Schädlich

15. Dezember 2010

Klimaschädlich sei die Fliegerei, so der Kommentar des BUND. Der stellvertretende Bremer Landesgeschäftsführer des BUND, Reinhard Wietschorke sagte, satt dessen „sollte man sich lieber Gedanken machen, ob man das Bahnangebot verbessert“.  Es dürfte einer der wenigen Kommentare sein, die positiv für die Pläne des irischen Billigfliegers Ryanair (Logo re.) ausfallen, ab Beginn des Sommerflugplans 2011 rund ein Drittel seiner Flüge ab Bremen zu starten. Der nahe gelegene Flughafen verliert so rund ein Sechstel aller Passagiere – 2009 warten es insgesamt immerhin 2,4 Millionen.

Ryanair wird ab Bremen pro Woche 58 Flüge weniger  durchführen. Die Fluggesellschaft fliegt künftig acht Städte nicht mehr an, nämlich Alghero, Berlin, Danzig, Kaunas, Liverpool, Memmingen, Mailand und Trapani an. Ähnliche Streichungen gibt es bei den Flughäfen Weeze (Niederrhein), Berlin (Schönefeld) und Frankfurt-Hahn.  In Weeze verzichten die Iren auf  13 Verbindungen (84 Flüge/Woche), in Berlin auf 122 Flüge pro Woche  und in Frankfurt-Hahn auf 34 Verbindungen, was 414 Flügen die Woche entspricht. In der Summe soll Deutschland damit ein Fluggastaufkommen von rund drei Millionen Fluggästen im Jahr entgehen, schreibt der Berliner Tagesspiegel.

Ryanair begründete ihren Schritt mit der ab dem 1. Januar geltenden Ticketsteuer. Durch die von CDU und FDP eingeführte Abgabe werden Kuzstreckenflüge je Richtung um acht Euro teurer. „Das wird den Standort Deutschland massiv schädigen“, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary. „Wir bedauern die Einführung dieser Steuer zutiefst.“   Billigflieger  fühlen sich besonders stark von der Abgabe getroffen, da die acht Euro, die pro Passagier je Start auf den Ticketpreis aufgeschlagen werden, bei niedrigen Ticketpreisen von im Schnitt 29 Euro sehr stark ins Gewicht fallen.

Auch die Bremer Touristik fürchtet Einbußen. Bremen-Touristik-Chef Peter Siemering bezeichnete die Entwicklung als „keine gute Nachricht“. Sie kosteten die Bremer Übernachtungsbetriebe voraussichtlich 30.000 Übernachtungen im Jahr – ein Minus von rund 3 Prozent. „Das tut weh und das können wir nicht so einfach kompensieren“, sagte Siemering.

3 Antworten zu “Schädlich”

  1. Auch wenn es immer viel Kritik gegenüber Ryanair gibt ist dies meiner Meinung nach unberechtigt. Klar zahlt man weniger, jedoch fliegen sie immer pünktlich und man weiss halt was man kriegt(auch wenn es nichts ist.) Nichtsdesto trotz habe ich viel mehr Vertrauen in Ryanair als in die DB, daher ist dieser Schritt in Richtung Protektionismus für mich einfach falsch.

  2. Job said

    @miristlangweilig
    mir auch

  3. Christoph said

    Kleine (Umwelt-) Sünden bestraft der liebe Gott sofort: Gestern wurden per Mail meine beiden für den 22. und 23. Januar gebuchten Ryanair-Flüge von Berlin nach Bremen und zurück storniert.

    Der Betreff der Mail lautete: „Belangrijke Informatie betreffende uw vlucht“ – gut, dass ich ein wenig Plattdeutsch beherrsche.

    Im Text hieß es dann:

    „Liebe Kundin, lieber Kunde,

    Ryanair bedauert es sehr, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihre Flüge (siehe unten) wegen betrieblicher Prüfungen vor 10/01/2011.“ (sic!)

    Eine solch schlampige Annullierung ist, gelinde ausgedrückt, eine Frechheit. Die Pointe war: Die Mail kam am selben Tag wie die Mail mit der Quittung für den Flug. Was für eine langfristige Geschäftsplanung!

    In der Verordnung (EG) 261 aus 2004 zur Regelung der Unterstützungsleistungen von Fluggästen bei Annullieren heißt es in Art. 5 (2):

    „Wenn die Fluggäste über die Annullierung unterrichtet werden, erhalten sie Angaben zu einer möglichen anderweitigen Beförderung.“

    Davon ist in der Ryanair-Mail nichts zu lesen.

    Im Gespräch mit dem Bürger-Service-Center des Luftfahrtbundesamtes wurde mir bestätigt, dass ich Anspruch auf „anderweitige Beförderung zum Endziel“ habe.

    Auf die Frage hin, ob es Erfahrungen damit gebe, ob Ryanair meinen Ersatzleistungen erfüllen werde, hieß: „Dazu sage ich nichts. Und damit habe ich schon etwas gesagt.“

    Tja. Pech gehabt, oder was? Jedenfalls dürfte es schwer sein, hier einen Rechtsanwalt einzuschalten, denn der Streitwert ist mehr als gering (die Tickets haben zusammen 9 Euro gekostet). Was also tun? Akzeptieren, dass Ryanair europäisches Recht ignorieren dürfte?

    Was raten Sie mir, Herr Rechtsanwalt? 🙂

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