Eindeutig

7. Dezember 2010

Die Sicht der Wählervereinigung Die BürgerNahen ist eindeutig: Die Stadtwerke gehören in Bürgerhand und nicht in die eines Energiekonzerns. Sie fordern eine professionelle Verhandlung zwischen Stadtverwaltung und RWE (mehr…)

Mit großer Sorge verfolgen die BürgerNahen daher die politische Diskussion über die Zukunft der Lingener Stadtwerke. „OB Dieter Krone hat zwar deutlich mehr erreicht, als dies im Sommer ohne Herrn Krone noch Sachstand war. Aber wir sollten den Anteil der RWE schon deshalb übernehmen, weil nach dem Gesellschaftsvertrag RWE über ein eingeschränktes Vetorecht hinsichtlich des Wirtschaftsplans unserer Stadtwerke verfügen und sich von anderen Zielen leiten lässt als denen, die unseren Stadtwerken gut tun.“

„Wir befürchten auch, dass die Kundenbindung abnimmt. Warum sollen Lingener von ihren Stadtwerken Energie beziehen, wenn sie damit über den Strom- und Gaspreis die Gewinne eines Energiekonzerns erhöhen? Schon heute ist die Kundenbindung beispielsweise bei den Stadtwerken Osnabrück deutlich höher als bei den Stadtwerken Lingen.“ Die BürgerNahen haben aus diesem Grund die Sorge, schon mittelfristig würden deutlich geringere Gewinne und damit weniger Geld für die Infrastruktur der Stadt zur Verfügung stehen, in die bislang die Stadtwerke-Gewinne für den 60%igen Lingener Anteil flossen.

Die BürgerNahen: „Die zeitgemäße, moderne Antwort der lokalen Energieversorgung ist die völlige Rekommunalisisierung der Stadtwerke Lingen und das Abkoppeln von einem Energiemulti. Die Übernahme des 40%-igen RWE-Anteils ist solide bezahlbar. Wir rechnen bei einer Übernahme langfristig mit einem stabilen Gewinn der Stadtwerke in Höhe von 6 – 7 Mio Euro Überschuss. 40 % davon würden ohne Übernahme an die RWE abfließen, also zwischen 2,4 und 2,8 Mio Euro jährlich.“

„Mit diesen zwei einhalb Mio Euro können die kommunalen Wirtschaftsbetriebe der Stadt den RWE-Anteil übernehmen und finanzieren. Er dürfte angesichts des vereinbarten Bewertungsmaßstabs nicht mehr als 28 – 32 Mio Euro kosten. Bei einem aktuellen Zinsniveau von rund 3 % für kommunale Kredite wären folglich maximal eine Mio Euro Zinsen pro Jahr aufzubringen; jährlich würde der Kredit mit etwa 1,4 bis 1,8 Mio Euro getilgt. Daneben könnten die städtischen RWE-Aktien im Wert von rund 5 Mio Euro veräußert werden, die nicht mehr gebraucht werden.“

„Wenn die RWE eine größere Abfindung für die 40% beanspruchen, kann dies objektiv durch Wirtschaftsprüfergutachten überprüft werden. Wir sind mehr als zuversichtlich, dass die RWE ihre Vorstellungen nicht durchsetzen kann. Denn sie kann nur die Erstattung all ihrer Aufwendungen einschließlich einer angemessenen Kapitalverzinsung und eines Inflationsausgleichs fordern. Von diesem gedachten Kaufpreis sind jedoch die Abschreibungsbeträge abzuziehen, die den RWE und der VEW als ihr Rechtsvorgänger bereits über die genehmigten Strompreise zugeflossen sind. Das sehen wir alles mit großer Gelassenheit. Genauso wie alle Lingener sicher sein können, dass nicht etwa der Strom aufhört zu fließen, wenn die RWE am 31.12. als Gesellschafter der Stadtwerke ausscheiden.“

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(Strommasten bei Benteler, © dendroaspis2008 flickr)

4 Antworten zu “Eindeutig”

  1. Brad Chase said

    Erst erhält die Stadt Lingen einen Infrastrukturzuschuss, dann erhält die RWE von der Stadt Lingen die Stadtwerkebeteiligung für die nächsten 20 Jahre. Hier werden die Bürgerinnen und Bürger der Stadt gegen Bares eingetauscht.
    Ich halte die Möglichkeit der Rekommunalisierung für die bessere Alternative. Auch gegenüber einem genossenschaftlichen Modell. So können alle Bürger von entsprechenden finanziellen Vorteilen profitieren, nicht nur die Finanzstarken, die sich entsprechende Beteiligungen leisten können.
    Der Kapitalmarkt hält Kommunalkreditkonditionen bereit, die äußerst günstig sind, und zwar endfinanziert. Das Risiko ist bei null. Wenn nicht jetzt, wann dann.
    Einen Vertrag mit RWE abzuschließen, der der RWE die Möglichkeit eröffnet, in 20 Jahren die Anteile gegen Baren auf Verlangen der RWE eintauschen zu können, halte ich für gefährlich und der Abschluss eines solchen Vertrages für fahrlässig und nach hinten gerichtet. Wie in 20 Jahren der Zinsmarkt aussieht kann und will ich mir gar nicht vorstellen.
    Und als nächstes noch der Arenawahn (OB Krone).
    Teure Spielzeuge, die die Stadt Lingen sich zu Weihnachten schenken will.

  2. Buggy said

    „Wir befürchten auch, dass die Kundenbindung abnimmt. Warum sollen Lingener von ihren Stadtwerken Energie beziehen, wenn sie damit über den Strom- und Gaspreis die Gewinne eines Energiekonzerns erhöhen? Schon heute ist die Kundenbindung beispielsweise bei den Stadtwerken Osnabrück deutlich höher als bei den Stadtwerken Lingen.“

    Sehr viele Kunden werden sicherlich auch auf den eigenen Geldbeutel schauen. Alles andere sind doch eher weiche Faktoren, die zwar nicht bedeutungslos sind, aber im Zweifel hinter dem Preis-Argument anstehen müssen.

    Die Re-Kommunalisierung hat bestimmt seinen Reiz, aber es sprechen doch auch gute Gründe für einen Konzern als Partner.

    Ob mit oder ohne RWE: Die Stadtwerke müssen immer Gewinne anstreben und sich am Markt behaupten können, denn sonst werden sie ineffektiv und für die Stadt zur Belastung.

    Mit welchen Renditeerwartungen sollen denn die Lingener Bürger zu einer Beteiligung bewegt werden? Es werden doch bestimmt keine „Fan-Aktien“ herausgegeben.

  3. Christoph said

    Egal, wem die Stadtwerke gehören: Der Strom wird wohl nach wie vor (auch) von RWE stammen. Und damit subventioniert man meines Erachtens die falsche Infrastruktur: Kohle- und Kernkraftwerke. Deswegen lieber http://www.atomausstiegselbermachen.de

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