Aufsicht

10. November 2010

Die CDU-Ratsmitglieder schlagen den FDP-Mann Jens Beeck als neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Stadtwerke Lingen GmbH vor. Er soll damit dem Ersten Stadtrat Dr. Ralf Büring folgen, der seinerseits erst kürzlich den ehemaligen Oberbürgermeister Heiner Pott nach dessen Rücktritt ersetzte.

Die Personalie überrascht. Aber sie ist aufschlussreich, zeigt sie doch zumindest dreierlei:

a) Es ist nicht weit her mit der Ankündigung der CDU an die Adresse des neu gewählten Oberbürgermeister Dieter Krone, vertrauensvoll mit ihm zusammenzuarbeiten. Denn in einer Zeit der Verhandlungen mit RWE über deren Gesellschaftsanteile an den Stadtwerken Lingen gehört natürlich der neue OB an die Aufsichtsratsspitze der Stadtwerke. Wir erleben also eine ganz spezielle Antwort der CDU an das vielfache Angebot Krones zur Gemeinsamkeit bei der Gestaltung der Stadt.

b) Die CDU hält ihre Kandidaten für das Amt bewusst zurück. Neben dem bisherigen Vorsitzenden Dr. Ralf Büring hat sie 2006 Klaus Flachmann (Altenlingen), den zurückgetretenen stellv. Vorsitzenden Hermann Gebbeken, die 2. Bürgermeisterin Monika Heinen, den Baccumer Ortsbürgermeister Heinrich Schomaker und die zurückgetretene Swenna Vennegerts in das Gremium entsandt , dem außerdem Hajo Wiedorn (SPD) und Dr. Bernhard Bendick (SPD) sowie die Fraktionsvorsitzende von Bündnis’90/Die Grünen Birgit Kemmer angehört – und eben Jens Beeck (FDP). Es spräche, wenn man denn den neuen OB nicht allzu provokativ sondern nur ein bisschen stutzen will, alles dafür, Ralf Büring auf dem Posten zu belassen, der ihn ja erst seit wenigen Wochen hat. Auch Büring wird kurzerhand demontiert. Warum? Nun:

c) Es kommt zu einer weiteren Annäherung von CDU und FDP, und die CDU stellt Weichen: Offenbar will sie  mit Blick auf die Kommunalwahlen 2011 den eloquenten FDP-Mann als künftigen Juniorpartner gewinnen, wenn es zur eigenen absoluten Mehrheit nicht mehr reicht. Beeck seinerseits hat bei den Entscheidungen der letzten Monate vielfach CDU-Positionen eingenommen. Auch als OB-Kandidat hatte der FDP-Vorsitzende die städtische Entwicklung über den Klee gelobt – bis zur eigenen politischen Unkenntlichkeit.

Es bahnt sich Schwarz-gelbes an in Lingen.

 

(Foto: Wasserturm – Das Markenzeichen der Stadtwerke Lingen; © dendroaspis2008, flickr)

43 Antworten to “Aufsicht”

  1. Karlramses said

    Natürlich ist der Vorschlag Jens Beeck als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke GmbH ein Affront gegen den neuen OB Dieter Krone! Und der Affront wird größer: Als Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Wirtschaftsbetriebe wird die CDU, wie aus gut unterrichteter Quelle zu hören ist, den gescheiterten Vorsitzenden des Stadtverbandes, Hermann Gebbeken, ins Rennen schicken. In anderen Parteien nennt man das „Postenschacher“!

    Was ist die heute in der LT zu lesende Aussage des neuen CDU-Fraktionsvorsitzenden Uwe Hilling „Die CDU arbeitet nicht gegen den OB“ eigentlich wert? Schon nach 24 Stunden als Unwahrheit entlarvt!

  2. Ignaz Wrobel said

    Falls die hier zusammengefassten CDU-Pläne wirklich stimmen, kann man als Bürger dieser Stadt nur noch den Kopf schütteln:
    Denn die CDU hat die Botschaft des 26. September offensichtlich immer noch nicht verstanden. Nochmals ganz kurz: An diesem Tag hat eine Mehrheit von Lingener Bürgerinnen und Bürgern Herrn Krone zum OB gewählt und dies hatte Gründe, die vor allem die CDU selbst zu verantworten hat. Und diese Menschen möchten, dass der Neue OB auch alle gesetzlichen und üblichen Möglichkeiten bekommt, die Verwaltung der Stadt zu führen und auch in den städtischen Betrieben in leitender Funktion tätig zu werden. Hierzu gehört auch die Ausübung einer Kontrollfunktion, denn hier geht es um Steuergelder, Beiträge und Gebühren der Menschen dieser Stadt.Wer könnte dies im übrigen besser als ein partei-unabhängiger OB?
    Die CDU dagegen scheint die Besetzung von Aufsichtsratsämtern zu parteitaktischen Spielchen nutzen zu wollen. Dies widerspricht in eklatanter Weise der vom Gesetzgeber formulierten Aufgabenzuweisung an derartige Ämter. Die CDU erweist sich damit nicht nur als „schlechter Verlierer“, sondern muss sich auch den Vorwurf der Heuchelei gefallen lassen:
    Das bereits am Wahltag unterbreitete Angebot einer „vertrauensvollen Zusammenarbeit“ mit dem neuen OB erweist sich als leere Worthülse. Die Christdemokraten verlieren weiter an Bürgernähe und Glaubwürdigkeit. Die Opposition wird’s freuen!
    Herr Hilling und seine „neuen“ Mitstreiter sind gerade dabei, einen klassischen Fehlstart hinzulegen.

  3. Franzi said

    Ganz so krass würde ich es dann doch nicht sehen. Ist denn nicht das Wichtigste, dass der neue Vorsitzende des AR´s sich auskennt mit den anstehenden Entscheidungen? Was man so munkeln hört, trifft das auf Herrn Krone nur sehr eingeschränkt zu. Ich habe gehört, er habe das bestehende Verhandlungsergebnis der Verwaltung durch Dr. Büring fast zum Scheitern gebracht. Insofern hätte ich gern gesehen, wenn Dr. Büring AR Vorsitzender geworden wäre !! Aber das geht wohl auch nicht, weil Herr Büring nicht mehr im AR ist und Herr Krone seinen Platz bekommen hat.

    • Ignaz Wrobel said

      Aus Ihrer Antwort entnehme ich folgendes:

      – Es ist nicht „so krass“, aber schon krass, was die CDU da ausgeheckt hat. Kann man so sehen!
      – Die Hinterzimmer-Politik geht weiter: „Was man so munkeln hört, …“, „Ich habe gehört, …“ . Von dieser Art der Politik haben die Bürger dieser Stadt die Schnauze voll. Sie wünschen sich Transparenz, Offenheit und keine Vollzugsmeldungen in der LT.
      – Was Herr Büring aushandelt ist a priori die beste Lösung für die Menschen dieser Stadt. Basta! Fragen stellen, Abmachungen in Ruhe nachprüfen, Einarbeitungszeit in Anspruch nehmen werden als Belege für „Sich-nicht-auskennen“ und „Zum-Scheitern-Bringen“ gewertet.So einfach ist das. Sehr schlicht!

      Danke für die offenen Worte!

      • Buggy said

        Hallo Ignatz,

        dass das OB-Amt für Krone kein Urlaub auf dem Ponyhof werden würde, sollte eigentlich klar sein!
        Die Vertreter der CDU (und sicher auch die der SPD und der Grünen etc.) haben bei ihren Entscheidungen auch immer eigene und Parteiinteressen im Hinterkopf. Die CDU hat Mehrheiten zu verteidigen bzw wieder zurückzugewinnen und wird keine Felder kampflos herschenken.

    • Birgit.Kemmer said

      Das ist schlecht weg nicht wahr, Dieter Krone hat den Auftrag des kompletten Verwaltungsausschuss der Stadt Lingen, das schon geschnürrte Abkommen mit der RWE neu zu verhandeln, im Interesse für die Stadt und deren BürgerInnen, dafür ist er schliesslich angetreten.

  4. Brad Chase said

    Hoffentlich ist DK der Maratonverhandler, den dieses Thema benötigt. Was mich wundert, ist, das das Verhandlungsergebnis „Büring“ nicht ausreicht und dass offensichtlich DK in so kurzer Zeit etwas andere erzielen soll, obwohl keine anderen Argumente vorhanden sind.
    Soll er hier vielleicht vom Verwaltungsausschuss verheizt werden?

  5. lingentheo said

    Wink mit dem Zaunpfahl

    Stadtverkehr GmbH, Stadtwerke GmbH, Wirtschaftsbetriebe GmbH: Es sind noch reichlich Aufsichtsratposten in Lingen zu vergeben. Früher waren das die sogenannten kommunalen Eigenbetriebe ohne eigene Rechtspersönlichkeit und Chef war selbstverständlich der Oberstadtdirektor (heute Oberbürgermeister).
    Bei den Verhandlungen mit der RWE ist also künftig Jens Beek der Verhandlungsführer für die Stadt Lingen (Ems). Der Wink mit dem Zaunpfahl ist kaum zu übersehen.

    Für die übergeordnete Wirtschaftsbetriebe GmbH wird wahrscheinlich der abgesägte Gebbeken mit dem Vorsitz des Aufsichtsrates entschädigt. Für Vennegerts bliebe dann noch die Stadtverkehr GmbH (ÖPNV).

    Dies ist ein absoluter Affront gegen Oberbürgermeister Krone, eine durch Öffentlichkeit und Brüskierung in Wort oder Tat begangene Beleidigung und Geringschätzung, wie sie schlimmer nicht sein kann. Neben dem entzogenen Ratsvorsitz hat die CDU ihrem OB somit eine weitere Schmach bereitet, die kaum dazu geeignet ist, ein vertrauensvolles Verhältnis bzw. Miteinander aufzubauen. Weitere Demütigungen werden folgen.

    Es gibt nun mal gewisse Posten, die sind kraft des Amtes oder aus Tradition zu Recht mit der Person des Oberbürgermeisters besetzt. Dazu gehören in aller Regel auch aus der Verwaltung ausgegliederte Gesellschaften, die unmittelbar aus einer kommunalen Grundversorgung hervorgegangen sind. Hierbei kommt es überhaupt nicht auf spezifische Fachkenntnisse des Amtsträgers an, sondern darauf, dass er auf ausgewiesene Fachleute in der Verwaltung zurückgreifen kann. Die Aufgabe des OB besteht diesbezüglich vielmehr aus Repräsentanz zur Kontaktpflege und Geschäftsanbahnung. Diesbezüglich hoffe ich nur, dass Dieter Krone in gewisser Weise „über den Dingen steht“.

    Die CDU zeigt sich nach der Wahlniederlage immer mehr als schlechter Verlierer und jämmerlicher als je zuvor. Nach Innen heillos zerstritten, nach Außen Schönwetter machen. Wenn man schon den OB nicht stellen kann, dann aber Postengeschacher auf breiter Front. Widerlicher geht’s kaum noch.

    Und weil dies so ist, wird sich die CDU auch künftig statt konstruktiver Politik hauptsächlich mit sich selbst und ihrem Ego beschäftigen.
    Ich warte auf den Tag, an dem Dieter Krone endlich aus der Haut fährt und seine arg strapazierte Selbstbeherrschung verliert, damit die breite Öffentlichkeit endlich erfährt, wie es wirklich um die Lingener Rathauspolitik und CDU-Pharisäer bestellt ist.

    • Ignaz Wrobel said

      Lieber lingentheo,

      gute Analyse. Herr Krone sollte allerdings nicht warten, bis er angesichts dieser doppelzüngigen CDU-Strategie „aus der haut fährt“, sondern seinerseits in die Offensive gehen, und zwar ganz ruhig und sachlich:
      Er sollte in den einzelnen Stadtteilen regelmäßig zu Bürgerversammlungen einladen und weitestgehend informieren und Rede und Antwort stehen.
      Vielleicht sollte er dies schon bald tun, vor Ablauf der 100-Tage-Schonfrist. Die CDU hält sich ja ohnehin nicht an diese üblicherweise neuen Amtsträgern zustehende Einarbeitungszeit.

  6. @ Karlramses
    Es trifft tatsächlich zu, dass nach dem Willen der CDU-Ratsmitglieder der als stellv. CDU-Fraktionsvorsitzender zurück getretene Ratsherr Hermann Gebbeken neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wirtschaftsbetriebe Lingen GmbH werden soll, der Holding der städtischen Wirtschaftsbeteiligungen und -unternehmen. Ihr hatte bisher Erster Stadtrat Ralf Rüring vorgesessen. OB Dieter Krone wird auch insoweit kalt gestellt – so bezeichnet man das wohl.

    Über die CDU-Personalentscheidungen informiert SPD-Fraktionschef Hajo Wiedorn gerade seine Matadoren im Rahmen einer Sondersitzung der SPD-Fraktion.

    • Ignaz Wrobel said

      Frage:
      Wie sind derartige Posten dotiert?

      • Robert Koop said

        Nicht sonderlich. Es gibt ein Sitzungsgeld als Aufwandsentschädigung, das nicht hoch ist. Ich kann die Höhe nicht genau eingrenzen.Es ist nach meiner Erinnerung zweistellig.

        Diese Aufwandsentschädigung ist jedenfalls nicht ansatzweise mit der Aufsichtsratsvergütung vergleichbar, die ein Mitglied des Aufsichtsrats einer (börsennotierten) AG erhält.

    • Alli said

      Als normalerweise „nur Leserin“ dieses Blogs und als „leider“ – (und das dennoch ehrlich gemeint) „Nicht-mehr-Lingenerin“ (weil verzogen), bin ich dennoch nach wie vor kommunalpolitisch an Lingen sehr interessiert.

      Inzwischen bin ich aber frustriert über das, was in Lingen passiert – und das erst recht seit dem 26.09.2010 (habe ich ja den OB-Kandidaten L. früher als Kollegen/Azubi und insbesondere die Lingener Kommunalpolitik in den Jahren 1974-1987) „hautnah“ erlebt) – mich sollte eigentlich nichts mehr wundern. Na ja. Ich bin zum Glück ja schon lange außen vor.

      Ich lese hier aber gerne weiterhin und wundere mich (oder über gar nichts mehr). Viel Glück Euch Lingenern mit den von Euren bisher gewählten Leuten. Es gibt hoffentlich bald ein besseres Danach.

      Alli

    • Sozialdemokratin said

      Nee, nee Herr Koop! Da verwechseln Sie etwas. Sie meinen wohl, der Matador unterrichte seine Toreros(?)
      Nur kann ich weder einen Matador noch die Toreros erkennen. Als Jemand, der einige Jahre in Spanien gelebt hat, kann ich Ihnen versichern, es gibt zurzeit weder einen Matador, noch mutige Toreros in der Lingner Stadtpolitik. Ich sehe noch nicht einmal einen kampflustigen Stier. Nur müde, olle Ochsen.
      Von den Picadoren, die hoch zu Ross sitzen und nur dazu dienen, den Stier zu schwächen und dem Matador ein leichtes (für meine Begriffe unfaires) Spiel (Idioten nennen es Kampf) zu ermöglichen, gibt es eh zu viele.
      Nicht nur in den Arenen dieser Welt, sondern auch hier in Lingen.

  7. Ernst said

    Soll die CDU doch weiterhin ihr Ding durchziehen. Dann gibts 2011 wieder einen auf die Nuss.

  8. Jochen S. said

    es tritt genau das ein, was ich schon während des OB-Wahlkampfs mehrfach hier thematisiert habe:

    wie will ein OB, der nicht von der (Noch-)Mehrheitsfraktion gestützt wird, diese Stadt regieren?

    Er wird vorgeführt, wie wir gerade sehen.

    Was kann er machen? Ein Interview in der LT (müssen sie drucken, weil er ist OB)

    Bürgerversammlungen, wie weiter oben vorgeschlagen? Keine schlechte Idee, aber wer geht da hin? (Motto: Gabs noch nie, was soll ich da)

    Bleibt nur zu hoffen, daß dieses unwürdige Geschacher der Schwatten jedem Bürger wieauchimmer bewußt wird. Dann klappts auch mit der nächsten Kommunalwahl 🙂

  9. […] den Beitrag weiterlesen: Aufsicht « Roberts Blog Tags:auch, entscheidungen, affront, stadtwerke, Wirtschaft, SPD, und-sicher, vertreter, rlich-ist […]

  10. schmut said

    „Auch Büring wird kurzerhand demontiert. Warum? “
    stecken sie so drin in den Entscheidungen der CDU, dass sie beurteilen können, ob dies gegen den Willen Bürings entschieden wurde?

    Und warum sollte Herr Krone nun auch noch den AR-posten bei den Stadtwerken bekommen? Weil er erst dann mit seiner unglaublichen Erfahrung und Kompetenz die richtigen Weichen stellen kann?
    Oder weil das OBamt längst nicht anspruchsvoll genug ist?

    Stimmungsmache par excellence.

    • „Stimmungsmache par excellence.“
      Ist das jetzt selbstkritisch von Ihnen? 😉
      Nun, Sie hätten nicht einmal Recht, wenn die CDU den OB vorher gefragt hätte. Hat sie aber nicht.

  11. Glocke said

    Wenn sich nun die CDU von den mehrheitlich der Bürger gewählten Oberbürgermeister im selbstverständlichen Aufsichtsratvorsitz der Stadt nicht vertreten lassen möchte und deshalb den ihr nahestehenden FDP Vertreter vorschiebt, so bleibt die CDU dennoch im vollen Umfang verantwortlich für den Ausgang.
    Denn wer das Tafelsilber der Stadt so leichtfertig zum Spielball macht, und glaubt sich mit solch einem Schachzug der Verantwortung zu entziehen, der darf gespannt sein auf die kommende Wahl, da spielt der Bürger dann das Spiel zu Ende. Aber der Schaden bleibt.

  12. Leichtsinnigkeit said

    aber fest steht doch wohl dass Krone leichtfertig im Wahlkampf posaunt hat er bekommt eine Befristung die alle wollen hin. Nichts ist, ab Besten er hört auf zu verhandeln und läßt es bei dem was vorher von Büring verhandelt worden ist bevor alles den Bach runter geht. Insoweit finde ich es genau richtig ihm nicht den AR Vorsitz zu geben.

  13. Glocke said

    Dazu fällt mir nur ein, wer die Tür zuschlägt bevor er alles versucht hat, der hat eben meist nur den Kompromiss des kleinsten gemeinsamen Nenner. Typisch für die CDU-Vertreter, denken und die geistige Leistung verbringen müssen andere.
    Man ist ja schon Mehrheit, mehr brauch man ja auch nicht.
    Soviel, wenn der Leichtsinn feststeht.

  14. Tobias said

    „Oberste Maxime bei dem Vorschlag für die Besetzung des Aufsichtsratsvorsitzenden war, dass diese Position mit einer Person besetzt wird, die die Strukturen der Stadtwerke seit langer Zeit kennt, bis ins Detail genau die laufenden Verträge beurteilen und die Zukunft der Stadtwerke auch auf dem Gesamtmarkt einschätzen kann“, betonte Hilling.

    Und das kann nur im Sinne der Lingener sein…

    • lingentheo said

      …dann hätte als unabhängiger Kandidat RK an erster Stelle stehen müssen und kein FDP-Mann!
      Das Gelaber vom Hilling kann man mit´m A….. nicht mehr anhör´n.

    • Hendrik said

      Jens Beeck würde die Stadtwerke doch am liebsten sofort völlig aus der Hand geben, RK würde sagen „Ein privater kann es besser“, aber gerade das ist, denke ich, der falsche Weg.

      Die FDP sollte einfach weiter fordern die Banken zu deregulieren. Dann würde der Markt sich ihrer entsprechend annehmen.

      • Tobias said

        Jens Beeck besitzt Detailkenntnisse, die Herr Krone einfach de facto noch nicht haben kann!

        • Alan Shore said

          … und Herr Brüring besitzt diese Kenntnisse auch nicht? Oder warum bleibt er nicht auf diesem Posten?

          • Job said

            Nicht lange schnacken. Transparente raus. Demo vor dem Rathaus. Es wird Zeit, dass wir mündigen Bürger den Großkopferten im Rathaus zeigen wo es lang geht. Es geht bei den Schwatten schon lange nicht meht um das Wohl der Lingener Bürger sondern um deren Wohl=Machterhalt. Wir Bürger müssen uns schon selbst helfen, wer denn sonst?

        • Hendrik said

          Jens Beeck hat aber die falsche Grundeinstellung. Die Stadtwerke sollten die günstige Grundversorgung der Lingener sichern und nicht als Teil einer für Anleger und Aktionäre profitgenerierenden Maschinerie agieren (müssen).

    • Ernst said

      als Heiner Pott 2000 seinen Posten angetreten hat, war das NICHT der Fall. Also entkräftet sich dieses vermeintliche Argument selbst!

  15. Theobald Tiger said

    Neulich im Rathaus…

    Nasskaltes Herbstwetter,Regenschauer peitschen durch die Elisabethstraße, allmählich senkt sich die Dunkelheit über das schicke Verwaltungszentrum der Ems-Metropole. Die städtischen Bediensteten haben sich nach einem wieder einmal knüppelharten Arbeitstag längst auf den Heimweg gemacht oder testen gerade die neuen gastronomischen Angebote in der nahen Schlachterstraße,
    Nur in einem der großzügigen Büros der Chefetage brennt noch Licht. Das Telefon unterbricht die konzentrierte Stille. Es wird abgehoben:
    Ja, Hallo!
    Bist du’s, Ralle? Ist er weg?
    Ja, vor zehn Minuten, murmelte was von’ner Chorprobe oder so. Sie können jetzt hochkommen, sie kennen sich ja aus hier.
    Was soll denn das „Sie“, ich bin doch der Heinz, und wir sind doch jetzt Parteifreunde.
    ‚tschuldigung,äh klar, wird schon werden. Also bis gleich, hab auch ’nen kleinen Schluck zum Aufwärmen, ist noch von Heiner.
    Wenige Minuten später:
    Na, wie war’s heute so?
    Er war natürlich am Anfang schon niedergeschlagen, als Herr Hi…, äh us Uwe ihm mitteilte, dass er nicht Aufsichtsratsvorsitzender wird.
    Klasse super, das saß dann ja wohl. Und weiter?
    Na gut, dann haben wir, wie jeden Tag, Aktenstudium betrieben, er muss sich ja einarbeiten, ist aber auch echt willig der Junge.
    Wo seid ihr denn jetzt?
    Im Moment sind wir bei den Friedhofsordnungen und ab morgen lernen wir die Namen und Adressen aller Lingener Ortsratsmitglieder auswendig. Ich hör‘ ihn jeden Tag ab…
    Hör auf Ralle, ich kann mich kaum noch halten – wo ist eigentlich der Schluck von Heiner??
    Doch bevor man auf den erfolgreichen Tag anstoßen kann, seuselt das Telefon:
    Ja, Hallo, ach Du bist’s, ja wart mal, ich frag‘ mal Herrn Ro.., äh Heinz.
    Das ist Tommi, er möchte wissen, wie’s mit der Berichterstattung weitergehen soll?
    Das trifft sich gut. Schlage vor, dass man ihn bei der Eröffnung der Lingener Kleintierbörse ‚mal wieder mit Foto ins Blatt bringen könnte! … Du gib mir noch einen, ich kann nicht mehr!

  16. otto h said

    Den OB mit der Verhandlungsführung beauftragen und gleichzeitig einen anderen zum AR Vorsitzenden zu küren, das ist schon perfide. Die Begründung für die Wahl von Jens Beeck klingt zwar für den unbedarften Dritten ganz vernünftig, doch Tatsache ist und bleibt, dass einem Juristen wie Beeck schlicht die fachliche Qualifikation für solch eine Aufgabe fehlt.

    Die Zeiten, als Juristen noch in nahezu allen Fachbereichen dilettierten sind, sind andernorts längst vorbei. Nur in Lingen nicht. Da ist ein leibhaftiger Anwalt noch was Besonderes, ein Akademiker, vor dem die Creme unserer Lokalpolitik noch stramm steht. Der ist was. Der kann was. Boooaaahhh!!!

    Ein Unternehmen dieser Größenordnung sollte einen Aufsichtsrat bekommen, der fachlich und persönlich für Aufsicht und insbesondere eben auch für sachdienlichen Rat qualifiziert ist. Mit Leuten wie Beeck wird auch nur bei äußerst wohlwollender Betrachtung allenfalls formal die Aufsichtsfunktion erfüllt. Aber eben auch nur im juristischen Sinne. Vom Rest hat der doch keine Ahnung.

    Für die qualifizierte Beratung der Geschäftsführung bedarf es eben mehr, als nur der Erfahrung als Rechtsanwalt und Stadtrat, der bekanntlich eine sehr ausgeprägte Klientelpolitik betreibt. Im Wahlkampf um den OB Posten konnten wir ihn als jemanden erleben, der schlicht ALLES gut fand, der nicht einmal ansatzweise an irgendeiner Stelle Kritik anbrachte. So gestrickte Leute braucht man in Aufsichtsräten definitiv NICHT. Solche Leute sind eher eine Gefahr für Unternehmen.

    Warum Heiner Pott seinerzeit ohne jede Erfahrung nicht nur in Sachen Stadtwerke damals mit dem Segen der CDU AR Vorsitzender werden konnte und heute Dieter Krone aus Sicht genau der gleichen Leute mit exakt der gleichen (fehlenden) Qualifikation wie damals Pott erstaunlicherweise nicht, das wird uns wohl für immer verborgen bleiben. Mit dem Parteibuch hat das doch bestimmt nichts zu tun?

    Dazu gibt es eigentlich nur noch 2 Anmerkungen zu machen:

    1. Nach Lektüre der von Herrn Koop aufgzählten AR Mitglieder dieses größten kommunalen Unternehmens bleibt eigentlich nur die Feststellung, dass dieses Gremium durchgängig mit ungeeigneten Personen besetzt ist, die kaum eine Ahnung von dem haben, was ein Aufsichtsrat eigentlich leisten soll.

    2. Dass Jens Beeck nun AR Vorsitzender werden soll, erfüllt immerhin 2 Zielsetzungen der lokalen CDU in einem Hieb: Der ungeliebte OB wird vor den Kopf gestoßen und FDP Mann Jens Beeck wird von der CDU für seine Nibelungen Treue zur CDU Fraktion belohnt.

  17. Christoph Frilling said

    Vielleicht wäre ja „tea-party-Otto H“ in seinem Zorn der richtige Kandidat…

  18. Ernst said

    Wie lange ist es jetzt her, dass die CDU einen vor den Bug bekommen hat? Gute 6 Wochen? Und schon ist der gesamte Effekt bei der Union verhallt?

    Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Stadtwerke _muss_ der OB sein. Nicht auszudenken, wie die Union reagieren würde, wenn es andersrum wäre.

    Und dann Jens Beeck? Natürlich hat er durch seine Zeit im Stadtrat Erfahrung, aber ist es in diesen Zeiten sinnvoll jmd das Ruder zu überlassen, der „liberale und privatesierte Wirtschaft“ bevorzugt? Gerade jetzt, wo man die Chance hat „kaufen“?

    Un-fass-bar. Nach der erneuten Ablehnung bzgl. „live Mitschnitt in Bild und Ton“ folgt der zweite Affront gegen die Wähler!!!

  19. Ernst said

    otto h.:

    „Warum Heiner Pott seinerzeit ohne jede Erfahrung nicht nur in Sachen Stadtwerke damals mit dem Segen der CDU AR Vorsitzender werden konnte und heute Dieter Krone aus Sicht genau der gleichen Leute mit exakt der gleichen (fehlenden) Qualifikation wie damals Pott erstaunlicherweise nicht, das wird uns wohl für immer verborgen bleiben. Mit dem Parteibuch hat das doch bestimmt nichts zu tun?“

    Knackpunkt und Kommentar des Tages!!!!

    • zuckerstange said

      nunja 14 jahre kommunalpolitikerfahrung unter anderem als stardtdirektor, gegen ein leben lang singen und atlas lesen.
      ich sehe da auch keine erfahrungsunterschiede

  20. Glocke said

    Was macht eigentlich der Baccumer Ortsbürgermeister Heinrich Schomaker in diesem Gremium als Angestellter der RWE am Kraftwerk?
    Ist er eigentlich nicht befangen und möglicherweise weisungsgebunden?
    Vertritt er die Interessen der Stadt, oder der RWE?

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