fehlenden Brandschutz im Stallbau, der ohne engagierte Bürger nie an die Öffentlichkeit gekommen wäre und um den Rahmen des Blogs nicht zu sprengen, hier keine weiteren Beispiele von seltsamen Genehmigungstechniken.
    Ebenso wird jetzt endlich ein Keimgutachten verlangt.
    Wären Sie am 7.12 im Rathaus beim dem Vortrag des Dr. med Ammann über die MRSA- Problematik gewesen, würde Ihnen in der Nähe von Grossstallanlagen Angst und Bange.

    @Job: Ich bedaure Sie und finde die Einladung von Buggy frech.
    Wertverlust einer Immobilie in der Nähe solch einer Anlage ca.70%

    Ich bevorzuge eine bäuerliche Landwirtschaft, wir wohnen mittendrin. Hier haben die Kühe noch Namen und Weideauslauf.

    Wenn der Landwirt Buggy eine Stallerweiterung am Hof von 50 auf 80 Milchkühe plant und durchführt ist das mE. vollkommen in Ordnung. Das ist natürlich gewachsen und ich könnte auch mit Ihm über seinen Stall und seiner Tierhaltung reden.
    Wenn die Buggy Viehzucht GmbH und Co KG im Außenbereich auf freier Fläche 40000 Hähnchen mästen möchte, hat er einen Industriebetrieb ins Leben gerufen und nutzt seine Privilegierung schamlos aus. Denn so ist die Privilegierung vom Gesetzgeber nicht gedacht.
    Hier agieren Kapitalgesellschaften und zerstören die bäuerlichen Strukturen.
    Mittlerweile warnen selbst die Kammern vor solch einer Investition.

    Das Herr Lindemann der richtige Mann am richtigen Ort ist, habe ich auch mehrfach über Frau Grotelüschen gehört.
    Der „Knaller“ ist Ihre angesprochene Hetze:
    NABU, PETA, BUND, Politiker und sämtliche Tierschutzorganisationen , die sich schon jahrelang gegen Tierquälerei und für die Würde der Tiere, mit unendlicher Mühe, ehrenamtlich und teilweise selbstlos einsetzen und auch zum Glück Erfolg haben, bezahlen Geld an unsere öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten um gefälschte Berichte ins Fernsehen zu bringen, damit die mit Recht entsetzten Bürger Geld spenden, lässt mich an eine leichte bis schwere Neurose ihrerseits denken.
    Frau Grotelüschen hat auch immer von Hetze gegen sie gesprochen und hat zum Glück die Konsequenz gezogen.

    @Kib: Danke für Deine überzeugte Meinung

    • Job said

      @Klaus
      Danke! es geht nicht nur um den extrem hohen Wertverlust. Es geht auch um den täglich unerträglichen Gestank aus den Hallen.
      @Buggy
      Wer war zuerst da?
      Ich wohne seit 33 Jahren hier im Ort. Die Mastanstalt ist seit 2 Jahren mein Nachbarn. Mit Zustimmung des Stadtrates und Ortsrates.

      • Klaus said

        Wenn der Gestank alles wäre, ginge es ja noch. Nee, doch nicht. Aber das austretende Ammoniak zerstört Gebäude schneller als man schauen kann, die austretenden Keime sind stark gesundheitsgefährdend und eine neuere Studie belegt die Häufigkeit von Atemwegserkrankung in der Nähe solcher Anlagen. (1000 Mtr werden locker von den Keimen überbrückt)Deswegen auch das Keimgutachten)
        Dann das Wissen, in unmittelbarer Nähe leben Tiere unter nicht würdigen Umständen, der Lärm, die Infrastruktur, also An und Abtransport der Tiere (dabei werden die Keime im ganzen Dorf verteilt) und das Siloeinblasen lassen mein Herz für Job krampfen.
        Hinter der Hand (also noch nicht fundiert) wird auch das Fasanensterben auf die austretenden Keime zurückgeführt.
        (das ist keine Hetze)
        Über solche Folgen hat sich bis Dato noch keine Behörde ernsthaft Gedanken gemacht.
        Jetzt werden sie endlich Wach.

        Zum Glück haben solche Anlagen bald keine Existenzberechtigung mehr. Aus Russland und Brasilien kommen bald Millionen von Hähnchen zu uns. Dort werden Monsterställe gebaut und der Landwirt, der sich bei Rothkötter oder ähnlichem Betrieb versklavt hat, steht dann vor den Trümmern seiner Existenz, ausgelöst durch seine Profitgier.

        Wir können uns nur bei der Politik bemerkbar machen, das solche Importe nicht so einfach stattfinden dürfen und auch andere Sachen müssen sofort abgestellt werden: Wer weiss schon, das unsere Lufthansa ca. 700.000 Euro im Jahr an Subventionen für die Ausfuhr von Hühnerfleisch (als Bordverpflegung) bekommt? Kreuzfahrtschiffe und andere Fluggesellschaften kommen noch dazu. Das ist in meinen Augen krank und muss eingestellt werden.

    • kib said

      @ Klaus: Für meine überzeugte Meinungen kann ich nichts: Das ist in erster Linie der Erziehung meiner Eltern geschuldet (Tierliebe war hier ein gaaaanz zentrales Thema, Respekt vor Lebewesen, Ethik…. All die Dinge, über die wir uns sicherlich nicht streiten werden. Falls doch, ich freu mich drauf; Es wird mich vermutlich bereichern.).
      Also, DEIN Dank ist hier nötig, wie eine Dritte Schulter!!!

      Bye the way Klaus: Morgen hat Lidl „Hähnchenpfanne, fertig gewürzt im Angebot“. Wir sehen uns an der Tiefkühltheke…
      @ Robert: Von meine „Wettschulden“, die Du nach der OB-Wahl großzügiger Weise & trotz meiner großen Lippe nicht eingefordert hast einmal abgesehen, schlag ich vor, Du spendest die Kinogutscheine anderweitig.

      Sollte Buggy vielleicht (ganz eventuell) Interesse an dem Buch (erscheint am 3. Januar ) von Karen Duven „Anständig essen“ haben; ich bezahle den Differenzbetrag gerne. Es beschreibt Ihren Selbstversuch in vier Phasen:
      1. Nur Bioprodukte
      2. vegetarisch
      3. vegan
      4. fruktarisch

  5. Ich gebe auch was für den Differenzbetrag.

    „Dass einmal das Wort „Tierschutz“ geschaffen werden musste, ist eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung.

    Es sollte immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass es eines Menschen unwürdig ist, ein wehrloses Tier zu quälen oder zu mißhandeln.

    Je früher unsere Jugend von sich aus jede Roheit gegen Tiere als verwerflich anzusehen lernt, je mehr sie darauf achtet, dass aus Spiel und Umgang mit Tieren nicht Quälerei wird, desto klarer wird auch später ihr Unterscheidungsvermögen werden, was in der Welt der Großen Recht und Unrecht ist.“

    Theodor Heuss

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