Ungarn

31. Dezember 2010

Doch noch eine wirklich schlechte Nachricht wenige Stunden vor dem Jahresende: Vorgestern am 29. 12. haben alle Mitarbeiter des Anzeigenblattes „Ems Report“ (letzte Ausgabe lks. mit Verlags-Mitarbeitern)  ihre Kündigung erhalten. Genannter Grund: Ab sofort wird keine wöchentliche Ausgabe des  Anzeigenblattes mehr herausgegeben.

Tatsächlicher Grund ist nach mir vorliegenden Informationen: Der bisherige Mehrheitsgesellschafter Rolf Augustin (Meppen), seit letzter Woche  Alleingesellschafter des Ems Report Verlages, hat sich wohl faktisch mit einem regionalen Zeitungsverlag über so etwas wie eine Übernahme  geeinigt. Aus kartellrechtlichen Gründen darf der  Übernehmer aber nicht übernehmen, folglich auch den den Titel der  Zeitung nicht nutzen, sondern sich nur darüber freuen, einen ungeliebten Mitbewerber, zumindest was den Anzeigenmarkt angeht, vom  Markt genommen zu haben. Ob etwa die Kartellbehörden von alledem nichts merken sollen?

Fazit: Das erste Gebot regionaler Medienmarktführer: „Du sollst keine fremden Zeitungen neben  mir lesen“ gilt für das Emsland nach gut siebeneinhalb Jahren wieder  uneingeschränkt. Auf die nächste Erhöhung der Anzeigenpreise  muss man wohl nicht lange warten. Mit Hilfe des neuen Landesmediengesetzes, das morgen in Kraft tritt wird der Einfluss der Zeitungsverleger und Verlage zusätzlich ausgeweitet. In einem Bundesland, in dem in mehr als drei Viertel aller Landkreise nur eine Zeitung existiert. Man braucht kein Prophet zu sein, um als nächstes Ziel  des Meinungsmonopols die Ems-Vechte-Welle & Co.  auszumachen. Was also  zeigen wir auf Ungarn, liebe Freunde? Bei uns regeln das Union, FDP und die regionalen Pressefürsten gemeinsam und nennen dies Monopolisieren – wie die Magyaren – auch noch Freiheit.

Wie forderte es Ursula Helmhold (Bündnis’90/Die Grüne) im Landtag: „Transparenz, Meinungsvielfalt und starke Bürgermedien – das müssen die Leitmotive unserer Medienpolitik sein“.  Guten Rutsch!

Jan Delay

31. Dezember 2010

Jan Delay

Lingen (Ems) – Emslandhallen
22. Januar 2011  –  20 Uhr
ausverkauft*
(*das muss in diesem Jahr leider noch gesagt werden)

BODEnlos

31. Dezember 2010

Es ist wohl kein Streusalz mehr da. Die Landesverwaltung Niedersachsen hat „flächenlanddeckend“ mehr oder weniger ausgestreut. Lokal in Lingen jubelte  Ende November unsere Stadt zwar noch über das viele Salz, das man eingelagert habe:  300 t. Man sei für den Winter gerüstet. Davon ist nicht mehr viel bzw.  gar nichts mehr vorhanden.

Ich will jetzt nicht (nur) die ökologische Frage aufwerfen, wie umweltbewusst es eigentlich ist, innerstädtische Straßen zu pökeln wie einen zu konservierenden Schweinebauch (Foto lks.). Darüber könnte man sich dann trefflich streiten, gäbe es für die Lingener Straßen salzfreie  Streualternativen wie Sand, Splitt usw. Die gibt es aber auch nicht (mehr). Alles ist genauso wie vor einem Jahr. Damals gelobten die Verwaltungen -auch unsere- wortreich Besserung. Nüscht davon ist wahr geworden.

Heute frage ich, wie es sein kann, dass nach einem Erfahrungswinter wie dem Letzten wiederum nach wenigen Tagen alles Streugut verbraucht und nichts mehr vorhanden ist. Hinsichtlich des  Niedersachsensalz-Mangels klärt der Chef des Lingener Straßenbauamtes Klaus Haberland nach einem Bericht der Ems-Zeitung auf, das Salz  werde „mittlerweile aus der Zentrale in Hannover“ den einzelnen Straßenmeistereien zugewiesen: „Es gibt ungefähr alle zwei Tage 26 Tonnen Salz pro Straßenmeisterei im Emsland.“ Für einen normalen Streueinsatz würden jedoch 40 bis 50 Tonnen benötigt, so Klaus Haberland weiter. Na, toll!

Niedersachsens zentrale Landesverwaltung blamiert sich also gerade und der für das Landeschaos verantwortliche Landesverkehrsminister Jörg Bode (FDP) hat in einem vorweihnachtlichen 5-Minuten- Interview mit dem Nordwestradio gleich drei verschiedene Ausreden Gründe für sein eigenes Versagen offeriert.  Die Lager seien voll gewesen, sagt er eingangs – ohne dabei zu verraten, wie groß denn die Lager waren. Am Ende des Interviews verrät Bode, man habe nicht damit gerechnet, dass es schon wieder einen solchen strengen Winter geben werde wie 2009/10. Da hat er recht; denn das stand tatsächlich nicht im schwarz-gelben Koalitionsvertrag aus dem Winter 2008. Auf das Streuen der Bundesstraßen hat das Land inzwischen schon  weitgehend verzichtet, und jetzt will der unvorbereitete Minister in Niedersachsen im Zweifel so gar die Autobahnen ganz sperren. Ich finde, auf derartig unprofessionelle  Leute darf und muss man verzichten. Der überforderte Bode sollte zurücktreten.

Zurück nach Lingen, wo es auch nicht gerade gut zugeht: Hier warteten im Spätherbst die erwähnten 300 t eingelagertes Streusalz auf ihre winterliche Verwendung. Die von der Stadt zu betreuenden Straßen auf 172 Quadratkilometern Stadtfläche  sind  aber mehr als 370 Kilometer lang. Selbst wenn man nur die Hälfte dieser Stadtstraßen bei Glätte streute, benötigte man dafür einen Vorrat von rund 600 t Streusalz, also mehr als das Doppelte von dem, was vorhanden war. Empfohlen wurden im Sommer in einem bundesweiten Strategiepapier „Maßnahmen zur Vermeidung eines Salznotstandes“ nämlich ein Vorrat von 3,5 t/km für zu streuende zweispurige Straßen. Ich kann nicht sehen, dass man sich daran gehalten hätte.

Wer hat Schuld an der Misere? Warum haben die Verantwortlichen so unzureichend Vorsorge getrieben und offenbar nicht gemerkt, dass eine gute Bevorratung mit Streugut in unserer Gesellschaft unverzichtbar ist?

Im emsländischen  Papenburg war es der Bauhof, der eine Salz-Offerte im Sommer abgelehnt hat. In Lingen weiß ich es (noch) nicht; (vielleicht kann mir ja jemand etwas flüstern?).

Andernorts sind wieder alle anderen schuld, nur nicht die öffentlich Bediensteten, die sich um sichere Straßen zu kümmern haben (Damit es kein Missverständnis gibt: ich meine nicht die Arbeiter, die morgens um 3 Uhr aufstehen, um die Straßen zu streuen) Natürlich liest man auch das alte „Argument“: Wo kommen wir denn da hin? Das kongt dann so wie hier vom Torsten Lühring, Erster Kreisrat des Landkreises Rotenburg (Wümme): „Es ist illusorisch, den vergangenen und diesen Winter als Maßstab anzusetzen. Dann müssten wir Millionen für den Bau von Lagerhallen ausgeben.“ Und guckst Du gar hier bei FTD: Die Lieferanten sind schuld!

In Niedersachsen darf man mit Fug und Recht die politische Verantwortlichkeit an Minister Bode festmachen. Niedersachsen hat unter seiner Führung offenbar bewusst keine Vorsorge getroffen; im Vergleich zum Vorwinter, als das Streusalz bereits vorn und hinten nicht reichte,  hat Minister Bode die Vorräte nur „um fünf Prozent aufgestockt, von insgesamt 70.000 auf 73.500 Tonnen“. Mehr sei nicht möglich gewesen, sagt ein Ministeriumssprecher, denn „Salz verdirbt, weil es Feuchtigkeit zieht.“ (mehr). Jetzt hat die SPD-Landtagsfraktion eine Unterrichtung zum Thema Winterdienst und Verkehrsicherheit für die nächste Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 14. Januar beantragt. „Es ist ungeheuerlich, dass die Landesregierung Auto- und Lkw-Fahrer verunsichert“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gerd Will (Nordhorn).  Die Verkehrspolitik, lieber Gerd Will, dieser Landesregierung ist eben wie der Zustand mancher Autobahnen in Niedersachsen:  BODEnlos.

(Foto: © 4028mdk09 CC)

Ems21

30. Dezember 2010

Es ist eine dieser Ideen, von denen ich unverhofft lese und mir die Augen reibe, ob so viel blinden Machbarkeits- und Fortschrittsglaubens: Um die immer größer werdenden Ozeanriesen weiterhin bei der Papenburger Meyer-Werft, dem industriellen Herz zwischen Lingen und Emden, bauen zu können, soll ein Kanal her. Für diesen Emskanal zwischen Papenburg und Leer, der bis nach Dörpen zum Dortmund-Ems-Kanal verlängert werden könnte, hat das Land Niedersachsen vor einiger Zeit eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, an der eine „Lenkungsgruppe“ werkelt.

Dass die Industriedebatte im oberen Nordwesten immer seltsamere Züge annimmt, zeigt auch dies: Auf der traditionsreichen Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde direkt an der Ostsee werden Sektionen für die Kreuzfahrtschiffe der Meyer-Werft in Papenburg gebaut ( und Flusskreuzfahrtschiffe!). Seit 1997 gehört die Neptun Werft zur „Meyer Neptun Gruppe“, ein Schwesterunternehmen der Papenburger Meyer-Werft. Die in Rostock gebauten Sektionen werden durch die  Ostsee, den Nord-Ostsee-Kanal und über die Nordsee mit Hochseeschleppern bis in die Ems und ins heimische Papenburg geschleppt und dort auf der Meyer Werft dann zu den riesigen Kreuzfahrtschiffen zusammengeschweißt (- an einem Fluss!).

Kommt jetzt also der Emskanal? Diese Idee durchzusetzen, wird zunehmend skeptischer gesehen; auch die „Lenkungsgruppe“ hat erkannt, dass der Emskanal nicht ohne weiteres durch das rechtsemsisch-ostfriesische Westoverledingen hindurch gebaut werden kann. Das könnte schon an den „Bodenverhältnissen“ scheitern, heißt es. Daneben nimmt der Widerstand (s. Grafik rechts) in der Region rapide zu  (mehr…). Also diskutiert jetzt die „Lenkungsgruppe“, die sich gerade in der Staatskanzlei von Ministerpräsident McAllister (CDU) getroffen hat, doch besser die Ems zu kanalisieren oder dauerhaft aufzustauen -weiß der ostfriesische General-Anzeiger. Dazu müsste beispielsweise das Ems-Sperrwerk bei Ganderum dauerhaft geschlossen und eine Schleuse für den Schifffahrtsverkehr am oder im Sperrwerk entstehen. Bisher passen die Papenburger Kreuzfahrtriesen nur durch die Hauptöffnung des Speerwerks, nachdem zuvor die Ems tagelang aufgestaut worden ist.

Soll also die Ems zwischen Papenburg und dem Sperrwerk bei Gandersum zu einer künstlichen Wasserstraße werden? Trotz EU-Recht und FFH (mehr…)?  Man braucht kein Stuttgarter zu sein, um zu sehen, dass solche Pläne unser regionales „Ems21“  werden.

(Grafik: © www.kein-ems-kanal.de)

Jahresausklang

30. Dezember 2010

Ein kleiner Tipp zum Jahresausklang: Der Heimatverein Lingen veranstaltet am morgigen Silvestertag nachmittags im Emsland-Museum wieder seinen traditionellen Jahresausklang. „Bänkelsänger Marcus Medicus und seine Klampflinge werden den Gästen in Hochdeutsch und Plattdeutsch tüchtig einheizen!“ kündigt die Vorsitzende Hanni Rickling an.

Das Café im Kutscherhaus öffnet bereits um 13.30 Uhr mit Kaffee, Kuchen, Glühwein und selbstgebackenen Neujahrshörnchen. Marcus Medicus (Foto lks) tritt  dann um 14.30 Uhr auf. Anschließend  präsentiert Museumschef Andreas Eyinck  die Jahresbilderschau 2010. Auch im vergangenen Jahr erhielt das Emsland-Museum wieder zahlreiche alte Fotos und Bildnachlässe  aus Lingen und der Region. Diesmal waren darunter viele Motive von Mensch und Tier, so dass Andreas Eyinck folgerichtig seinen Vortrag “Mensch und Tier im Emsland“ nennt.  Wie gewohnt in zwei Durchgängen um 15.00 und um 16.00 Uhr.
Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird vor Ort gebeten. Der Museumsladen mit seinem Angebot an alter und neuer Heimatliteratur sowie Museumsartikeln ist an diesem Nachmittag natürlich auch geöffnet.

Lingen (Ems) – Emsland-Museum Burgstraße
Freitag, 31. Dezember 2010
13:30 bis 17:30 Uhr
Eintritt frei (Spende erbeten)

Emslandreeder

29. Dezember 2010

Die Welt ist viel kleiner,als man denkt. Auch für Emsländer:
Vor der Küste von Oman haben Piraten jetzt ein im vergangenen Sommer gekapertes emsländisches Frachtschiff frei gelassen, aber nahezu zeitgleich einen weiteren „Vessel“ aus dem Emsland entführt. Es ist das dritte gekaperte Schiff aus unserer Region;außerdem war  im November ein Piratenüberfall auf das gerade erst in Dienst gestellte  Schiff „MSC Bremen“ gescheitert, das zur Harener Reederei Schepers gehört.  Wie die EU-Mission Atalanta in Brüssel bestätigte, wurde am Montag dieser Woche die unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende EMS Rivera gekapert. Sie wird von der unlängst von Leer nach Papenburg umgezogenen Grona Shipping  bereedert. Der Überfall auf das Schiff hat sich rund 300 Kilometer nordöstlich des Hafen Salalah vor der Küste des Sultanats Oman ereignet. Der Frachter, so ein Atalanta-Sprecher,  sei mit acht Besatzungsmitgliedern auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Griechenland gewesen; sieben der Seeleute seien Philippinos, der Kapitän Rumäne. Das erst jüngst in Dienst gestellte Schiff hat Erdölprodukte geladen.

Nahezu gleichzeitig gaben somalische Piraten den im Emsland bereederten „Marida Marguerite“ wieder frei – nach mehr als einem halben Jahr. Der Chemietanker sei  mit seinen 22 Mann Besatzung auf dem Weg in sichere Gewässer, bestätigte Andrew Mwangura vom Ostafrikanischen Seefahrerhilfsprogramm. Die Piraten haben offenbar ein Lösegeld in Höhe von 5,5 Millionen Dollar erhalten, das per Fallschirm auf das Schiffsdeck abgeworfen worden sei. Der  Chemietanker der Harener OMCI Shipmanagement GmbH & Co. KG war im Mai rund 120 Seemeilen vor Salalah und damit nur rund 50 Seemeilen von dem jetzigen  Überfall entfernt  von Seeräubern gekapert und nach Somalia verschleppt worden. Das Schiff  fährt unter der Flagge der Marschall-Inseln mit einer aus Indien und Bangladesch stammenden Besatzung unter einem ukrainischen Kapitän.

Am 5. Mai 2009 war mit der „MS Victoria“ der Harener Reederei Intersee (Foto oben: © Intersee) auf dem Weg von Indien nach Saudi-Arabien das erste Schiff eines Emslandreeders von somalischen Piraten gekapert worden, obwohl es in einem Konvoi fuhr. Die elf rumänischen Besatzungsmitglieder des mit Reis beladenen Mehrzweckfrachters wurden nach elf Wochen mitsamt Schiff freigelassen. Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) behauptete, es seien rund 1,37 Millionen Euro Lösegeld gezahlt worden.

In jüngerer Zeit nehmen angesichts der unsicheren Verhältnisse vor dem Horn von Afrika viele Reeder laut Informationen von NDR 1 Niedersachsen lieber Umwege in Kauf. Ihre Schiffe fahren von den asiatischen Häfen aus vermehrt Richtung Osten über den Pazifik, durch den Panamakanal und über den Atlantik nach Europa, statt die Route durch den Suezkanal zu nehmen. Nach Angaben der EU-Mission befinden sich derzeit 26 Schiffe und 609 Besatzungsmitglieder in Händen somalischer Piraten.

Der Verband Deutscher Reeder will angesichts der Piraten-Angriffe, dass im Golf von Aden und südlich von Somalia routinemäßig drei bis zehn bewaffnete hoheitliche Kräfte mit an Bord seiner Schiffe gehen. Bisher hatte sich der Verband aber heftig dagegen gewehrt, dass deutsche Reeder auch private, bewaffnete Sicherheitskräfte engagieren. Vor einigen Tagen musste der Verband aber einräumen, dass einige Reeder dies längst tun, um ihre Schiffe und Crews vor dem Kapern zu schützen. (Mehr…) Wie die emsländischen Reeder sich verhalten, ist unklar.

Trianel

29. Dezember 2010

Nach fast dreijähriger Projektentwicklung steht dem Bau des Trianel Windkraftwerks Borkum (TWB) wohl nichts mehr im Weg. Die 34 durchweg kommunalen Gesellschafter aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz haben auf der TWB Gesellschafterversammlung den Bau für den ersten Bauabschnitt des Offshore-Windparks beschlossen; in Frankfurt wurden vor Weihnachten außerdem die Finanzierungsvereinbarungen mit einem internationalen Konsortium aus 11 Großbanken unterzeichnet. Auch bislang nicht geklärte Probleme des Grenzverlaufs zu den Niederlanden sollen offenbar pragmatisch gelöst werden.

Der 56 Quadratkilometer große neue Windpark liegt rund 45 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum und ist von dort nicht zu sehen. Er grenzt unmittelbar an Alpha Ventus, den ersten deutschen Offshore-Windpark.  Ab kommenden Sommer wird  in 30 Meter Wassertiefe zunächst die Gründung für die ersten 40 Areva Wind M5000-Windräder gebaut, die mit einer Gesamtleistung von 200 MW rund 200.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen sollen. Die fast 150 Meter hohen Windräder, die bis Windstärke 9 Strom produzieren sollen, werden ein Jahr später zunächst probeweise und zur Jahreswende 2012/2013 im „Regelbetrieb“ ans Netz gehen. Erledigt werden alle Bauarbeiten von Errichterschiffen aus. Die eigentlichen Windräder werden Stück für Stück an Land im niederländischen Eemshaven südlich von Borkum zusammengefügt, dann per Barge zum Einsatzort gebracht und dort mittels Kran auf hoher See zusammengefügt.

Weitere 40 Anlagen, so die Planung, werden im anschließenden zweiten Bauabschnitt realisiert. Die Investitionssumme für den ersten Bauabschnitt beträgt über 700 Mio. Euro. Mehr als 40 Mio Euro steuert die Europäische Union bei.

Trianel Borkum West II ist einstweilen das größte Windprojekt in der deutschen Nordsee und der erste rein kommunale Offshore-Windpark Europas, der vollständig projektfinanziert ist. Beteiligt sind aus Deutschland  u.a. die Stadtwerke Georgsmarienhütte (mit 2 MW) und die Stadtwerke Detmold, Bochum, Borken, Dachau, Flensburg, Fröndenberg, Hamm, Herne, Jena-Pößneck, Lengerich,  Lünen, Soest, Uelzen, Unna und  Witten.

(Foto: obrien26382 CC)

Flachdach

28. Dezember 2010

Gestrige Hiobsbotschaft seitens der Stadt Lingen (Ems). Das bis Donnerstag in der Sporthalle der Friedensschule an der Kiesbergstraße geplante Hallenturnier des TuS Lingen ist abgesagt worden. Die Stadt hat die  Halle gesperrt. Ob sie Einsturz gefährdet oder nur undicht ist, ist nicht bekannt (siehe jetzt aber den Nachtrag unten). Alle Versuche, das Hallendach von den Schneemassen zu befreien, seien „leider gescheitert und somit sah sich die Stadt genötigt, die Halle räumen zu lassen und bis auf weiteres zu sperren. Der TuS Lingen bedauert dies außerordentlich, hat jedoch auch Verständnis für diese Sicherheitsmaßnahme“, schreibt der Fußballverein auf seiner Internetseite.

Die Internetseite der Stadt schreibt vorsichtshalber nichts. Die LT informiert in ihrer online-Ausgabe bisher auch nicht (Ausriss lks.). Es sind ja auch nur knapp 200 Aktive und mehr als das Zehnfache an Zuschauern betroffen.

Also trauern wir mit dem TuS. Nicht nur, weil er in seinem 100. Jubiläumsjahr abgestiegen ist. Jetzt wird auch der krönende Abschluss gestrichen und damit „eine lieb gewonnene TuS-Tradition“ (wusste unsere LT). In diesem Jahr mit einem Höhepunkt: Das „TuS Lingen Mittendrin“-Team sollte Einlagespiele bestreiten. Man kann sich leicht vorstellen, wie sehr sich die Jungs auf diesen Auftritt vor großer Kulisse gefreut hatten.

Schade, es hätte das 25. Hallenfußball-Turnier um den Vitamalz-Cup in der Kiesberghalle werden sollen. Jetzt konnte der Schnee nicht beseitigt werden. Angeblich. Man muss eben Schwerpunkte setzen:

Zum Beispiel mit einer Diskussion über die Aufweitung des Foyers der Sporthalle für eine bessere Gastronomie. Erst später wies das Hallendach dann unverhofft  „einige Leckagen“ auf, die beseitigt werden sollten. Leider ist das nicht passiert.

 

Nachtrag:
Um jegliche Gefahr für Personen auszuschließen, bleiben  auch alle übrigen städtischen Sporthallen bis auf Weiteres gesperrt. Die vorhandene Schneelast liegt an der Grenze des Zulässigen. Sollte es wieder schneien, müssen die Dächer geräumt werden. Dies wird noch nicht ausgeführt, weil  zur Sicherung der Personen (abrutschen vom Dach bzw. Einsturz des Daches) keine Konstruktionen vorhanden sind. So müssten zur Sicherung der Personen Mobilkräne mit Sicherungsleinen bei der Räumung bereitgestellt werden. Auf diese Kosten möchte die Stadt Lingen verzichten und hofft, dass es taut und dass  es keine weiteren Schneefälle gibt.


Urheber

28. Dezember 2010

„Die Musiklizenzhalter wittern ein Geschäft in deutschen Kindergärten: Kitas sollen künftig zahlen, wenn sie Liederzettel kopieren und verteilen. Sozialverbände raten ihren Einrichtungen, die Forderungen zu ignorieren. 500 Liederzettel kosten 56 Euro – plus Mehrwertsteuer. Überall in Deutschland haben Kindertagesstätten Schreiben von dem Musikverwerter Gema bekommen. Darin werden sie aufgefordert, Lizenzverträge abzuschließen, das heißt: Sie sollen Gebühren für das Kopieren und Verteilen von Liederzetteln zahlen.

Neben dem Geld verlangt die Gema den Kita-Mitarbeitern eine Menge Verwaltungsarbeit ab. Sie sollen künftig jedes Lied aufschreiben, das sie mit den Kindern bei Aufführungen singen wollen – und dabei Titel, Komponist, Verleger und Beginn der Nutzung nennen. Für den Paritätischen Wohlfahrtsverband…“
(weiter bei SPIEGEL-online)

Es kommt bei solch durchgeknallten Urheberrechts-Entwicklungen  ja ein bisschen spät, aber es gibt  eine weihnachtliche Alternative hier und auch sonst ist da vieles zu finden.

Nachtrag vom 31.12.:
Stefan Niggemeier leuchtet in seinem Medienblog  das Problem grundsätzlicher aus.

Mehr zum Hintergrund hier

5000

27. Dezember 2010

Moin,

heute Nacht hat ein engagiertes Mitglied der Lesegemeinde dieses kleinen Blogs einen Kommentar geschrieben. Das ist für sich genommen eigentlich nichts Besonderes. Diesmal aber schon: „kib“ verfasste um 1.57 Uhr den 5000. Kommentar in Roberts Blog. Es ging ihr um die Probleme  der Massentierhaltung. Guckst Du hier.
5000 Kommentare in 1518 Tagen. Das ist ja schon was. Ich werde deshalb Jubläumskommentator kib zwei Kinokarten für das Central-Kino schicken, als Dankeschön.